Erfundene Geschichte aus Afrika: Tagesschau gibt journalistische Pleite zu

Die Tagesschau hat ihr journalistisches Waterloo eingeräumt: Die Geschichte über einen Fernseher, der Strom produziert, war frei erfunden. Eine ARD-Korrespondentin ist auf einen Betrüger hereingefallen.

Getty Images | Screenshot: ARD/Tagesschau
Eine kleine Google-Suche hätte genügt und Jana Genth hätte gewusst, wer Maxwell Chikumbutso ist. Ein Betrüger, der mit Storys prahlt, wie: Er habe ein Auto erfunden, das seinen eigenen Strom zum Antrieb produziert. Diese Recherche hat Genth offensichtlich unterlassen und Chikumbutsos Story verbreitet, er hätte einen Fernseher erfunden, der für sich und andere Geräte Strom produziert. Zudem verbreitete sie seine Legende, es sei Rassismus, dass seine Erfindung in Amerika und Europa nicht vertrieben werde.

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Nun muss die Tagesschau in einem Blogeintrag gestehen: „Im Artikel ging es kurz gesagt um eine Erfindung, die es gar nicht gibt.“ Die Autorin erkläre, sie sei „pseudowissenschaftlichen Erklärungen“ aufgesessen, die nicht belegt seien: „Es ist wahrscheinlich, dass sie auch nie belegt werden, weil sie physikalischen Grundsätzen widersprechen“, so Genth; sie ist Korrespondentin der ARD fürs südliche Afrika.

Die Tagesschau bedauert den Fehler: „Hohe Qualitätsansprüche an journalistische Arbeit sind uns sehr wichtig, und wir gehen davon aus, dass alle Korrespondentenberichte, die wir veröffentlichen, vorab nach allen journalistischen Grundregeln geprüft wurden.“ Jetzt arbeite man gemeinsam daran, die Abläufe weiter zu verbessern.

Doch problematisch waren auch die Abläufe der ARD, als es darum ging, die spektakuläre Falschmeldung zu berichtigen. Die Tagesschau hatte am Freitag auf ihrer eigenen Internetseite und über Twitter die hanebüchene Story verbreitet. Darauf meldeten sich viele Nutzer, die sich über den offensichtlichen Quatsch lustig machten. Worauf wiederum die Tagesschau die Beiträge löschte. Es dauerte fast volle drei Tage, bis sich das Nachrichtenformat über einen Blogeintrag erklärte. Drei Tage, in denen Menschen glauben mussten, es gebe einen Fernseher, der die Stromkrise lösen kann. Zumindest ging es so den Menschen, die öffentlich-rechtlichen Medien vertrauen und keine privaten Medien konsumieren.


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Kommentare ( 65 )

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65 Comments
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Angela Honecker
6 Tage her

ARD: „Hohe Qualitätsansprüche an journalistische Arbeit sind uns sehr wichtig.“ Das war für mich der heutige Feierabendlacher.
Das war zu Zeiten von Peter von Zahn oder dem anderen Peter (Scholl-Latour) so. Alles tempi passati.

Nachhaltiger Energie und Klimawandler
6 Tage her

Also mein alter Diesel mit mehr als 350.000 km erzeugt zwar keinen Strom zum Fahren, aber immer wenn ich volltanke kann ich viele Kilometer ohne Verbrauch fahren. So auch am Wochenende. Vollgetankt im nahen Frankreich, die Reichweitenanzeige zeigt dann 950 km und ging dann während dem Fahren bis auf 999 km, wo sie dann etliche km stehenblieb. D.h. das Auto hatte sogar einen negativen Verbrauch, der Tank hat sich während dem Fahren noch gefüllt. Anders kann ich mir die Reichweitenzunahme nicht erklären. Gut nach 20 km ging sie wieder zurück, aber immerhin 60 – 70 km sind ohne Verbrauch möglich.… Mehr

Mitdenkender
6 Tage her

Als ich diesen Beitrag gesehen bzw gelesen habe, bleibt mein Fernseher ausgeschaltet, um einen Beitrag zur Energiegewinnung zu leisten. Mein elektrischer Heizkörper spielt aber nicht so richtig mit (!?) Worann kann das liegen? Erst als ich den Stecker in die Dose (nicht am Fernseher) steckte hat es funktioniert. Das Zimmer ist jetzt warm geworden. Muss wohl jetzt einen Garantieanspruch für dieses Gerät geltend machen, oder was meinen die Experten vom ÖR ?

H. Krueger
6 Tage her

Da die GEZ-Zwangsgebühren perpetuum mobile-artig den Sendern zufließen, glauben ihre grün-woken „Fachjournalisten“ eben auch selbst diesen Blödsinn, den sie ihrem Publikum dann auftischen. Dummheit kennt eben keine Grenzen.

Biskaborn
6 Tage her

Es ging bei dieser erfundenen Geschichte einmal mehr darum,den vermeintlichen Rassismus des weißen Alten Mannes der westlichen Welt anzuprangern. Dazu ist jede Lügengeschichte Recht. Dumm nur das es aufgeflogen ist. Man wird es wieder versuchen!

Juergen P. Schneider
7 Tage her

Das wirklich Lustige ist wahrscheinlich die Tatsache, dass eine große Zahl der links-grün gehirngewaschenen Zuschauer diesen hirnlosen Quatsch geglaubt hat. Wer nichts weiß, muss alles glauben, das war schon immer so. Wem es an Bildung fehlt – hier vor allem naturwissenschaftliches Basiswissen – dem fehlt halt auch die Urteilskraft, um Scharlatanerie als solche zu erkennen. Dass das deutsche Blöd-TV sich schwer damit tut, diesen idiotischen Beitrag aus dem Programm zu werfen und sich für den Schwachsinn zu entschuldigen, ist symptomatisch für das gesamte Zwangsgebührenfernsehen, denn die „Haltung“ war doch richtig. Was zählen da schon Tatsachen? Die Pseudo-Jounalistin, die den Murks… Mehr

Orlando M.
7 Tage her

Einen deutlicheren Hinweis, wie sehr das naturwissenschaftliche und allgemeine Bildungsniveau gen Süden geht, kann man sich kaum ausdenken.
Nicht nur die Redakteurin hat da umfassend versagt, auch das ganze Team drum herum, denn so einen Beitrag schneidet sie sicher nicht allein zusammen und irgendwer weiter oben muss den Schwurbel abgenickt haben. Entweder hat es niemand gewagt ihr zu sagen, dass der Tee bitter ist oder niemand hat es gerafft, wobei ich zur letzteren Variante neige.

LF
7 Tage her

Jana Genth, eine weitere Links/Grün ausgerichtete Journalistin, die meint, dass Sie Faktenbezogene Nachrichten schreibt. Entweder ist Sie zu dumm, selbst zu erkennen das Sie Woke Haltungsmoral von sich gibt, mit Umerziehungscharakter. Oder Sie macht das mit voller Absicht! Das Beschäftigen einer solchen „Journalistin“ spricht auch keinen falls für die Qualität der Entscheider. Oder, auch hier, ist Woke Haltungsmoral wichtiger als Qualität.
Abschaffung der GEZ!

Peter62
7 Tage her

Aufschlussreich sind die Kommentare auf ARD.de. Viele Zuschauer der ÖR-Medien begreifen nicht, weshalb dieser „Fehler“ geschah. Voreingenommenheit und ideologische Berichterstattung sind die Ursache, nicht fehlendes Wissen aus dem Physikunterricht. Zumindest finde ich es nicht banal, weshalb man energiereicher Strahlung (Funkwellen etc) nicht Energie entziehen können sollte und es ist wenig hilfreich, wenn hier das Schlagwort „Energieerhaltungssatz“ oder „thermodynamische Gleichungen“ in den Ring geworfen werden. Der Maxwell ist sicherlich nicht dumm, der hat sehr gut auf den Tasten des Antirassismus gespielt und dazu beigetragen, eine Journalistin als Relotianerin zu entlarven. Bitte mehr solcher Betrüger.

Gerhard Doering
6 Tage her
Antworten an  Peter62

Dazu fällt mir ein, das selbst Tesla mit einer Spule versuchen wollte Energie zu übertragen. Das Experiment wurde wie ich glaube nicht beendet weil er vorher verstarb.Im Prinzip gilt, je Hochfrequenter die Strahlung umso energieintensiver ist diese. Z.B. Röntgenstrahlen, oder gar Gammastrahlung. Bei einem Laserstrahl braucht es schon sehr viel Energie um auf größere Entfernung zu wirken. Im unteren Frequenzbereich (Mittel,Langwellen) ist es verhältnismäßig einfach in der Nähe eines Großsenders die Hochfrequenzenergie anzuzapfen. Da reicht eine Antenne, eine Birne und eine Erdung. Sie würden natürlich negative Auswirkungen auf die Reichweite des Senders haben, da das auf Kosten der Feldstärke geht.… Mehr

Last edited 6 Tage her by Gerhard Doering
wackerd
7 Tage her

Mein Fernseher ist auch von Chimbukowski erfunden und zahlt ganz doll die GEZ-Gebühren selbst. Der neue Daniel Düsentrieb aus Afrika arbeitet zur Zeit an einem Radio, das Gas aus Hörfunksendungen erzeugt. Die Grünen sind ganz angetan davon.