Terror im Aufstieg und Fall der Nationen

Der 11. September 2001 veränderte den Umgang der freien Welt mit dem islamistischen Terrorismus grundlegend. Professor Gunnar Heinsohn liefert verblüffende Analysen, die die Gründe für Terror, Krieg und Gewalt transparent machen - und ein erhellendes Licht auf den Konflikt in Afghanistan werfen

Die These dieses Buches lautet, dass nicht Religionen, Stammesfehden oder Hungersnötige zu Terror und Krieg führen, sondern überdimensionierte Bevölkerungsanteile an perspektivlosen jungen Männern die entscheidenden Treibsätze liefern.

Der mittlerweile seit Jahrzehnten dauernde Konflikt zwischen dem Westen und dem Islam in Afghanistan bestätigt das: »Im Jahr 1980, zu Zeiten der russischen Besatzung betrug die Bevölkerungszahl 13,3 Millionen, 2020 waren es unfassbare 38,9 Millionen. Eine Verdreifachung, in diesem extrem kargen Land! Für das Jahr 2050 werden 64,7 Millionen prognostiziert. Man kann unter diesen Umständen eigentlich nicht mehr von einer afghanischen Nation sprechen«, schreibt Gerd Held in seinem Beitrag »Afghanistan. Nur eine falsche ›Einschätzung‹?« auf TE online.

Helds Ausblick 6-2021
Afghanistan: Nur eine falsche „Einschätzung“?
Die Bevölkerungsexplosion schafft ein Heer aggressiver Männer, die Chancen im Krieg suchen, weil sie ihnen der Frieden nicht bietet, die nicht integrierbar sind, weil jeder wirtschaftliche Fortschritt sofort von der Bevölkerungsexplosion aufgefressen wird.

Heinsohn geht diesem – von ihm »Youth Bulge« genannten – Phänomen auch historisch auf den Grund: Führt ab 1500 die Bestrafung der Geburtenkontrolle zu den Sohnesmassen der Christenheit, die sich 90 Prozent der Erde unterwerfen und in Weltkriegen dezimieren, so verfügen heute islamische Territorien über jugendliche Bevölkerungen, die sich trotz enormer Verluste immer wieder an Reichsbildungen versuchen und den Traum vom Kalifat keineswegs aufgegeben haben.

Dieses Buch führte schon bei seinem Ersterscheinen 2003 zu heftigen Kontroversen. Während Friedensforscher und Demographen empört reagierten, suchten Geheimdienste und Militärakademien Heinsohns Rat. So hielt er zum 15. Geburtstag des Joint Warfare Centers (JWC) in Stavanger das Perspektivreferat für die NATO.

»Söhne und Weltmacht« bleibt für das Verständnis vergangener und für die Prognose zukünftiger Waffengänge unverzichtbar. Es liegt als vom Autor erweiterte und durchgehend aktualisierte Neufassung vor.

Sendung 26.08.2021
Tichys Ausblick Talk: „Afghanistan und der schwache Westen: Was bleibt?“
Peter Sloterdijk war bereits von der ersten Fassung beeindruckt: »Ich bin davon überzeugt, dass ein Buch des deutschen Genozidforschers Gunnar Heinsohn zur Pflichtlektüre von Politikern und Feuilletonisten gemacht werden sollte: ›Söhne und Weltmacht‹. Darin wird der Zusammenhang zwischen Menschenproduktion und Gewaltpolitik durchleuchtet. Es darf in keiner Diskussion mehr fehlen, weil die aktuellen Konflikte nur im Licht dieser Analysen transparent werden.«

Dieses Buch ist ein Klassiker; weil es in seinem Erkläransatz weit über den kurzfristigen Horizont hinausreicht, der die heutige Politik beherrscht. Denn die Konflikte reichen weiter – Afghanistan ist nur der dramatische Höhepunkt einer globalen Entwicklung. Somalia, der Gaza-Streifen, Äthiopien und viele afrikanische Staaten, die der frühere US-Präsident Donald Trump abschätzig als „Shit-Holes“, als die Dreckslöcher des Planeten bezeichnete, sind alle von dieser Dynamik angetrieben, die aus der Bevölkerungsexplosion resultiert – und den Frieden der Welt gefährdet.

Gunnar Heinsohn, Söhne und Weltmacht. Terror im Aufstieg und Fall der Nationen. Orell Füssli, Hardcover mit Schutzumschlag, 224 Seiten, 20,00 €.


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Kommentare ( 35 )

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35 Comments
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Schraubenberny
12 Tage her

.Peter Scholl-Latour hat die unselige Demografie schon vor Jahren ,in seinen Reportagen, Büchern und Intervies immer und immer wieder sehr deutlich zur Sprache gebracht. Meistens erntete er ein mitleidiges Lächeln,oder die Moderatoren hielten ihm eine falsche Einstellung zum Problem vor. Er hatte wie immer recht,da dieser Ausnahmejournalist die Länder,Menschen, Geschichte ,politische Zusammenhänge ,Grenzen, Traditionen,Religionen,als zusammengehörig ansah und so auch alles ganzheitlich betrachtete.
Leider gibt es solchen Journalismus heute nicht mehr.

WeltbegaffenderRumReisender
13 Tage her

…man kann es auch „so“ sehen, oder wie eine aus Süd-Ost-Europa eingewanderte Roma-Frau in D in einem Kurz-Interview sagte: „Wir sind arm und haben viele Kinder!“. Dieser „Teufelskreis-Trick“ ist primitiv-forderend, zeugt von großer Dummheit und Egoismus und purer Verantwortungslosigkeit, das „Schema“ lautet – meiner Deutung nach – wie folgt: „Je mehr Kinder ich habe, die ich aus eigener Kraft weder gut ernähren noch erziehen kann (oder das auch gar nicht will, weil anstrengend) desto mehr Hilfe habe ich zu erwarten/fordere ich ein! Und, wenn ihr aus den gut stehenden Ländern mir nicht helft, dann seid ihr Unmenschen! Wenn ihr mir… Mehr

EinBuerger
14 Tage her

Ich weiß nicht, ob all die Leute, die davon reden wie wichtig der 11. September für sie war und ist, das wirklich so meinen Aber für mich hat der 11.9.2001 nichts geändert. Dieses Datum ist für mich ohne jede Bedeutung. Damals wie heute. Der Zeitraum, an dem ich aus einer Blase aufgewacht, war der Beginn der Eurorettung. Und dann noch mal bekräftigt und verstärkt 2015 mit den Bahnhofsklatschern. 2015 war der Zeitraum, wo ich aus diesem Trottelkonstrukt BRD ausgestiegen bin. Seitdem muss ich mein Welt- und Menschenbild mit dieser real existierenden Realität in Übereinstimmung bringen und mir das erklären. Für… Mehr

IJ
14 Tage her

Wer soll die Überbevölkerung in der 3. Welt aufhalten? Dass Angela Merkel und ihre schwarz-rot-grünen Globalisten genau das Gegenteil tun, sollte mittlerweile jedem klar sein. Ich sehe zwei verbleibende Möglichkeiten: Erstens: Die Rechte und Gleichstellung von Frauen und Mädchen werden in diesen archaischen Gesellschaften gestärkt, so dass sie nicht mehr in gewaltätiger Weise als Gebährmaschinen missbraucht werden. Stichworte: Verfolgung der Vergewaltigung in der Ehe; rechtlicher Schutz durch Gleichheit vor dem Gesetz, bei Polizei und Justiz; gleiche Berufs- und Bildungschancen; freier Zugang zu Verhütungsmitteln etc.. Und „Stärkung“ meint massive internationale Interventionen inkl. vollständigem Wirtschaftsboykott und vollständiger Abschottung bei Verstößen. Zweitens: Die… Mehr

Last edited 14 Tage her by IJ
Manfred_Hbg
14 Tage her

Zitat: „Die Bevölkerungsexplosion schafft ein Heer aggressiver Männer, die Chancen im Krieg suchen, weil sie ihnen der Frieden nicht bietet“ > Mhh, das halte ich aber mal für eine etwas zu kurze und einseitige Erklärung. Es mag zwar durchaus richtig sein das die „Bevölkerungsexplosion(en)“ einen bestimmten Einfluß auf ein Land u. Menschen haben und dann auch „ein Heer aggressiver Männer“ erschafft. Doch das Hauptproblem sehe ich hier eher in der „Religion der Liebei“. Denn wenn man zum Beispiel mal in die 60er und 70er zurückblickt und nach Afghanistan und Iran guckt,, da waren diese Länder ja auf einen modernen Weg… Mehr

Mausi
14 Tage her

Vielleicht fehlt es am Wissen, dass Bevölkerungswachstum und Armut zusammenhängen. Und an den kulturellen Voraussetzungen, diesen Kreislauf durchbrechen zu wollen. Der Koran stammt aus „mittelalterlichen“ Zeiten. Er hat durch die Verbreitung der Fundamentalisten die Chance auf Weiterentwicklung und damit auch auf Entkommen aus Bevölkerungswachstum und Armut verloren. Ziel ist der Sieg des reinen, fundamentalen Islam. Und wenn die Bevölkerung dann geprägt ist durch ein starkes Ehrgefühl verbunden mit Blutrache und einer Überlebenschance nur im Clan und nur mit allen verfügbaren Mitteln, dann wird ein Zusammenhalt durch Krieg (der äußere Feind) wichtiger als das Wohlergehen der Menschen. AFG hat gezeigt, dass… Mehr

Last edited 14 Tage her by Mausi
bauerjosef
14 Tage her

Die Kreuzzüge der Christen waren auch eine Folge der zur damaligen Zeit sehr stark ansteigenden menschlichen Population, vor allem junge Männer welche „Zuhause“ kaum Chancen hatten. Das Klima in diesem frühen Mittelalter war eine ausgesprochene Warmzeit, was bessere Bedingungen für die Menschen bedeutete, und damit auch viel höhere Geburtenraten. Warmzeiten galten damals als gute Zeiten.

bkkopp
14 Tage her

Die “ youth bulge “ fällt nicht vom Himmel. Sie entsteht allmählich in Ländern und Wirtschaften, deren Herrschaftssysteme sich darauf konzentrieren, die Oberschicht zu bereichern und sonst mit staatlicher Repression Ruhe und Ordnung zu halten. Die Wirtschaft wächst nicht, oder sehr viel langsamer als die Bevölkerungszahl. Deshalb gibt es so viel Armut in “ potentiell reichen Ländern“. Es entsteht ein sozialer Dampfkessel, latenter, meist unorganisierter Bürgerkrieg, Auswanderung. Von Marokko bis Ägypten, und vom afrikanischen Norden bis Angola und Simbabwe wiederholen sich in Varianten die gleichen Phänomene. In der Karibik, in Mittel- und Südamerika finden sich sehr ähnliche Strukturen und Bedingungen,… Mehr

Sonny
14 Tage her

Wenn die aufgeklärten Politiker der Welt, ebenso wie WHO und UNO sich dazu durchringen könnten, in diesen Staaten endlich dem Trinkwasser eine Antibabypille beizumischen, könnten wir in den nächsten Jahrzehnten endlich wieder auf dieser Erde ein Licht am Ende des Tunnels wahrnehmen. Sie halten das für schrecklich? Wie schrecklich aber ist es… die Menschen in den armen Staaten verhungern und verdursten zu lassen, oder sie von einem Verteilungskrieg in den nächsten stürzen zu lassen, oder die eigene Zivilisation aus falsch verstandenem Humanismus in Gefahr zu bringen und die Erde mit archaischen Analphabeten und Gottes kriegern zu fluten? Wenn diese Entwicklung… Mehr

Hannibal Murkle
14 Tage her
Antworten an  Sonny

Es gibt nur noch wenige Länder mit über 3 Kindern pro Frau und einer Bevölkerungsexplosion – Afghanistan sowie ein paar in Zentralafrika.

country boy
14 Tage her
Antworten an  Hannibal Murkle

Es gibt aber einige Länder, z.B. im arabischen Raum, mit einer Geburtenrate von über 2,5.

Last edited 14 Tage her by country boy
Nibelung
14 Tage her

Die ganze Entwicklung ist kein Zufall, das ist die Folge der übermäßigen Population der nichtweißen Rasse aus kulturhistorischen Gründen, die über jahrhunderte am Gängelband geführt wurde und nun den Spieß umdreht und gleiche Rechte geltend macht, was ja kommen mußte, wenn man die ganze Entwicklung rückwirkend betrachtet. Die holen sich nun das zurück, was man ihnen geraubt hat und waren es zunächst nur Abwehrreaktionen gehen sie nun zum Angriff über und das geschieht auf die gleiche unterschiedliche Weise, wie von den Abendländern ausgeführt und das Endziel wird die Besetzung der ehemaligen Unterdrücker sein und das geht ja schon schleichend vor… Mehr