Brantner-gefährlich: Grüne Freak-Show macht Angst

Warum die Grünen weggewählt wurden? Warum sie so wenig zu melden haben? Warum ihnen höchstens ihre Oppositionsrolle ein paar Pluspunkte bringt? Antworten auf diese Fragen gibt das Sommerinterview mit der Co-Parteivorsitzenden Franziska Brantner. Ein grüner Overkill in 20 Minuten.

picture alliance/dpa | Christoph Soeder
Franziska Brantner (l), Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, und Anna Engelke, stellvertretende Leiterin des ARD-Hauptstadtstudios

Schon in der Vor-Ort-Reportage, die dem Interviewblock vorangeht, wird deutlich, in welch prekärer Situation sich die Grünen befinden. Gommern, Sachsen-Anhalt. Da steht ein Felix Banaszak am Soft-Eisstand, um einem „Ossi-Eingeborenen“ eine kleine Köstlichkeit zu zapfen. „Ich bin von den Grünen. Wir sind, äh, ein bisschen unterwegs und wir wollten mal ein bisschen, äh, mal raus aus der Geschäftsstelle und mal ein bisschen unter Leute kommen.“

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Das Gestammel hat einen Grund. Im Osten des Landes kennt kaum einer die Grünen, und wer sie kennt, mag sie nicht. „Die Grünen machen noch mehr kaputt wie das, was sie aufbauen“, sagt ein anderer Eingeborener, der seinen Namen lieber nicht verraten will, wie das ARD-Team enttäuscht erwähnt. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk rangiert hier wohl ebenfalls auf Grünen-Niveau.

Dass Banaszak immerhin Co-Parteichef ist, weiß hier niemand. Und die fast vollständig bedruckte Spitzenkandidatin, deren Namen wir leider vergessen haben, kennt erst recht keiner. Obwohl sie ihre bunten Tattoos regelmäßig mit Verve durch TikTok wedelt.

„Ach so!“ kommentiert Gerhard Schulz gelangweilt die Kurzvorstellung des Grünen. Der Eingeborene mit dem gründiagnostizierten Eisbedarf greift den Becher und legt los. Er kritisiert die Aufnahme von 800.000 Ukrainern in Deutschland. „Die Hälfte davon arbeitet nicht. Warum sind die nicht zu Hause?“ Banaszak tut so, als hätte er nichts gehört und steckt dem Mann ein Löffelchen ins Eis. „Früher habe ich immer links gewählt oder SPD“, sagt Schulz. „Is nicht mehr.“ Was er heute wählt, verrät das kleine, trostlose Filmchen nicht.

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Es dürften wohl kaum die Grünen sein. Und damit das so bleibt, dafür gibt nun eine weitere Co-Parteichefin ihr Bestes. Franziska Brantner sitzt im Studio und soll sich zwanzig Minuten lang im Sommerinterview erklären. Das tut sie so enthusiastisch und bisweilen derart überambitioniert, dass am Ende vermutlich jeder Zuschauer versteht, was Schulz mit „Is nicht mehr“ gemeint hat.

Klar, der Wahlkampf im Osten sei für die Grünen „herausfordernd“, sagt Brantner. In den neuen Bundesländern hat die Partei nur etwa 15.000 Mitglieder, nicht einmal zehn Prozent der Gesamtzahl. „Die Menschen stehen nicht mit der Sonnenblume am Rand und warten auf uns“, erklärt Brantner. Aber die Partei sei „stark vor Ort und präsent“, denn „am Ende geht es um die Wurst, dass wir in den Landtag einziehen“.

Wie sie das machen will? Man wolle „kämpfen dafür, dass die Energie günstig vor Ort nutzbar ist“. Wie das zu schaffen sein soll angesichts all der Steuern und Abgaben, mit denen vor allem die Grünen die Energie erst so unendlich teuer gemacht haben, verrät sich nicht. Und die Moderatorin Anna Engelke fragt auch nicht nach.

Die stellvertretende Studioleiterin im ARD-Hauptstadtstudio, die kaum einer kennt, will von Brantner wissen, warum die so unbekannt ist. „Weniger als die Hälfte der Deutschen kennt sie. Das sind 43 Prozent“, sagt Engelke. Habeck habe 63 Prozent geschafft. Wie sei diese „Habeck-Lücke“ zu füllen? „Ich will ja auch jetzt nicht Fernsehstar werden“, antwortet Brantner.

Es könnten Konversationen wie diese sein, die erklären, warum beide Frauen so ein Schattendasein fristen.

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Doch Brantner kann auch Eigenlob: „Ich bin verlässlich, ich bin ehrlich, ich bin bestimmt nicht diejenige die am schrillsten ist. Ich bin auch nicht diejenige, die allen alles verspricht wie Herr Merz“, sagt sie selbstbewusst. Sie strahlt über beide Backen, gibt sich überoptimistisch. Sie ist erkennbar froh, dass die Grünen überhaupt noch in ein Sommerinterview eingeladen werden.

Dann verspricht sie: „Ich glaube an Deutschland, ich möchte dass wir besser sind, ich glaub’, dass wir da mehr draus machen können.“

Oh, danke, aber nein danke, möchte man in sein Empfangsgerät rufen. Was die Grünen bisher aus Deutschland gemacht haben, reicht uns eigentlich schon.

Doch es geht weiter. Cem Özdemir, der sich im Wahlkampf in Baden-Württemberg überraschend deutlich von seiner Partei distanzierte, sie nicht einmal auf dem Plakat erwähnte, dieser Cem und die Franziska, „wir haben ja auch viel gemeinsam. Wir wissen, dass mehr geht. Und jetzt müssen wir den Weg für die Menschen, die da schon anpacken, freiräumen.“

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Die hohlen Phrasen stopft sie sogleich mit grüner Wolle. Es gehe um entscheidende Fragen: Wann werde endlich der Verbrenner gekillt und die Elektromobilität vorangebracht. „Sind wir bereit in Deutschland, endlich die neuen Technologien mal anzunehmen, voranzubringen?“ fragt Brantner. „Die Technologien kommen aus China. Und wir schützen uns nicht mal vor China.“

Ob sie sich über die hohen Spritpreise freue, will Engelke wissen. Brantner kann sich ein Lächeln nicht verkneifen. „Sprit 5 Mark“ war früher ein Spruch der Grünen, Heute liegen wir längst darüber. Dann gibt sich die Grüne demonstrativ zerknirscht: „Es ist tragisch zu sehen, dass wir in den Abhängigkeiten immer noch so stark sind von den Fossilen, vom Öl.“ Aber „das Tragischste“ sei, dass die Bundesrepublik stattdessen die Wärmepumpe „wegkicke“, die doch nicht nur Heizung, sondern auch Klimaanlage sei. Die Regierung sei schuld, weil sie „alles tut, um die neuen Technologien auszubremsen“.

Anbiederung an den (grünen) deutschen Mann

Warum sich die Partei so sehr an das neue Zielobjekt Mann ranwirft, will die Moderatorin wissen. Und lässt wieder den Herrn Banaszak einspielen. Der lobpreist Männer mit buntlackierten Nägeln, die „pumpen gehen“ und nach dem Motto leben: „Sei kein Arschloch.“ Brantner findet das knorke. Die Frage sei doch, „welche Rollenbilder wir noch immer aufbrechen müssen“. Es gebe eben verschiedene Männerbilder – „zum Glück ja immer mehrere“ – und das Thema dürfe man keinesfalls der AfD überlassen, die dort auf Stimmenfang gehe. „Mich treibt es um, dass wir so viel Zulauf haben zur AfD, sagt Brantner und frohlockt: „Bei uns seid Ihr willkommen!“

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Dass die Grünen dem Kanzler der zweiten Wahl das Ende der Schuldenbremse ermöglichten, das findet Brantner toll: „Ich mag mir nicht vorstellen, wie Putin, wie andere, sich freuen würden, wenn wir es nicht gemacht hätten.“ Deshalb sei sie „sehr froh, dass wir es mit ermöglicht haben, dass unser Land investieren kann. Aber es macht mich wütend und fassungslos, was die Regierung mit diesen Geldern macht. Sie ballert es raus für irgendwelche Wahlgeschenke, schiebt es von links nach rechts.“ Man müsse es doch „vor allem sorgfältiger ausgeben, europäischer ausgeben“. Was sie damit meint, bleibt offen.

Dass den Bundesbürgern die staatlichen Zinsbelastungen demnächst über den Kopf wachsen werden, ist der Grünen nur ein Schulterzucken wert. Engelke rechnet vor: Im kommenden Jahr 40 Millliarden für Zinszahlungen des Bundes und im Jahr 2029 bereits 80 Milliarden. All das werde „jungen Leuten um den Hals gehängt“. Brantner will all die Investitionen und die Zinsen „bald wieder aus dem Bundeshaushalt bestreiten, nicht aus Schulden“. Wie das gehen soll, verrät sie nicht.

Das Interview endet so trostlos und perspektivlos wie die Reportage zuvor. Dort hieß es mit Blick auf den Wahlkampfstand: „Die Grünen wollten auch in Gommern sichtbar sein. Sind an diesem Nachmittag aber weitgehend unter sich geblieben.“

Es steht halt niemand mehr mit einer Sonnenblume am Straßenrand und wartet auf grüne Kriegs- und vermeintliche Finanzexperten. Diese Zeiten sind vorbei.

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Kommentare ( 73 )

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73 Comments
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humerd
2 Stunden her

Frau Brantner war Staatsekretärin im Wirtschaftsministerium von Robert Habeck

andreas
4 Stunden her

Das ist die Frau, die im Bundestag sagte, man müsse nicht lesen können, um BT Abgeordneterin (oder so) zu werden. Was die wohl für einen Doktortitel hat und wie der erreicht wurde!

T. Pratchett
4 Stunden her

Ich glaube Franz Josef Strauß hat es mal so formuliert: „Man muss sich die Gestalten nur ansehen…“

jensberndt
4 Stunden her

Ich erinnere mich an den Spruch eines Herrn Trittin über die Mehrkosten beim EEG, dass diese so viel kosten würden wie eine Kugel Eis. Und dann stellt sich dieser Versager an einen Eisstand. Mittlerweile müsste Herr Banalschack jedem, der vorbeikommt, eine Eismaschine schenken.

niezeit
10 Stunden her

Das Gefährlichste an den Grünen ist ihr tief verinnerlichter Wille zum Müßiggang, mit dem sie bequeme, sichere und einträgliche Posten bekleiden möchten. Sie wollen sich einer ergebnis- und marktorientierten Arbeit entziehen. Mit diesem fehlenden Leistungsethos stellen sie einen ebenso verlockenden wie verderblichen Einfluss auf unsere unerfahrenen Kinder dar, welche durch Vorbild zu hartnäckiger Arbeit erzogen werden müssen. Letzteres klingt natürlich „reaktionär“, spiegelt aber die realistischen Herausforderungen einer rekordverschuldeten Bundesrepublik in einer multipolaren Welt wider.

H.Steinke
10 Stunden her

Die Kugel Eis aus grüner Hand – mit besten Grüßen an Herrn
Trittin !
Hans Steinke
P.S. Ja, ja, ich weiß, Softeis macht nur selten Kugeln.

DDRforever
11 Stunden her

Es reicht diese Dame und ihresgleichen anzuschauen. Da greift der alte Witz, wollen sie in den Urlaub fahren, A mit ihrer Ehefrau, Antwort B,B.

Michi Wetter
12 Stunden her

In Österreich ist es wahrlich faszinierend, mit welche Ideen die Grünen daher kommen. Aber wenn wir nach D blicken, dann fragen wir uns ernsthaft, ob diese Gestalten echt sind. Ob nicht gerade Kabarett läuft oder ganz große Ironie. Wahnsinn, was es für Menschen gibt und noch wahnsinniger, dass solche tatsächlich in Parlamente gewählt werden. Sagt auch einges über den Zustand der Gesellschaft.

Pieter Ries
14 Stunden her

Warum nur scheint die Frau jahrelang immer mit dem Kopf so gegen den Briefkasten geknallt zu sein, dass ihr selbst der Sesamstrassen Jingle intellektuell nicht zugänglich gewesen ist: denn dem ganzen Geschwurbel ist nicht zu entnehmen, wer wie was machen darf.
Wie sagte König Pinocchio: Nörgler einfach mal wegtreten!

Laurenz
15 Stunden her

In meinen jungen Jahren hätte ich Brantner ganz gewiß von der Bettkante gestoßen.

verblichene Rose
3 Stunden her
Antworten an  Laurenz

Und in meinen alten Jahren habe ich nichtmal mehr solche Assoziationen!