Trump fordert internationalen Flottenaufmarsch – mit China

In der Meerenge von Hormus brennen Öltanker, in Dubai und Tel Aviv schlagen iranische Raketen ein, Europa droht eine dramatische Energiekrise: Zum Schutz dieser wichtigen Handelsroute hat US-Präsident Donald Trump nun die Welt aufgerufen, sich an deren Schutz nicht mehr nur verbal zu beteiligen.

picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Altaf Qadri

Wichtigstes Ziel dieses Aufmarsches zahlreicher Flottenverbände sei es, die Sicherheit in der Straße von Hormus zu gewährleisten – jener strategisch bedeutenden Meerenge, durch die ein erheblicher Teil der weltweiten Öltransporte abgewickelt wird. Trump fordert die gesamte internationale Gemeinschaft dazu auf, sich an deren Schutz zu beteiligen, auch China.

Die Initiative erfolgt zwei Wochen nach Beginn der gemeinsamen US-israelischen Angriffe auf iranische Ziele. Seitdem wächst international die Sorge, dass Teheran als Gegenmaßnahme weiterhin versuchen könnte, den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus zu behindern oder ganz zu blockieren. Dies hat bereits jetzt erhebliche Auswirkungen auf die globale Energieversorgung und die Weltwirtschaft.

Die Region ist in Flammen, die Folgen waren klar

Auf seiner Plattform „Truth Social“ erklärte Donald Trump, zahlreiche Staaten hätten ein gemeinsames Interesse daran, die Passage offen zu halten. Viele Nationen – insbesondere jene, die stark von Ölimporten über die Meerenge abhängig sind – würden gemeinsam mit den Vereinigten Staaten Kriegsschiffe entsenden, um die Region zu sichern, schrieb der Präsident. Konkrete Details zu möglichen Einsatzplänen oder bereits zugesagten Beteiligungen nannte er jedoch nicht.

In seiner Botschaft äußerte Trump zudem die Hoffnung, dass eine breite internationale Allianz zustande kommt: Neben traditionellen Partnern wie Großbritannien, Frankreich, Japan und Südkorea nannte er ausdrücklich auch China als möglichen Teilnehmer. Alle diese Staaten seien von der „künstlichen Blockade“ betroffen und hätten daher ein eigenes Interesse daran, die wichtige Schifffahrtsroute zu schützen.

Nur wenig später verschärfte Trump seine Rhetorik nochmals: Länder, die Öl über die Straße von Hormus beziehen, müssten selbst Verantwortung für die Sicherheit der Passage übernehmen, schrieb er erneut auf „Truth Social“. Die Vereinigten Staaten würden dabei helfen – „VIEL“, wie er in Großbuchstaben betonte. Beobachter sehen darin sowohl den Versuch, internationale Unterstützung zu mobilisieren, als auch Druck auf Verbündete auszuüben. Bisher hatten die USA alleine die Kosten für die Sicherheit der weltweiten Handelsrouten getragen.

Unklar bleibt bislang, ob Washington bereits konkrete Absprachen mit anderen Staaten getroffen hat oder ob es sich vorerst um einen politischen Vorstoß handelt. Auch ist nicht auszuschließen, dass Trumps öffentliche Forderungen Teil einer Strategie sind, um den Iran diplomatisch stärker unter Druck zu setzen.

In Europa werden die möglichen militärischen Maßnahmen unterschiedlich bewertet: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprach sich bereits zu Wochenbeginn für eine internationale Mission aus, die die Sicherheit in der Straße von Hormus gewährleisten soll. Nach seinen Worten würde eine solche Operation „rein defensiven Charakter“ haben und sich auf den Schutz der Schifffahrt konzentrieren. Auch innerhalb der Gruppe der sieben führenden Industrienationen (G7), zu der neben Frankreich und Großbritannien auch Deutschland gehört, wurden zuletzt Überlegungen zu militärischen Begleitschutzmaßnahmen für Tanker diskutiert.

Deutschland will bei Flotten-Koalition nicht dabei sein

Deutschlands Bundesregierung bremst allerdings, berichtet dazu die WELT: Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte bei einem Besuch in Norwegen, derzeit gebe es keinen Anlass, über eine deutsche Beteiligung an einer solchen Mission nachzudenken. Aus seiner Sicht fehle weiterhin eine klare Strategie dafür, wie der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran beendet werden könne. Solange grundlegende Fragen zur politischen Lösung des Konflikts unbeantwortet seien, sehe er keinen Grund, militärische Maßnahmen zur Sicherung der Seewege zu planen. Mit anderen Worten, Deutschland als Exportnation möchte zwar die Vorteile sicherer Handelswege nutzen, aber nichts zu deren Sicherung beitragen.

Die deutsche Reedereibranche kritisiert diese Haltung, da viele Unternehmen auf stabile und sichere Transportwege im Persischen Golf angewiesen sind.

Unterdessen verstärken mehrere europäische Staaten bereits ihre militärische Präsenz im östlichen Mittelmeerraum. Einige Länder haben zusätzliche Kriegsschiffe in Richtung Zypern entsandt. Hintergrund ist unter anderem ein Drohnenangriff iranischer Bauart auf einen britischen Militärstützpunkt auf der Insel Anfang des Monats.

Auch Italien beteiligt sich inzwischen an der Sicherung der Region. Die italienische Fregatte „Federico Martinengo“ mit mehr als 160 Soldaten an Bord wurde in die Gewässer rund um Zypern verlegt. Dort schloss sie sich einer multinationalen Marinegruppe an, die von Frankreich angeführt wird. Kern dieser Einsatzgruppe ist der französische Flugzeugträger „Charles de Gaulle“, der als Flaggschiff der Mission dient.

Der Botschafter der Vereinigten Staaten bei den Vereinten Nationen Mike Waltz retweeted den X post des Beraters des Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate Anwar bin Mohammed Gargasch:

„Irans internationale Isolation ist keine Parole, sondern Realität. 136 Länder unterstützten die Resolution 2817 des Sicherheitsrates, die die iranische Aggression gegen die Staaten des Golf-Kooperationsrates und Jordanien verurteilt. Dies ist die größte Anzahl von Ländern, die jemals eine Resolution unterstützt haben. Es herrscht ein klarer Konsens darüber, dass diese Angriffe sofort beendet werden müssen.“

Mike Waltz:

„Nicht nur verurteilte eine Rekordzahl von Ländern den Iran bei den Vereinten Nationen, sondern Russland und China weigerten sich auch, den Iran durch ihr Veto zu unterstützen“.

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