Berlin baut Corona-Klinik wieder ab, die nie benutzt wurde

In Berlin scheint Corona vorbei zu sein: Ab Freitag darf man auch ohne Test wieder in die Außengastronomie und in den Einzelhandel – zugleich baut man ein für 24,6 Mio. Euro eigens errichtetes Corona-Krankenhaus wieder ab.

picture alliance/dpa | Jörg Carstensen
Ungenutzte Intensivbetten in der Corona-Notfallklinik auf dem Berliner Messegelände

Es ist der nächste Fall von unüberlegtem Aktionismus auf Kosten des Steuerzahlers der Rot-Rot-Grünen Koalition unter der Führung des regierenden Bürgermeisters Michael Müller (SPD). Im Frühjahr 2020 errichtete das Land Berlin innerhalb weniger Wochen eine Corona-Notfallklinik auf dem Berliner Messegelände, um eine angeblich drohende Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern.

Laut Berliner Behörden hätten in dem Krankenhaus 500 Corona-Patienten isoliert und behandelt werden können, die Kapazitäten wurden aber nie benötigt, da die Berliner Krankenhäuser nie an ihre Grenzen kamen. Somit blieb das Corona-Notfallkrankenhaus ein und ein halbes Jahr unbenutzt.

Das Projekt war ohnehin fragwürdig: Denn es mangelt Berlin nicht an physischen Krankenhausbetten, sondern an betreibbaren – also an medizinischem Personal. Wer die Betten im Corona-Notfallkrankenhaus im Ernstfall hätte betreuen sollen, blieb ein Rätsel. Und jetzt wird das Berliner Hauruckprjekt zum September gleich wieder abgebaut  – 24,6 Millionen Euro Steuergeld steckten in dem Projekt, das nie in Betrieb genommen wurde.

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1,2 Millionen Euro zahlte das Land Berlin monatlich an Miete für das Benutzen der Messefläche, 13,4 Millionen wanderten an den landeseigenen Klinikkonzern Vivantes für Ausstattung und Betrieb. Für Berlin und Rot-Rot-Grün sind solche Fehlausgaben freilich keine große Ausnahme, man denke zum Beispiel an den BER-Flughafen.

Doch der Frust über das Bauversagen wird heute von einer endlich mal wieder guten Nachricht in Berlin überschattet. Euphorisch war die Stimmung bei der Senats-Pressekonferenz – der millionenschwere Corona-Klinik-Fehltritt blieb natürlich unerwähnt. Voller Freude präsentierten Bürgermeister Michael Müller (SPD), Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) und Kultursenator Klaus Lederer (Linke) nämlich die neuen nun geltenden Corona-Regeln für Berlin, die viele Lockerungen beinhalten. Vor allem Gastwirte und Einzelhändler könnender  aufatmen.

Denn ab Freitag, den 4. Juni, braucht niemand mehr einen negativen Corona-Test vorzuweisen, um shoppen zu gehen oder die Außengastronomie zu nutzen.
„Wir konnten die Inzidenzen so deutlich senken, wie es wenige erwartet haben“, sagte Müller. „Es ist uns gut gelungen durch die eineinhalb Jahre zu kommen“. Die Berliner Regierung nahm für sich also in Anspruch, die Zahlen gesenkt zu haben.

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Kommentare ( 32 )

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Walter Eiden
4 Monate her

Es hat seine Propagandamision erfüllt! Die Medien berichten 24/7 und es werden für viel Geld Notfallkrankenhäuser erbaut. Das muss es sich um eine Pandemie epischen Ausmaßes handeln!

JamesBond
4 Monate her

Da sieht man wie überlastet unser Gesundheitssystem war und wie von Spahn und Konsorten gelogen wird dass sich die Balken biegen. Freiheitsentzug warum nochmal? Wegen der Überlastung des Gesundheitssystems? Diese Regierung gehört vor ein Gericht!

AJMazurek
4 Monate her

Die Phantomklinik hat in der Außenwirkung ihr Ziel erreicht, nämlich Panik zu schüren, wie der Amtseid der Kanzlernden, Vertrauen vorzutäuschen.

Korner
4 Monate her

Die Üblichen werden auch da wieder ihren Schnitte gemacht haben. Der Berliner Sumpf müsste wirklich mal auffliegen. Seit Schütz-Zeiten wird dort betrogen und abgegriffen, was das Zeug hält. Nur dadurch, dass keiner kontrolliert, konnte dieser korrupte Sump entstehen.

eifelerjong
4 Monate her

„Wir konnten die Inzidenzen so deutlich senken, wie es wenige erwartet haben“, sagte Müller. „Es ist uns gut gelungen durch die eineinhalb Jahre zu kommen“.
WIR….nix konntet IHR!
Die „Sankta Inzidenzia“, ein politisches Konstrukt jenseits von medizinischer Aussagekraft, einzig erdacht, Panikstimmung am Kochen zu halten.
Welch ein Phrasendrescher und Schwätzer.

Hannibal ante portas
4 Monate her

Ich war vom allerersten Tage an schärfster Gegner der ganzen Lockdowns, trotzdem stelle ich die potenzielle Gefahr nicht in Frage und würde jetzt in dieser Phase dieses Notfallkrankenhaus noch nicht abbauen. Wie die Situation in der nächsten Wintersaison aussieht, kann man einfach noch nicht absehen ( gerade auch international ). KEINE PANIK VERBREITEN, aber doch verantwortungsvoll handeln: die Anschaffungskosten wurden schon getätigt und die laufenden Kosten sind in diesen Zeiten zumindest über den nächsten Winter meiner Meinung nach vertretbar. Bezüglich des Bedienungspersonals sollte man im Fall der Fälle an die Bundeswehrsanis denken. Nicht optimal, aber die aufwendige künstliche Beatmung wird… Mehr

Simrim
4 Monate her
Antworten an  Hannibal ante portas

Vielleicht haben Sie in einer gewissen Weise recht: was ist wenn die Befürchtungen mancher Wissenschaftler wahr werden und die mit dem genetisch veränderten Immunsystem (Geimpften) bei Aufeinandertreffen mit einem Wildvirus dann eben doch Probleme bekommen (Zitokynsturm)…?

Hannibal ante portas
4 Monate her
Antworten an  Simrim

Auch dies sollte man zumindest nicht ganz außer Acht lassen ( wenn schon mal die Kapazitäten geschaffen wurden).

Anti-Merkel
4 Monate her
Antworten an  Hannibal ante portas

Das würde ich ähnlich sehen (irgendwann kommt evtl. einmal eine wirkliche Pandemie), wenn da nicht die Tatsache wäre, dass das die Corona-Klinik in den Messehallen aufgebaut ist — die werden (hoffentlich!) wieder für etwas anderes gebraucht, wenn die Merkelkratie nicht auch noch am Lockdown bei Inzidenzen unter 10 festhält (und falls überhaupt Aussteller die Panikmache überlebt haben – die Insolvenzwelle kommt ja noch, weil die Insolvenzverschleppung gestundet wurde).

elly
4 Monate her

erinnert mich stark an die vielen Flüchtlingsheime, die aus dem Boden gestampft wurden, für die überzogene Mieten vereinbart und die nie genutzt wurden. Immer wenn eine Krise ausgerufen wird, dann schmeißen alle Politiker ab Kommunalebene das Geld zum Fenster raus. Geld, das für die Daseinsvorsorge angeblich fehlt. In dem konkreten Fall haben sie das Geld der gesetzlichen Krankenkassen verschwendet. 2020:“Der Beschluss legt fest, dass die entstehenden wirtschaftlichen Folgen für die Krankenhäuser seitens der gesetzlichen Krankenkassen ausgeglichen werden. Keine Klinik werde durch die Maßnahmen ins Defizit kommen. Es werde auch einen Bonus für jedes Intensivbett geben, das zusätzlich provisorisch geschaffen und… Mehr

bkkopp
4 Monate her

Das Projekt war wahrscheinlich aus der Hysterie geboren und überflüssig. Es ist nicht auszuschließen, dass es auch mit reichlich Amigo-Schmiere zustande gekommen ist. Amüsant ist die Bezeichnung von “ physischen Intensivbetten“ und “ betreibbaren Intensivbetten „. Seit wir die Debatte über die Intensivkapazitäten haben war es immer Unsinn die “ physischen Betten“ überhaupt zu zählen. Wurde aber systemimmanent immer getan, weshalb sehr viel Streit über das Thema unsinnig war, und bis in die jüngste Zeit auch noch ist.

Soder
4 Monate her
Antworten an  bkkopp

Das Projekt war wohl ein Teil der Inszenierung zur Panikmache. Ich erinnere mich an eine Szene, in der Steinmeier in der „C-Notfallklinik“ die Maske abnahm, als er meinte die Kameras sind schon abgeschaltet.

Susa
4 Monate her

„Corona in Berlin vorbei“? Schön wär`s! Maskenpflicht?! Sogar weiterhin die Kaffeefilter! Auch in der Außengastronomie dürfen nur 5 verschiedene „Haushalte“ zusammensitzen … Für Sport in der Halle und im Fitnessstudio werden Termin und Test nötig, für die ohnehin auf 10 Personen beschränkten Gruppen … Als voriges Jahr im Juni die Fitnessstudios und Sporthallen wieder aufmachen durften, gab es wenigstens noch keine Testpflicht. Es ist also „schlimmer“ geworden! Z. B. eine Sportgruppe von 8 (getesteten) Leuten, die traditionell anschließend noch auf ein Bier in eine Außenkneipe geht – darf das nicht, weil 3 Leute zuviel. Voriges Jahr im Juni ging das… Mehr

Last edited 4 Monate her by Susa
Rachel
4 Monate her
Antworten an  Susa

Korrekt. Man hat jetzt im Prinzip eine Stunde Vorlauf, um sich testen zu lassen und auf das Ergebnis zu warten. Dadurch wird es für Berufstätige schwer, zum Sport zu gehen. Mal abgesehen davon, dass man ja einen der heißbegehrten Termine erhaschen muss, und zeitnah dazu, einen Testtermin.
Letztes Jahr war es schon ätzend, zumal Gruppen anfangs auf 7 beschränkt waren, unabhängig von der Raumgröße, komplette Idiotie.
Diesmal ist es noch schlimmer.

Susa
4 Monate her
Antworten an  Rachel

Ja, es ist so nervig und sinnlos! Dabei gab es vorigen Sommer keine „Infektionsherde“, die aus Fitnessstudios gekommen wären. Freizeitsport machen eh nur die gesünderen, fitten und auch tendenziell jüngeren Leute, außerdem wurden die ganzen Hygienemaßnahmen eingehalten. Von der enorm wichtigen Wirkung des Freizeitsports für die „Volksgesundheit“ mal ganz zu schweigen. Eigentlich hätten Fitnessstudios überhaupt nie schließen müssen, erst recht nicht ein zweites Mal ab November. Aber daran sieht man deutlich, dass es in Wirklichkeit nie um die Gesundheit der Bevölkerung gegangen ist. Ich leide so dermaßen unter der 7-monatigen Schließung meines Fitnessstudios, denn alle meine chronischen Rückenleiden, die ich… Mehr

Blackbird
4 Monate her

Ich finde, diese Art von Kritik aus ex post-Sicht ist wohlfeil. Im Nachhinein kann man leicht sagen, dieses Notfall-Krankenhaus hätte es nicht gebraucht. Vor einem Jahr konnte jedoch niemand vorhersagen, ob es zu einer Überlastung der festen Krankenhauskapazitäten infolge der Pandemie kommen würde. Wäre eine solche aber eingetreten und das Land Berlin hätte auf ein zusätzliches Behelfskrankenhaus verzichtet, so würde an dieser Stelle vermutlich eine unverantwortliche mangelnde Vorsorge kritisiert werden. Wenn es um Menschenleben geht, dann – da sind wir uns vermutlich alle einig – sind pekuniäre Kosten zweitrangig. Regierende machen sicher viele Fehler, aber eben nicht nur. Und es… Mehr

elly
4 Monate her
Antworten an  Blackbird

Doch auch schon vor einem Jahr konnten alle wissen, dass die bestehenden Kapazitäten in den Kliniken in der Summe Deutschlands ausreichen. Außer Lauterbach, der nur Schreckgespenster an die Wand malte und noch immer malt.

Blackbird
4 Monate her
Antworten an  elly

Ich wusste das nicht, aber offenbar verfüge ich nicht über die Hellsichtigkeit und Expertise vieler Foristen hier. Vielleicht sollte sich der ein oder andere als Politikberater bewerben, denn prophetische Gaben sind im Leben und in der Politik Gold wert. Ich bin übrigens weder ein Freund von Panikmache in Sachen Corona-Virus noch von SPD-Lauterbach, doch „in my humble opinion“ war die frühzeitige Bereitstellung von Notkapazitäten für die Intensivbehandlung in der Millionenstadt Berlin aus ex ante-Sicht eine richtige und politisch verantwortungsvolle Entscheidung.

Simrim
4 Monate her
Antworten an  Blackbird

Eine Bereitstellung von Notkapazitäten bei flächiger Minderauslastung notfallmedizinischer Versorgung ist Ressourcenverschwendung. Weshalb wurden bspw nicht in der Grippesaison 2017/2018 Notfallkrankenhäuser errichtet bei deutlich mehr Fallzahlen. Dieses Krankenhaus war einfach Bestandteil der dramaturgischen Inszenierung!

Danton
4 Monate her
Antworten an  Blackbird

Jedes Milchmädchen hätte ihnen eine andere Rechnung aufgemacht nach dem ersten Lockdown, mit dem berühmten R-Wert. Haben sie nicht beobachten können das die Politik von Anfang an dilletantisch vorging? Haben sie das wirklich verdrängen können mit dem unsagbaren PCR Test, mit den völlig verrückten Inzidenzen, mit den unbrauchbaren Masken, mit der sinnlosen Panikmache, haben sie nicht mitbekommen wie gelogen wurde von Lauterbach, Wieler, Drosten und der WHO? Sie haben sich nicht mit der Materie beschäftigt, haben sich nicht den Kritikern gestellt, haben den ganzen Fachärzten die diese Hysterie verurteilt haben kein Gehör geschenkt. Die Entscheidungen der Politik waren eine Dummheit… Mehr

Susa
4 Monate her
Antworten an  Blackbird

Mit Hellsichtigkeit hat das nichts zu tun. Einfach mal die Scheuklappen abnehmen und sich außerhalb der Mainstream-Medien informieren, denn dort haben Fachleute von Anfang an über die Corona-Panikmache aufgeklärt und versucht aufzurütteln. Nur wurden sie vom Mainstream in aggressiver Weise als unseriös ausgeschlossen und diskreditiert. Dr. Wodarg hat von Anfang an seriös und nachvollziehbar gezeigt, dass es keinen Grund für diese überzogenen Maßnahmen gibt. Er hat u. a. jahrzehntelange Erfahrung im Bereich der Aufklärung von Korruption im Gesundheitswesen. Einfach mal die Arte-Dokumentation „Profiteure der Angst“ anschauen. Nicht so naiv sein, zu glauben, der Politik ginge es um die Gesundheit der… Mehr

Last edited 4 Monate her by Susa
Michael M.
4 Monate her
Antworten an  Blackbird

Ja ne ist klar Blackbird, zusätzliche Betten für teuer Geld bereitstellen, obwohl man nicht einmal für die bereits vorhandenen ausreichend Personal hat, ist also in ihren Augen politisch verantwortungsvoll?!
Scheinbar wissen Sie wirklich so einiges nicht, oder wollen es nicht wissen und oder wahrhaben.

Ulrich
4 Monate her
Antworten an  Blackbird

Dieses Notfall-Krankenhaus verdient noch im Nachhinein einen treffenden Namen: „Potemkin-Klink“. Denn mehr war es von Anfang an nicht. Selbst für den Fall, dass die Berliner Kliniken „Land unter“ gemeldet hätten, Man hätte die Patienten dort sich selbst überlassen müssen, weil schlicht kein qualifiziertes Personal vorhanden war und ist. Die deutsche Variante einer Triage. „Bundeswehr-Sani“, da hätten es auch Führerscheinbesitzer mit Ersthelfer-Nachweis sein können.