Von der einstigen Kanonenboot-Diplomatie des 19. Jahrhunderts zur Lazarettschiff-Politik: US-Präsident Donald Trump kündigt an, ein schwimmendes Großspital der amerikanischen Marine nach Grönland zu entsenden.
picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Seth Wenig
Nach eigenen Angaben auf seinen Social-Media-Kanälen soll das schwimmende Krankenhaus die medizinische Versorgung auf der arktischen Insel verbessern. Konkrete Belege dafür, dass dort ein akuter Versorgungsnotstand herrscht, legte Trump jedoch zunächst nicht vor.
In einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social erklärte der Präsident, das Schiff sei bereits „auf dem Weg“ und werde Menschen helfen, die auf Grönland keine angemessene medizinische Betreuung erhielten. Details zur Mission, zum Zeitplan oder zu Absprachen mit den zuständigen Behörden nannte er nicht. Die Aktion ist politisch heikel, da Grönland zwar weitgehend autonom ist, jedoch weiterhin zum Königreich Dänemark gehört – einem engen Nato-Partner der Vereinigten Staaten.
Die Ankündigung fällt in eine Phase angespannter Beziehungen zwischen Washington und Kopenhagen: Trump hatte in den vergangenen Wochen wiederholt Interesse an der strategisch wichtigen Insel geäußert und sogar mit einer möglichen Annexion gedroht. Diese Aussagen stießen in Europa auf deutliche Kritik und lösten Besorgnis über die Stabilität transatlantischer Beziehungen aus.
Die US-Marine verfügt über zwei große Lazarettschiffe, die in der Vergangenheit vor allem bei Naturkatastrophen eingesetzt wurden. Nach schweren Erdbeben, Hurrikans oder während der Hochphase der Corona-Pandemie dienten die USNS Mercy (T-AH-19) und USNS Comfort (T-AH-20) als mobile Krankenhäuser mit umfangreicher Ausstattung. Jedes dieser Schiffe kann bis zu 1.000 Patienten aufnehmen, es gibt auch 80 Intensivbetten. Allerdings befinden sich im Normalbetrieb nur wenige Besatzungsmitglieder an Bord. Für einen umfassenden Einsatz muss das medizinische Personal erst zusammengestellt und eingeschifft werden – dieser Prozess dauert gewöhnlich mehrere Tage oder Wochen.
Keine Berichte über eine medizinische Krise
Auf Grönland leben 57.000 Menschen auf einem riesigen, dünn besiedelten Gebiet. Für komplexere Behandlungen steht vor allem das Krankenhaus Königin Ingrid in der Hauptstadt Nuuk zur Verfügung. In besonders schwierigen Fällen werden Patientinnen und Patienten regelmäßig nach Dänemark ausgeflogen. Berichte über eine aktuelle medizinische Krise, die den Einsatz eines US-Lazarettschiffs zwingend erforderlich machen würde, sind bislang nicht bekannt geworden.
Unklar ist zudem, ob die geplante Mission mit der dänischen Regierung oder den Behörden in Nuuk abgestimmt wurde. Offizielle Stellungnahmen aus Kopenhagen und Grönland blieben zunächst zurückhaltend. Europäische Partner wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien stellten sich im Grönland-Konflikt bisher demonstrativ hinter Dänemark und betonten die territoriale Integrität des Königreichs.

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Vorschlag: Die USA versorgen uns mit LNG zu Preisen wie der Russe, wir treten dafür den USA bei als weiterer Bundestaat. Etwas Besseres können die uns gar nicht anbieten, zumal Deutsche sind wichtigste ethnische Gruppe in USA – Zahl wächst – WELT – so wächst zusammen, was zusammen gehört.