Weniger Wind und Sonne – weniger Strom

Im ersten Halbjahr 2021 ging der Anteil der Erneuerbaren weiter zurück. Sie erzeugten nur noch 43 Prozent des gesamten Stromverbrauches in Deutschland. Im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres waren es noch 50 Prozent.

IMAGO / H. Tschanz-Hofmann
Windräder in einem Waldgebiet, Bayern

Das Wetter war es mal wieder! Es hält sich nicht an die Planvorgaben des neuen Klimaschutzgesetzes, das der Bundestag noch in der vergangenen Woche durchgepeitscht hatte, sondern machte einen kräftigen Strich durch die Energiebilanzen. Weniger Wind und weniger Sonne: für ein Land, in dem vereinigte »Energiewender« aus CDU/CSU, Grüne und SPD den Ton angeben und die Energieversorgung eines Industrielandes vollkommen auf sogenannte Erneuerbare umstellen stellen wollen, ein denkbar ungünstiges Signal. Denn die liefern noch nicht einmal das, was die Energiewendeplaner benötigen: Vor allem Windräder drehten sich noch seltener als ohnehin schon, ebenso erzeugten Fotovoltaikanlagen weniger Strom gegenüber dem vergangenen Jahr.

Verlief schon das erste Vierteljahr 2021 recht mau, so ging im gesamten ersten Halbjahr 2021 der Anteil der sogenannten »Erneuerbaren« weiter zurück. Sie erzeugten nur noch 43 Prozent des gesamten Stromverbrauches in Deutschland. Im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres waren es noch 50 Prozent.

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Wie die Branchenvereinigung Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) mitteilen mussten, wehte vor allem im ersten Quartal deutlich weniger Wind, und die Sonne schien noch weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum: »Während im ersten Halbjahr 2020 Rekorde bei der Stromerzeugung aus Solarenergie und Windenergie an Land erreicht wurden, war in diesem Jahr insbesondere das erste Quartal ungewöhnlich windstill und arm an Sonnenstunden. Im zweiten Quartal waren die Witterungsverhältnisse günstiger: Für die Monate April bis Juni lag der Anteil der Erneuerbaren Energien bei 45 Prozent.«

Die ehemalige grüne Politikerin Kerstin Andreae, die es an die Spitze des Verbandes geweht hatte, treibt zu mehr Windrädern in den Wäldern an: »Um die ambitionierten Klimaziele im Klimaschutzgesetz und European Green Deal zu erreichen, müssen wir das Ausbautempo deutlich anziehen. Für das höhere CO2-Einsparziel ist ein Anteil von mindestens 70 Prozent Erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung bis 2030 erforderlich.«

Sie erklärt allerdings nicht, wie die vielen Räder sich kräftiger und länger drehen sollen, wenn kaum Wind weht. Das gelingt auch Frithjof Staiß nicht, der ist sogar Professor und geschäftsführender Vorstand des ZSW. Ihn treibt die Frage um: »Unbeantwortet bleibt die Frage, durch welche Maßnahmen sichergestellt werden soll, wie der Photovoltaik-Zubau gegenüber 2020 verdoppelt und der Zubau bei der Windenergie an Land sogar verdreifacht werden soll – und zwar nicht am Ende der Dekade, sondern bereits ab dem kommenden Jahr über die ganze Dekade hinweg.«

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Dass »eine Energiewende nur auf der Basis von Sonne und Wind »eine teure und gefährliche Sackgasse« ist, kritisierte dagegen der sächsische AfD-Fraktionsvorsitzender im Landtag zu Dresden, Jörg Urban. Der studierte Wasserbau-Ingenieur stellte den Antrag, dass der Bund die EU-Kommission unterstützt, die Kernenergie als nachhaltige Investition anzusehen.

Denn: »Viele EU-Länder sind mittlerweile zu der Erkenntnis gekommen, dass die geplanten CO2-Reduktionsziele nur mit der Kernenergie erreicht werden können.« Auch nach 20 Jahren Dauersubventionierung in Deutschland sei es nicht gelungen, die erneuerbaren Energien wettbewerbsfähig zu machen. Bürger und Industrie ächzten schon heute unter den höchsten Strompreisen weltweit. »Es ist also für die Politik eminent wichtig, die neuesten technologischen Entwicklungen in der Kernkraft wahrzunehmen und zu nutzen. Moderne Kernkraftwerke werden immer sicherer und auch die Lagerung nuklearer Reststoffe entfällt perspektivisch. Aussichtsreiche neue Konzepte könnten Endlager überflüssig machen«, so Urban.

Demgegenüber trommelt Andreae für »Investitionen in den beschleunigten Aus- und Umbau der Energienetze, in den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft, in die Verkehrs- und Wärmewende, in den Ausbau der erneuerbaren Energien. Wesentliche Bausteine sind hier Windenergie und Photovoltaik.«

Die Energieversorgung eines Industrielandes soll also noch mehr auf wacklige Wind- und Sonnenenergie gestellt werden.

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Kommentare ( 50 )

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D. Harry
3 Monate her

Kalifornien zeigt wie es mit Windenergie und Photovoltaik funktioniert:
https://web.archive.org/web/20210623162324/https:/www.flexalert.org/press-releases
😉

Robert Tiel
3 Monate her

Die Sprache bleibt bei den EE immer leicht schwammig. Wurden angeblich 43% des Stromverbrauchs aus EE erzeugt, oder waren 43% der produzierten Strommenge aus EE? Das ist ein eklatanter Unterschied. Denn das muss nicht heißen, dass die erzeugte Strommenge aus EE auch tatsächlich netto verbraucht wurde. Die kann verkauft, verschenkt oder abgeleitet worden sein, weil zu bestimmten Zeiten zu viel produziert wurde. Da stellt sich die Frage nach den Kosten. Wichtig ist nur der Nettostromverbrauch an EE, also der Stromverbrauch ohne Eigenbedarf der Anlage. Den finde ich im Netz nicht. Ein weiterer Punkt sind die Quellen der EE. Wirklich physikalisch… Mehr

Iso
3 Monate her

Manchmal kann man tatsächlich noch duch schöne Naturlandschaften fahren, die von den Umweltschändern nicht mit hunderten Windrädern und überdimensionierten Photovoltaik Anlagen verschandelt wurden. Dagen wirkt selbst der aus einem Kraftwerkskühlturm aufsteigende Wasserdampf irgendwie friedlich.

Jerry
3 Monate her
Antworten an  Iso

Mein Vater arbeitete in den 70er und 80er Jahren in div. Atomkraftwerken in Deutschland. Der hatte mir damals erzählt, dass einige Kernkraftgegner damit argumentierten, dass aus den Kühltürmen radioaktiver Rauch käme. Die glaubten das wirklich! Vermutlich waren das die Eltern unserer heutigen Grünen Elite 😉

Last edited 3 Monate her by Jerry
Peterson82
3 Monate her
Antworten an  Iso

Oder die friedliche Mondlandschaft die der Kohle-Tagebau hinterlassen hat. Oder die vor Freude jauchzenden Bewohner von jahrhundertealten Dörfern die zwangsumgesiedelt wurden damit der Bagger darunter an die Kohle kommt.

alberto el primo
3 Monate her
Antworten an  Peterson82

Na, da zeigen Sie in Ihrer Ironie ja wenig Sachkenntnis. Das Oberpfälzer Seenland beispielsweise, ein beliebtes Naherholungsziel, ist genau so eine „Mondlandschaft“(?), die wunderbar rekultiviert worden ist und für menschliche Bedürfnisse um Dimensionen attraktiver ist als die Kiefernbewaldung vorher. Und da es in Deutschland von jahrtausendealten Dörfern nur so wimmelt, ist der Abbruch von einigen jahrhundertealten kein großer Verlust, meine ich. Die Bewohner wurden übrigens opulent entschädigt, sie konnten ihre alte Bruchbude gegen ein modernes Wohnhaus eintauschen. Zuerst informieren, dann stänkern!

egal1966
3 Monate her
Antworten an  Peterson82

Nun, sie wissen doch ganz genau, dass ihre „Maer“ von den Mondlandschafte durch den Kohle-Tageabbau schon lange der Vergangenheit angehört. Desweiteren habe ich auch nichts von ihnen vernommen, wenn z.B wie in Hamburg geschehen, ein ganzes Dorf einen neuen Containerterminal (HH-Altenwerder) weichen muß und nur noch die alte Kirche aus „Denkmalschutzgründen“ stehen bleiben konnte. Da war von Menschen ihrer İdeologie rein gar nichts zu hören, über die „vor Freude jauchzenden Bewohnern“. Es ist also das typische Messen mit zweierlei Maß, wo man auf der einen Seite groß rumjammert, waehrend es auf der anderen Seite völlig egal ist, wenn z.B Waelder… Mehr

Britsch
3 Monate her
Antworten an  Peterson82

Es gibt auch Teile, die nicht künstlich renaturiert wurden, sondern sich selbst überlassen wurden. Die Natur hat sich das ganz schnell zurückerobert und es gibt dort selten Tiere und Pflanzen, die es in weitem Umkreis nicht gibt. Wo man sich fragt wie die wohl dort hin kommen konnten. Nun Naturschutzgebiet. Nur am Rande, bei uns in der Nähe gab es eine Militärbasis der US Armee. Als die abgezogen sind gab es Riesentheater – die Bauten und Anlagen, überwiegend aus Beton gebaut, müßten unbedingt „fachgerecht“ zurückgebaut werden. Diejenigen, die da angeben wollten, was gemacht werden müsse, machten eine ganze Menge >“Radau“… Mehr

Michael M.
3 Monate her
Antworten an  Peterson82

Peterson82 erklärt uns mal wieder die Welt. Ist vielleicht das ach so tolle E-Auto kaputt, oder hängt es einfach mal wieder etwas länger an der Ladesäule, oder ist es Ihnen etwa zu kalt um draußen etwas zu unternehmen?! Gerade in diesem sog. spürt man die globale Erderwärmung unmittelbar am eigenen Leib gelle 🤔, Ironie aus.

Last edited 3 Monate her by Michael M.
H. F. Klemm
3 Monate her

Das erwartete Ergebnis eines “ Klima-Halbjahres“ welches die hochgeschrauben Erwartungen der Ökophantasten nicht erfüllt.
Interessant wäre zu erfahren wie dieser teilweise ökologisch fragwürdig mit vogel-und insektenschreddernden Windmühlen erzeugte Stromanteil von 43 % verwertet worden ist

  • ins deutsche Netz eingespeist
  • ins Ausland verkauft(zu welchen Preisen)
  • verschenkt/Kostenlos
  • entsorgt gegen teures Geld(wieviel)

Vielleicht kennt jemand die die nicht von Öko-Grün/Linken geschönten tatsächlichen Zahlen.

199 Luftballon
3 Monate her

Kein Witz.
Seriöse NASA Wissenschaftler sagen eine kleine Eiszeit voraus.
Also der NASA glaube ich sicher mehr als den grünen Fllp aus der Biene Maya Hüpfern und einem Latif vom deutschen Staatsfunkt.
Mir kommt sogar die grünen Hüpfer wünschen sich Hitzezeiten.
Und tragen das weltweit zusammen, das man erst seit 1881 erst misst sagen die grünen Hüpfer nicht dazu.

PM99
3 Monate her

Man sollte sich keinen Illusionen hingeben: Die Verantwortlichen von CDU/CSU, SPD und Grünen (da gibt es keinen Unterschied) sind wirklich so beschränkt, dass sie glauben, wenn man ein paar Tausend mehr Windkraftanlagen und Solarparks baut, dann gibt es mehr Strom selbst bei Windstille oder fehlender Sonne. Kein Witz, die sind wirklich so dämlich, die glauben das tatsächlich.

Dr. Rehmstack
3 Monate her
Antworten an  PM99

Ich hatte die Antwort meines MdB von der SPD auf meine Frage, wie die SPD die Energiesicherheit angesichts der auch hier im Artikel nachgewiesenen Probleme garantieren könnte, im Artikel „Der Kern der Sache“ (auch heute hier) eingereicht. Sie finden dort ihre Einstellung bestätigt.

Fritz Wunderlich
3 Monate her

Ein Endlager für Jahrtausende, das war von Anfang an eine Idee von völlig ungebildeten Fachidioten, die nicht über ihren Tellerrand hinwegblicken konnten. Vor zweihundert Jahren gab es keine Eisenbahn, die Menschen fuhren in Pferdekutschen, die Frauen saßen am Spinnrad, Beethoven schrieb seine Symphonien, Schubert seine Lieder, die Sklaven schufteten auf den Baumwollfeldern, die Fürsten faulenzten in ihren Palästen, usw….. Wieso dachte keiner der Endlagerphantasten, dass in den nächsten Jahrhunderten, aber imho viel früher, die Reststoffe aus Atomkraftwerken ungefährlich gemacht werden können? Aber nein, es wurde von -zigtausenden Jahren gefaselt, in denen wir die Endlager zu bewachen hätten, vermutlich mit Knüppeln… Mehr

Last edited 3 Monate her by Fritz Wunderlich
Britsch
3 Monate her
Antworten an  Fritz Wunderlich

Deutschland war technisch führend. Die technische Weiterentwicklung wurde aber durch „Aktivisten“ denen Politiker folgten und vor allem Medien propagiert wurde fast unmöglich gemacht. Bei mir müßten solche „Aktivisten“ auf jeden Fall auch für die verursachten Kosten aufkommen.

Armemichel
3 Monate her

Zu meiner Schätzung bezieht sich auf ein hundert Jahre.

Armemichel
3 Monate her

Der Schaden den diese Leute uns einbrocken ist unfassbar. Jährlich steigt die CO2 Konzentration im Mittel um 2,5 ppm (parts per million). Davon sind 3,5% „menschgemacht“ und davon stammen 2% aus deutschen Quellen. Jährlich tragen wir mit ca. 2,5 x 3,5/100 x 2/100 = 0,0018 CO2 ppm zu der CO2 Steigerung bei. Stellen wir ab heute alle Emissionen ein. Ersparen wir also ca. 0,0018 x 100 = rund 0,2 ppm ein. Bei der heutigen CO2 Steigerung gewinnen wir als rd. 2,5/0,2 = 12,5 weniger als einen Monat Zeit bis unsere Bemühungen (alo der transformation in ein unterentwickeltes Land) wieder eingeholt… Mehr

Robert Tiel
3 Monate her
Antworten an  Armemichel

Wenn Deutschlands Beitrag = 0 wäre,
wäre Chinas Beitrag um geschätzte 8% gesunken.
Stand heute.
Das sieht 2030 noch einmal ganz anders aus.
Deutschland kommt aber nie auf 0.
Da sind die Menschen, Tiere und Bakterien vor.

Bernd Simonis
3 Monate her

Man muss kein Experte sein. Man muss nicht die genauen Zahlen kennen. Man sollte nicht Großkraftwerke abschalten, bevor man nicht Stromspeicher und Trassen gebaut hat. Was wir hier sehen ist Armleuchterpolitik, und das sollte so in allen Medien so gesagt werden. Wer so einen Quatsch erzählt sollte radikal abgewählt werden.

egal1966
3 Monate her
Antworten an  Bernd Simonis

Eine Frage meinerseits:

Welche Stromspeicher und vor allen, wenn sie in der Größenordnung überhaupt vorhanden waeren) in welcher Anzahl und Kosten?

Was meinen sie, warum man nun von Seiten der Bundesregierung und Co.so sehr auf die neuen „Smartmeter“ setzt?