Über 70 Prozent wollen Verschiebung des Heizungsgesetzes von Habeck

In einer Umfrage spricht sich eine deutliche Mehrheit dafür aus, das Gebäudeenergie-Gesetz zu verschieben. Selbst in der Ampelkoalition wachsen Zweifel, ob es schon im Januar 2024 in Kraft treten kann.

IMAGO/Mike Schmidt

Nach dem Willen von Wirtschaftsminister Robert Habeck und seinem Staatssekretär Patrick Graichen sollen ab 1. Januar 2024 in Deutschland keine Gas- und Ölheizungen mehr eingebaut werden dürfen, sondern nur noch Anlagen, die mindestens zu 65 Prozent mit nichtfossiler Energie betrieben werden können. Für die meisten Gebäude käme nach diesem Gesetzeszuschnitt nur eine Wärmepumpe in Frage – die gerade bei älteren Immobilien oft umfangreiche und teure Umbauten nach sich zieht. Eine deutliche Mehrheit der Bürger lehnt diese sehr kurzfristige Einführung der neuen Regeln ab. Auch Branchenverbände weisen darauf hin, dass der Facharbeitermangel einen so frühen Start des flächendeckenden Wärmepumpen-Einbaus unrealistisch macht.

In einer Umfrage des Instituts Civey vom 8. bis 9. Mai sprachen sich insgesamt über 70 Prozent dafür aus, den Beginn der Wärmepumpen-Pflicht auf das Jahr 2027 zu verschieben. Auf die entsprechende Frage antworteten 62,2 Prozent der Befragen, Habecks Vorhaben sollte auf jeden Fall verschoben werden. Weitere 9,8 Prozent meinten, es sei eher richtig, den Temin auf 2027 zu verlegen. Strikt gegen eine Verschiebung sprachen sich 15,5 Prozent aus, weitere 7,4 Prozent sagten, eine längere Frist sei eher falsch. Unentschieden blieben 5,3 Prozent.

Am Freitag soll das Gesetz im Bundesrat debattiert werden. Dort sind Änderungswünsche von unionsgeführten Ländern zu erwarten.

Auch innerhalb der Ampel wächst inzwischen der Zweifel, ob sich das Vorhaben tatsächlich bis Januar 2024 durchdrücken lässt. FDP-Fraktionschef Christian Dürr meinte, aus seiner Sicht käme auch ein späterer Starttermin in Frage. Seine Fraktion werde keinem Gesetz zustimmen, bei dem noch viele Fragen offen blieben – vor allem bei der Finanzierung. Selbst Robert Habeck, der den Termin 1. Januar 2024 bisher immer als notwendig bezeichnet hatte, deutete zum ersten Mal seine Bereitschaft an, eine Verschiebung zu akzeptieren.

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Kommentare ( 94 )

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Gerro Medicus
1 Jahr her

Das war wahrscheinlich wieder so eine Umfrage, die die Antwort bereits in der Frage enthielt! Soll das Heizgesetz 2024 oder erst später gelten? war wohl die Frage. Sie hätte aber lauten müssen: Wollen Sie einen erzwungenen Heizungstausch oder nicht? Mal wieder „gelenkte Demokratie“. Verschiebung? Canceln muss man den Quatsch! Dieser Heizungsterror darf gar nicht erst stattfinden, morgen nicht und übermorgen auch nicht! Eine Diskussion über den Zeitpunkt ist völlig verfehlt! Die Diskussion muss um die Grundlagen gehen, um den CO²-Blödsinn! 78% unserer Atmosphäre ist Stickstoff, 21% ist Sauerstoff, 0,996% sind Edelgase und 0,04% ist CO². Nur 4% der 0,04% CO²… Mehr

Last edited 1 Jahr her by Gerro Medicus
Diogenes
1 Jahr her
Antworten an  Gerro Medicus

Es ist immer wieder gut, diese Zahlen und die Rechnung dazu anzuführen. Man kann das garnicht oft genug machen. Gleichzeitig weiß man, daß 100.000ende verkrachte, gescheiterte, verkommene „Wissenschaftler“ und ein Club der reichsten Individuen der Welt dieses schlimmste Narrativ seit Menschengedenken hegen und pflegen und das Geschäft ihres Lebens daraus gemacht haben und erfolgreich fortsetzen. Niemand hat die Absicht, die Welt zu retten, aber alle die üblen Profiteure leben von dieser größten Lüge des 21. Jahrhunderts. Es wird keine größere Lüge geben! Wir haben es mit einer globalen (!) Sekte zu tun, die aus Dreck Gold macht. Da war der… Mehr

Silverager
1 Jahr her

Es sprachen sich also 70 Prozent dafür aus, den Beginn der Wärmepumpen-Pflicht auf das Jahr 2027 zu verschieben.
Meinen diese 70%, dass sie im Jahr 2027 plötzlich zu gewaltigem Reichtum gekommen seien, damit sie die gewaltigen Kosten stemmen können?
Offensichtlich sprach sich niemand dafür aus, dieses unsägliche Gesetz einfach im Bundestag-Mülleiner zu entsorgen. Ist das ein Zeichen von Dummheit der Bevölkerung? Oder waren die Fragen wieder mal so suggestiv gestellt worden, dass dieser Schwachsinn dabei herauskommen musste?

Thorben-Friedrich Dohms
1 Jahr her

Leider wurde nur nach Verschiebung, nicht nach ersatzloser Streichung gefragt. Das hätte sicher ein noch klareres Ergebnis gebracht. Habecks Taktik könnte doch aufgehen, er muss nur ein wenig warten. Die Grundsatzfrage nach der Notwendigkeit eines GEG wird überhaupt nicht mehr gestellt.

Daimondoc
1 Jahr her

Ich geh mal davon aus das so ca. 95 % den Rücktritt von Habeck und Co fordern, egal ob man das Heiz – Chaos verschiebt oder nicht, es ändert sich gar nichts, die müssen weg.
Schaden haben sie doch nun genug angerichtet also weg damit, wenn die nicht gestoppt werden machen die immer weiter so.
Wann rafft ihr das endlich.

Ernst K.
1 Jahr her

Vor der Bremen-Wahl wird noch schnell debattiert, und die Ampel frisst Kreide.

Danach geht alles wie gewohnt weiter, schließlich stellt ja niemand die Vertrauensfrage, um dieser Art von Volkserziehung ein Ende zu bereiten, würden sich doch Union und ggf. FDP dazu ins gleiche Boot mit der AfD setzen. Lieber nehmen Union und FDP die irreversible Zerstörung unseres Landes hin.

Herr Schmidt
1 Jahr her

Dieses Vorgehen ist für mich ein Paradebeispiel dafür warum ich den „konservativen“ Parteien CD/CSU nicht mehr traue. Da haben die Grünen ein Schwachsinnsgesetz auf den Weg gebracht und die Antwort der „Opposition“ CDU/CSU ist nicht den ganzen Blödsinn in Frage zu stellen, nein es geht immer nur darum den Blödsinn ein bisschen langsamer ablaufen zu lassen. Weil man will ja die Umwelt schützen. Wer schützt eigentlich den Bürger vor dem immer übergriffigeren Staat?

Berlindiesel
1 Jahr her

„Über 70 Prozent wollen Verschiebung des Heizungsgesetzes von Habeck“

Und 85 Prozent im Westen und 75 Prozent werden bei den nächsten Wahlen wieder CDU, CSU, SPD, Grüne und FDP wählen.

Insofern ist der Satz klassische Tautologie. Man bekommt, was man wählt. Hinterher krähen bringt nichts.

H. Hoffmeister
1 Jahr her

Sind wir verrückt geworden ? Das Gesetz ist ideologischer Irrsinn und muss ersatzlos gestrichen werden. Aber so arbeitet der Grünfaschismus in Europa: Mit völlig abwegigen Gängelungen drohen und dann dem Bürger suggerieren, dass seine Belange mit einem marginalen Zugeständnis – hier eine Verschiebung der Gesetzeskrafterlangung – berücksichtigt wurden. Und der ist so dumm und schluckt dieses lächerliche Ablenkungsmanöver.

alter weisser Mann
1 Jahr her

Prima gelaufen, keiner spricht mehr von Sinn und Unsinn, sondern man feilscht um 6 oder 12 Monate.
Sicher ist bis dahin der Strom grün, das Netz ausgebaut und die Leute konnten viel Geld zurücklegen.

Talleyrand
1 Jahr her

Wieso Verschiebung? Abschaffung wäre die richtige Frage gewesen! Und diese merkwürdige Regierung gleich mit, bevor sie noch mehr Unheil anrichten kann.