Großbritannien: Die Zahl der Corona-Toten könnte falsch sein

Auch im Vereinigten Königreich beginnt die große Nachlese: Ist wirklich jeder Corona-Tote auch in erster Linie an Corona gestorben? Auf dem Höhepunkt der Krise zertifizierten Mediziner Corona-Tote sogar per Video-Call.

IMAGO / ZUMA Wire
Auf der "National COVID memorial wall" hat das Vereinigte Königreich seine Corona-Toten verewigt. Doch stimmt die Zahl der aufgemalten Herzen wirklich?

Die britische Zeitung Daily Mail berichtet, dass die offiziellen Covid-Todeszahlen im Vereinigten Königreich deutlich niedriger zu beziffern seien als bisher angenommen. Immer mehr Indizien häuften sich, dass Patienten an anderen Krankheiten gestorben seien und nur als Nebendiagnose am Coronavirus erkrankt waren. So hätten die Verantwortlichen bereits zugegeben, dass die offiziellen Zahlen nur „geschätzt“ seien.

Erst vor Kurzem sei herausgekommen, dass etwa ein Viertel aller Corona-Toten in den tagesaktuellen Listen nicht in erster Linie an dem Virus verstorben seien. Einer Studie zufolge seien zudem bis zu einem Drittel der Positiv-Getesteten zum Zeitpunkt des PCR-Tests nicht infektiös gewesen. Dies könne bedeuten, dass nicht nur die Zahlen falsch seien, sondern auch viele Leute sich völlig umsonst in Quarantäne begeben hätten.

Falsche Hospitalisierungszahlen
Bis zu 90 Prozent der Corona-Patienten haben Corona nur als Zweitdiagnose
Bemerkenswert ist dabei eine Analyse der Universität Oxford. So gab es 14 Formulierungen für die Feststellung der Todesart bei Covid-Toten (so „underlying Covid“, „due to Covid“ oder „involving Covid“), darunter auch „verstorben innerhalb von 28 bis 60 Tagen nach einem positiven Covid-Test“. Manche Krankenhäuser verlangten nicht einmal einen Covid-Test, um einen Corona-Toten eindeutig zu zertifizieren.

In Pflegeheimen hätten Mediziner im April 2020 wegen der Corona-Bestimmungen ihre Inspektionen sogar nur per Video-Call durchgeführt – und Corona-Tote zertifiziert. Demnach seien die offiziellen Zahlen Spekulation und somit mehr als fraglich.

Corona-Tote – ohne Corona-Test

„Wenn jede Gesundheitsbehörde eine andere Definition verwendet, woher wissen wir dann, ob Covid den Tod direkt verursacht hat oder ob etwas anderes zugrunde lag?“, sagt Professor Carl Heneghan, Epidemiologe an der Universität Oxford. „Zwei Jahre nach dieser Pandemie ist klar, dass niemand diese Frage wirklich verstehen oder beantworten kann.”

Bereits Mitte 2020 waren Zweifel an den Statistiken laut geworden. So war bekannt geworden, dass bei der Statistikerhebung nur darauf geachtet worden ist, ob der Tote irgendwann in seinem Leben an Covid erkrankt gewesen war. „Sie können im Februar positiv getestet worden sein, ohne Symptome zu haben, im Juli vom Bus überfahren werden und dann als Covid-Toter in den Statistiken stehen“, gestand ein Mitglied der Regierung ein, das anonym bleiben wollte.

Erst danach war das Protokoll geändert worden, dass zwischen Tod und Test höchstens 28 Tage verstreichen durften, um als Corona-Toter zu gelten. Doch selbst 2021 hielt im Vereinigten Königreich die Debatte immer noch an. Zwar behaupteten offizielle Papiere, dass 90 Prozent der Corona-Toten auch tatsächlich in erster Linie an Covid gestorben seien. Eine Recherche förderte jedoch zutage, dass bei 1.500 Briten als einzige Todesursache „Covid“ angegeben war – ohne irgendeine andere Krankheit, was Experten für höchst fragwürdig hielten.

War Covid wirklich der vorherrschende zugrunde liegende Todesfall in Pflegeheimen?

Eine andere Studie förderte zutage, dass von 80.000 Corona-Patienten zwischen März und August 2020 ein Drittel keinen zweiten PCR-Test gemacht hatte. Mediziner meldeten sich bei der Zeitung und bestätigten solche „Ungenauigkeiten“.

„Niemand hat einen dieser Todesfälle richtig überprüft“, sagt Heneghan. „Sie könnten einfach Covid auf das Zertifikat gesetzt haben und niemand hat Fragen dazu gestellt.“ Dann schränkt er kurz ein: Es könnte daher auch sein, dass die Zahlen unterschätzt wurden, je nach dem, wie eine genauere Untersuchung aussieht. „Wir versuchen nicht, das eine oder andere zu sagen, aber der Schlüssel liegt in der Genauigkeit“, fährt er fort. „War Covid wirklich der vorherrschende zugrunde liegende Todesfall in Pflegeheimen – oder war es etwas anderes?”

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Kommentare ( 18 )

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Werner
1 Monat her

Mein Gott, jetzt wird es höchste Zeit, dass sich der salzlose Karl ein anderes Thema sucht …… Klima ?

Protestwaehler
1 Monat her

„So hätten die Verantwortlichen bereits zugegeben, dass die offiziellen Zahlen nur „geschätzt“ seien.“ hahaha… also so wie die Wahlergebnisse in Deutschland hahaha….. „Wir Demokraten“.

HDieckmann
1 Monat her

Ergebnis einer IQM-Studie aus 2020 in 421 Kliniken: „Die Anzahl der vermuteten Covid-Fälle war 3-Mal höher als die der nachgewiesenen Covid-Fälle. In anderen Worten: nur ein Viertel aller mit Verdacht auf Covid-Infektion Behandelten war erwiesenermaßen Covid-positiv. Die in dieser Studie bei der Auswertung jeweils Covid-19 zugeordneten Erkrankten umfasste nicht nur die tatsächlich durch positiven Test mit Covid-Befundeten, sondern (auch) alle mit (nur) Covid-Verdacht nach Covid-Protokollen Behandelten.“ D.h., 75% der Covid-Krankenhauspatienten hatten keinen positiven PCR-Test, sondern wurden aufgrund von Grippe-Symptomen(?) wie Coronakranke behandelt. Quelle: Francesco de Meo-Blog.

Teiresias
1 Monat her

Von Anfang an, als der Terminus „an oder mit Corona“ installiert wurde, MUSSTE jedem klar sein, daß die Daten, darauf aufbauend die Statistiken, daraus generiert die Studien zum Thema Corona mit ÄUSSERSTER Vorsicht zu genießen sind.

„An oder mit“ beinhaltet den Willen zum Betrug!

Natürlich geht es hier nicht um Gesundheitspolitik, sondern um die Einführung der Digital Personal ID, die totale Überwachungsdiktatur nach chinesischem Vorbild.

R.J.
1 Monat her

Die Zurechnung zu COVID-19 ist in vielen Fällen schwierig, und zwar aus verschiedenen Gründen. Wenn jemand mit vielen Komorbiditäten sich das Virus einfängt, die Infektion fulminant verläuft und in der Folge ein Organversagen auf Basis der Vorschädigung die Todesursache ist, dann ist das Virus ursächlich, denn die Person wäre ohne diese Infektion vermutlich nicht gestorben. Allerdings wäre sie ohne die Komorbiditäten vermutlich auch nicht gestorben. Streng genommen ist nur eine Person ohne Risikofaktoren, die an respiratorischem Versagen mit klarem CT-Bild und klarer PCR an COVID-19 verstirbt, ein eindeutiger Fall, aber das wäre wieder zu streng, denn die Anwesenheit von Risikofaktoren… Mehr

Don Didi
1 Monat her
Antworten an  R.J.

„Wenn jemand mit vielen Komorbiditäten sich das Virus einfängt, die Infektion fulminant verläuft und in der Folge ein Organversagen auf Basis der Vorschädigung die Todesursache ist, dann ist das Virus ursächlich, denn die Person wäre ohne diese Infektion vermutlich nicht gestorben.“ Ja, das ist soweit richtig, aber: Wenn jemand derart schwer erkrankt ist, daß er an einer Covid-Infektion stirbt, dann wäre er mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch an Grippe, Lungenentzündung, MRSA oder anderen Krankenhauskeimen, letztendlich an jeder beliebigen bakteriellen oder Virusinfektion verstorben. Daraus die spezielle Gefährlichkeit von Corona abzuleiten, ist sehr gewagt. Die korrekte Aussage wäre, daß schwer Vorerkrankte… Mehr

Roland Mueller
1 Monat her

Dass die Zahlen von Anfang an aufgebläht wurden, um für Panik und Untertänigkeit zu sorgen, sollte schon länger ausser Zweifel stehen. Zumindest für Personen, die noch eigenständig denken können, sollte das völlig klar sein.

Friedrich Wilhelm
1 Monat her

Sehr geehrte Damen und Herren in der Redaktion von Tichys Einblick. Die Quintessenz Ihres Artikels, daß die tatsächlichen Coronatoten WEIT unter den angeblichen liegt, war spätestens vor eindreiviertel Jahren all denjenigen Menschen klar, die sich im iPhone-Zeitalter, Manfred Spitzer spricht von „digitale Demenz“, noch etwas bewahrten, was sich wahlweise als „naiver Realismus“ oder, umgangssprachlich, in vergangenen bürgerlichen Gesellschaften, „gesunder Menschenverstand“ nannte. Denn öffentlich kollabierte weder das Gesundheitssystem, noch türmten sich auf den Trottoirs die Leichenberge. Im individuellen Umfeld lag die Anzahl der Coronatoten im hinlänglich bekannten Bereich der an Grippe Verblichenen. Entgegen dieser kleinen Gruppe wird allerdings bei der großen… Mehr

Joerg Baumann
1 Monat her
Antworten an  Friedrich Wilhelm

Sie haben vollkommen Recht! Wer sollte letztendlich auch Interesse an so einer Aufarbeitung haben? Der volkswirtschaftliche Schaden der hier angerichtet wurde ist kaum zu beziffern. Sämtliche führenden Politiker der regierenden Parteien auf Landes- und Bundesebene müssten wohl für viele Jahre hinter Gitter wandern. Selbst wenn man das Privat- und Parteivermögen dieser Politiker beschlagnahmen würde, wäre das nur ein winziger Tropfen auf den heißen Stein. Wiedergutmachung für finanzielle Schäden könnten also nur aus Steuern finanziert werden, die dann den Geschädigten selber aus der Tasche gezogen würden. Aber auch die große Anzahlt der Corona-, Impf- und Maskenjünger hat wohl kaum ein Interesse… Mehr

ketzerlehrling
1 Monat her

Das wird und ist nicht nur in UK der Fall, das gilt wohl allgemein. Nur dass man hierzulande nichts gelten lässt, und natürlich niemand, der eine andere Meinung vertritt. Es ist ausgekaspert und beschlossen, der Impfzwang mit Bußgeldern und Knast muss her. Egal, ob völkerrechts- oder grundrechtswidrig, mit derartigen Petitessen hält man sich hierzulande nicht auf. Klabauterbach brüstet sich, er habe den Freedom Day verhindert. Wie er vor einigen Wochen bereits sagte, man werde das Ende der Pandemie zu verhindern wissen. Wie bei Pegida gehen die Deutschen spazieren bis zum jüngsten Tag und erreichen nichts damit. Es wird zwangsgeimpft, mit… Mehr

Hanno Spiegel
1 Monat her

Wieder ein kleiner Lichtblick für freien Journalismus?
So langsam geht es los.

norbertb783
1 Monat her

Ich kenne bis heute niemanden der an „Corona“ verstorben ist. Aber etliche die nach der Impfung gestorben sind bzw. noch mehr die erhebliche Nebenwirkungen haben und hatten.

Friedrich Wilhelm
1 Monat her
Antworten an  norbertb783

Sehr geehrter Herr „norbertb783“, vielen Dank für Ihren Beitrag, der die reale Situation anschaulich beschreibt.
Was folgt hieraus bezüglich Authentizität der Erzählung, es handele sich um die „schlimmste Seuche seit Menschengedenken“?
Der Austausch der feudalen Oberschicht mit dem seinen „Untertanen“ wohlwollend verbundenen Monarchen an der Spitze durch demokratisch gewählte Politiker, die ihre Wähler bestenfalls verachten, hat zu einem Zustand geführt, der nicht öffentlich gesagt werden darf.
Hochachtungsvoll

Anti-Merkel
1 Monat her
Antworten an  norbertb783

Ich kenne tatsächlich jemand, der „an“ „Corona“ verstorben ist. Er war über 80, hatte vorher schon Lungenkrebs, Demenz und einen Schlaganfall.
Die Corona-Grippe war dann noch der letzte Strohhalm.
Ich kenne aber 3 Leute, die an der Impfung verstorben sind, ohne irgendwelche Vorerkrankungen gehabt zu haben.

Falke53
1 Monat her
Antworten an  norbertb783

Auch ich kenne tatsächlich einen Menschen, der (offiziell) „an“ Corona verstorben ist. Der war über 70, schwer krebskrank und (dennoch) starker Raucher. Er wurde mit Atemproblemen in die Klinik eingeliefert. Die Angehörigen wollten noch verhindern, dass er gleich an die Beatmung kommt, sie kamen – da sie erst nicht in die Klinik gelassen wurden – zu spät und nur telefonisch zum Zuge und konnten dies nicht mehr verhindern. Ich ahnte, als ich das hörte, dass es sein Todesurteil sein würde. 2 Wochen lang hatte man ihn ins Koma versetzt – danach wachte er nicht mehr auf! Es war im Sommer… Mehr