USA weisen den Weg aus der Alternativlosigkeit

Die Wende der Energiewende in den USA nimmt sichtbar Gestalt an. In Tennessee entsteht ein gigantisches Atomkraftprojekt als amerikanisch-japanisches Gemeinschaftswerk.

picture alliance / Captital Pictures | RS/MPI

In Tennessee und Alabama entsteht Großes. Ein japanisch-amerikanisches Gemeinschaftsprojekt wird in den nächsten fünf Jahren mehrere sogenannte kleine modulare Atomreaktoren (SMR) des Typs BWRX-300 an das Stromnetz bringen. Beinahe ein Prozent der amerikanischen Stromproduktion, etwas mehr als drei Gigawatt, sollen die Reaktoren, die von den Firmen Hitachi und GE Vernova konstruiert werden, dem bestehenden Energiemix hinzufügen.

Ein Wermutstropfen für die Anhänger der reinen Marktlehre: Es handelt sich hierbei um ein hybrides Projekt. Zwar ist der überwiegende Teil privat finanziert, dennoch fließen sowohl Exportunterstützungen auf japanischer Seite als auch Absatzgarantien und Kreditmittel von etwa einem Prozent des Gesamtvolumens aus den USA ein. Unterm Strich bewegt dieses Projekt ein Investitionsvolumen von 40 Milliarden US-Dollar. Es reiht sich ein in die zahlreichen Großprojekte, die in den USA in diesen Wochen größtenteils von der Privatwirtschaft auf die Beine gestellt werden. Große Plattformbetreiber und Tech-Konzerne – Google, Meta oder Microsoft – sind tief involviert in den Aufbau neuer Kernkraftkapazitäten. Sie widerlegen damit vor allem die Mehrheit der deutschen Ideologen, die immer wieder behaupten, die Atomkraft habe keine Zukunft in der Welt.

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Der Nebel hat sich gelichtet. Die Wahrheit liegt unanfechtbar auf dem Tisch. Mit der Sperrung der Straße von Hormuz schloss die Beweisführung, dass Deutschlands Energiewende nicht nur gescheitert ist, sondern Hunderte von Milliarden, wenn nicht Billionen Euro, vernichtet wurden. Wenn das Werk der Ökosozialisten vollendet ist, so müssen wir schließen, dürfte mehr als die Wirtschaftsleistung eines gesamten Jahres in Rauch aufgegangen sein. Es handelt sich dabei um ökonomische Substanz und den Garant unseres Wohlstands. Ein Hinweis darauf, dass der gesellschaftliche Schaden dieser Politik um ein Vielfaches größer ausfällt, als es die nackte Berechnung des Bruttoinlandsprodukts auszuweisen vermag.

Im Sog dieser für jedermann nun auch im Geldbeutel spürbaren Erkenntnis treten eine Reihe fataler Einsichten zutage, die die Lage der Bundesrepublik in ihrer gegenwärtigen Phase sehr gut beschreiben. Da wäre zum einen die erfolgreiche Verengung des öffentlichen Diskurses auf Merkels Prinzip der Alternativlosigkeit. Wie in einem Pyramidensystem, einmal von oben gesetzt, dominierte das Thema des CO2-bedingten Klimawandels nicht nur die Politik. Staatsaffirmative Medien und die eng an den Staat gebundene Konzernlandschaft spielten mit, unterwarfen sich den Regeln und setzten sich an die Spitze der Exekution dieses neuen moralischen Rahmens.

Nach dem Unfall von Fukushima war das Aus der deutschen Kernkraft besiegelt. Zu gefährlich, nicht zukunftsträchtig. Die Zukunft läge in den Energieformen, die nach Aussage der grünen Agitprop-Abteilung keine Rechnung schickten. Nahezu alle Vertreter der Politik schlossen sich diesem intellektuellen Blackout an und besiegelten eine monogenetische Korrektur der Parteien-DNA quer über das Spektrum, das sich heute vor der Brandmauer wiederfindet.

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Der erzählerische Rahmen war gesetzt, und er wurde vom penetranten, omnipräsenten NGO-Wirken tief ins öffentliche Bewusstsein verpflanzt. Eine Schuldkausalität, die jede unserer Handlungen indirekt mit dem vermeintlich brennenden Planeten in Verbindung brachte. Sie half, den Subventions- und Umverteilungsmechanismus zu installieren und die zarteste Kritik am großen Raubzug in einer Melange aus Klimaapokalyptik, Moralinsauce und Infantilismus im Thunberg-Sound zu ertränken.

Dass sich dieser Raubzug durch die produktiven Bereiche unserer Gesellschaft bis auf den heutigen Tag ungebrochen fortsetzt und sogar beschleunigt, spricht Bände über den Zustand unserer Gesellschaft. Es paart sich politische Apathie beim Wähler mit unermesslicher Borniertheit und ideologischer Verdummung in den obersten Führungskreisen dieses Katastrophenregimes.

An die Seite des Flatterstroms soll eine Megastruktur neuer Ersatzgaskraftwerke treten. Die Politik spricht von bis zu 50 dieser Backstops, die verhindern sollen, dass das Land während einer Dunkelflaute buchstäblich ins soziale Chaos stürzt.

Die Statistik ist unbestechlich. Seit 2004 stieg allein in China die Stromproduktion um über 330 Prozent, in den USA im selben Zeitraum um etwa 11 Prozent. Deutschland hingegen hat seit seinem besten Jahr 2021 bereits 13 Prozent an Stromproduktion eingebüßt und ist heute Netto-Importeur. Wohlstand ist das Derivat der Energieproduktion. Wer sich an dieser Stelle selbst beschneidet, begibt sich auf die Reise in die gesellschaftliche Verarmung. Eine historische und eine ökonomische Lektion zugleich, die offensichtlich weder in den Gewerkschaftsseminaren noch in den grünen Thinktanks jemals auch nur angedacht wurde. Es ist hingegen so, dass in den Kreisen der Degrowth-Fantasten Ratio und bürgerliche Werte eine ähnliche Immunabwehr evozieren wie höhere humanistische Bildung.

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In den USA setzte mit Präsident Donald Trump bereits 2016 eine nur kurz durch das Biden-Regime unterbrochene Wende ein: Weg vom europäischen Modell künstlicher Begrenzung der Energieproduktion hin zu einem deregulierten Markt. Von Trumps plakativen Motto »Drill, Baby, Drill« profitieren die Vereinigten Staaten in der gegenwärtigen Krise als Nettoexporteur von Petroleum und Gas. Jenseits des Atlantiks weiß man: Autonome Kontrolle über Energiekapazitäten übersetzt sich spielend in geopolitische Hebel der Macht. Die USA streben nach einem starken Zugriff auf den Energiemarkt, um sich im Ringen mit China, beispielsweise im Bereich der Seltenen Erden, in eine bessere Position zu manövrieren.

Das entstehende Energiemachtkonstrukt der USA, das eine Kontrolle über das venezolanische Öl und schon bald über die Straße von Hormus genauso wie engere Partnerschaften mit den arabischen Energiestaaten umschließt, dürfte die machtvolle Position der USA auf absehbare Zeit konsolidieren.

Während man in Deutschland Krokodilstränen über die geänderte geopolitische Lage vergießt und in Schockstarre auf das Geschehen in Hormus blickt, muss die Frage erlaubt sein: Was ist von einem Regierungschef zu halten, der wie der Bundeskanzler trotz der sichtbar gescheiterten Energiewende die Rückkehr zur Atomkraft ostentativ ablehnt? Merz verkörpert mit maximaler Wucht den verheerenden Ungeist ideologischer Verblendung, die sich in Berlin nur zu oft mit dümmlichem Machtstreben vermengt. Oder genügen weiterhin die Sozialdemokraten, um eine weitere links-ökologistische Koalition auf die Beine zu stellen und das globalistische Projekt Angela Merkels in die Zukunft fortzuschreiben?

Deutschland erweckt in dieser Zeit den Eindruck eines Tümpels, in dem sich sedierte Frösche an den Modergeruch des Ewiggleichen und des Verfalls gewöhnt haben. Den unmittelbar an ihnen vorbeifließenden Frischwasserstrom können sie nicht – oder wollen ihn nicht mehr sehen. Immerhin, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat mit jahrelanger Verzögerung nun registriert, dass im Bereich der Atomkraft Dinge in Bewegung geraten sind.

Medientaktisch, dem etablierten Handbuch Brüssels folgend, reagierte die Deutsche in der vergangenen Woche auf diese Entwicklungen und kündigte Unterstützung durch Brüssel für die bestehenden und geplanten Atomkraftprojekte innerhalb der EU an. Ganz gleich, ob in Frankreich, Polen, Tschechien oder Rumänien und selbst in Italien, wo nun über weitere Investitionen in die Kernkraft nachgedacht wird – der politische Damm ist längst gebrochen. An den Investitionen in die Kernkraft können wir die Bestrebungen der Europäer nachvollziehen, sich ihre nationale Souveränität gegenüber Brüssels grüner Transformationsmaschine zu bewahren.

Es ist offensichtlich: Der technologische Fortschritt wird auch vor den europäischen Utopisten in Brüssel nicht haltmachen. Um der Erosion ihrer Macht entgegenzuwirken, stellte von der Leyen ein Fördertöpfchen von 200 Millionen Euro in Aussicht – ein Scherz vor dem Hintergrund der Hunderten von Milliarden, die im Bereich der grünen Günstlingsökonomie verbrannt werden. Aber von der Leyen unternimmt den Versuch, sich öffentlichkeitswirksam an die Spitze einer Karawane zu stellen, die längst in Bewegung geraten ist. Es ist eine Machtsimulation, keine reale Politik, aber immerhin eine Form indirekter Einsicht in die Tatsache, dass das eigene ideologische, irrationale Wirken den alten Kontinent schon viel zu tief in eine ökonomische Sackgasse gedrängt hat.

Der Einstieg in die hochmodernen Formen der Nuklearkraft, gesteuert über den freien Kapitalmarkt, flankiert durch die Wiedereingliederung des günstigen russischen Gases, um Zeit zu gewinnen, würde die Mauern der Einbahnstraße zerhämmern. Allerdings ist Degrowth-Kanzler Friedrich Merz an diesem Ausweg sichtlich nicht interessiert.

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Kommentare ( 18 )

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E.Frei
4 Minuten her

Mit Hypermoral und realitätsferner Ideologie ist eben keine einzige Kilowattstunde zu gewinnen. Damit macht man keine wertschöpfenden Deals, sondern ist nur geduldet, vorausgesetzt man zückt immer auch das Scheckbuch. Das geht solange gut, wie die Wirtschaft floriert und genug Steuern sprudeln, die der fleißige Arbeiter im Schweiße seines Angesichts erarbeitet und zur Verfügung stellt in der Erwartung, in einem angenehmen Umfeld leben zu können. Jetzt hat man es wohl mit dieser ideologischen Abgehobenheit übertrieben. Wertvolle Ressourcen wurden vernichtet und gleichzeitig Unsummen an Geldern in einen grotesken „Kampf gegen „Desinformation“ gesteckt, um „falsche Meinungen“ zu löschen und seine selbst definierte „Wahrheit“… Mehr

Peter Pascht
54 Minuten her

Alternative? Kein Problem. Im Land der Erfinder des Automobils werden wir in Zukunft in einer Sänfte Reisen auf dem Rücken von Kamelen und im Lande der Entdeckung der Kernspaltung werden wir dann mit Kameldung heizen. Vorteile: Keine Abghängigkeit von russischem und orientalische Erdöl und Erdgas und auch kein Abhängigkeit von seltenen Erden. Aber wir werden unsere eigene Herr’inen haben über unsere nicht vorhandenen Resourcen. Was wir im Überfluss haben ist Dummheit. Aber davon werden unsere Kinder und wir nicht satt. Ist aber ein hervorragendes Eumetikum. Aber wir werden zurieden sein denn „an deutschem Wesen wird die Welt genesen“ Vorsicht, keine… Mehr

Last edited 53 Minuten her by Peter Pascht
MfS-HN-182366
31 Minuten her
Antworten an  Peter Pascht

Ha, ha Herr Pascht, die Kamele kommen aus dem Orient. Dann machen wir uns noch abhängiger, zunächst vom Öl und anschließend auch von Kameldung. Allah sei Dank, nur nichts aus Russland. I gitt!

rainer erich
1 Stunde her

Soweit, so richtig und sehr gut beschreiben. Ich verzichte auf die Frage : “ Und nun „.?. Wie bereits mehrfach erwähnt hilft es, Artikel und Kommentare auf anderen Plattformen zu lesen, auch auf „Insta“, um nach TE wieder in der Realität der Michel zu landen, vorzugsweise der weiblichen Michel übrigens. Eine Ergänzung, die angesichts des Bedarfs zum Handeln , idealerweise eines ganz bestimmten , eher “ unweiblichen “ Handelns, alles andere als überflüssig ist. Wobei die „verwaltenden“ Herren wie Merz dem männlichen Geschlecht nicht unbedingt zur Ehre gereichen. Es wird personell sehr schwierig, mit den “ Füchsen“ in allen Institutionen,… Mehr

Koepenicker
1 Stunde her

„Der Einstieg in die hochmodernen Formen der Nuklearkraft, gesteuert über den freien Kapitalmarkt, …….“

Wie lange würde ein Neubau bis zur Fertigstellung brauchen?
Und welche freien Kapitalmarktakteure hat der Autor in diesem Zusammenhang im Sinn?

Last edited 1 Stunde her by Koepenicker
Dirk Plotz
1 Stunde her

Der Einstieg in die hochmodernen Formen der Nuklearkraft, gesteuert über den freien Kapitalmarkt, flankiert durch die Wiedereingliederung des günstigen russischen Gases, um Zeit zu gewinnen, würde die Mauern der Einbahnstraße zerhämmern. Allerdings ist Degrowth-Kanzler Friedrich Merz an diesem Ausweg sichtlich nicht interessiert. Eine lächerliche Fantasie. Man merkt, der Autor war noch nie in der Nähe von Investmentplanungen. Das Problem in Deutschland ist die Rechtssicherheit. Bereits seit Merkel Ausstieg vom Ausstieg und dem darauf folgenden Wiedereinstieg in den Ausstieg investiert hier niemand mehr in Technologie, die man für Jahrzehnte für einen ROI betreiben muss. Das macht keiner, weil in 4 Jahren… Mehr

PulsarOperator
1 Stunde her

„Wenn das Werk der Ökosozialisten vollendet ist, so müssen wir schließen,…“
Nicht weiter. Der Satz steht für sich. Deutschland hat dann fertig, frei nach Trapattoni

Last edited 1 Stunde her by PulsarOperator
wegmitdenaltparteien
1 Stunde her

„…. flankiert durch die Wiedereingliederung des günstigen russischen Gases, …Allerdings ist Degrowth-Kanzler Friedrich Merz an diesem Ausweg sichtlich nicht interessiert.“

Die Russen denken darüber nach auch die LNG Lieferungen in die EU einzustellen, sowas kommt von sowas, wovon träumen Sie nachts? Deutschland hat es sich mit allen und jedem verscherzt. Wenn Deutschland pleite ist, kringelt sich die halbe Welt vor Schadenfreude.

MfS-HN-182366
16 Minuten her
Antworten an  wegmitdenaltparteien

Warum nicht? Schadenfreude ist die herrlichste Form der Freude. Ich glaube, da ist Deutschland nicht alleine, es gibt noch andere Anwärter wie „die aus Albion kommen“, „die Frösche essen“ und die, „die zuerst schießen und dann fragen“. Abgesehen auch noch von den bösen Nachbarn östlicherseits.

Peter Pascht
1 Stunde her

Sorry, dazu brauchen wir keinen Wegweiser. Wir kenen den Weg von alleine. Der Weg muss blos freigeräumt werden von dem Unrat der da herum liegt, der den Weg versperrt. Oder meint der Autor, wir sollten von Trump lernen wie man Unrat aus dem Weg räumt?

Last edited 1 Stunde her by Peter Pascht
hoho
2 Stunden her

Kumpels von Trum bauen jetzt ein AKW 1.6km unter die Erde, weil das angeblich billiger ist – man muss die teuren Schutzwände nicht bauen. Dass man dabei einige andere Probleme haben kann, interessiert diese Leute gar nicht. Die Deppen vorher haben andere Ideen gehabt (Schwefelverbindungen in die Stratosphäre zu sprühen und Kinder zu kastrieren). Er ist nur korrupt. Ich meine eine Rettung von der korrupten Regime durch noch korrupteren Mann ohne Hemmungen ist keine echte Rettung. Trotzdem feiern hier die Leute als er nie was schlimmes getan hätte. Die Verzweiflung muss echt groß sein. Ich bin natürlich auch verzweifelt aber… Mehr

Guzzi_Cali_2
2 Stunden her

Der Begriff „Volksschädling“ ist ja geschichtlich extrem belastet. Wenn aber ein einzelner Mensch tatsächlich und wissentlich seinem eigenen Volk Schaden zufügt und das, obwohl er in seinem Amtseid das Gegenteil geschworen hat, finde ich diesen Begriff zutreffend. Es scheint bei dem betreffenden Herrn jedoch System zu haben – schließlich hat er ja bisher in allen Punkten das Gegenteil dessen getan, was er vor seiner Wahl versprochen hatte.