Die von der Bundesregierung dekretierte Preisrichtlinie für Tankstellen hat sich erwartungsgemäß als Rohrkrepierer erwiesen. Das ist kein Krisenmanagement, das ist der Gipfel der Inkompetenz. Gleichzeitig ziehen auch über dem Flugverkehr dunkle Wolken auf. Der vorerst letzte Kerosintanker aus dem Persischen Golf erreicht in dieser Woche Rotterdam.
picture alliance / Eibner-Pressefoto | Eibner-Pressefoto/Thomas Hess
Die Politik hat eine neue Routine etabliert. Pünktlich um 12 Uhr mittags steigen nun Tag für Tag die Preise an deutschen Tankstellen. Das Preisdekret der Bundesregierung, ein schnell zusammengeworfener Mechanismus, wirkt wie ein Brandbeschleuniger in der bereits dramatisch angespannten Versorgungslage mit Treibstoffen. Menschen mit rudimentärem ökonomischen Sachverstand wussten bereits zuvor, dass es sich bei der Preisregulierung um politische Schaumschlägerei mit fatalem Resultat handeln würde.
Marktdynamik verkehrt sich so in generelles taktisches Zögern. Grundsätzlich herrscht in der Politik Kopflosigkeit angesichts der realen Verknappung und der sich zuspitzenden Versorgungslage. Hormuz zeigt die Grenzen politischer Notfallpolitik auf.
Die bislang von der Bundesregierung getroffenen Maßnahmen zur Linderung des Preisauftriebs sind klassische politische Camouflage – ein gut eingespieltes Theaterstück für die Öffentlichkeit. Die grundsätzliche Frage nach dem Umgang mit dem Import notwendiger Energie wird nicht vertieft diskutiert. Sechzig Prozent seiner Energie muss Europa aus dem Ausland importieren, um den eigenen Bedarf zu bedienen. Und die sture Haltung gegenüber Russland, dem wichtigsten Energie- und Rohstofflieferanten Europas, wird sich wohl als der fatalste Fehler der europäischen Politik erweisen. Das ist ein Kunststück, trieft diese doch geradezu vor Fehleinschätzungen und ideologisch motivierten wirren Fehlentscheidungen,
EU-Politik eskaliert die gegenwärtige Situation willentlich und wissentlich. Dieser Befund gilt nicht zuletzt für den Import von Kerosin. Die europäische Luftfahrtwirtschaft importiert etwa 40 Prozent ihres Kerosins aus der Region des Persischen Golfs, was die gegenwärtige Lage zu einem unlösbaren Problem macht. Seit Kriegsbeginn hat sich der Kerosinpreis etwa verdoppelt, von 800 auf 1.800 US-Dollar pro Tonne.
Die Tatsache, dass sich die Amerikaner Zeit lassen, die Durchfahrt durch die Straße von Hormuz unter ihre militärische Kontrolle zu bringen, setzt die europäischen Fluggesellschaften unter enormen Druck. Die skandinavische SAS hat bereits 1.000 Flüge im April gestrichen. Auch die Lufthansa bringt mögliche Stilllegungen von Flottenteilen ins Gespräch.
Über den Markt gehedgte, also preislich abgesicherte Airlines könnten den Preisauftrieb noch ein wenig kompensieren – zu ihnen zählt die Lufthansa –, was allerdings nichts an der physischen Knappheit des verfügbaren Kerosins ändert. Europa steht unmittelbar vor einem massiven Kerosin-Ausfall.
Am 9. April erreicht der letzte mit Kerosin beladene Tanker aus dem Persischen Golf Rotterdam; vermutlich werden die bestehenden Reserven für drei bis vier Wochen genügen, um den europäischen Flugbetrieb aufrechtzuerhalten. Wie es danach weitergeht, steht derzeit in den Sternen.
Der europäischen Politik sind angesichts der Zerstörung der Raffineriekapazitäten und der dazugehörigen Infrastruktur im Namen des Green Deal die Hände gebunden. Die Hormuz-Krise wird sich wohl mit aller Macht entladen. Kommt es nicht zu einer schnellen Lösung des Iran-Konflikts, ist ein Ausfall von 40 Prozent des verfügbaren Kerosins schlichtweg nicht zu kompensieren.
Ganz gleich, wie sich die akute Mangellage bei Treibstoffen in den kommenden Wochen in Europa entwickelt: Das Kind ist in den Brunnen gefallen. Der strukturelle Schaden durch die europäische Politik in ihrem manischen Kampf gegen das CO2 wird nun in seiner dramatischen Tiefe sichtbar. Raffineriekapazitäten lassen sich nicht über Nacht wieder aktivieren, und die Welt befindet sich in einem erhitzten Wettkampf um die noch verfügbaren zirkulierenden Treibstoffmengen.
Dass die Preise vorerst weiter steigen werden, ist unvermeidlich; der Kampf der Degrowth-Ideologen gegen individuelle Mobilität, gegen Flugreisen, gegen den Benziner erlebt einen unerwarteten Moment des Triumphes. Für unsere Zivilisation als Ganze ist dies eine Katastrophe – für Individuen, die es sich in der subventionierten Welt nutzloser Ideologen gemütlich gemacht haben, tatsächlich ein Sieg.
Allerdings handelt es sich dabei unbestreitbar um einen Pyrrhussieg, der unsere Ökonomie in Schutt legt.





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Wir werden nach Strich und Faden ver…
Es ist zumindest mehr als genug Flugbenzin vorhanden, um unseren Himmel über Ostern mit unzähligen Streifen und Karomustern zu überziehen. Milchige Schleier, die die Sonne verhängen und meine Bronchien reizen.
Sie vergiften uns. Absichtlich.
So lange in unserer Gegend (Chiemgau) die Schleppflugzeuge, den ganzen Tag, die Segelflieger hochziehen, kann es noch nicht so schlimm sein, auch wenn diese kleinen Flieger mit AVGAS betankt werden.
Hormuz bedroht Luftfahrt? Die Bundesrepublik Deutschland bedroht die Luftfahrt.
In unserer Branche nennen wir das Angstzuschlag.
Wann, ja wann endlich werden die Europäer zu der Erkenntnis kommen, dass die USA nicht nur gegen Russland sondern auch gegen Europa, insbesondere Deutschland, Krieg führt, und dass das was deutsche Politiker machen nicht deutsche Politik ist, sondern praktizierter Hochverrat eines komplett „foreign agent“ infiltrierten Politik Apparats ist, genau wie die EU nicht die Interessen Europas vertritt sondern eine Zweigstelle Washingtons ist mit der die USA Europa durch die Hintertür regiert.
> wann endlich werden die Europäer zu der Erkenntnis kommen, dass die USA nicht nur gegen Russland sondern auch gegen Europa, insbesondere Deutschland, Krieg führt
Man braucht nur hier in den Threads zu lesen – ständig beschimpfen irgendwelche Typen aus Tel Aviv oder USA jeden, der nicht meint, wie sich das USrael wünscht. Es gibt Länder in Westeuropa, wo man sich nicht mehr framen lässt.
Leider fragt sich der Autor nicht, wem ein solches Problem in Deutschland und der EU geopolitiach nutzen würde. Geopolitik ist weiterhin eine Schwäche bei TE.
Schauen wir mal: https://tkp.at/2026/04/06/europa-ohne-oel/
> „… Europa ist nicht auf dem Abstellgleis gelandet. Es wurde dorthin geführt – durch eine Abfolge von Entscheidungen, deren Ergebnis heute sichtbar ist: Nord-Stream-Sprengung, Russland-Sanktionen, Ukraine-Militärhilfe bis zur Selbstentleerung, Hormuz-Schließung durch den Iran-Krieg. Ob diese Abfolge koordiniert war oder ob jedes Glied unabhängig entstand – das Resultat ist eine europäische Wirtschaft ohne günstige Energieversorgung … Wer profitiert? Die USA haben Öl zu verkaufen, Märkte zu erschließen und eine Industrie, die plötzlich konkurrenzfähig ist. … Europa zahlt die Rechnung. Und kauft das Öl der USA. …“
In Österreich funktioniert die max. Preisgestaltung 1x täglich schon seit Jahren bestens.
Aktueller Preis in Österreich Nahe Grenze zu Deutschland 1,76 €/l für Benzin E10.
@AlpenLady:
Was funktioniert, ist wohl eher ein Verzicht auf grüne Luftbesteuerung.
Diese derzeit agierenden Politiker in D. und der Eu sind bis auf ganz wenige Ausnahmen ( Orban als Beispiel ) bar jeder moralischen Kompetenz . Von den den derzeit Kriegführenden Mächten ganz zu schweigen ! Nicht weil sie größtenteils zu dumm sind ( es gibt sicherlich einen gehörigen Prozentsatz darunter – 360 Grad Wende z.B.),ein überwiegend großer Teil ist über ihre Parteien und Institutionen korrumpiert . Es gibt genügend ernsthafte Berichte darüber das nur derjenige in der Politik weiter nach oben kommt der einen gewissen Faktor an Korrumpierbarkeit aufweisen kann . Nur so kann er „ am Laufen ,auf der… Mehr
> ein überwiegend großer Teil ist über ihre Parteien und Institutionen korrumpiert
Man muss noch nachdenken, von wem – letztendlich stehen US-Oligarchen und Läden wie Schwarzer Fels dahinter.
Hm, ich teile die Flüge in vier Kategorien ein, aber das gilt nur für mich selbst, nicht für andere!:
– nötige Dienstreisen (z.B. erstes Kennenlernen eines Großkunden)
– unnötige Dienstreisen (Meeting 27 eines sich gut kennenden Teams, das auch online stattfinden könnte wie bei Covid, aber der Chef will Präsenz)
– nötige Privatreisen (z.B. Gerichtstermin oder Beerdigung eines Verwandten weit weg)
– unnötige Privatreisen (z.B. dieses Jahr machen wir Urlaub in der Dominikanischen Republik statt in Südtirol)
Wenn das anderen Leuten auch so geht, kriegen wir das hin. Ansonsten halt über den Preis wie immer…
> unnötige Privatreisen
Aha. Hiermit erkläre ich Ihre sämtliche Flugurlaube für unnötig – daheim bleiben und auf Video Gretas Reden studieren. Sonst noch Anregungen zur Weltrettung?
Der einzige vernünftige Weg – die beiden bellizistischen Entitäten im Osten fallen lassen und sich mit dem Globalen Osten arrangieren. Viele Tanker werden durch Hormus durchgewunken.
Sich unter den russischen atomaren Schutzschild begeben, die Gaspipelines wieder herstellen, Öl un Rubel oder Yuan kaufen – um endlich mal ganz deutlich zu sehen wo der eigentliche Feind sitzt.
Sie können das halten wie die Dachdecker, mal hoch und mal tief. Meine Flüge nach China über Doha, die ich im Dezember gebucht hatte, mußte ich stornieren dabei hatte ich Glück das ohne finanziellen Verlußt tun zu können. Jetzt fliege ich mit einer chinesischen Airline über Russland hin und zurück. Dazu habe ich die Hotelzimmer für 15 Tage gebucht soll ich alles stornieren um „Solidarität“ mit anderen zu zeigen? Unnötige Flugreisen gibt es nicht, jede hat ihren trifftigen Grund. Ausnahmen natürlich die Vielfliegerpolitiker die ihre „Solidarität“ zeigen in dem sie die Bürger beschimpfen und zum sparen und zum Verzicht aufffordern.… Mehr
„Unnötige Flugreisen gibt es nicht, jede hat ihren trifftigen Grund. Ausnahmen natürlich die Vielfliegerpolitiker die ihre „Solidarität“ zeigen in dem sie die Bürger beschimpfen und zum sparen und zum Verzicht aufffordern.“ 😁
Der Satz gefällt mir! Vielen Dank dafür!
Warum habe ich beim Lesen Ihres Kommentars ein DDR-Deja vu?🤔
Vielen Dank, ich habe auch oft DDRja vu‘s
Der Personentransport in der Luft ist doch wie auf der Straße nur ein Nebenschauplatz. Primär geht es bei sowas doch um den Warentransport.
Mir ist sehr lieb, wenn die Leute Urlaub in der Dominikanischen Repiblik machen anstatt in Südtirol. Dort gibt es eh schon zuviele Touristen.
Wenn die Plebs weniger Auto fahren und fliegen passt denen das doch wunderbar ins Weltbild. Für Dienstwagen und Flugbereitschaft wird sich immer ein Tropfen Sprit finden lassen und dort ist der Preis eh egal. Zahlen ja die Plebs!
Win, win, win!