„Müsste auch weiterhin zum Leben reichen“ – Saskia Esken belehrt finanzschwachen Rentner

Saskia Esken will "soziale Kälte" nicht hinnehmen. Als dann ein Rentner darüber klagt, wie er als kleiner Vermieter den von ihr geforderten CO2-Preis zahlen solle, reagiert Esken kalt und erteilt einen praktischen Rat: Er solle doch in Wärmedämmung investieren.

IMAGO / Metodi Popow

„Soziale Politik für dich“ und „Respekt für dich“ sind die Slogans mit denen SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz die Wahl gewinnen will. Seine Parteichefin Saskia Esken stellte nun die Forderung auf: „Der CO2-Preis muss von den Vermieter*innen getragen werden“. Für die SPD stehe fest: „Diese soziale Kälte ist nicht länger hinnehmbar!“

Ein Rentner schreibt Esken auf Twitter: „Ich habe als Rentner 980,- € Rente, dazu eine Wohnung (60qm) in Berlin, die ich für 540,- € netto kalt an Senatsangestellte vermiete, ich brauche die rund 1.500€ zum Leben! Warum wollt ihr mich mit Mietendeckel und CO2-Umlage auf Vermieter strafen?“

Mit seinem Einkommen dürfte er zur Zielgruppe des SPD-Wahlkampfes gehören. Doch wenn es um Klimaschutz geht, ist „soziale Kälte“ in der SPD offenbar doch gestattet. Und so reagiert Saskia Esken persönlich via Twitter: „Ein Mietenmoratorium begrenzt den Anstieg der Miete auf die Höhe der Inflation – das müsste auch weiterhin zum Leben reichen. Der CO2-Preis lässt sich mindern, indem Sie in Wärmedämmung und klimafreundliche Heizung investieren. Dafür gibt es Förderung und günstige Kredite.“

Doch mit dem Rat kann der Rentner wenig anfangen: „Ob Sie es glauben oder nicht“, entgegnet er, „ich lebe wirklich von 1.500 €, diese Wohnung habe ich mir vor fast 30 Jahren gekauft, finanziert und als Handwerker selber saniert.“. Auf die Frage „Woher sollte ich mit meinem Einkommen jetzt das Geld für eine neue Gas-Etagenheizung nehmen und meine eine Wohnung dämmen?“ erhält der ehemalige SPD-Genosse keine Antwort mehr von Saskia Esken.

Vor allem der Ton, in dem die gut situierte Esken (ca. 25.000 Euro stehen ihr monatlich zur Verfügung) hier auftritt, sorgt im Netz für Entrüstung: Eskens Tweet sei „abgehoben“, „zynisch“ und „bürgerfern“. „Respekt für dich“, wie Olaf Scholz es verspricht, sähe jedenfalls anders aus.

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Kommentare ( 187 )

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187 Comments
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TomSchwarzenbek
20 Tage her

Wenn er von den 540,-€ Miteinnahmen nicht leben kann, soll er sich doch eine große Villa im besten Viertel der Stadt kaufen und teuer vermieten, pa ! (als kleine freie satirische Übersetzung und Ergänzung zur kognitiven Elitepolitikerin Esken

Last edited 20 Tage her by TomSchwarzenbek
Beobachterin
28 Tage her

Eskens strahlt in Etwa die „soziale Wärme“ eines Kühlschranks aus. Aszendent Eisschrank.

Scherer
1 Monat her

Hallo liebe SPD Wähler, ich hoffe, von euch sind auch einige im Forum. Bitte informiert eure Freunde und Bekannten über die Gedanken eines mittelständigen Unternehmers, der als junger Mann auch SPD gewählt hatte. Ihr wählt die SPD, obwohl ihr den Scholz verachtet. Ihr wisst genau, dass der unscheinbare Herr Scholz von den Kommunisten in eurem Laden gesteuert wird und ihr kennt seine Schwächen und Fehler aus der Vergangenheit. Das kann ich aber noch verstehen, weil ihr euch nicht weitergebildet habt, keine Wahlprogramme, sondern immer noch eine Provinz-Tageszeitung lest, weil ihr beratungsresistent seid und weil ihr es aus Tradition in 5.… Mehr

Lars Baecker
1 Monat her
Antworten an  Scherer

Also bis auf die Sache mit den Linken bekommt man selbiges Ergebnis auch, wenn man CDU und FDP wählt. Ich könnte mich nicht erinnern, dass einer von deren Spitzenkandidaten sich gegen die Klimaidiotologie der Grünen, der NGOs, der UN oder sonstiger geistig umnebelter Steigbügelhalter eines Milliardärssozialismus‘ ausgesprochen hat. Ich lasse mich aber gerne eines besseren belehren.

Kristina
1 Monat her

Esken hat mit ihren Äußerungen nur gezeigt, was hinter der Fassade von SPDGrünenLinken steht. Jetzt sollen wir eingelullt werden, dass man nur die Millionäre und Milliardäre hoch besteuern will. Doch sie wissen, das wird nicht funktionieren. Und in Wirklichkeit sind Leute, wie dieser Rentner, in ihren Augen die bösen Kapitalisten, die man ordentlich schröpfen muss. Da werden sich noch viele wundern, wenn die jetzt so Gehypten ihnen tief in die Tasche greifen. Das Feindbild sind alle Nettozahler. Und wenn man gar noch Eigentum besitzt, da werden die Rotgrünen ganz gefräßig. Der Schweizer Kolumnist Roger Kloeppel nennt Scholz – zu Recht… Mehr

Gustav Gans
1 Monat her

„Nach monatelangen Verhandlungen ist ein milliardenschweres Geschäft zur Kommunalisierung von Wohnungen in Berlin unter Dach und Fach. Drei landeseigene Gesellschaften kaufen den Konzernen Vonovia und Deutsche Wohnen 15.200 Wohnungen und Gewerbeeinheiten ab und zahlen dafür 2,46 Milliarden Euro.“
Im Jahr 2004 verkaufte der Senat 65.700 Wohnungen für 0,405 Milliarden Euro die mit 1,56 Milliarden Schulden belastet waren.  (https://www.berlin.de/rbmskzl/aktuelles/pressemitteilungen/2004/pressemitteilung.48073.php)
So geht erfolgreiches Handeln mit der Spezialdemokraten et al.
Wohnungsverkauf 2004: Erlös 29.000 EUR pro Wohnung
Wohnungskauf 2021: Kosten 161.000 EUR pro Wohnung.
Darum wählt am 26. September wiederum die Kandidaten der Nationalen Front.

Kassandra
1 Monat her
Antworten an  Gustav Gans

Berliner sind am Sonntag aufgerufen abzustimmen, ob Wohnraum „enteignet“ werden soll. https://taz.de/Abstimmung-ueber-Enteignung-in-Berlin/!5792754/
Wenn dem zugestimmt würde, wäre das ein Clou sondergleichen – und die beiden Konzerne wären mit hohen Gewinnen aus Steuergeldern aus dem Obligo!
Der Wohnungsbestand in Berlin hat sich durch diesen deal zudem nicht um 1m² erhöht!

Regenpfeifer
1 Monat her

Diese Bundestagswahl wird in die Geschichte eingehen als „Mikado-Wahl“: Wer sich als erstes bewegt, verliert! Scholz liegt nur allein deshalb aktuell vorn, weil sich Baerbock und Laschet selber abgeschossen haben, während Scholz -und vor allem Esken und NoWaBo- unsichtbar waren. Wenn Esken nun also wieder anfängt, den Mund aufzumachen, bevor die SPD den Wahlsieg eingefahren und sie zur Ministerin für irgendwas gemacht hat, könnte die Partei den Wahlsieg noch auf den letzten Metern verstolpern. -Man weiß gar nicht, wem man die Oppositionsbank mehr wünscht: Der abgehalfterten Merkel-Union oder der blutlosen SPD?

Hemai
1 Monat her

Respekt ist vom Dauergrinser nur als Tranquilizer zu verstehen. Wer Millionen hart verdiente Steuergelder vermasselt und von nix mehr etwas weiß, vor was soll der Respekt haben?

Hieronymus Bosch
1 Monat her

Esken betreibt die rote Selbstoffenbarung: Politik in Deutschland ist ein Selbstbedienungsladen. Du musst nichts können, du musst nichts leisten, um abzukassieren! Du musst nur das Volk für dumm verkaufen!

Enrico
1 Monat her
Antworten an  Hieronymus Bosch

Esken ist nur das sekundäre Problem, eine Auswirkung und Folge des bornierten Wahlverhaltens.
Die Ursache all dessen und das primäre Problem sind die immer noch (nach den neuesten Umfragen und bei ca. 70% Wahlbeteiligung gemessenen) ca. 10+ Mio Wähler, die dieser sPd ihre Zweitstimme hinterherschmeissen! Ja, soviele sind das! Unfassbar, eigentlich.

Old-Man
1 Monat her

Jeder, aber auch der letzte „Sozialträumer“ sollte, oder müsste eigentlich gemerkt haben, das, wenn er der SPD seine Stimme gibt, weil da ja der „ruhige, sachliche“ Olaf Scholz Kanzler werden will, den böse gepackten Rucksack mit sozialistischem Gedankengut in Form von Saskia, Norbert und Kevin wählt!. Es sollte niemand glauben, das es einen Kanzler Scholz geben wird, sollte es so kommen, der auch nur einen Jota von deren Meinung abweicht!. Wer also SPD wählt, der wählt Rot-Grün-Rot, oder anders ausgedrückt das Ende der wirtschaftlich starken Bundes Republik!!. Es besteht nur eine Möglichkeit diesem Desaster aus dem Weg zu gehen, aber… Mehr

Julius Schulze-Heggenbrecht
1 Monat her

Damit es nicht in Vergessenheit gerät …
SPD, die „Arbeiterpartei“, die „Partei des kleinen Mannes“ …
Hier äußert sich eine gewisse Elfie H. (SPD-Politikerin, Wustermark) im August 2019 zu den Sorgen und Nöten der Bevölkerung:
https://www.youtube.com/watch?v=vzL6zI3Ho4Y
Ich bitte die Administratoren von TE, diesen Link zu veröffentlichen, denn die gefühllosen, überheblichen, von Verachtung für uns „Normalbürger“ durchtränkten Worte dieser SPD-Politikerin zeigen deutlicher als alles andere, was solche Figuren von uns halten …