Bei Illner: Die letzten Tage von Friedrich Merz als Kanzler

Friedrich Merz hat in den eigenen Reihen keinen Rückhalt mehr. In Mecklenburg-Vorpommern droht der CDU ein Desaster. Als Sprecherin der Partei hat es Franziska Hoppermann zurzeit nicht leicht. Dabei ist sie kommunikativ genauso unbegabt wie der Kanzler. Bei Illner reiht sie inhaltsleere Textbausteine aneinander. Von Fabian Kramer

Screenprint: ZDF / Maybrit Illner

Für Bundeskanzler Friedrich Merz wird der kommende Wahlsonntag ein Thriller mit ungewissem Ausgang. Die Autorität des Kanzlers ist auf einem historischen Tiefststand. Wenn die CDU in Mecklenburg-Vorpommern baden geht, ist Merz die längste Zeit Kanzler gewesen. Zwar stützen ihn die amtierenden CDU-Ministerpräsidenten noch, doch die Unterstützung ist einzig und allein dem Wahlkampf geschuldet. Die Messer sind längst gewetzt. Ein unter der Woche veröffentlichtes Brieflein der CDU-Ministerpräsidenten ohne wirkliche inhaltliche Substanz ist mehr als Abschiedsbrief an den Kanzler zu werten als Zeichen von Rückhalt für Friedrich Merz.

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Doch die persönliche Krise von Friedrich Merz ist auch eine Krise seiner Partei. Es drängt sich aktuell einfach kein CDU-Mann als Kanzler auf. Die CDU-Länderchefs haben alle nicht das politische Format, um sofort das Ruder herumzureißen. Wegen des Personalmangels in der CDU sitzt Merz im Moment überhaupt noch im Kanzleramt. An diesem Donnerstag thematisiert Maybrit Illner in ihrer Talkrunde die Not des Kanzlers. Unter anderem sitzt die CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann in der Runde. Als Sprecherin der Partei hat sie im Moment keine leichte Aufgabe.

Allerdings kommt für Hoppermann erschwerend hinzu, dass sie kommunikativ ungefähr genauso begabt ist wie Friedrich Merz. Die CDU befindet sich in einer schweren Krise und Hoppermann reiht bei Illner einen inhaltsleeren Textbaustein an den nächsten. Bei der CDU herrscht nicht nur im Kanzleramt personeller Notstand. Die Sendung offenbart einmal mehr, dass die Kanzlerschaft von Friedrich Merz an ein Verfallsdatum gekommen ist.

Wer sagt es Friedrich?

Wann die CDU Friedrich Merz den Weg in die Rente ebnet, ist noch offen. Dass es aber bald sein wird, steht so gut wie fest. Noch will die Partei an Merz festhalten, aber der Wahlsonntag naht und damit das politische Unheil. „Friedrich Merz muss bleiben, weil wir geschlossen nach vorne gehen müssen“, erklärte die CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann in der Sendung. Schlimmer kann man die desolate Lage von Friedrich Merz eigentlich rhetorisch gar nicht schildern. Statt irgendwelche argumentativen Worte zu wählen, wieso Merz der richtige Mann für Deutschland ist, verfällt Hoppermann schon mit ihren ersten Worten in den Phrasen-Modus.

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Ihre nichtssagende Aussage passt perfekt zum Communique der CDU-Ministerpräsidenten, die in ihr Unterstützer-Brieflein noch nicht einmal den Namen von Friedrich Merz geschrieben haben. „Man braucht nicht zwingend den Namen von Merz“, meint Hoppermann dazu. Es ist allerdings nicht schlüssig, wieso ein Brief ohne Adressaten dann ein Unterstützerbrief sein soll? Selbstredend ist der Brief ohne jegliche Absicht der Unterstützung für Friedrich Merz verfasst worden. Es ist mehr eine schriftliche Feuerpause bis Sonntag. Ohne den Namen von Friedrich Merz fehlt dem Brieflein jegliche Glaubwürdigkeit.

„Der Kanzler muss hoffen, dass das Ergebnis am Sonntag nicht zu brutal wird“, analysiert Journalist Gordon Repinski richtig. Falls der Sonntag für die CDU in die Hose ginge, würde der Kanzler von den Ministerpräsidenten zum Rückzug aufgefordert werden, so Repinski. Gegen diese These hat Franziska Hoppermann natürlich Einwände. „Personaldebatten bringen uns nicht weiter“, meint sie hilflos.„Es geht darum, gemeinsam Geschlossenheit zu zeigen“, ergänzt sie.

Die Wahl in MeckPomm droht zum CDU-Desaster zu werden

An der Ostseeküste läuft den CDU-Parteimitgliedern seit Tagen der kalte Angstschweiß den Rücken herunter. Der CDU droht der Auszug aus dem Schweriner Landtag. Die Umfragen verheißen nichts Gutes. SPD-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig fährt erfolgreich einen Anti-AfD-Wahlkampf auf Kosten der anderen Parteien. Die CDU wird zwischen Schwesig und der AfD zerrieben. „Manuela Schwesig macht es auf Kosten der Beschlüsse der eigenen Partei und der Parteien der demokratischen Mitte“, beklagt Hoppermann. „Das Land muss verantwortungsvoll aus der Mitte regiert werden“, meint sie.

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Von der politischen Mitte kann bei der CDU in Mecklenburg-Vorpommern keine Rede mehr sein. Allenfalls auf den Wahlplakaten mit Fischbrötchen steht der Belag bzw. die CDU noch für die Mitte. Gordon Repinski von Politico rechnet knallhart mit Hoppermanns Jammer-Arie ab. „Sie brauchen die CDU in Schwerin nicht“, stellt er faktisch korrekt dar. Weder Manuela Schwesig noch die AfD könnten allein mit der CDU das Bundesland regieren. Schwesig ist den Umfragen zufolge auf die CDU nicht angewiesen und könnte eine linke Mehrheit mit Grünen und Linkspartei bilden. Mit der AfD will die CDU nicht zusammenarbeiten und selbst wenn, würde es nicht reichen für AfD und CDU.

Die Absage an die AfD hält Repinski für einen strategischen Fehler. Man könne keine Wähler mobilisieren, weil man die Zusammenarbeit mit der AfD ausschließen würde, so der Journalist. In der Tat kann die CDU nicht von einem Lagerwahlkampf profitieren, weil sie in kein Lager passt. Stück für Stück knabbern die AfD und die Schwesig-SPD die Prozente der CDU ab.

Seit 1945 ist die CDU in jedem Bundesland durchgehend im Landtag vertreten. In Mecklenburg-Vorpommern droht ein historisches Debakel. Selbst wenn die CDU mit fünf, sechs oder sieben Prozent ins Schweriner Parlament einzieht, ist es das schlechteste CDU-Ergebnis jemals. Von dieser Wahl wird sich weder Friedrich Merz noch die Partei schnell erholen können. In der nächsten Woche könnte es zu Turbulenzen in der CDU kommen. Die Ministerpräsidenten mit Ambitionen lauern schon, um Friedrich Merz zu stürzen.


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Kommentare ( 2 )

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RandolfderZweite
23 Minuten her

Nichts gegen den Text und den möglichen Fall des Kanzlers, aber letztendlich ist es egal, was auf Bundesebene passiert- politisch ändern wird sich nichts! Ob Wüst, Günther oder wer auch immer: Wir werden weiterhin schlecht und gegen die Interessen des Bürgers regiert!

Michael Palusch
31 Minuten her

Erfolgreicher Anti-AfD Wahlkampf? Was bringt denn Schwesig so überzeugend Neues, dass ein reiner Anti-AfD Wahlkampf, der bislang überall voll in die Hose ging, nun plötzlich erfolgreich sein soll?
Man sollte sich lieber fragen, ob die märchenhaften Zugewinne in den Umfragen von 7-9 Prozentpunkte für die SPD innerhalb der letzten 14 Tage wirklich einem „erfolgreichen“ Anti-AfD Wahlkampf -einem Anti-AfD Wahlkampf, bei dem die AfD praktisch NICHTS verliert- geschuldet sind oder ob sich für diesen überraschenden Umfrageumschwung auch andere Interpretationen anbieten.

Last edited 18 Minuten her by Michael Palusch