57.000 Reisende sind heute von einer Sperre des Flughafens Berlin Brandenburg betroffen: Nicht ein Drohnen-Pilot, sondern die Gewerkschaft sorgt für die Streichung von fast 500 Starts und Landungen – Verdi hat zu einem Warnstreik aufgerufen.
picture alliance/dpa | Anabel Giesbert
Bereits in den frühen Morgenstunden hat die Protestaktion begonnen, sie soll bis Mitternacht andauern. Für Reisende bedeutet das massive Einschränkungen. Nach Angaben der Flughafengesellschaft sind 500 Beschäftigte zur Teilnahme an dem Streik aufgerufen. Die Auswirkungen sind gravierend: Insgesamt 445 geplante Starts und Landungen fallen aus, 57.000 Passagiere sind betroffen. Reisende werden dringend gebeten, sich frühzeitig über Umbuchungen sowie andere Reisemöglichkeiten zu informieren.
Besonders brisant ist die Situation, weil zentrale Bereiche des Flughafenbetriebs betroffen sind: Zwar bleiben klassische Passagierprozesse wie Check-in, Sicherheitskontrollen und Gepäckabfertigung vom Streik unberührt, doch viele der streikenden Mitarbeiter arbeiten an sicherheitskritischen Schnittstellen. Dazu zählen unter anderem die Steuerung der Landebahnbeleuchtung sowie die sogenannten „Follow-me“-Fahrzeuge, die Flugzeuge am Boden navigieren. Auch die Flughafenfeuerwehr beteiligt sich am Arbeitskampf.
Flughafen-Feuerwehr streikt auch
Das hat weitreichende Konsequenzen: Ohne eine einsatzbereite Feuerwehr dürfen Flugzeuge grundsätzlich nicht landen. Starts wären theoretisch möglich, erfolgen jedoch auf eigenes Risiko der Airlines. Branchenexperten gehen davon aus, dass keine Fluggesellschaft dieses Risiko eingehen wird. Damit kommt der Flugbetrieb faktisch vollständig zum Erliegen.
Hintergrund des Streiks sind festgefahrene Tarifverhandlungen zwischen der Gewerkschaft und den Arbeitgebern: Verdi wirft den Verantwortlichen vor, bislang kein ernsthaftes Angebot vorgelegt zu haben. Die Arbeitgeber hätten in der zweiten Verhandlungsrunde lediglich eine gestaffelte Lohnerhöhung vorgeschlagen, die aus Sicht der Gewerkschaft nicht akzeptabel sei. Vorgesehen war demnach zunächst eine sogenannte Nullrunde bis Mitte 2026, gefolgt von moderaten Steigerungen in den darauffolgenden Jahren.
Für Verdi ist dieses Angebot unzureichend. Die Gewerkschaft fordert eine deutliche Verbesserung der Einkommen: sechs Prozent mehr Lohn oder mindestens 250 Euro zusätzlich pro Monat für die Beschäftigten. Verhandlungsführer Holger Rößler kritisierte das bisherige Angebot scharf und bezeichnete es als „Provokation“. Die Beschäftigten würden täglich dafür sorgen, dass der Flughafenbetrieb reibungslos funktioniere, und verdienten daher eine angemessene Anerkennung ihrer Leistung.
Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 25. März angesetzt. Ob bis dahin eine Annäherung zwischen den Parteien gelingt, bleibt offen. Klar ist jedoch schon jetzt: Der Warnstreik am BER trifft nicht nur die Arbeitgeber, sondern vor allem tausende Reisende, deren Pläne kurzfristig durchkreuzt werden.
Airport in sechs Monaten zum dritten Mal gesperrt
Am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) sorgten auch zwei Sichtungen unbekannter Flugobjekte zu vorübergehenden Einstellungen des Flugbetriebs und damit verbundenen Flugausfällen, Verspätungen oder Umleitungen: Erst vor wenigen Tagen, am 11. März 2026, wurde der Flugbetrieb zweimal für jeweils etwa 30 Minuten unterbrochen. Und bereits am 31. Oktober 2025: Eine bestätigte Drohnensichtung führte zu einer längeren Sperrung von etwa 2 Stunden, mehrere Flüge wurden umgeleitet, andere konnten nicht starten. Die Drohne wurde über dem südlichen Teil des Flughafens (nahe B69, Holiday Inn, später Richtung Waßmannsdorf) gesichtet. Der Betrieb lief ab dem nächsten Morgen wieder normal.

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Da rächt es sich mal wieder, dass man das Wort „Redundanz“ in Berlin großkotziger Weise anscheinend nicht kennt.
Paris hat drei Verkehrsflughäfen. Wenn dort einer ausfällt, gibt es also noch zwei andere Flughäfen.
In Berlin gab es auch noch zwei weitere Flughäfen, die nun aber zur Bespaßung der Bevölkerung bzw. als „Flüchtlings-Unterkünfte“ dienen.
Das Einzige was auf diesem Flughafen wirklich bisher teilweise gut funktionierte, sind die Selbstbedienungsterminals für die Gepäckabgabe. Alles was irgendwie mit Beschäftigten zusammenhängt klappt selten reibungslos. Ich frag mich für was die mehr Geld wollen? Außerdem frage ich mich, was wollen die Gewerkschaft und die Beschäftigten damit erreichen, wenn sie die Reisenden verärgern? Mich würde es tierisch ankotzen und ich hätte null Verständnis dafür wenn mein Urlaub ausfällt, nur weil ein paar Hanseln der Meinung sind sie kriegen nicht genug Geld für ihre Minderleistung.
> Nicht ein Drohnen-Pilot, sondern die Gewerkschaft sorgt für die Streichung von fast 500 Starts und Landungen – Verdi hat zu einem Warnstreik aufgerufen.
Reichlich suizidal, wenn man bedenkt, dass der Ölpreis bald das Fliegen stark einschränken dürfte.