TE-Wahlwette: Wie entscheiden die Wähler in Sachsen-Anhalt?

Am 6. Juni wird der Landtag von Sachsen-Anhalt gewählt. In der jüngsten Umfrage hat die AfD die CDU überholt. Dieses Ergebnis und auch voraussichtliche Regierungskonstellationen wären völlig neu in der deutschen Demokratiegeschichte. Machen Sie mit bei der TE-Wahlwette.

IMAGO/Jan Huebner

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat die CDU deutliche Verluste zu erwarten. Das verbindet die Landes-CDU mit den Aussichten der Bundes-CDU und der CSU. Die Besonderheit ist allerdings der größte Konkurrent um die Spitzenposition: Das ist in Sachsen-Anhalt die AfD. Eineinhalb Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt liegt die AfD laut erstmals vor der CDU. Die AfD käme, wie Bild unter Berufung auf eine Umfrage von INSA berichtet, auf 26 Prozent der Zweitstimmen, die CDU von Ministerpräsident Reiner Haseloff nur auf 25 Prozent. Auf den dritten Platz käme die Linke mit 13 Prozent vor den Grünen (11), der SPD (10) und der FDP (8 Prozent).

Die CDU unter Ministerpräsident Reiner Haseloff klammert sich an die Hoffnung, doch wieder stärkste Partei zu bleiben – und wird dann wohl mindestens, wie schon bisher, zwei, wahrscheinlich sogar drei Koalitionspartner finden müssen, da CDU, SPD, Grüne und Linke sich selbst geschworen haben, mit der AfD auf keinen Fall zu koalieren oder sich von ihr dulden zu lassen. Wenn die Wahl so ausginge, wie die Umfrage von INSA, müsste Haseloff voraussichtlich SPD, Grüne und FDP zu einer Viererkoalition zusammenbringen.

TE 06-2021
INSA-Umfrage: Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und AfD in Sachsen-Anhalt
Selbst wenn die AfD tatsächlich stärkste Partei werden sollte, müsste sie also auch als solche in die Opposition. Das wäre zum ersten mal wieder in der bundesdeutschen Geschichte seit 1976 und 1980 die CDU/CSU als stärkste Fraktion nicht den Regierungschef stellen konnte. Falls die FDP entgegen der aktuellen Umfrage doch wieder knapp an der Fünf-Prozent-Hürde scheitert, wäre es sogar denkbar, dass CDU und AfD als die beiden stärksten Parteien gemeinsam in die Opposition gehen müssen – gegen eine dunkelrot-rot-grüne Koalition, die womöglich noch nicht einmal 40 Prozent der Wählerstimmen repräsentierte. Auch das wäre ein absolutes Novum in der deutschen Parlamentsgeschichte.

Diese Landtagswahl jedenfalls hat das Potential, über Sachsen-Anhalt hinaus für politische Erschütterung zu sorgen. Und genau diese Aussicht könnte für manche Wähler durchaus motivierend sein.

Endgültiges Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2016
CDU AfD Linke SPD Grüne FDP SONST.
2016 29,8 % 24,3 % 16,3 % 10,6 % 5,2 % 4,9 % 8,9 %
2011 32,5 % 23,7 % 21,5 % 7,1 % 3,8 % 11,4 %
+/- -2,7 +24,3 -7,4 -10,9 -1,9 +1,1 -2,5

Die Wahlforscher bemühen sich, im Endspurt die Wahlabsichten einzufangen. TE hat bereits mehrfach Wahlwetten durchgeführt, die dem tatsächlichen Ergebnis sehr nahe kamen. Denn die neutrale Erwartung derjenigen, die wetten und damit gewinnen wollen, kann zuverlässiger sein als Antworten auf anrufende Interviewer. Womöglich trauen sich immer weniger Bürger, ihre tatsächliche Meinung zu äußern. Wetten aber geht immer.

Ihre Wetten nehmen wir ab sofort entgegen. Unsere Buchmacher öffnen ihre Schalter. Wer über alle genannten Parteien hinweg am nächsten an den Ergebnissen landet, gewinnt.

Annahmeschluss ist der Wahlsonntag (06.06.2021) um 17:35 Uhr. Das Wettergebnis wird bis einschließlich Montag, den 07.06.2021, veröffentlicht. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Auf die Gewinner wartet:

1. Platz: eine Flasche Champagner von Roland Tichys Tante Mizzi aus Verzy
2. Platz: zwei Bücher aus dem Shop nach Wahl
3. Platz: ein Buch aus dem Shop nach Wahl


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Kommentare ( 163 )

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bhayes
4 Monate her

Die FW gehören separat aufgelistet.

Oliver Koenig
4 Monate her

Die Briefwahlauszählungen finden leider unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. 🙄

Oliver Koenig
4 Monate her

Die NZZ schreibt heute:
Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock schliesst ein Bündnis mit Linkspartei und SPD nicht aus. Je nach Ergebnis wolle sie nach der Bundestagswahl auch mit der Linken über eine Regierungskoalition sprechen, sagte Baerbock der «Bild»-Zeitung. Unter Umständen könnten Grüne, SPD und Linke bei der Bundestagswahl auf eine knappe Mehrheit kommen. Baerbock sagte, sie halte nichts davon, «dass demokratische Parteien untereinander sagen: Wir reden nicht miteinander.»
(von mir hinzugefügt: Ausser mit der AfD natürlich)

Steffen Jonda
4 Monate her

Ich habe unterstellt dass das verbaerbocken inkl. der noch höheren Spritpreise den Grünen noch weh tun, umgekehrt aber die Linke, die SEHR lautstark die GrünInnen attackierten davon profitieren werden. Die CDU leidet unter ihrer Inkompetenz und Korruption (Maskenvernichtung nach Angebot untaugliche Masken an H4-Empfänger zu geben!), wird aber einige „stärker als AfD-Nichtwähler“ aktivieren können. Dennoch sehe ich die AFD als stärkste Partei, die SPD knapp unter 10 und FDP deutlich drinnen und VOR den Grünen. Die Sonstigen sollten ebenfalls Zulauf haben, eventuell könnten die freien Wähler sogar DEUTLICH mehr abgreifen, wer kein Bock auf „rechter Flügel“ und schon gar nicht… Mehr

Korner
4 Monate her

Die Staatspropaganda und die geschmierten Medien haben nun alles getan, oder unterlassen, um diese Wahl zu manipulieren. Nun muss der Wähler mit seiner Stimme ausdrücken, was er davon hält.

Peter Gramm
4 Monate her

Die AfD wird vom Verfassungsschutz beobachtet. Da von freien und fairen Wahlen zu sprechen erschließt sich mir nicht. Es muß wohl so gewählt werden dass es passt und von Frau Merkel akzeptiert wird. Hatten wir doch schon mal, oder? Gelernt ist gelernt.

Last edited 4 Monate her by Peter Gramm
Ralph Sauer
4 Monate her

2016 lag die Wahlbeteiligung in Sachsen-Anhalt bei 61,1%.Es sind also ca.700.000 Wähler lieber nicht wählen gegangen. 2017 sind knapp 20 Mio. „zufällig-hier-lebende“ nicht zur BT-Wahl erschien. Der Michel ist einfach strukturiert. Nicht zu fett und nicht zu dumm. Mir will das einfach nicht ins Hirn. Es wird sich garnichts ändern! Wir klatschen und jubeln dem Versagen!

Last edited 4 Monate her by Ralph Sauer
Korner
4 Monate her

Ich denke, dass nun auch viele West-Deutsche die Gefühlslage der DDR Bürger nachempfinden können; gegängelt, manipuliert, überwacht, machtlos.

GWR
4 Monate her

Haseloff jammert jetzt, dass die Bundespolitik schuld sei am schlechten Abschneiden der CDU in SA. Vor allem sei das der Bundesnotbremse geschuldet. Da frage ich mich schon, warum er nicht dagegen gestimmt hat. Er hat doch auch Merkels unsäglichen Kurs mit getragen. Jetzt, wenn ihm das auf die Füsse fällt, fängt er das Jammern an. Wird Zeit, dass dieser Opportunist in die Wüste geschickt wird.

RUEDI
4 Monate her
Antworten an  GWR

Nein, er hat doch schon ein bisschen die Faust in der Hose geballt. Und dann ist er schnell eingeknickt, als Merkels böser Blick ihn traf. Ein ständig schwitzender, wild gestikulierender Opportunist und Getriebener der Rot-Grünen-Kamarilla, der alles, wirklich alles um seinen eigenen Machterhalt tut. Nach jeder Maßregelung knickt er ein – und räumt, wie gehabt, gleichmal Stahlknecht ab- wie von denen gewünscht. Und wie er sich gewunden hat- wie ein Aal bei der dann abgesagten GEZ Abstimmung. Es geht ihm um Kohle , sagt er. Insbesndere um seine eigene. Ich hoffe, die Distanzierung gegen alles was AFD – (nah) ist,… Mehr

Rob Roy
4 Monate her

Immer mehr Wähler resignieren und nehmen aus nachvollziehbarer Politikverdrossenheit schon gar nicht mehr an Wahlen teil. Doch die Politiker interessiert der Anteil der Nichtwähler einen feuchten Kehrricht. Mein Vorschlag, der für alle Landtags- und Bundestagswahlen gelten soll: Die Sitze eines Parlaments bilden immer 100% aller Wahlberechtigten ab. Gibt es 25% Nichtwähler, so werden auch diese berücksichtigt. Indem einfach ein Viertel der Sitze nicht belegt wird- im wahrsten Sinne des Wortes. Der Hausmeister kommt und zieht Staubschutzhüllen über die Sessel oder montiert sie gleich ab. Die sichtbaren Lücken sollen die Abgeordneten stets daran erinnern, dass sie es es waren, die Wähler… Mehr