Schellnhuber bei den Grünen

»Es werden hunderte von Millionen Menschen im Raum verschoben werden müssen. Wegen Meeresspiegelanstieg, wegen Gletscherschwund, wegen Ausbreitung von Dürregebieten. Was tun mit den Menschen, deren Heimat versinken wird?«

© John MacDougall/AFP/Getty Images

Hans Joachim Schellnhuber, fürstlich bezahlter Umverteiler und »Transformer«, sprach als Gast auf der Delegiertenkonferenz. Schellnhuber, der am heftigsten die Klimawarntröte tutende vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Das ist das Institut, aus dem die Forderung kam, die Demokratie abzuschaffen, um den Planeten vor der Klimakatastrophe zu retten.

Schellnhuber hat sogar einst dem Papst erklärt, wie das so ist mit dem Klima und dem armen Menschensünder. Der Papst wiederum hat sofort begeistert verstanden: Buße tun und – zahlen. Vor den Grünen fragte der sonderbare Heilige vom PIK: »Warum bin ich hier?« Und setzt gleich selbst die Antwort hinzu: »Weil sich diese Partei offenbar als einzige den Luxus erlaubt, sich an der wissenschaftlichen Wahrheit zu orientieren.“

Herrschaften, der verdreht schon genug die Wissenschaft, um seine komischen Klimakalauer loszuwerden – jetzt auch noch die Wissenschaftstheorie? Es hält zwar einen populistischen Vortrag, aber dennoch mit wissenschaftlicher Wahrheit? Karl Popper dreht sich um Grabe um.

Schellnhuber holte tief aus seiner Klimaklamaukkiste dramatische Kipppunkte unserer guten alten Erde hervor. Wann wird Grönland abschmelzen? Das würde nicht ein paar Zentimeter, nicht zwei, drei Meter, sondern sage und schreibe sieben Meter Meeresspiegelanstieg bedeuten, phantasierte der Klima-Papst vor den grünen Delegierten. Die waren aber hörbar nicht bei der Sache (Au, wie langweilig! Kennen wir schon, hast du nichts Neues? Immer die ollen Kamellen) und unterhielten sich laut untereinander. »Jeder Vortrag hat einen Punkt, an dem man aufmerksam sein muss.« Versuchte Schellnhuber wie ein Schulmeister die Anwesenden zur Ordnung zu rufen. »Der ist jetzt!«

Eineinhalb bis zwei Grad betrage der Pariser Korridor, in dem müssten wir das Klima halten, erzählt er und sieht dabei schon leicht wie Peter Sellers Dr. Seltsam aus. »Sie sehen, dieser Balken, wo wir die Erderwärmung stoppen wollen, liegt quer zu einigen möglichen Großunfällen bereits. Das heißt, vor 30 Jahren hätten wir noch in einer sicheren Zone bleiben können. Inzwischen gehen wir schon ein hochgradiges Risiko ein.«

Den Panikbutton heraufstufen: Wenn wir die Katastrophe vermeiden wollen, müssen wir schon verdammt viel Glück haben. Sein Papst-Kollege wäre hellauf begeistert.
Schellnhuber träumt wie alle totalitären Gesinnungsgenossen von der großen »Transformation«, nein, er hat nicht den »großen Marsch« gesagt und »Sozialismus« auch nicht.

Seine Voraussage: »Die entscheidende Dekade wird 2020-2030 sein. Dort muss der komplette Ausstieg weltweit von der Kohleverstromung passieren, dann muss der Verbrennungsmotor verschwinden, dann muss Zement ersetzt werden zum Beispiel als Baumaterial am besten durch Holz und andere Dinge.«

Also nichts weniger als eine komplette Neuerfindung der Moderne. Der beseelte Ideologe träumt vom anderen Zustand der Moderne, der nicht mehr auf fossil nuklearen Geschäften aufgebaut ist. Hat er zu viel mit dem Papst gesprochen? Seine Verheißung: Das gelobte Land heißt Photovoltaik, nicht industrielle Landwirtschaft.

Und was ist Verheißungen gemein? Die Dummen können sie nicht sehen, weil „sie liegt jenseits eines Hügels“. »Wir müssen über diesen Hügel!« Schellnhuber fehlt zwar die Rhetorik amerikanischer Sektenprediger, aber er bekommt dennoch Beifall. Er hat Kräfte ausgemacht, die uns über diesen Hügel helfen sollen. »Investoren dazu anregen, ihr Kapital von fossilen Geschäften abzuziehen!« Bei der Deutschen Bischofskonferenz versuchte er den Bischöfen nahe zubringen, dass die ihre prallen Geldsäcke nur noch ideologisch Einwandfreien öffnen.

Um die Ungläubigen zu überzeugen, spielen Katastrophen eine große Rolle, meint er, und man fühlt sich an Michael Crichtons »Welt in Angst« erinnert. Der amerikanische Schriftsteller (Jurassic Park ) lässt darin Ökoterroristen ein künstliches Seebeben auslösen, um die Welt in Angst vor einem Klimawandel zu halten und an der Panik kräftig mitzuverdienen. Ideologisierte Wissenschaftler liefern die falschen Grundlagen zur Rechtfertigung.

Am Schluss präsentiert Schellnhuber noch seine aberwitzigste Idee. »Mit dem Klimawandel wird Folgendes passieren«, sah er voraus. »Es werden hunderte von Millionen Menschen im Raum verschoben werden müssen. Wegen Meeresspiegelanstieg, wegen Gletscherschwund, wegen Ausbreitung von Dürregebieten. Was tun mit den Menschen, deren Heimat versinken wird?« (Wer wohnt eigentlich auf Gletschern?)

Also sollte man einen Klimapass einführen! Zutritt zu allen Ländern, die dafür verantwortlich sind. Und das seien fast alle, predigte er vor begeistertem Publikum. Er schlug vor, alle die durch den Klimawandel heimatlos werden, einen Klimapass bekommen sollen, der ihnen das Recht gibt, sich in den dafür verantwortlichen Staaten niederzulassen.

Johlender Beifall im Auditorium.

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Kommentare ( 168 )

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„Es gibt im Internet ausreichend viele Wissenschaftler, die die Lügen der Scharlatane aufdecken…nur Suchen, dann findet man.“

Das „viele Wissenschaftler“ ist nun wirklich kein gutes Argument, weil es noch viel mehr Wissenschaftlicher gibt, die die „Lügen der Scharlatane“ wiederum als Scharlatanerie aufgedeckt haben.

Heißt der Herr Professor Schellnhuber oder heißt er Schelmhuber? Ich bin total verunsichert.

Ja, Dummheit klatscht oft und gerne und immer an der falschen Stelle.

Das mag ja alles sein. Das was der Herr Nobelpreistraeger gemacht hat, hat mit Wissenschaft aber gar nichts zu tun. Ich will mich hier auch gar nicht festlegen, ob es einen menschengemachten (menschen-beschleunigten) Klimawandel gibt oder nicht. Sooooo weit hergeholt ist das ja auch wieder nicht, wenn man in 50 Jahren Stoffe verbrennt, die sich in Millionen Jahren im Boden gebildet haben. Es sind jedenfalls nicht nur linksgruene Spinner, die behaupten, dass der Mensch Einfluss auf die Vorkommnisse hat. *Ich* weiss es jedenfalls nicht, und ich glaube, Sie haben da nicht mehr Einblick. Dass es schon immer Klimawandel gegeben hat,… Mehr

Ich möchte ihnen schließend noch einen Tip geben…reden sie mit einem Vulkansologen…der klärt sie auf.

wir sind extrem gut organisiert, das ist der Fluch. Wer schonmal mit Chinesen zu tun hatte, die sind nicht so extrem effektivitätsbewusst und rel. chaotisch.

Ich habe keinem Afrikaner, Araber oder Maghrebiner seinen CO2-Ausstoss vorgeworfen. Der CO2-Ausstoss ist aber auch nicht die zentrale Frage für die Zukunft der Menschheit, auch wenn ein Teil der Menschheit das so sieht. Die Gemengelage aus mangelndem Wissen über Verhütung und dem fehlenden Zugang zu Verhütungsmitteln vorrangig in Subsahara-Afrika und dem vom radikalen politischen Islam zusätzlich befeuerten Bevölkerungszuwachs in den MENA-Staaten macht es ungeheuer schwer Erfolge im Kampf gegen die Bevölkerungsexplosion zu erzielen. Trotzdem zeigt eine positive wirtschaftliche Entwicklung fast immer Wirkung bei der Senkung der Geburtenrate. Erstaunlicherweise hat der Iran hier geradezu eine Vorbildrolle. Auch Syrien ist es gelungen… Mehr
Was überhaupt nicht zur Sprache kommt, ist, dass wir für Heizung erheblich mehr Energie verbrauchen als für die Mobilität, und auch für die Produktion etc. benötigt man mehr. Die Afrikaner müssen nicht heizen! Trivial, aber es stimmt nun mal. Diese ewige Selbstkasteiung ist unerträglich. Dann sollen doch die Grün-Bewegten frieren im Winter, denn auch Wärmepumpen benötigen ziemlich viel Strom! Die SChwierigkeiten stecken bekanntlich immer im Detail. Was auch völlig unter den Tisch fällt, ist, dass die Verbrennung von Kohlenstoff ohnehin nur temporär in diesem Ausmaß stattfinden kann, weil das Öl bald nicht mehr wirtschaftlich zu heben ist, und auch wenn… Mehr

Herr Rieke, in vielen Punkten haben wir eigentlich keinen Dissenz. Mich würde nur interessieren, was Sie als massive Einschränkung im Alltag betrachten.

1. Fahrverbote bzw. Zwangsverschrottung eines PKW mit minimaler Überschreitung der Feinstaubwerte auf dem Papier, durch meine verbrauchsgünstige Fahrweise allerdings wirklich nur auf dem Papier. Erneut drohendes Fahrverbot für das wegen 1. gekaufte Neufahrzeug. 2. Zwangsdämmung eines Wohnhauses trotz geringem Ölverbrauch, erzwungener Tausch intakter Heizungsanlagen, übereilte Erzwingung von „Energiesparlampen“ obwohl die weit überlegene LED-Technik absehbar vor dem Durchbruch stand. Trotz umfassender Maßnahmen in Sachen Energieeffizienz ständig steigende Stromrechnung wegen der handwerklich völlig verhunzten „Energiewende“. 3. Die Pläne der Klimakirche sehen weitere und völlig willkürliche Einschränkungen bzw. finanzielle Belastungen vor, deren Aufzählung den Rahmen hier sprengen würden. Die Energie- und Feinstaub- und… Mehr
Und die vielen zuviel Geborenen, die jetzt bereits leben, ob in Afrika, Indien oder China, wollen dann auch noch alle mit dem Auto fahren, Klimaanlagen genießen und Fleisch essen. Bin ich am Freitag mit der Bundesbahn unterwegs, spüre ich den Dichtestress hautnah. In meiner Heimatstadt gibt es kein einziges Fleckchen mehr, das nicht tag und nacht vom Autobahnring mit einem Lärmteppich überzogen wird. Unser Wasserversorger hat Alarm geschlagen, weil der Schweineurin aus tausend Mastanlagen inzwischen im Trinkwasser ankommt. Fahre ich nachts durch das früher durchaus idyllische Ostfriesland, so wähne ich mich auf einem riesigen Flugplatz ob all der blinkenden roten… Mehr
Es ist erstaunlich, wie sich eine Reihe von „Wissenschaftlern“ (Schellnhuber, Peter Bofinger, Gerald Hüther), die sich mit einem Professorentitel schmücken dürfen, in den Medien zu Experten aufschwingen, deren obskure Botschaften von der wenig kritischen Journaille wie Honig aufgesogen werden. Macht sich einer dann mal die Mühe, solche Geistesgrößen am Ort ihres Wirkens aufzusuchen, so ist das Erstaunen oft groß. Die eigenen Fachkollegen legen die Stirn kraus und der Science Citation Index liefert, wenn überhaupt, nur Publikationen vierter Wahl. Wie war das noch mit dem „Ozonloch“? Der die Menschheit rettenden Aktion gegen FCKW der UNO? Laut Publikationen des letzten Jahres, war… Mehr

Es hätte eigentlich heißen müssen: „ich bin hier, weil Sie hier ein Teil der Idioten sind, die alles ungeprüft bejubeln, was andere Ihnen servieren. Soviel Dummheit auf einem Haufen tut weh.Ihr seid so blöde, euch kann man die Herstellung von Joghurtbechern als Autofabrik verkaufen.“

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