Merz’ x-te Rede von Raider und Twix

So wie dieser Parteitag der CDU waren schon viele. Alles langweilig durchschnittlich, von der Stimmung im Saale bis in die Ess- und Trinkplätze draußen herum. Rituale, Rituale. Einzig neu, die Trauerminuten für die Verstorbenen. Sie waren lang und würdevoll.

picture alliance/dpa | Kay Nietfeld

Fragt Gerd-Joachim von Fallois auf Phoenix die Expertin, warum Merz seit seiner letzten Parteitags-Rede nicht gelernt hat, nicht auf Außenpolitik zu setzen, ist die Note mangelhaft schon vergeben.

Attestiert Merz sich selbst Verlässlichkeit und Führungskraft und nennt die CDU Fels in der Brandung in der neuen Großmacht-Ordnung der Welt, kann der Beobachter nicht mal heiser lachen. Prioritäten setzen wie einst Konrad Adenauer, dessen Mut und Verantwortungsbereitschaft für sich reklamieren – wer soll ihm das abnehmen?

Das Gesicht von Merkel spiegelte Langeweile.

Sich als der Gegenspieler von Trump für Recht und Regeln gegen Großmachtpolitik aufspielen, Europas militärische und wirtschaftliche Macht gegen ihn anführen wollen – ach Merz. Die „Verordnungsmaschinerie“ Brüssel abspecken. Lauter wohltönende Überschriften. Raider statt Twix, sonst ändert sich nix.

Inflationär oft sagt Merz alles Mögliche „ganz offen“. Antreiben will er als Kanzler, nicht nur moderieren, die strukturellen Probleme nicht mehr beschönigen, sondern sie angehen. Dann der verheerende Satz: „Ich vertraue diesem Land.“ Wer vertraut Ihnen, Herr Merz?

Die Brandmauer so frisiert: „Ich habe mich entschieden, die politische Entscheidung ausschließlich in der politischen Mitte zu suchen.“ Wo ist die Mitte, Herr Merz, und vor allem, wen gibt es dort?

Schließlich das leere Versprechen des Merz und aller anderen Unionisten in der – man weiß nicht wie vielten Ausgabe:

„Das Aus vom Verbrenner-Aus muss kommen.“

NICHT gesagt hat er wie in seiner Aschermittwochsrede:

 „Diese Energiewende, wenn wir sie jetzt nicht korrigieren, bringt uns um.“

Raider und Twix – das war wohl nix.

Anzeige

Unterstützung
oder

Kommentare ( 17 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

17 Comments
neuste
älteste beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare ansehen
Logiker
33 Minuten her

Es scheint, alle starren wie gebannt auf diesen Parteitag.
Der natürlich NICHTS ändern wird am System der Selbsterhaltung und der Macht.

Artikel 38 GG:

„Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt……“

Für die Hälfte der Abgeordneten mag das formal zutreffen, für die Hälfte der Listenkandidaten per Zweitstimme jedoch nicht.

Scheint aber allen zugefallen.
So, wie Artikel 146 GG seit dem 3.Oktober seiner Umsetzung harrt.
Dafür wird an allen anderen Ecken und Enden des GG auf Wunsch des Rot-Rot-Grün-Schwarzen Blocks geändert, ad absurdum geführt oder mißbraucht.

Last edited 30 Minuten her by Logiker
yeager
38 Minuten her

Was Merz gesagt hat weiß der doch auch erst, wenn es von den Haltungsmedien durch die grün-linke Mangel gedreht wurde.

Lucius de Geer
38 Minuten her

Kann es sein, dass der sich einfach nur in der Rolle des „Rhetorikers“ gefällt? Dass ihm das Ablesen irgendwelcher Texte völlig genügt? Dass der den Inhalt selbst gar nicht wahrnimmt? – Müsste der als Kanzler nicht viel mehr handeln als immer nur reden? Oder hat der das Regieren gänzlich an Lars K. delegiert?

Ho.mann
43 Minuten her

Mit stehenden Ovationen haben die Delegierten des CDU-Pateitags Merkel begrüßt. Als Merz sie mit „Liebe Angela, herzlich willkommen in Stuttgart“, begrüßte, brandete lauter Beifall auf. Merz wollte mit seiner Begrüßung fortfahren, doch der Applaus wollte nicht abebben. Dann bezeichnete Merz die CDU noch als Fels in der Brandung. Klar, dieser Fels in der Brandung braucht dann zur Gefahrenabwehr sogar noch eine antidemokratische Brandmauer. Dieser Parteitag steht für ein von Merz gepflegtes Merkel-Blockparteien-Bollwerk, wie es antidemokratischer nicht sein kann.

Logiker
44 Minuten her

Die spürbare Angst der CDU – Friedensgefahr und Expertenrat für Reformen.

Die Rolle der CDU – Hofnarr der Sozis, Grünen und Linken.

Das Selbstverständnis der CDU – stehende Ovationen für inhaltsleere Bonzenreden.

Die Angst der meisten TE-Granden – keine CDU mehr.
Weil die alten Netzwerke dann kaum noch einen Wert wofür auch immer haben. Man könnte ja etwas Nichtgenehmes schreiben.
Meinungsänderung derer, die etwas zu verlieren haben, erst nachsem die politische Zukunft feststeht.

Fritz Goergen gehört jedenfalls nicht zum Club der Ewiggestrigen – danke !

Last edited 38 Minuten her by Logiker
Logiker
53 Minuten her

5 Minuten Rede je von Merz und Linnemann reichen: nur leere Phrasen, wir müssen, wir köönen, wir haben – aber nicht gesagt wird, was. Wir müssen Strukturreformen machen – nach einem Jahr? Warum seitdem NICHTS? Keine Aussagen. So viel heiße Luft gab es nicht mal auf SED-Parteitagen. Die Selbstbeweihräucherung und der politische Alleinvertretungsanspruch ist der gleiche wie bei den Kommunisten damals. Die CDU ist von „Freunden“ umringt – so, wie Deutschland in der Welt. Nichts Konkretes, billige Polemik, Selbstüberschätzung. Fazit (nicht neu): Diejenigen, die in den letzten 20 Jahren das deutsche Elend auf nahezu allen Gebieten zu verantworten haben, können… Mehr

Last edited 51 Minuten her by Logiker
Werner Meier
54 Minuten her

Wenn ich mit Menschen- und mit Engelszungen redete und hätte die Wahrheit nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle.

Die Schelle tönt schon mehr als ein Jahr in allen Tonlagen und
kein Wort konnte man für bare Münze nehmen.

Minusmann
56 Minuten her

Versprochen wurde immer sehr gern und sehr viel, aber nie mit dem unbedingten Willen eines Friedrich Merz, nichts, aber auch gar nichts von dem Versprochenen zu halten. Merz ist ein Scharlatan, der die Befehle, die er von sonst woher bekommt, hinter einer amateurhaften Kanzler-Inszenierung verbirgt. Wir wussten alle schon immer, dass Politik ein schmutziges Geschäft ist, aber Merz betreibt es wirklich ohne Scham und Anstand, in einer Billigausführung, die man in diesem Land nicht für möglich gehalten hätte. Nun gut, das alles begann mit der großen Vorsitzenden, und die hat es ja 16 lange Jahre geschafft, der Welt Sand in… Mehr

Sohn
1 Stunde her

Fast anderthalb Stunden nur hohles Geschwätz. Zu mehr ist dieser Möchtegern-Kanzler nicht in der Lage. Damit könnte man zur Not leben, aber entscheidend ist eben, was er tut bzw. nicht tut. Damit führt er Deutschland schnurstracks in die Katastrophe. Merkel kann überaus zufrieden sein: sie hat es geschafft, daß sich die Deutschen von einer traurigen Gestalt wie Merz wie Lemminge widerstandslos erst durch den Kakao ziehen und dann in den Abgrund stoßen lassen.

Dieter Rose
1 Stunde her

Er vertraut diesem Land, indem er =>30% der Wähler ausgrenzt.Und sucht die Mitte indem er gemeinsame Sache Rotdunkelrotgrün macht.
Er hält alle für blöd (einen Teil sicher).