Vor Trump in Davos und Nichts in Brüssel

"Die Globalisierung hat dem Westen und den Vereinigten Staaten von Amerika geschadet. Sie ist eine gescheiterte Politik." Sagte der US-Handelsminister in Davos. Wofür das WEF stand, soll beim WEF aufgekündigt werden.

Die Sonne geht im Osten auf und im Westen unter. Bei der Freiheit ist es anders herum. Deshalb hängt alles davon ab, den Feinden der Freiheit im Westen selbst den Raum wieder zu nehmen, den sie sich erschlichen haben.

Vor dem Blick auf Davos und Richtung Iran der stets ernüchternde auf Deutschland in zwei Grafiken.

Bevor der Imperator heute vor den selbsternannten Weltsenat WEF in Davos tritt, bekamen Macron, Starmer und Genossen einen Vorgeschmack, indem er ihre Äußerungen zu seiner Politik in Venezuela, Grönland und Kanada „schwach und dumm“ nannte.

Trumps Handelsminister Howard Lutnick auf einem Podium in Davos: „Die Globalisierung hat dem Westen und den Vereinigten Staaten von Amerika geschadet. Sie ist eine gescheiterte Politik. Genau dafür stand das WEF: Export, Verlagerung ins Ausland, Suche nach den billigsten Arbeitskräften der Welt, und die Welt wird dadurch besser … Fakt ist aber, dass Amerika und die amerikanischen Arbeitnehmer dadurch abgehängt wurden.“ Stattdessen, so Lutnick, würden die US ihre eigenen Interessen verfolgen, andere Nationen sollten das auch. Der Grönland-Konflikt würde letztendlich durch Dialog und nicht durch einen Handelskrieg gelöst werden: „Wenn Amerika glänzt, glänzt die Welt.“

Grönland findet jedenfalls endlich die Aufmerksamkeit der Welt, während es als Kolonie von Dänemark schlechtestens behandelt wurde und dann uninteressiert.

Das Dem-nahe Axios berichtet: Trump werde in Davos verkünden, die Aufgabe seines „Board of Peace“ für Gaza darüber hinaus zu erweitern. Alarmierte Verbündete fürchten einen rivalisierenden UN-Sicherheitsrat, in dem Trump das einzige Vetorecht hätte. „Der Vorstand des Friedens wird nicht auf Gaza beschränkt sein. Es ist ein Friedensrat auf der ganzen Welt“, habe ein hochrangiger US-Beamter Axios gesagt: „Der Präsident konzentriert sich zuerst auf unsere Hemisphäre, aber er hat sein Auge auf die Welt. Ich würde nicht sagen, dass er auf die globale Herrschaft fixiert ist. Er ist Amerika zuerst. Und Amerika ist immer noch der Führer der Welt.“
Trumps Berater hätten Axios gesagt, er sei besonders ermutigt durch die schnelle Gefangennahme von Venezuelas Nicolás Maduro: „Wir halten den Atem an, aber es hat den Präsidenten definitiv noch mehr frei gemacht, um Macht auf der ganzen Welt zu projizieren.“ Bis vor kurzem hätten Verbündete der US Trumps Hauptbeiträge in Davos zum Vorstand für Gaza erwartet und ein Wiederaufbauabkommen für die Ukraine. Die Verbündeten selbst hätten statt Gaza und Ukraine diskutiert, wie man eine Krise um Grönland eindämmen kann, die die NATO zu zerreißen drohe. EU-Beamte „mussten ihre Ukraine-Texte zerreißen und neue über Grönland schreiben“, sagte ein ukrainischer Beamter Axios.

Trumps Syrienpolitik ist gegenüber den Kurden, die lange von den US unterstützt und benutzt wurden, widersprüchlich. Syriens Übergangspräsident al-Sharaa zur Seite treten, der militärisch gegen die Kurden operiert und jetzt schon den zweiten Waffenstillstand mit ihnen verkündet, signalisiert nichts Gutes. Die von al-Sharaas Militär tausende an freigelassenenen – nicht wie anderswo berichtet entkommenen – ISIS-Terroristen können bereits in wenigen Tagen in Deutschland und Europa sein.

 

Sollten Trumps Leute spekulieren, die Kurden würden in al-Sharaahs Syrien ihren Kampf um Eigenständigkeit aufgeben, hätten sie sich verkalkuliert. Die „Kurden-Intifada“ reicht vom Libanon über den Irak und die Türkei bis in den Iran.

Trump droht dem Mullah-Regime mit Auslöschung. Das Regime droht mit dem Schlimmsten, wenn die Aufständischen nicht binnen drei Tagen aufgeben. Kenner der Region warnen Trump vor einer Fehlkalkulation den Saudis gegenüber. Viele News in und um den Iran finden sich hier. Der Flugzeugträger Abraham Lincoln soll nach der Region Malaysia seine Signale abgeschaltet haben. Israel erklärt „alle Optionen offen“. Iranische Händler melden Umsatzrückgang um 90 Prozent, das Regime begann mit der Beschlagnahmung von Vermögenswerten.

Trotz der fast vollständigen Internetabschaltung seit über 280 Stunden gelang es Ali aus Maschhad, über die Starlink-Verbindung eines Freundes exklusiv mit N12 zu sprechen: »Er schloss mit einem eindringlichen Appell: „Wer auch immer auf die Straße ging, tat dies für eines: Freiheit. Wir dürsten nach Freiheit. Vergesst uns nicht. Amerika, Israel und die ganze Welt, das ist das Einzige, worum wir euch bitten.“ Alis Worte, gesprochen in wenigen Augenblicken, spiegeln die erdrückende Realität im Iran wider, wo die Bürger täglich Terror ausgesetzt sind, während die Welt nur Bruchstücke ihres Kampfes mitbekommt.«

Die Sonne geht im Osten auf und im Westen unter. Bei der Freiheit ist es anders herum. Deshalb hängt alles davon ab, den Feinden der Freiheit im Westen selbst den Raum wieder zu nehmen, den sie sich erschlichen haben.

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Kommentare ( 8 )

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bkkopp
49 Minuten her

Für die Anhänger der autoritären Staatslehre kommt Freiheit von einer unangreifbaren, willkürlichen Machtausübung eines “ souveränen Entscheiders“, der immun über jedem Recht steht und nur seinem Kopf und seiner ganz individuellen Moral verpflichtet ist. Freiheit für Ghislane Maxwell.

Satya
52 Minuten her

Alles was ich über diese Welt zu wissen galube kommt aus Bildern, Texten und vom Hören-Sagen. Persönliche Erfahrungen sind nicht darunter, dabei sind sie die Einzigen Zeugen der Wahrheit und die einzige Grundlage für Wissen.

ChrK
53 Minuten her

Die Sonne geht im Osten auf und im Westen unter. Bei der Freiheit ist es anders herum. Deshalb hängt alles davon ab, den Feinden der Freiheit im Westen selbst den Raum wieder zu nehmen, den sie sich erschlichen haben.

Im belagerten Königsberg hing gegen Kriegsende ein Banner mit der Aufschrift „Uns geht die Sonne nicht unter“.

Der weitere Verlauf ist bekannt.

littlepaullittle
1 Stunde her

Auch Kanada zittert. Weniger wegen der Kälte:
The Globe and Mail berichten über die Vorbereitungen und Pläne einer „hypothetischen“ US-amerikanischen militärischen Übernahme. Man modellierte, dass die USA die strategischen Punkte Kanada`s innerhalb 2 Tagen bis einer Woche eingenommen hat. –
Trump macht Gesamt-Amerika. (inkl. Grönland)
Xi macht Gesamt-Asien.
Putin macht Zentral-Europa.
West-Europa (ohne Namen) macht ein dummes Gesicht.

littlepaullittle
1 Stunde her

Trump zu/über Macron (nachdem dieser die Einladung zum Gaza-Friedensrat abgelehnt hat):
„Well, nobody wants him, because he is going to be out of office very soon. If they feel like hostile, Ill put a 200% tariff on his wines and champagne. And hell join. But he doesn`t have to join.“ 

littlepaullittle
1 Stunde her

Und wer wird die „Pool-Position“ in Russland gewinnen, nachdem die USA bereits vor einem Jahr losgefahren sind ?
Macron will Russland zum nächsten G7 einladen. „Und wir Europäer dürfen niemandem das exklusive Recht gewähren, Kontakt zu Russland aufzunehmen.“ Reichlich verspätet nach so vielen Toten.
Also Russland soll jetzt Europa für Grönland helfen während USA den Europäern zu Ukraine et al helfen soll ?
ARD und ZDF werden uns schon bald erklären, warum Russland jetzt wieder der beste Freund von uns ist und immer schon zu Europa gehört hat ……

littlepaullittle
1 Stunde her

Die neuen russischen Poeten. Ohne Reim.
Medvedev:
MAGA macht MDSA macht MEPA,
(Make America great again)
(Make Denmark small again)
(Make Europe poor again)

littlepaullittle
1 Stunde her

Habt ihr das auch für die russischen Sanktionen „beforscht“, oder nur um Trump eins auszuwischen ? „Studie“ vom Kiel Institut für Weltwirtschaft: „• Die US-Zölle von 2025 sind ein Eigentor: Amerikanische Importeure und Verbraucher tragen nahezu die gesamten Kosten. Ausländische Exporteure absorbieren nur etwa 4% der Zolllast—die restlichen 96% werden an US-Käufer weitergegeben. • Auf Basis von Lieferungsdaten mit über 25 Millionen Transaktionen im Wert von fast 4 Billionen Dollar finden wir eine nahezu vollständige Weitergabe der Zölle an die US-Importpreise. • Die US-Zolleinnahmen stiegen 2025 um etwa 200 Milliarden Dollar—eine Steuer, die fast ausschliesslich von Amerikanern bezahlt wird. •… Mehr