Kaum ein Politiker hat die Deutschen jemals so pauschal und so übel beleidigt wie Bärbel Bas mit ihrem „Einheitsbraun“. Jetzt sitzt sie bei Miosga. Doch was erfährt der Zuschauer? Nichts dazu. Stattdessen bekommt er den heißen Tipp, im Stau doch ruhig mal die Verkehrsregeln zu brechen. Von Brunhilde Plog
Screenprint: ARD / Caren Miosga
Nach dem legendären Habeck-Schmuse-„Interview“ setzt die Miosga-Sendung mit Bärbel Bas (SPD) auf der nach unten offenen Unterwerfungs-Skala neue Duftmarken. Selten haben sich zwei Frauen im deutschen Fernsehen eindrucksvoller selbst entlarvt als die gelernte Nachrichtensprecherin und die Bundesministerin mit Hauptschulabschluss, Brandstifter-Diplom und Meisterbrief in politischer Provokation. Es fehlt nur noch, dass Miosga wissen will, ob Bas in der Küche eher Schlappen oder Stiefel trägt. So wie bei Robby.
Zunächst darf sich Bas elegisch darüber beschweren, dass sie wegen ihrer dauernden Entgleisungen dauernd Gegenwind erhält. Sie nennt es natürlich „Angriffe“, und schuld seien vor allem die bösen sozialen Netzwerke, völlig klar. Sie werde „übrigens auch als Frau“ angefeindet, und bekomme „Hassmeldungen“ wegen ihres Äußeren. Vor ihrem Bürgerdialog habe sogar die AfD demonstriert, „weil sie diese Position, dass ich für eine vielfältige Gesellschaft stehe, für die Demokratie, eben auch als Feindbild für ihre Arbeit sieht“.
Miosga holt den hammerharten Wattebausch raus: „Wie gehen Sie damit um?“ will sie wissen. Eine Frage wie ein Donnerkeil. Die überdimensionalen, schlaff herunterhängenden Knoten in ihren Blusenärmeln passen heute gut zu ihren Fragen, die wie immer sorgsam auf einem Stapel Spickzettel notiert sind. Miosga ist so sehr bemüht, Bas als irgendwie menschlich, sympathisch, verletzlich zu inszenieren, dass bereits das bloße Zuschauen unter die Genfer Folterkonvention fällt.
Auf ihrem Kuschel-Buckel-Eideidei-Kurs verfällt Miosga bisweilen sogar ins blanke Baerbocken. Sie erinnert tränendrüsendrückend daran, dass Bas von „Männern in Maßzügen“ ausgelacht worden sei (Grüße an die Deutsche Bahn!), oder dass man sich über ihren „Hauptabschulschluss“ lustig mache (aber wohl erst ab Schulschluss).
Doch es kommt noch schlimmer: Denn was folgt, ist intellektuelles Waterboarding. Ministerin Bas zieht inhaltlich völlig blank, was in der direkten Konfrontation mit zwei Fachleuten auch nicht mehr wegzuknuddeln ist. Moritz Schularick, Präsident des Kiel Instituts für Weltwirtschaft, und Journalist Daniel Friedrich Sturm (Tagesspiegel) konfrontieren die Ministerin mit Fakten und Versäumnissen. Schularick zählt 520 verschiedene Sozialleistungen auf, die es endlich auszudünnen gelte. Deutschland habe „ein System geschaffen, in dem es sich immer weniger lohnt, zu arbeiten“. Das Land fahre gerade „auf eine Wand zu“, es sei „Schiffbruch auf Ansage“. Sturm beklagt eine „Bewahrerin des Status quo“ und erläutert: „Wir haben ein Bruttoinlandsprodukt auf dem Niveau von 2019.“ Bas kann all dem nichts entgegensetzen.
Wie es kommt, dass die SPD in den vergangenen 40 Jahren fast immer mit an der Macht war, die Probleme aber nicht kleiner, sondern ständig größer werden, ist zwar Miosga eine Frage wert, aber Bas keinerlei Antwort. Sie freut sich lieber, dass sie zugleich Partei-Co-Vorsitzende und Ministerin ist, denn so habe sie „die Macht, auch etwas durchzusetzen“. Natürlich sei das „ein Spagat, gar keine Frage“, und man mag sich gar nicht vorstellen, wie sie einen solchen versucht.
Sie erzählt es trotzdem: „Für mich ist der Spagat, zu sagen: Was will die SPD, wenn sie SPD pur ist, und wie ist der Weg zum Kompromiss. Was bleibt von diesen hundert Prozent SPD – 50 Prozent, 60, 70 oder 80 – in einem Kompromiss übrig.“
Der Vorwurf, sie würde ständig Reformen blockieren und „Dinge aufhalten“, sei völlig falsch, sagt Bas, denn – aufgemerkt – „das mache ich aber auch mit Grund, warum ich viele Dinge auch diskutiere, aufhalte, wie auch immer“. Man muss wohl nicht verstehen, warum sie etwas tut, was sie gar nicht tut. Dass sie der Regierung jüngst attestierte, sie habe keinen Plan, obwohl sie selbst dieser Regierung angehört, daran kann sie auch nichts Schlimmes finden: „Ich kann ja nicht immer sagen, dass alles toll ist.“ Dennoch werde sie sich mausern: „Vor allem will ich auch mittlerweile Zuversicht verbreiten. Da will ich auch gern an mir arbeiten.“
Laber-Rhabarber heute im großen Sommer Sale bis Tasche voll. Alles, was „einheitsbraun“ ist, muss raus. Besser gesagt, draußen bleiben. Kritische Nachfragen in dieser Richtung bleiben bei Miosga völlig aus. Und das, obwohl es genau diese Entgleisung war, mit der Bärbel Bas erst vor wenigen Tagen ganz Deutschland und sogar die eigene Partei gegen sich aufbrachte. Dem eigenen Volk zu unterstellen, es sei mehrheitlich „einheitsbraun“, also nationalsozialistisch geprägt, könnte in der Sendung zumindest angerissen werden. Stattdessen darf Bas munter weiter rumrhabarbern.
Miosga lässt ein uraltes Interview aus dem Jahr 1993 einspielen, in dem die junge Bärbel den Revoluzzer gibt. Sie schaut sich selbst hocherfreut zu und sagt dann allen Ernstes, das sei ja die Zeit gewesen, als Gerhard Schröder die Agenda 2010 vorbereitet habe. Frau Ministerin scheint nicht nur mit der Gegenwart so ihre Probleme zu haben, sondern auch mit der Vergangenheit.
Für die Zukunft verspricht sie eine Steuerreform mit „deutlichen“ Entlastungen. Und wie deutlich werden die wohl sein? „Mindestens 500 Euro im Jahr“, sagt Bas. Also gut 40 Euro im Monat. Freuen wir uns darauf.
Ach ja, die SPD werde eher als technokratisch wahrgenommen, sagt Bas noch, und leider nicht mehr als der Kämpfer für den kleinen Mann. Dabei werfe sich die Partei doch wie ein Recke in den Ring: „Wir wollen die Transformation schaffen Richtung Wasserstoff, wir wollen klimafreundlich produzieren. Das ist ’ne Zukunftsperspektive, und die Beschäftigten haben das auch gut gefunden.“ Doch plötzlich gebe es „wieder ’ne Diskussion: Macht das überhaupt Sinn. Die wollen uns da an der Stelle auch kämpfen sehen.“ Glaubt sie. Immer noch.
Dass der Weltklimarat seine eigene Panik-Hypothese vom menschengemachten Klimawandel gerade selbst als „unplausibel“ zurückgezogen hat, ist bei Bas bisher nicht angekommen. Bei Miosga auch nicht. Dass damit alle ruinösen Klimaschutzmaßnahmen und Luftbesteuerungen, alle Benzinverfluchungen und Elektro-Lobpreisungen obsolet sind und sofort gestrichen werden müssten – kein Thema bei Miosga.
Stattdessen noch ein Schmankerl: „Gehören Sie eigentlich zu diesen Motorradfahrerinnen, die bei Stau sich durch die Autoschlangen hindurchschlängeln?“, will die Investigativ-Nachrichtensprecherin wissen.
Bas: „Ja, das muss man!“
Miosga: „Wie, das muss man? Das darf man doch nicht.“
Bas: „Natürlich! Wenn die Maschine heiß wird… Ich muss Fahrtwind haben. Deswegen, jeder Autofahrer: Bitte Platz machen, wenn Motorradfahrer kommen. Wir müssen da durch.“
Miosga: „Ich dachte, das sei nicht erlaubt.“
Bas: „Äh, doch … Ich weiß es nicht, ehrlicherweise. Das liegt wirklich daran, weil die Maschine im Stau heiß wird. Und nicht alle haben ’ne Luftkühlung. Und bevor eine Maschine anfängt zu brennen, sollte man gucken, dass man tatsächlich weiterkommen kann, und man sollte sich dann Wege suchen …“
Was Bas meint, ist Wasserkühlung. Ihre Harley ist luftgekühlt. Und was sie da tut, gilt in Deutschland als unzulässiges Rechtsüberholen (§ 5 StVO), weil es gegen die Spurbindung (§ 7 StVO) verstößt. Macht 100 Euro Bußgeld und einen Punkt in Flensburg.





Sie müssenangemeldet sein um einen Kommentar oder eine Antwort schreiben zu können
Bitte loggen Sie sich ein
„„wieder ’ne Diskussion: Macht das überhaupt Sinn. Die wollen uns da an der Stelle auch kämpfen sehen.“
Niemand hat die Absicht, die SPD kämpfen sehen zu wollen.
Es geht einzig und allein darum, sie loszuwerden.
Frau Bas fährt also ein sauteures Hubraummonster, das alles mögliche ist, aber ganz sicher nicht umweltfreundlich, denn es stösst pro Kilometer mehr CO2 aus, als ein kleiner, moderner Hybrid-Pkw., mit dem übrigens meist vier Personen und Kleinkram transportiert werden können…!
PS: Was ist eine „gelernte Nachrichtensprecherin“?
Frau Miosga hat ihren Job übrigens angeblich von der Pike auf gelernt. Allerdings über den klassischen (?) Weg des Learning-by-Doing-Journalismus. Da ist es doch schon ziemlich lobenswert, daß sie sich auch noch ein wenig in der StVO auskennt, oder?
Bas, ein Sinnbild für unsere Politikerklasse. Was versteht sie die Demokratie und ihre Aufgabe darin, was versteht sie den Rechtsstaat, was versteht sie berechtigte Kritik? Da wäre ja Denkleistung gefragt und nicht Parolen rausdrücken.
Was für einen Job würde jemand wie sie „in der freien Wildbahn“ erhalten?
Hallo!? Hat niemand mit Hauptschulabschluss und wohlgemerkt abgeschlossener Berufsausbildung das Recht Minister zu werden? Ist ihnen ein Olaf Scholz sympathischer? Eine Frau v.d.L und so weiter? Es gibt m.E. mehr studierte Versager in der Regierung als nicht akademische Versager. Denn jeder normale Mensch weiß, dass am Ende des Geldes noch sehr viel Monat übrig sein kann. Außer Funktionäre, die dieses Phänomen anscheinend nicht kennen. Da sind sich dann wieder alle einig. Die Karriere dieser Leute habe sie den Parteien zu verdanken und nicht ihrer Lebensleistung. Wer in Deutschland was werden will, muss sich eben Charakter abgewöhnen! Das ist die Krux… Mehr
Die rote Bärbel ist vermutlich intelektuell noch etwas zurück geblieben indem sie noch in alten Kategorien des Klassenkampfes denkt und handelt und dabei ist sie nicht allein, denn in dieser Angelegenheit wird sie noch unterstützt von alten Kampfgeschwadern und da sind auch noch weitere Namen wie Esken, Faeser oder die leise Barley als Reverenz zu nennen, die alle im gleichen Geist handeln und bestimmt nichts gutes zu erwarten wäre, würde man sie von der Leine nehmen, von den Hardcore-Grünen mal ganz abgesehen, die bereits die Grenze der Zumutbarkeit überschritten haben. Sie alle zusammen haben im Laufe der Jahre Deutschland zu… Mehr
Naja gut Intellektuell ist Bärbel ein Leuchtturm aber ein Fritz oder all die anderen Politschauspieler der Einheitspartei müssen sich da nicht gross hinter verstecken…
Wenn man dachte, dass es intellektuell nach der Trampolinspringerin, der Strassenmusikantin oder dem Märchenonkel, (von Pseudoarzt will ich gar nicht erst anfangen) nicht hätte schlimmer werden können…
Schlimmer geht halt doch immer…
Gut dank dieser Koryphäen wird sich die SPD in S-A komplett verabschieden… darum muss man froh sein, dass es solche Persönlichkeiten gerade gibt… was wäre wenn diese Darsteller auch nur einen Hauch von dem verstünden was sie tun…
> Dass der Weltklimarat seine eigene Panik-Hypothese vom menschengemachten Klimawandel gerade selbst als „unplausibel“ zurückgezogen hat, ist bei Bas bisher nicht angekommen. Bei Miosga auch nicht.
Aha. Sollte man nicht lieber Medien zitieren, wo so etwas ankommt? >>>Die ruhige Sonne: Kommt die Kleine Eiszeit mit minus 1 Grad C bis 2050?<<<
Das ist es, was die SPD unter unbürokratisch versteht: Rechtsbruch, wenn es den eigenen Interessen dient (hier: Kühlung des eigenen Motorrads). Das ist dann ein übergesetzlicher Notstand und es gilt: „Not kennt kein Gebot“. Aber wehe, wenn NichtSPDler sich auf derart unbürokratische Weise verhalten wollten. Man stelle sich vor, es gelänge etwa einem Antifanten, den MdB Stefan Brandner – falls der Motorrad fährt – mit selbigem in einer Rettungsgasse auf der Autobahn zu filmen. Das Video ginge über Indymedia sofort viral und es würde sich ein lautes Geschrei im ökosozialistischen Lager erheben, dass solches Verhalten eine rechtsfeindliche Gesinnung von MdB… Mehr
Das Wort „intellektuell“, selbst in Klammern gesetzt, im Zusammenhang mit dieser Person zu verwenden, halte ich doch für sehr übertrieben. Bas ist das Gesicht des links-grünen Bankrottkartells. Sie repräsentiert die ganze Beschränktheit, mangelnde Bildung, Inkompetenz und Abgehobenheit des links-grünen Altparteienkartells. In einem Land, in dem eine solche Figur in höchste Staatsämter aufsteigen kann, ist am Ende alles möglich, nur leider nichts Gutes. Bas ist die Personifizierung des Offenbarungseids der herrschenden links-grünen Politkaste.
> Kaum ein Politiker hat die Deutschen jemals so pauschal und so übel beleidigt wie Bärbel Bas mit ihrem „Einheitsbraun“.
Wieso, gibt es viel Widerstand, wieder mal Richtung Osten zu marschieren? Letzter Cent geht in einen Staat, der sogar „Verbündete“ angreift: >>>Ukrainische Seedrohnen gefährden die Schifffahrt weit außerhalb des Kriegsgebietes<<< (in Rumänien)
Versprechen eines Weltkriegs binnen 24 Stunden – Wahlen gewonnen. Wenn aber der Krieg verloren wird, heisst es wieder mal „ich habe aber nichts gewusst…“?