Entsetzen über Anschlag auf Meinungsfreiheit

Linksextremisten fackeln das Auto eines Journalisten ab und drohen seiner Familie. Im Bekennerschreiben hetzen sie gegen dessen christliche Wertvorstellung und seinen Einsatz für den „Marsch für das Leben“. Berliner Bischöfe verurteilen den Akt der Einschüchterung.

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In Berlin haben Linksextremisten einen Brandanschlag auf das Auto eines Journalisten verübt und ihn unter anderem wegen seiner christlichen Wertvorstellungen attackiert. - Symbolfoto: Feuerwehrmänner löschen ein brennendes Auto.

Der katholische Erzbischof von Berlin, Heiner Koch, und der evangelische Bischof Christian Stäblein haben die Angriffe auf einen Journalisten in Berlin scharf kritisiert. „Wir verurteilen aufs Schärfste alle Akte der Einschüchterung und Gewalt gegen Andersdenkende“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der beiden Bischöfe vom Donnerstag. „Die Meinungsfreiheit und die Menschenrechte sind höchstes Gut in unserem Land“, betonen der Berliner Erzbischof und der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Sie seien schockiert und empört über die gewalttätigen Angriffe gegen den Journalisten und die Drohungen gegen dessen Familie, heißt es in der Erklärung, über die die Katholische Nachrichtenagentur (KNA) berichtet.

Auf das Auto eines Journalisten der Boulevardzeitung „B.Z.“ war am Silvestermorgen ein Brandanschlag verübt worden. Laut „Berliner Morgenpost“ brannte der Wagen völlig aus. Zwei weitere Fahrzeuge seien beschädigt worden. Nach dem Brandanschlag tauchte im Internet ein Bekennerschreiben auf. In diesem Schreiben rühmen sich Linksextremisten des Anschlags und schreiben von einer „zweiten Abmahnung“. Zudem werden weitere Drohungen ausgesprochen und dabei auch die Wohnung und Kinder des Journalisten erwähnt. Ausdrücklich nimmt das Bekennerschreiben auf die christlichen Wertvorstellungen des Journalisten Bezug, der in der „B.Z.“ eine eigene Kolumne hat.

Bekennerschreiben mit Beschimpfungen und Drohungen

In dem Schreiben, das auf der Internetseite „de.indymedia.org“ veröffentlicht wurde, wird der Journalist unter anderem als „spießiger Springerschmierfink“ beschimpft, der alljährlich zum „Marsch für das Leben“ mobilisiere. Irgendwo zwischen Werte-Union, Kirchengruppe und der AfD sei sein Platz, heißt es weiter. Er verbreite Werte, die die Stützpfeiler rechts-theoretischer Argumentationen bildeten. Als Vermittler zwischen gebildeter, rechts-konservativer Avantgarde und gemeinem Stammtischpublikum, würden seine „Propagandatexte“ die öffentliche Meinung weiter in Richtung christlich, patriarchaler Gesellschaftsordnung treiben. Seine christliche Wertvorstellung mute päpstlicher als der (aktuelle) Papst an, ist in dem Bekennerschreiben zu lesen.

Mit Bezug auf den Brandanschlag heißt es wörtlich: „Da er den Klimawandel nicht für erwiesen hält und Autofahren keine Notwendigkeit sondern Sinnbild für persönliche Freiheit darstellt, haben wir entschieden, dem selbsternannten Verteidiger dieser ,Rechte’ diese Freiheit ein klein wenig zu beschneiden und ihn dort zu treffen, wo es ihm weh tut: Bei seinem Auto. Wir haben heute seinen SUV abgefackelt.“

Ein absolut inakzeptabler „krimineller Akt“

Der Bürgermeister des Berliner Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf, Reinhard Naumann, verurteilte die Tat als einen absolut inakzeptablen „kriminellen Akt“. Die Privatsphäre von in der Öffentlichkeit stehenden Menschen dürfe nicht zum Ersatzfeld politischer Auseinandersetzungen oder gar zum Ziel einer Gewalttat werden, hob der SPD-Politiker nach Angaben der „Berliner Woche“ hervor. „Jede Form der Gewalt ist abzulehnen, insbesondere aufgrund extremistischer Einstellungen im politischen Raum.“ Naumann sprach dem Journalisten und dessen Familie die volle Solidarität des Bezirksamtes aus. „Es ist eine katastrophale Entwicklung, wenn in dem mutmaßlichen Bekennerschreiben sogar auf dessen Kinder Bezug genommen wurde. Ich hoffe sehr, dass es Polizei und Staatsanwaltschaft schnell gelingt, die Täter zu ermitteln und gegen sie mit allen rechtsstaatlichen Mitteln vorzugehen“, betonte der Bezirks-Bürgermeister.

„So nicht! Weder von Links noch von Rechts!“

Auch Sozialstadtrat Detlef Wagner (CDU) verurteilte den Anschlag. „Wes Geistes Kinder müssen die Attentäter sein? Sind wir in Deutschland wirklich nicht bereit, aus der Geschichte zu lernen?“, zitiert ihn die „Berliner Woche“. „Noch einmal zur Erinnerung: Die goldenen 20er waren gar nicht so golden. Der unsinnige Kampf zwischen Rechts- und Linksradikalen bereitete den größten Massenmördern der Geschichte den Boden, denn niemand stand auf, sich Menschenfeinden entgegen zu stellen.“ Wagner rief dazu auf, jetzt gemeinsam aufzustehen und in Wort und Tat zu erklären: „So nicht! Weder von Links noch von Rechts!“ Auf Twitter nannte der Bundesvorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV), Frank Überall, den Brandanschlag einen „widerlichen Angriff auf die Pressefreiheit“.

Der Staatsschutz ermittelt.


Dieser Beitrag erschien zuerst bei Die Tagespost. Katholische Wochenzeitung für Politik, Gesellschaft und Kultur

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Kommentare ( 123 )

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Koedoe
4 Jahre her

Zunächst: es ist gut, wenn sich Kirchenvertreter zur Abwechslung mal nicht hinter mögliche Verharmloser linker Gewalt stellen, sondern klar Abscheu äußern. Recht haben sie damit, nicht mehr, nicht weniger. Und, mal nebenbei: es ist sicher kein Zeichen intellektueller Redlichkeit, Kirchenvertreter hämisch zu kommentieren, weil sie Kirchenvertreter sind und sowieso an den Kreuzzügen schuld usw usf. Derartiges Gewäsch entlarft den Laberer. Null Toleranz gegenüber Gewalt, egal von welcher Seite diese kommt. Null Toleranz gegenüber Möchtegernalternativen und Antifanten, gegenüber jedem destruktiven Gesocks, das nichts und niemanden achtet außer die eigene Brut, aber auf möglichst umfassende Staatsleistung Anspruch zu haben glaubt. Und schärfsten… Mehr

bfwied
4 Jahre her
Antworten an  Koedoe

Selbstverständlich 0-Toleranz gegen jede Gewalt, egal aus welcher Ecke. Dennoch: Allein in Hamburg (wenn ich mich recht erinnere) 2018 über 900 linksextreme Straftaten, 120 aus der rechten Ecke, d. h., die Links-Grünen-SPDler sind Extreme, wenn sie, wie Esken und Linke-Abgeordnete die Polizei in Leipzig angreifen und die Linksextremisten damit entschuldigen und als Opfer darstellen, die nicht anders hätten reagieren könne. Niemand will die Rechtsextremen haben oder auch nur dulden, weil wir schon solche erleben mussten und weil sie nicht logisch sind. Daher ist es auch so perfide, alle Nichtlinken in die rechte Außenecke zu diffamieren. Was gefährlich ist, wie man… Mehr

Sabine Ehrke
4 Jahre her

Schärfstes Getöse all jener, die bei Demokraten, Konservativen oder wie auch immer sie genannt werden, dass Licht ausknipsen.

Waehler 21
4 Jahre her

Jedenfalls habe ich in den ARD Nachrichten nichts darüber gefunden. Bezahle ich wirklich Geld für einseitige Berichterstattung und Verunglimpfung ( natürlich als Satire getarnt) ?
Die Antwort lautet: Ja !

Wolfgang Wegener
4 Jahre her

„Wir verurteilen aufs Schärfste alle Akte der Einschüchterung und Gewalt gegen Andersdenkende“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der beiden Bischöfe vom Donnerstag. Angesichts von kirchlichem Hass und Hetze gegen die AfD bzw. „die Rechten“ eine bemerkenswerte Aussage. Na ja, wer seine wahren Motive geheimhält, der wird sich zwangsläufig total verheddern.

Westerburg
4 Jahre her

Ohne dass hier gerichtlicherseits mal ein Exempel statuiert wird, wird sich das Verhalten solcher linksextremer Agitatoren (Anzünden von Autos und Baustellen, Einschüchtern und Angreifen von Personen mit anderer Meinung etc.) nicht nachhaltig unterbinden lassen. Wohlfeile Worte von Bischöfen oder Politikern gehen diesen Chaoten doch am Allerwertesten vorbei. Nein, hier müssen zur Abschreckung einmal tatsächlich abschreckende Strafen verhängt werden und keine milden Bewährungsstrafen von verständnisvollen Alt-68er-Juristen. Eine wirksame und für geneigte Nachahmer abschreckende Bestrafung sähe bspw. so aus: 1. Sofortiges Verbot der Seite „de.indymedia.org“, auf der solche linksextremem Verbrechen regelmäßig zugegeben bzw. beschönigt und mit Eigenlob überzogen werden. 2. Nach Aufspüren… Mehr

Pauline G.
4 Jahre her

Das „Entsetzen“ ist nicht sehr weitverbreitet. So hört man z.B. von Bedford-Strohm oder Marx NICHTS. Wohl aber meint Bedford-Strohm in einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen, der Autor des „Nazisau“-Tweets werde bedroht und müsse geschützt werden! Eine sehr einseitige „Christlichkeit“! Und von Müller, dem Berliner Reg. Bürgermeister hört man auch nichts!

Dr. Michael Kubina
4 Jahre her

Die Einschläge kommen näher … oder Sanktfloriansprinzip: “ Heiliger Sankt Florian, schütz unser Haus, zünd‘ andere an“! Mir geht es völlig am A**** vorbei, was diese Bischöfe sagen oder nicht sagen.

Klaus Weber
4 Jahre her

Ausgerechnet die Kirche, die jahrhundertelang Andersdenkende eingeschüchtert und ausgeschlossen hat! Und die sie auch heute wieder ins moralische Abseits stellt. Vorsicht, es könnte leicht der Verdacht der Scheinheiligkeit aufkommen!?

bfwied
4 Jahre her
Antworten an  Klaus Weber

Nun ja, die verlieren ihre Schäfchen, die sie gerne untertänig hielten und die ihnen dadurch Macht verleihen. Die Kirchen haben versäumt, sich an moderne Zeiten anzupassen und etwas anderes als uralte Riten vorzuführen. Jetzt sind sie verzweifelt und packen jede Gelegenheit, um zu punkten, was sie noch unsympathischer macht. Sie geben keine Diskussionsbeiträge zu modernen/derzeitigen Problemen ab, sondern verstaubte und völlig unangepasste, unsinnige Glaubensbekenntnissse, die vor 1000 Jahren noch einen Sinn ergaben, aber heute, bei völlig veränderten Situationen, ganz bestimmt heute nicht mehr.

Nibelung
4 Jahre her

Mit der Aushöhlung des Souveräns durch den Parteienfilz ist diese Orientierungslosigkeit entstanden und hat der linken Seite nur geholfen, weil deren Brüder im Geiste mehrheitlich die Oberhand besitzen und solange sich das nicht ändert wird der rote Terror bleiben und man kann sich nur wundern über das Verhalten der Bürger und das muß mit der Ahnungslosigkeit, dem Desinteresse oder der Lebensgier zusammen hängen, weil die Grundlage ohne Korrektiv entzogen werden kann und daran hapert es derzeit und das ist das Grundübel dieser Gesellschaft, wo man andere denken und handeln läßt und sich selbst der Völlerei widmet.

Wilhelm Cuno
4 Jahre her

Kann mir mal jemand erklären, warum die Justiz nicht endlich gegen Indymedia ermittelt? Immer wieder kommen diese Art „Bekennerschreiben“ dort zuerst an. Das ist doch kein Zufall mehr, oder?

Michael Theren
4 Jahre her
Antworten an  Wilhelm Cuno

Deswegen ermitteln auch der „Staatsschutz“, die Kriminalpolizei könnte aus Versehen noch Hinweise zu den Tätern ermitteln, oder gar Netzwerke offenlegen, organisierte Kriminalität at it´s best….