INSA-Chef Binkert: Für die CDU liegen Sieg und Niederlage beieinander

Der vermeintliche Wahlsieger Hendrik Wüst von der CDU hat sich vielleicht zu früh gefreut. Denn er braucht die Grünen – und für die wäre es hochgefährlich, wenn sie die Ampel in Berlin durch ein schwarzgrünes Bündnis in Düsseldorf konterkarieren, sagt INSA-Chef Hermann Binkert.

 

Die CDU hat zwar in Nordrhein-Westfalen zugelegt – aber könnte trotzdem das Amt des Ministerpräsidenten verlieren. Denn die Wähler der Grünen wollen die Ampel, und nicht Schwarz-Grün. Es wäre für die Grünen hochgefährlich, wenn sie die Ampel in Berlin durch ein schwarzgrünes Bündnis in Düsseldorf konterkarieren. Das sagt Hermann Binkert, Gründer und Geschäftsführer des Meinungsforschungsinstituts INSA im Gespräch mit Roland Tichy.

Die Grünen hätten es geschafft, ihre eher pazifistischen Mitglieder und Anhänger davon zu überzeugen, dass die Ukraine auch mit schweren Waffen unterstützt werden müsse. Diese Klarheit fehle bei der SPD. Die Konflikte innerhalb der SPD zwischen denen, die die Ukraine massiv unterstützen wollen und jene, die an der alten Putin-Verbindung festhalten, blockieren Olaf Scholz. Er wirkt unentschieden.

Die FDP verliert in der Ampel. Der Grund ist, dass die FDP-Wähler eigentlich eine schwarz-grün-gelbe Koalition wünschen. Sie verliert in der Ampel, weil sie dort zu geringes Profil zeigen kann und letztlich eine linke Mehrheit unterstützt.

Ein TE-Leser schreibt dazu: „Wenn man grüne Politik unbedingt will, wählt man das Original, aber nicht eine vergrünte Fahne im Wind. Und wer keine grüne Politik will, kann die AfD wählen oder, wenn er das nicht möchte, gar nicht oder mit Bauchgrimmen die deutlich angegrünte CDU, die immer noch von einem Konservativismus zehrt, den sie aber nicht mehr hat.“

Den Verlust der AfD begründet Binkert damit, dass die Wähler von der Partei Regierungshandeln verlangen. Da die AfD aber davon ausgegrenzt wird, ist sie für viele Wähler uninteressant. Für künftige Erfolge müsse die AfD eine Machtoption und Regierungsbeteiligung anbieten.

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Kommentare ( 31 )

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Petra G
2 Jahre her

Sorry, aber das ist genau der Grund, warum ich INSA Umfragen nicht weiter traue, wie ich spucken kann. 18,2% der Wählerstimmen, resultieren aus einer Wahlbeteiligung von 55%, zu einem „grandiosen Wahlsieg“ umzumünzen, ist ÖR-Mainstream Niveau! Nicht die Grünen schaffen es, ihre Positionen als die „Richtigen und Guten“ herauszustellen, sondern die willfährigen Medien und es ist dem extremen, politischen, Linksruck in Deutschland geschuldet. Bei der BTW 2021 haben 85,2% der Wähler, respektive bei der NRW Wahl, 81,8% der Wähler die Grünen NICHT gewählt. Berücksichtigt man die Wahlbeteiligung, BTW= 76,6%, NRW Wahl= 55%, dann haben die Grünen, bei Ihrem ach so tollen… Mehr

Sabine K.
2 Jahre her

Haben in NRW nicht schon 16jährige wählen dürfen? Das wären die, die sowieso schon in den Schulen von den Lehrern auf Grün gepolt werden. Und greift die Infantilisierung der Gesellschaft nicht schon länger um sich?
Um es kurz zu machen: Kindergarten wählt Kindergarten. Deshalb die große Sympathie für Politiker wie Annalena B. und Robert H.

Richy
2 Jahre her

Bis vor 2011 war ich recht überzeugter CDU-Wähler und merkte bis dahin nicht, wie die Merkel diese ehemals konservative Partei immer mehr in Richtung rot-grün führte. Jetzt kann ich mich nur noch schadenfroh freuen, wenn diese Partei mit samt ihren Merkel-Anhängern (was macht eigentlich Merz) immer mehr an Bedeutung verliert. Sie kann nur noch überleben, wenn sie sich immer mehr den Grünen annähert oder sie sogar überholt (siehe SH mit Günther und der Prien, die vermutlich als Agentin der Grünen in der CDU die Weichen dafür stellt). Die Ampel ist für mich unwählbar, die Linken erst recht nicht. Bliebe als… Mehr

Edmund Burke
2 Jahre her

An sich hat Daniel Günther in Schleswig-Holstein ja schon vorgeführt warum es mit einer konservativen oder einfach nur nicht-linken / nicht-grünen Partei in der Berliner Republik nichts wird: Die Konservativen glauben ja nicht mehr an sich selbst, ein Günther geht trotz gewonnener Wahl eine Dreiparteienkoalition ein, auch wenn er gar nicht muss. Und Merz, mitnichten ein Konservativer, jedenfalls nach den Standards der 80er und 90er Jahre, weiss gar nicht welche Themen er besetzen muss, obwohl’s an Steilvorlagen nicht mangelt: Ein Energie-wunschdenken das die Gesetze der Thermodynamik ignoriert, drohende Deindustrialisierung durch eben jene Energiepolitik, grassierte Staatsquote durch Fantasieministerien die wirklich keiner… Mehr

RMPetersen
2 Jahre her

Das mehr Wähler ausgerechnet diejenige Partei pushen, die maßgeblich für die Verteuerung von Lebensmitteln und Energie verantwortlich ist, erstaunt dann doch.
In der Corona-Zeit haben die Wähler den Schwenk zur Gentechnik mitgemacht, dann von den US-kritischen Pazifisten zu gehorsamen Russlandhassern.
Bemerkenswert. Ich beginne, die Macht der Propaganda zu bewundern.

Th. Radl
2 Jahre her

Zunächst: „Von Absturz der SPD kann man nicht wirklich reden“… beim schlechtesten Landtagswahlergebnis ever, wie heute in der Glotze von den Qualitätsjournalisten mehrfach erwähnt wurde. Der ist schon nicht schlecht – so als Treppenwitz! Vielleicht sollte man die Zahlen auch mal von einer anderen Sicht aus betrachten: Ständig von ein paar Prozentpunkte runter oder zweistellige Prozentpunkte hoch, das sind scheinbar beeindruckende Zahlen, aber beeindrucken die auch, wenn man bei Zuwachs und Verlust mal die absoluten Zahlen danebenstellt? Ich wette, ohne das ausgerechnet zu haben, dass sich diese Zahlen dann zusätzlich ein wenig relativieren und der Wahlerfolg der Grünen deutlich weniger… Mehr

Last edited 2 Jahre her by Th. Radl
Der Klartexter
2 Jahre her

Bei einer Wahlbeteiligung von unter 55 Prozent im wichtigsten Industrieland Deutschlands den Parteien überhaupt die Legitimation für eine Regierungsbildung zu erteilen kommt einem Treppenwitz gleich. Angesichts derartiger nicht mehr repräsentativer Wahlbeteiligungen haben alle Parteien nur eine gesetzgeberische Aufgabe: Endlich eine Wahlpflicht einzuführen! Und dann am besten überall neu wählen!

Lesterkwelle
2 Jahre her
Antworten an  Der Klartexter

Eine Wahlpflicht einzuführen wäre ein absoluter Unsinn! Da keine realen Alternativen zu den bestehenden Altparteien exististieren, bliebe den unzufriedenen Bürgern nur die Möglichkeit, einen leeren oder ungültig gemachten Stimmzettel abzugeben. Das soll die Beteiligung erhöhen? Und dazu noch mehr Kontrolle, noch mehr Überwachung und noch mehr Strafen oder Bussgeldern??? Am besten noch mit Umerziehungslagern wie in China!

Der Klartexter
2 Jahre her
Antworten an  Lesterkwelle

Schwachsinn! Seit wann gibt es keine Alternativen? Mir fallen mit AfD, Freie Wähler und Basis auf Anhieb drei Parteien ein. Jetzt ist es doch so, dass nur die alten Leute (aus Gewohnheit), die hardcore-Ideologen und die jungen Leute (leider noch ohne die nötige Lebenserfahrung) wählen gehen. Der Rest macht einen auf Protest (in dem er zu Hause bleibt) oder hat mit den heutigen Politikern längst abgeschlossen und verweigert deshalb den Gang zur Urne.

Wuehlmaus
2 Jahre her

Ich als ehemaliger AfDler bin entsetzt, was da stellenweise für den Ukrainekriegverharmlosungen von Amtsinhabern kommen. Nicht von allen, aber so einigen. Das ist für mich unwählbar.

H. Hoffmeister
2 Jahre her
Antworten an  Wuehlmaus

Ja, beim Putinkrieg verstehe ich die AfD-Position nicht, bei vielen anderen Themen ist die AfD die letzte Bastion gesunden Menschenverstandes in der Parteienlandschaft

Kampfkater1969
2 Jahre her
Antworten an  Wuehlmaus

Wenn man die Informationen über den Ukrainekrieg aus den Mainstreammedien bezieht, kann man zu solchen Schlüssen kommen. Meine Frage hier mit Bitte um eine Antwort: Warum halten sich im Stahlwerk von Mariopol Zivilisten auf? Warum wird dieser Haufen Schrott so fanatisch verteidigt? Was ist dieses Stahlwerk in Wirklichkeit und was wird da versteckt? Wie ist es möglich, so dauerhaft sich in diesem Kessel verteidigen zu können? Stimmt es, dass in den von den Russen beanspruchten Gebieten den dort Lebenden von der ukrainischen Regierung derart hohe Ökosteuern auf Gas und Heizöl verlangt wurde, dass diesen der Verbrauch unmöglich gemacht wurde? Stimmt… Mehr

Anja W.
2 Jahre her

Die Mehrheit der Bevölkerung in NRW will Rot-Grün. Deshalb wird sich die FDP „aus staatspolitischer Verantwortung“ und um den Wählerwillen zu erfüllen, letztlich der Ampel beugen und mit SPD und Grünen gehen. Besser als ganz unterzugehen. Sie wird sich dann mit zwei Ministerposten und weiteren Privilegien zufriedengeben. Vielleicht gibt es dann eine Annäherung von CDU und AfD in der Opposition, denn nur mit einem nicht-linken Koalitionspartner kann die CDU als stärkste Kraft ihre Ziele durchsetzen. 1976 konnte Helmut Kohl und die CDU mit über 48% keine Regierung gegen SPD-FDP bilden.

augustderstarke
2 Jahre her
Antworten an  Anja W.

„Mehrheit der Bevölkerung in NRW will Rot-Grün.“ Das stimmt ja nun nicht –
die Mehrheit der Wahlberechtigten ist dieser „Wahl“ ferngeblieben. Übrigens
halte ich es mit Tucholskys Satz:“Wenn Wahlen etwas verändern würden,
wären sie längst verboten.“

Querdenker_Techn
2 Jahre her

Für die Grünen ist Jamaika den Wählern nicht vermittelbar, die FDP schwindet mit der Ampel in NRW in der Versenkung. Auch ohne Ampel in NRW wird e s für die FDP schwer, wohingegen die ideologischen Wähler der Grünen eine Jamaika Koalition mit weniger Verlusten bestrafen würden. Außerdem können sich dieGrünen Verluste eher leisten, es sei denn sie wollen die FDP bewusst schädigen, um die Führung zu übernehmen.