Polizeipräsidentin Berlin verbietet Deutschlandfähnchen für Beamte bei der EM

Bei der Fußball-EM 2024 darf die Polizei in Berlin mit Rücksicht auf das Neutralitätsgebot keine Deutschlandfähnchen zeigen. Das sagte die Polizeipräsidentin Slowik. In anderen Fällen hielt man sich nicht so strikt an das Gebot.

IMAGO

Es ist schon ein merkwürdiges Verhältnis, dass der deutsche Staat und Teile der Deutschen zur Deutschlandfahne pflegt – und das nicht erst seit dem Tage, da Angela Merkel Hermann Gröhe das kleine Fähnchen aus der Hand nahm. Verspotteten früher die Rechtsradikalen das Banner noch als „Schwarz-Rot-Senf“, so will man nunmehr ausgerechnet die Ächtung des Banners auf eine Vereinnahmung durch Rechte zurückführen.

Lange vergessen: Beim Flaggenstreit ging es früher noch um die Kaiserfarben kontra Deutschlandfarben, heute ist offenbar die Regenbogenflagge die direkte Konkurrentin. Bereits bei den Aufmärschen gegen Rechts kristallisierte sich heraus, dass Schwarz-Rot-Gold unerwünscht war, womit suggeriert wurde: Schwarz-Rot-Gold ist das neue Schwarz-Weiß-Rot. Wie sollte man sich diese Volte sonst erklären?

In diese Abfolge gehört nunmehr auch der neueste Streich zur Fußball-EM 2024. Sechs Spiele, inklusive Finalspiel, werden in Deutschland ausgetragen. Die Berliner Polizeipräsidentin Barbara Slowik betonte dabei, man sei der „Neutralität“ verpflichtet. Polizisten dürften deswegen keine Deutschlandfähnchen an ihre Fahrzeuge anheften. Bei einem internationalen Sportereignis mit Gästen aus aller Welt sei die Polizei „absolut unparteiisch“.

Man überlege sich jedoch „Alternativen“, um die „Verbundenheit der Kolleginnen und Kollegen in dieser intensiven und für alle herausragenden Einsatzzeit“ zu stärken. Wie genau das aussehen werde, das sei eine „Überraschung“.

Wie viel man von einem Neutralitätsgebot bei Berliner Behörden hält, hat man ansonsten immer wieder gezeigt. Das Außenministerium hisste über Monate die Regenbogenflagge, ähnlich wie andere Institutionen. Darunter auch die Polizei selbst. Doch die versteht sich laut Polizeipräsidentin schon längst als „supranational“; denn schließlich muss ein deutscher Beamter nun nicht nur in innenpolitischen, sondern auch außenpolitischen Belangen Neutralität wahren.

Anzeige

Unterstützung
oder

Kommentare ( 49 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

49 Comments
neuste
älteste beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare ansehen
PeterMichael
1 Monat her

Bei uns hier im Allgäu scheinen die Uhren anders zu gehen. Hier gibt es Deutschland-Fahnen an den Häusern, alle Menschen sprechen normales Deutsch, die Gemeinschaft ist intakt und damit vertrauensvoll, auch zur Corona-Zeit ging die Zeit halbwegs normal, der gesunde Menschenverstand war verbreitet, man kannte sich mit den notwendigen Fakten, Argumente und Risiken aus und es herrschte – Selbstbestimmtheit und Selbstverantwortung. Die illegale Migration ist fast nicht vorhanden, weil die brauchen wir nicht. Unsere antidemokratische Innenministerin nebst ihrem Igel-Schonhündchen ist uninteressant und deren Einwertung bestimmter politischer Gruppierungen gefühlt egal. Wir herrscht auch keine ängstliche Grundstimmung vor behaupteter Krisen und Weltuntergangsszenarien.… Mehr

Schwabenwilli
1 Monat her

Aber Steuern zahlen darf ich schon noch in Deutschland?
Da kann man sich nur wünschen das „die Mannschaft“ mal wieder so richtig abschmiert.

Jens Frisch
1 Monat her

Als ich davon hörte habe ich direkt eine schwarz-rot-goldene Fahne gekauft – obwohl ich gar nicht Fußball schaue.

Wilhelm Roepke
1 Monat her

Artikel 22 Absatz 2 Grundgesetz:
„Die Bundesflagge ist schwarz-rot-gold.“
Wer das ändern will, soll halt eine verfassungsändernde Mehrheit organisieren. Die Landesfarben fallen ja nicht unter die Ewigkeitsgarantie. Ich finde es aber eine gute Flagge, sie soll bitte bleiben, wenn es nach mir geht.

Lizzard04
1 Monat her
Antworten an  Wilhelm Roepke

So ist es! Und schon wieder muss die Frage gestellt werden, wer hier eigentlich ein Problem mit der FDG und dem GG an sich hat (siehe Artikel zum sog. „Demokratiefördergesetz). Offensichtlich sind es nicht die Vertreter der Opposition!

U.M.
1 Monat her

Und auf die Verfassung, die durch die Bundesflagge symbolisiert wird, haben diese Polizisten mal einen Eid geleistet. Kann man sich das in den USA vorstellen? Eindrucksvoller kann der Selbsthass nicht dargestellt werden.

H. Priess
1 Monat her

In Berlin sollen drei Spiele stattfinden wobei das Endspiel wohl das Attraktivste ist. Nach all dem Hinknien, den Mittanzen auf LBTQXYZ Festivals, dem demonstrativen Tragen der Regenbogenfahne soll Neutralität gezeigt werden. Die anderen Städte werden Pflichtbewußt mitziehen, sind die Herrschenden dort aus dem selben Fleisch und Blut. Gut, ob die Polizeipolizisten mit Deutschlandfahne rum laufen oder nicht ist nebensächlich, interessant wird es bei den Fans und Zuschauern. Wie viele Fahnen und Bekenntnisse zur Deutschland werden wohl zu sehen sein? Einen guten Vergleich über die Veränderung in unserer Gesellschaft können wir sehen wenn wir die Fotos und Filme der „EM der… Mehr

PeterMichael
1 Monat her
Antworten an  H. Priess

Ich hoffe auch, dass sich die Menschen außerhalb dieser links-politischen Blase, von diesen idiotischen, woken „Vorgaben“ nicht beeindrucken lassen.

mediainfo
1 Monat her

Auf die gesetzlichen Vorgaben (hier: Neutralität) bezieht man sich anscheinend nur noch, wenn etwas untersagt oder sanktioniert werden soll, das politisch unerwünscht ist.

Im erwünschten Fall sind die gesetzlichen Vorgaben, und ob dagegen verstoßen wird, so gut wie egal, das ist der Eindruck, den man gewinnen kann. Dann zählt alleine das behauptete „gute“ Motiv, das keinen Raum für Widerspruch lässt.

PeterMichael
1 Monat her
Antworten an  mediainfo

Wir sollten trotzdem auf den Widerspruch nicht verzichten, wenn uns danach ist. Wir sind das Volk und damit der Souverän. Die sollen gefälligst – gem. Amtseid – ihre Jobs für uns machen.

Franjo
1 Monat her

Diese grünen Spinner machen uns weltweit lächerlich…wir sind das Gespött in der EU und nicht nur da. Wir alle haben es in der Hand das zu beenden bei den nächsten Wahlen!

John Beaufort
1 Monat her

Werden in diesem Sinne dann auch die Wappen des Bundeslandes von den Uniformen entfernt? Was für ein kollektivpsychisch beschädigter Staat ist das, in dem dessen offizielle Vertreter die Landesfarben nicht tragen dürfen?

Last edited 1 Monat her by John Beaufort
PeterMichael
1 Monat her
Antworten an  John Beaufort

Diese woken Spinner sind schlicht krank im Kopf, eben – Fachkräftemangel wohin man blickt. Wir – das Volk – sind die Guten und die anderen unsere Mitarbeiter/-innen und von uns bezahlt – nicht umgekehrt.

Sonny
1 Monat her

Tausende werden sich Karten kaufen und Fußball schauen (der Euro soll rollen) – derweil Deutschland wahrscheinlich wieder in der Vorrunde rausfliegt.
Da lohnt sich das Schwenken unserer Nationalflagge sowieso nicht mehr.

PeterMichael
1 Monat her
Antworten an  Sonny

Sonny, trotzdem sollten wir sie schwingen. Es geht ums Prinzip und unser Kleinmachen vor der unfähigen, politischen Kaste.