Gerhard Schröder verlässt russischen Konzern-Aufsichtsrat

Lange hatte Ex-Kanzler Gerhard Schröder sich geweigert. Nach viel Kritik gibt er seinen Aufsichtsratsposten beim russischen Öl-Konzern Rosneft nun auf.

IMAGO / Sven Simon
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Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder verlässt den Posten als Aufsichtsratschef beim russischen Ölkonzern Rosneft. Er habe mitgeteilt, dass es ihm unmöglich sei, sein Mandat in dem Gremium zu verlängern, teilte der Konzern laut Presseberichten mit. Nähere Angaben wurden demnach nicht gemacht. Mit Schröder verlässt auch der frühere Stasi-Offizier und Bank-Manager Matthias Warnig den Aufsichtsrat.

Warnig ist auch Chef der Nord-Stream-2-Betreibergesellschaft. Schröder hat außerdem Führungspositionen bei den Pipeline-Projekten Nord Stream und Nord Stream 2 inne. Erstere ist bereits in Betrieb. Letztere hat von der Bundesregierung nach Russlands Angriff auf die Ukraine keine Betriebsgenehmigung erhalten.

Schröder gilt als Vertrauter des russischen Machthabers Wladimir Putin. Das Europäische Parlament hatte am Donnerstag dafür plädiert, Schröder auf die Sanktionsliste der EU gegen russische Oligarchen zu nehmen, wenn er weiter an seinen Posten in russischen Unternehmen festhalte. Am selben Tag hatte ihm der Haushaltsausschuss des Bundestags die bisherige Ausstattung seines Büros als Ex-Kanzler mit Mitarbeiterstellen und Räumen (über 400.000 Euro im Jahr) auf „ruhend“ gestellt. Seine Versorgungsbezüge und den Personenschutz darf er jedoch behalten.

In der SPD gibt es Anträge auf einen Parteiausschluss. Der Deutsche Fußballbund hat ihm bereits die Ehrenmitgliedschaft entzogen.

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