Im Beschuss durch iranische und israelische Raketen gehen im Nahen Osten Öl-Vorräte, Raffinerien und Tanker in Flammen auf, die Straße von Hormus ist fast vollständig gesperrt: Seit den Morgenstunden steigt der Öl-Preis am Montag weiter. Die Folgen werden auch Deutschlands schwächelnde Wirtschaft hart treffen.
picture alliance / Rene Traut Fotografie | Rene Traut
Zum ersten Mal seit Juli 2022 hat der Preis für Rohöl die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel überschritten, getrieben durch massive Störungen in der Ölversorgung und wachsende Ängste vor einer langfristigen Blockade der Straße von Hormus.
Während Experten auf Social-media-Plattformen vor den massiven negativen Folgen für die Weltwirtschaft warnen, sieht US-Präsident Donald Trump die Preisanstiege als notwendiges Übel für die globale Sicherheit. Die Börsen weltweit reagieren mit Verlusten – und Verbraucher spüren bereits höhere Spritpreise an den Tankstellen.
Der Preis für die europäische Referenzsorte Brent Crude kletterte im frühen Handel um bis zu 20 Prozent auf 111 US-Dollar pro Barrel, wie Händler in London und New York berichten. Nur eine Woche zuvor, Ende Februar, lag der Preis noch bei etwa 70 Dollar. Seit Ausbruch des Krieges vor gut einer Woche hat sich der Anstieg auf 50 Prozent summiert. In den USA sprang die Sorte West Texas Intermediate (WTI) ebenfalls über 100 Dollar und erreichte zeitweise 113 Dollar pro Barrel.
Diese Entwicklung markiert den schärfsten Preisanstieg seit dem Russland-Ukraine-Konflikt 2022 und unterstreicht die Vulnerabilität des globalen Ölmarkts gegenüber geopolitischen Spannungen. Die Ursache liegt vor allem in der faktischen Schließung der Straße von Hormus, der Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman.
Durch diese Route wird in Friedenszeiten etwa ein Fünftel des weltweiten Ölhandels transportiert – 20 Millionen Barrel pro Tag. Seit den koordinierten US-israelischen Luftangriffen auf iranische Ziele und den darauffolgenden Gegenangriffen Teherans passieren kaum noch Tanker die Passage. Der Iran hat mehrere Schiffe angegriffen, was zu einer nahezu vollständigen Stilllegung geführt hat. Analysten schätzen, dass eine anhaltende Blockade den Ölpreis auf bis zu 150 Dollar treiben könnte, falls keine alternativen Routen oder Produktionssteigerungen greifen.
Die OPEC+ hat bereits reagiert und die Förderung um 206.000 Barrel pro Tag erhöht, doch unbestätigte Berichte sprechen von Schwarzmarkthandel bei Preisen um 80 Dollar, was auf eine weitere Eskalation hindeutet. Die Auswirkungen auf die globalen Märkte sind jedenfalls dramatisch. In Asien, wo Volkswirtschaften stark vom Ölimport abhängig sind, brachen aktuell die Börsen ein: Der japanische Nikkei-Index fiel im frühen Handel um bis zu 7 Prozent unter 52.000 Punkte, während der südkoreanische KOSPI um 8 Prozent auf 5.132 Punkte abstürzte. Zentralbanken weltweit sehen sich mit erneuten Inflationsrisiken konfrontiert, da höhere Energiekosten sich auf Konsumgüter und Transport auswirken könnten. In Europa stiegen Gaspreise ebenfalls, da die Straße von Hormus auch für Flüssiggas aus Katar entscheidend ist.
Trump nennt alle Warner „Idioten“
US-Präsident Donald Trump, der den Konflikt als notwendige Maßnahme gegen die nukleare Bedrohung durch den Iran darstellt, versuchte in einer Reihe von Posts auf seiner Plattform Truth Social zu beschwichtigen. „Die kurzzeitigen Ölpreise, die nach der Beseitigung der nuklearen Bedrohung durch den Iran rapide sinken werden, sind ein sehr geringer Preis für die Sicherheit und den Frieden der USA und der Welt“, schrieb er. In dem für ihn typischen Kommunikationsstil fügte er in Großbuchstaben hinzu: „NUR IDIOTEN WÜRDEN DAS ANDERS SEHEN!“
Mit Blick auf die Zwischenwahlen im Herbst und steigende Lebenshaltungskosten könnte dies jedoch ein politisches Risiko für Trump darstellen: Kritiker wie der Kommentator Ed Krassenstein werfen ihm vor, den Krieg zu nutzen, um wirtschaftliche Turbulenzen zu ignorieren, während der Preis für Brent Crude bereits höher liegt als zu Beginn seiner Amtszeit im Januar 2025.
Paulo Botta, ein politischer Analyst, prognostiziert einen Preisanstieg um bis zu 15 Dollar über verschiedene Zeiträume, was Entwicklungspläne in Schwellenländern stark behindern könnte. Zudem könnten die Houthis im Roten Meer Angriffe auf Schiffe wieder aufnehmen, was zusätzliche Sicherheitskosten verursacht. Der Konflikt hat bereits zu Angriffen auf britische Basen in Zypern geführt und breitet sich auf den Libanon aus. Nun hat auch der Irak seine Ölförderung um 1,5 Millionen Barrel pro Tag gekürzt, was die globale Versorgung weiter einschränkt.
An den Tankstellen spüren Verbraucher die Auswirkungen unmittelbar: In den USA liegt der Benzinpreis bereits bei 3,25 Dollar pro Gallone, ein Anstieg um 27 Cent in nur einer Woche. In Europa könnten nun ähnliche Preissteigerungen folgen, was die Inflation anheizt und wirtschaftliches Wachstum dämpft. Großhändler beobachten die Entwicklungen in der Straße von Hormus genau. Sollte der Konflikt andauern, droht ein Szenario wie in den 1970er Jahren mit einer Ölkrise, die die Weltwirtschaft lähmen könnte.


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Bei uns betrug der Anstieg aber 30 Cents innerhalb von 24 Stunden. Und das pro Liter, nicht Gallone. Außerdem ist der Anstieg in allen Ländern um uns herum nur sehr moderat bis gar nicht.
Aber die Mineralölkonzerne in Deutschland sagen, alles sei in Ordnung.
Da bin ja beruhigt. Ich dachte schon, die wollen uns hier in Deutschland abzocken.
Ich sehe das wie Präsident Trump: Diese Erhöhung des Ölpreises ist der Preis für die Beendigung der nuklearen Bedrohung der Welt durch ein ideologisch verblendetes Regime. Dass Deutschland einen Teil dieser Kosten mitträgt, ist völlig angemessen.
Nebenbei: Wer die immensen Kosten der (angeblichen und sinnlosen) „Klimarettung“ seit Jahren kleinredet, darf sich über diese (vorübergehende) Erhöhung des Ölpreises wirklich nicht beschweren.
Na ein Schelm wer jetzt denkt, dass man diesen Konflikt nutzt um noch mal ordentlich abzukassieren… klar sehen 20% des Erdöls erst mal viel aus aber es gäbe ja genug andere Anbieter …. Russland … Venezuela… ect. pp. Auch hätten die Saudis mal lieber in ein ordentliches funktionierendes Pipelinenetz ans Rote Meer gearbeitet. Anstelle von Geisteskranken Projekten die UNREALISIERBAR und wahnsinnig viel Resourcen fressen wie diese komische THE LINE ect. pp. Wie sagte man so schön Dummheit muss bestraft werden und dass die Börsen jetzt runter gehen ist doch TOLL!!! Der beste Zeitpunkt um JETZT einzusteigen! Die Börsen leben von… Mehr
Die marxistische Argumentation, dass nämlich alles durch die „Profitinteressen des Kapitals“ motiviert sei, scheint unzerstörbar. Eine attraktive Argumentation, weil (a) simpel, und weil (b) man sich so als „tiefer Durchblicker“ profilieren kann.
Übersehen wird dabei:
(a) Ein solcher Krieg trifft Unternehmen völlig unterschiedlich. Was den Ölpreis erhöht, hilft denen mit unbetroffenen Ölvorräten, schadet aber den Ölraffinerien und, im übrigen, allen Energieverbrauchern.
(b) Die Motive politischer Akteure sind immer gemischt. Es geht nicht nur um „die Wirtschaft“, es geht auch um die Wählerzustimmung, die Presse, und und und.
Simple Argumentation ist da nur eines: Simpel.
Logisch, dass gerade mehrheitlich die Deutschen in ihrer Nannystaats-Bubble nicht erkennen können, was die Amis notwendigerweise tun, und zwar ganz sicher nicht ohne vorherige Abstimmung mit den meisten musliminischen Anrainerstaaten des Iran. Selbst Russland und China halten die Füße still. Warum wohl?! Weil sich nicht nur die westliche Welt daraus verständigt hat, dass ein völlig degeneriertes und willkürliches Mullahregime keinerlei Möglichkeit der Machtausübung an einem international so wichtigen strategischen Punkt wie den Hormus haben sollte zum Beispiel. Mullahs hatten jahrzehntelang die Möglichkeit, im 21. Jahrhundert anzukommen, stattdessen wollen sie für sich und alle ihre Nachbarländer ein Leben wie zu Mohammeds… Mehr
Ich spitze zu: Die Deutschen sind in gewisser Weise ebenso rückwärtsverliebt wie die fanatischen Muslime. Sie hatten schon immer eine tiefe emotionale Ablehnung der Moderne. Die schöne deutsche Romantik zeigt in Deutschland immer wieder ihr „schönes“ Gesicht, leider mit furchtbaren Folgen.
Auch die Nazis (sorry, es muss sein) verstanden es, die romantischen Gefühle vieler Deutscher für ihre Ziele zu nutzen. Sozialistische Ideen und Umwelt-Utopien nutzen ebenfalls erfolgreich romantische Sehnsüchte. Nicht nur in Deutschland, aber in Deutschland besonders erfolgreich.
Irgendwann werden die Leute merken, dass das sinnlose (es gibt auch sinnvolle Anwendungen für fossile Rohstoffe) Verbrennen von Öl, Gas und Kohle und die damit verbundene Abhängigkeit das Problem ist. Es scheint aber noch zu dauern.
Es ist schon spannend, was manche Leute für sich für sinnvoll halten, was sie aber gleichzeitig bei anderen doof finden.
Glauben Sie denn, daß man in absehbarere Zeit von allem unabhängig sein wird? Und wer garantiert dann dieses kostenlose, natürlich vollkommen unabhängige, Leben?
Wieso sinnlos? Sinnlos ist es momentan nur, Wind und Sonne als zuverlässige Energie anzusehen.
Und falls man vielleicht irgendwann genug günstige Speicher hätte, um dieses Problem zumindest rein technisch zu beseitigen, dann müssten Terroristen nur diese Speicheransammlungen zerstören.
Man wird immer von irgendwas abhängig sein, aber das kapieren Grüne einfach nicht.
Grüne kapieren grundsätzlich wenig bis gar nichts, denn sonst wäre es ja keine Grünen 🥳😉.
Die Wählerschaft in „The Länd“ hat das offensichtlich noch nicht kapiert, da wird wohl weiterhin nur die Methode „Lernen durch Schmerz“ helfen. Tja wie gewählt so geliefert ihr Schwaben, aber hernach dann bitte auch nicht jammern, gelle …
Abhängigkeiten von irgendwem und irgendwas wird es immer geben, aber soweit denken Grünlinke ja nicht. Wie denn auch so ganz ohne entsprechendes Organ 😉🥳.
Na, wenn petrochemische Produkte für Sie so sinnlos sind, dann verbannen Sie doch mal alle Lebensmittel aus Ihrem Kühlschrank, die mit dem Verbrennen von Erdöl produziert oder transportiert wurden. Der Bauer, der Ihre Kartoffeln angebaut hat, pflügt seinen Acker nämlich nicht mit einem E-Traktor. Und auch die Lebensmittelindustrie schafft ihre Rohstoffe nicht mit einem Fingerschnippen in die Fabriken. Getreide und Pflanzenöle werden weltweit mit Schiffen und Tankfahrzeugen transportiert, und auch der Viehtransporter ist kein Tesla. Wenn Sie meinen Vorschlag konsequent umsetzen würden, werden Sie ganz schnell in der Steinzeit ankommen und feststellen, dass man Strom nicht essen kann.
Der Iran wird nicht nachgeben und ist auf einen langen Krieg eingestellt. Russland und China unterstützen den Iran u.a. zurzeit noch mit Aufklärung und Ersatzteilen für wie z.B. die mobilen Abschussrampen. Alles was der Iran machen muss, ist einfach durchzuhalten und die Straße von Hormuz geschlossen zu halten. Ölpreis bei 150 Dollar? Wird kommen. Planspiele zeigen einen Preis von 200-250 Dollar. Ab 150 Dollar wächst das Risiko das das ganze Derivate-Finanzsystem implodieren wird, zusammen mit all den aktienbasierten Rentenversicherungen. Der ganze Krieg war vollkommen unbegründet und ein reiner Angriffskrieg. Niemals war die USA durch den Iran in irgendeiner Form bedroht… Mehr
Ich hätte gar nicht so viel dagegen, wenn einige Blasen platzen.
Vielleicht könnte man so gleich mal dem angeblichen „Fachkräftemangel“ in Schland entgegen wirken.
Aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte, in der nicht Geld das Geld verdient…
> Am Ende der Entwicklung soll entweder Israel entwaffnet oder aufgelöst werden Irgendwann muss man es ehrlich sagen – das Agieren der Entität belastet etliche Juden weltweit, obwohl viele gegen die Entität sind. Einst waren etliche Rabbiner strikt gegen das zionistische Projekt, sehr kluge Leute. So viele Religionen haben keinen Ehrgeiz, eigene Theokratien zu gründen – die dann auch noch von der ursprünglichen Religion hin zum Todeskult wegdriften könnten. (Erst heute erinnerte meine Frau, dass ihr Vater aus einer weitgehend jüdischen Gemeinde bei Krakau kam. Ihre Mutter – aus ähnlich bevölkerten Gebieten etwas weiter im Osten.) Colonel McGregor sieht die… Mehr
Verstehe ich irgendwie nicht, denn warum gibt es innerhalb Europas diesen deutschen Tanktourismus? Rhetorische Frage: Ziehen die anderen Länder etwa bei der Klimarettung mittels CO2-Steuer nicht mit? Deutschland durfte übrigens keine Mautgebühr einführen. Auch die gibt es europaweit! Und europaweit wird der Sprit ganz offensichtlich subventioniert. Warum nicht in Deutschland? Und wenn „Europa“ unter steigenden Preisen leidet, warum gibt es keine europäische Armada, die die „Straße von Hormus“ frei hält? Das wäre übrigens kein Angriff auf den Iran, sondern ganz schlichte Notwehr! Aber irgendwie scheint das Interesse am europäischen Bürger dann doch nicht so groß zu sein. Lieber werden „wir“… Mehr
Maut gibt’s keine, weil die außer D keiner wollte – und D so blöd war, anstatt auf Nummer Sicher das österreichische Pickerl-Modell abzukupfern (das die EU schlecht hätte verbieten können), eine neue Wundergestaltung mit komplizierter Gegenentlastung der Eingeborenen anzustreben.
Man hätte die Maut auch einfach durchsetzen können! Auch gegen die EU-Kasper! Was interessiert eigentlich was diese Kasper von sich geben. Stoppt man halt die Zahlungen sollen sie halt sehen was sie dann machen und kommen sie mir nicht mit Verträgen… das ist lustig bedrucktes Papier welches noch nicht mal auf Deutsch bedruckt ist obwohl deutsch DIE meist gesprochene Sprache in der EU ist!!!!!
Kann also alles weg!
Volle Zustimmung und zudem hätte man die Maut ja auch nur von allen einkassieren und im darauffolgenden Jahr den Deutschen, mittels einer Senkung der KFZ-Steuer, wieder zurückerstatten können. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.
Und daran glauben Sie, dass man die Maut den Deutschen über die KFZ-Steuer rückerstattet hätte? Sie müssen noch viel lernen.
Es läuft gerade für die Grünen!
(Verzeihung, ohne Ironie ist das alles nicht mehr zu ertragen.)
Nö es läuft nicht, aber es zeigt sich eben wieder einmal, dass das Zurück zu mehr fossilem Verbrennen ein Land einfach abhängig macht und teuer ist.
Sie können es noch so oft hier und anderswo wiederholen, trotzdem wird es nicht richtiger, sondern bleibt immer nur ganz pauschal falsch ‼️
„droht ein Szenario wie in den 1970er Jahren“
Seit den 70er Jahren wurden, obwohl des Gegenteil vorausgesagt wurde, mehr Ölquellen als jemals zuvor erschlossen. Andere Länder werden übernehmen.
Das benötigt jedoch viel Zeit – US-Ölkonzerne haben kürzlich dem Trumpigsten glasklar gesagt, dass es 10 Jahre und 100-200 Milliarden an Investitionen braucht, um erobertes Öl in Venezuela zu erschließen. Gegen den Mangel AD 2026 hilft es nicht.
Genau so sehe ich das auch… immer dieses Panikgefasel… vom Abgrund blablabla… die Erde wird sich weiter drehen und man wird dieses Szenario ruck zuck überstehen…
Und das alles damit das kleine Land größer wird und Petro$ erhalten bleibt.