Mangelhafte FFP2-Masken aus China in Bayern zurückgerufen

Die bayrische Polizei musste rund 30.000 medizinische Masken für die eigenen Beamten zurückrufen, weil sie vermutlich mangelhaft sind. Das war schon der zweite Fall in Bayern.

imago images / IPA Photo

Dass medizinische Mund-Nasen-Schutzmasken (Standard FFP2) zwar ihre Träger vor Viren schützen, aber auch die Luft zum Atmen knapp machen, weiß jeder, der sie schon mal über einen längeren Zeitraum ohne Unterbrechung trug. Eigentlich soll man das deswegen auch nicht länger als 75 Minuten tun, so zumindest gibt es der Arbeitsschutz vor. 

Nun soll laut dem Beschluss der „Videoschaltkonferenz der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder am 19. Januar 2021 “ eine Pflicht zum Tragen von medizinischen Masken in öffentlichen Verkehrsmitteln sowie in Geschäften gelten. In Söders Bayern gilt das schon seit 18. Januar. Doch ausgerechnet dort mussten nun schon zum zweiten Mal Masken von den Behörden zurückgerufen werden, wie der Bayrische Rundfunk (BR) berichtet: Erst am Donnerstag das Landratsamt Aschaffenburg rund tausend Stück, dann hat am Freitag auch die Bayerische Bereitschaftspolizei 30.000 Masken zurückgerufen, die für die eigenen Beamten bestimmt waren. Auch hier besteht der Verdacht auf Mängel.

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Die zurückgerufenen mangelhaften Masken kommen in beiden Fällen vom selben chinesischen Hersteller, wie das Bayerische Innenministerium dem BR bestätigte. Die Masken wiesen eine ungültige CE-Kennzeichnung auf oder die Angabe der vierstelligen Nummer der Zertifizierungsstelle fehlte. Die Aschaffenburger Masken wurden schon in drei Gemeinden verteilt, auch an Pfleger, sind mittlerweile aber ausgetauscht.

„Die betroffenen Masken … trugen nicht die in der EU gebräuchliche Bezeichnung FFP2, sondern die chinesische Bezeichnung KN95. Diese Bezeichnung ist der EU-Norm ähnlich. Bei Testungen dieser Masken wurde allerdings ein schwankender Wert festgestellt, was die Dichte dieser Masken anbelangt. So hatten drei von zehn Masken dem EU-Standard genügt, die restlichen sieben Masken waren aber unter dem Standard“, heißt es in dem Bericht des BR.

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Kommentare ( 17 )

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giesemann
1 Monat her

Meine FFP2 aus der Apotheoke ist „Made in China“. Mir egal, die kommt halt als lässige Schnüffeltüte zum Tragen. Ganz anders in großer Höhe, in meinem Flugzeug Marke „Ka6“ (= Kamikaze6, Jagdeinsitzer) ohne Druckkabine, DA war ich immer sehr sorgfältig bedacht, dass die Schnüffeltüte gut saß und der „O2-Wächter“ das auch anzeigte … . Wollte ja nicht tot weiter fliegen. Sondern quicklebendig wieder runter kommen. Deshalb sind die Dinger auch nicht „Made in China“. TE zu „Mangelhafte FFP2- …“ vom 23-1-21

Beobachterin
1 Monat her

Vor dem Backen im Ofen mit einer Scheibe Käse belegen – hält garantiert dicht.

Helmut Kogelberger
1 Monat her

„Poorly made in China“ ist nicht erst seit dem Erscheinen des gleichnamigen Buches sattsam bekannt. Der Autor war als Chinesisch sprechender Firmenberater zugegen, als ein amerikanischer Konzern seine Shampoo- etc. Produktion teilweise auf ein Joint Venture in der People´s Republic of China auslagern wollte. Die Besichtigung der Fabrikationsanlagen der ausgewählten chinesischen Firma war beeindruckend. In einer blitzsauberen modernen Halle füllten in Schutzkleidung gewandete Arbeiterinnen farbige Tnkturen in kleine Glasfläschchen, wischten sie sauber und verschlossen sie sorgfältig. Als in einer Verhandlungpause der Berater an der selben Fabrikhalle vorbeischlenderte, staunte er nicht schlecht, daß das Gebäude völlig verwaist war. Man hatte also… Mehr

AlexR
1 Monat her

Aus 💩 Schokolade machen. Die Chinesen haben es verstanden.

In Deutschland und der EU beschäftigen wir uns mit den richtigen Problemen: ordentliche Sprache und Genderisierung.

Ernst-Fr. Siebert
1 Monat her
Antworten an  AlexR

Ergänzung zum Vorigen für Nichtkaufleute:
Man will ein Produkt haben. > Man bestellt ein Muster. > Man begutachtet den Lieferanten und das Muster.> Muster und Lieferant sind O.K. > Bestellung geht raus, Anzahlung auch. > Lieferung kommt. > entspricht dem Muster > Restzahlung erfolgt.
Wenn die Lieferung nicht dem Muster entspricht, erfolgt keine Restzahlung und nie wieder eine Bestellung. Daran ist ein seriöser Lieferant nicht interessiert. Dessen Seriosität zu prüfen, liegt in der Verantwortung des Bestellers, genauso wie die Verantwortung für das Inverkehrbringen.

Horst
1 Monat her

Ich habe hier FFP2-Masken eines windigen ebay-Händlers herumliegen. Die Dinger tragen ein Prüfzeichen, aber Verpackung (ohne Zertifikate, Nachweise, Anleitung) sowie die Verarbeitung weisen auf ganz billigen China-Krams hin. Ist mir aber total egal: Mit der Schere habe ich drei Lagen Stoff entfernt, jetzt kann man fast frei atmen, nicht einmal die Brille beschlägt.

Gegenwind
1 Monat her
Antworten an  Horst

Vielen Dank für diese Anregung, werde ich nachmachen.

Ernst-Fr. Siebert
1 Monat her

Wenn die „Chinesen“ nicht geliefert hätten, was bestellt war, wäre das bei einer Eingangskontrolle aufgefallen. Die Verantwortung liegt beim Importeur (auch rechtlich), nicht beim Hersteller.

baul
1 Monat her

…“hinterher zu rufen“
Spahn kann gehen, es gibt keinen Grund, irgendetwas hinterher zu rufen.

Mampfred
1 Monat her

Ich würde lieber lesen: „Mangelhafter Ministerpräsident in Bayern zurückgerufen“

baul
1 Monat her

man darf von einem „ordentlichen“ Bußgeld ausgehen, wenn man den Müll nicht vor der Nase hat?

K.Weber
1 Monat her

Bin gespannt, wen der unfähige Söder diesmal die Schuld gibt. AfD, Trump, den Querdenkern, den Schulkindern oder wiedermal den Skifahrern? Eine Blamage nach der Anderen in Bayern. Der Herr bekommt ja gar nichts in den Griff. Großmäuligkeit allein ersetzt eben keine kompetente Regierungsarbeit. Dieser karrieristische und populistische Despot darf niemals Bundeskanzler werden. Der soll bloß in Bayern bleiben, wo er hingehört.

Peter Gollong
1 Monat her
Antworten an  K.Weber

In Bayern wollen wir ihn aber auch nicht. Also wohin mit ihm?