42 Prozent der mittelständischen Unternehmen fürchten Bedrohung ihrer Existenz

Eine Umfrage des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft BVMW offenbart große Sorgen bei den Unternehmen angesichts der extrem steigenden Energiekosten – und den Ruf nach Steuererleichterungen.

IMAGO / Klaus W. Schmidt
Umspannwerk der Westnetz GmbH - Niederlassung in Siegburg

Die explodierenden Energiepreise bedrohen viele mittelständische Unternehmen existentiell. Das legt eine Umfrage des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft BVMW nahe, in der 42,36 Prozent von 853 befragten Unternehmen angaben, dass die Energiepreise ihre Existenz gefährden würden, wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichten. 72,5 Prozent der befragten Unternehmen sagen, dass sie unter den derzeitigen Preisen für Energie leiden.

Eine deutliche Mehrheit von 88,64 Prozent der Befragten sprach sich für staatliche Maßnahmen zur Energiepreissenkung aus. Rund zwei Drittel der Unternehmen fordern etwa eine Steuersenkung oder Steuerbefreiung auf Energie. Aber auch ein gemeinsamer Einkauf von Energie durch die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (44,3 Prozent) sowie Energiekostenzuschüsse (41,4 Prozent) fordern viele Unternehmen. Rund jedes vierte Unternehmen wünsche sich eine Preisdifferenzierung für energieintensive Branchen.

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Kommentare ( 11 )

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Teide
1 Monat her

Für die großen hat sich das Jammern schon gelohnt.
Die EU-Kommission erlaubt Deutschland angesichts hoher Energiekosten die Entlastung energieintensiver Industrien in Höhe von 27,5 Mrd. Euro. Zuvor hatte die Kommission einer Entlastung der Verbraucher durch Aussetzung der Mehrwertsteuer auf Gas eine Absage erteilt.“
Für die Bevölkerung wird nichts besser. Die müssen sogar noch bezahlen.

Dorn
1 Monat her

Wenn diese 42% eine so große Bedrohung sehen|fühlen, warum gehen sie nicht mit ihren Angestellten gesammelt demonstrieren vor dem Reichstagsgebäude? Berlin hat sich gebeugt vor schwänzenden, hüpfenden Schulkindern. Was könnten dann hunderttausende Erwachsene in Berlin erst erreichen?

kasimir
1 Monat her

Wahrscheinlich werden sich viele Mittelständler -soweit möglich- sich gen Osten orientieren.
Wir hier im Süden Österreichs haben viele Firmenverlagerungen nach Ungarn bzw. Slowenien: billiger Strom, billigere Arbeitskräfte.
Könnte mir vorstellen, daß ostdeutsche Firmen aus Sachsen oder Brandenburg sich dann eher nach Polen oder Tschechien orientieren. Die Nachbarländer freut’s…es ist so gewollt.

Alfonso
1 Monat her

Bundesverbands mittelständische Wirtschaft BVMW offenbart: 42 Prozent der mittelständischen Unternehmen fürchten Bedrohung ihrer Existenz“

  • Damit verkündet und bestätigt der BVMW, dass er als berufsständische Interessenvertretung die letzten 16 Jahre geschlafen hat.
Max Anders
1 Monat her

Jeder Ökonom, der rechnen kann, zählt eins und eins zusammen und geht in Deckung, wenn massive Preissteigerung auf drastisch sinkende Kaufkraft trifft.
Wenn dem ganz normalen Familienhaushalt durch steigende Energiepreise (Gas, Strom, Kraftstoffe zum pendeln auf Arbeit), steigende Lebensmittelpreise, steigende Gebühren (die anderen sind ja auch alle klamm) einfach mal so bis zu einem Viertel des Haushaltseinkommens abgezogen wird, dann werden das alle Branchen zu spüren bekommen. Vor allem, wenn wie bei Tourismus und Gastronomie jetzt schon kaum eine Verhältnismäßigkeit mehr besteht.

GeWe
1 Monat her

t-online meldet am 22.08.2022: Energieabhängigkeit – Russlands großer Bluff „Luftaufnahmen der Nasa legen nahe, dass Russland bereits seit Juni Gas verbrennen muss…. Es ist daher fraglich, ob Russland die Lieferungen nach Deutschland noch weiter reduziert. Würde noch weniger Erdgas durch die Nord Stream 1 nach Europa fließen, würde sich Russland nicht nur dem Risiko von empfindlichen Vertragsstrafen aussetzen – es hat auch schlicht nicht die Kapazitäten, noch mehr Erdgas zwischenzuspeichern….. Ein Grund zur Freude ist das für den Westen aber kaum. Denn das Abfackeln des Gases bläst große Mengen schwarzen Kohlenstoffs (!) in die Luft, der das Schmelzen von Schnee und… Mehr

Hieronymus Bosch
1 Monat her
Antworten an  GeWe

Der Punkt ist, dass die jetzige Regierung keinen Plan hat. Der Transport von Flüssiggas aus Kanada ist viel zu teuer und wird sich nicht realisieren lassen. Die Produktion von Grünem Wasserstoff verschlingt selbst viel Energie und ist wenig umweltfreundlich. Habeck redet über Potemkinsche Dörfer und bläst Zukunftsmusik, die keiner hören will, weil sie diesen Winter ohnehin nicht weiterhilft. Entscheidend werden die Spotmärkte sein und die sind gerade wieder außer Rand und Band!

Kassandra
1 Monat her
Antworten an  Hieronymus Bosch

Die haben den Dekarbonisierungsplan von Schellnhuber, den schon Merkel mit Akribie verfolgte. Und wenn die Ampel daran weiter festhält, wird es für uns alle nicht gut ausgehen. Übel finde ich, dass insbesondere Habeck – aber eigentlich alle Grünen, ihre inzwischen sichtbar verfehlte Politik auch noch anderen Staatsmännern in die Schuhe schieben wollen und damit diplomatische Verwicklungen zu unseren Lasten verursachen. Bei einer außer Rand und Band geratenen Außenministerin, die auf Energie aus Russland für immer verzichten will sowie Sanktionen u.a. auf Turbinen ist es ein Wunder, dass in D überhaupt noch GAS aus Russland ankommt! Alles selbst gemacht von unseren… Mehr

Last edited 1 Monat her by Kassandra
Sonny
1 Monat her

So lange die Subventionen a l l e n Menschen in Deutschland zugute kommt: Einverstanden.
Sollen aber die privaten Menschen dafür bluten, dass die Unternehmen am Leben erhalten werden, bin ich dagegen.
Wenn wir schon untergehen, dann alle zusammen oder keiner.

Teide
1 Monat her

Eine Umfrage des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft BVMW offenbart große Sorgen bei den Unternehmen angesichts der extrem steigenden Energiekosten – und den Ruf nach Steuererleichterungen.“
Nach Steuererleichterungen wird gerufen. Keine Forderung diese ruinöse Politik zu beenden.
Genau so sind wir in diese Lage gekommen.

Kassandra
1 Monat her
Antworten an  Teide

Bei Corona hat man ihnen mit „Hilfen“ auch derart den Mund gestopft, so dass sie alles mitgemacht haben.
Ich kann nicht verstehen, dass die Unternehmer betriebswirtschaftliches Denken so wenig auf die Volkswirtschaft umsetzen können um endlich zu erkennen, dass hinsichtlich Subventionen wie Steuererleichterungen schon längst Schluss mit lustig sein muss!
Insbesondere da 2022 erneut die Anzahl der zuziehenden Kostgänger bereits jetzt bei ca. 2 Millionen jungen Männern liegen soll.