Der Zensur-Bauplan von Berlin und Brüssel

Berlin und Brüssel ziehen die Schlinge zu. Heraus kristallisiert sich der totale Zensur- und Kontrollstaat. Die exklusive Recherche von Tichys Einblick zeigt, wie viel Brüssel und Berlin bereits umgesetzt haben und was in den letzten Zügen zur Vollendung steht - und jedem Bürger den Mund verbieten und sogar kritische Information verhindern soll.

Die neue Märzausgabe von Tichys Einblick präsentiert eine exklusive Recherche, die den Zensur- und Kontrollbauplan von Berlin und Brüssel erstmals als Gesamtarchitektur sichtbar macht: nicht als Einzelfall, nicht als „Ausrutscher“, sondern als alles durchdringendes Kontrollsystem. Die Recherche zeigt, wie längst umgesetzte Regeln und neue Vorhaben ineinandergreifen, wie Druck und Aufsicht organisiert werden und wie aus der vorgeschobenen Behauptung „Schutz“ eine Praxis entstanden ist und die sich fortsetzt, die Reichweiten steuert, Inhalte verschwinden lässt und Bürger unter Generalverdacht setzt – bis hinein in Kommunikation, Geldflüsse und digitale Öffentlichkeit.

Abweichende Meinungen sind eine Krankheit

Den rhetorischen Startschuss gab EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am 14. Mai 2024 in Kopenhagen: Informationsmanipulation sei wie ein Virus, man müsse „impfen“. Damit werden abweichende Meinungen und neue Informationen als „Krankheit“ abgestempelt, die es zu bekämpfen gelte. Genau diese Impflogik prägt den gesamten durch CDU und CSU gesteuerten Umbau. Es geht nicht mehr um Widerlegung, Streit und Argument, sondern um Vorbeugung, Abschirmung, Risikovermeidung. Begriffe wie „Desinformation“, „Hass“, „Hetze“ oder „Delegitimierung“ werden zu politischen Werkzeugen, mit denen Eingriffe begründet, verstetigt und moralisch aufgeladen werden.

In Deutschland beschleunigen sich die Bestrebungen parallel: Forderungen nach „Qualitätskriterien“ und der Stigmatisierung kritischer Medien zeigen, wie schnell aus Kritik ein Verdachtsrahmen wird. Die Märzausgabe von Tichys Einblick dokumentiert die Gegenposition: Presse- und Meinungsfreiheit dürfen nicht davon abhängen, dass der Staat Inhalte nach „Qualität“ sortiert. Gegen Beleidigungen, Falschbehauptungen oder üble Nachrede existieren längst wirksame Rechtsmittel – ein Wahrheits-TÜV ist kein Schutz, sondern ein Eingriff.

Auf EU-Ebene wird der Hebel dort angesetzt, wo moderne Macht liegt: bei Sichtbarkeit und Verteilung. Wenn Reichweite, Auffindbarkeit und algorithmische Sortierung unter Risiko- und Sanktionsdruck geraten, entsteht keine „Moderation“, sondern Vorsichtslöschung. Wer die Stellschrauben der Verbreitung kontrolliert, muss nicht verbieten – er lässt verschwinden. Ergänzt wird das durch neue Koordinationsmechanismen wie das Europäische Medienfreiheitsgesetz und durch die Regulierung politischer Werbung, die politische Kommunikation auf Plattformen zur Hochrisikozone macht.

Gleichzeitig wächst der Zugriff im Sicherheitsapparat. Innenminister Alexander Dobrindt drängt laut aktuellen Berichten auf neue, „operative Fähigkeiten“ für das Bundesamt für Verfassungsschutz, bis hin zu aktiven Abwehrmaßnahmen gegen hybride Bedrohungen. Damit bekommt der Kontrollbauplan eine neue Schicht: mehr Befugnisse, mehr Zugriff, mehr Infrastruktur.

Die nächsten Schritte sind bereits markiert: Chatkontrolle und ID-Verifikation über Alterskontrollen („Social Media Verbot bis 16“). Ohne Identitätsnachweis kein Verbot – und mit Identitätsnachweis endet Anonymität. Aus „Bist du 16?“ wird „Wer bist du?“; aus freier Rede wird Rede mit Nummer.

Die Märzausgabe von Tichys Einblick legt den vollständigen Bauplan offen: seine Bausteine, seine Behördenwege, seine Druckmittel – und die Mechanik, mit der aus vielen angeblich „gut gemeinten“ Maßnahmen ein Zwangssystem wird, das nicht diskutiert, sondern durchregiert. Der Bauplan für die totale Kontrolle.


Der Zensur-Bauplan von Berlin und Brüssel – in der März-Ausgabe von Tichys Einblick >>>

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Kommentare ( 1 )

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humerd
2 Stunden her

Brauchen wir dafür, also Deutschland, die EU wirklich? Das können wir ganz alleine, siehe MP Daniel Günther
„Hat Daniel Günther die Dinge auseinandergehalten? Die Kammer in Schleswig, die über den Talkshow-Auftritt zu Gericht saß, sagt: ja. Ein wenig misslich für die Richter, dass der Ministerpräsident in Minute 53 der strittigen Sendung ausdrücklich betont, nicht als Bürger im Fernsehstudio zu sitzen, sondern als Ministerpräsident. (…) An der Stelle kommt jetzt die Drei-Körper-Theorie ins Spiel. Das Gericht ist in seiner Weisheit zu dem Entschluss gekommen, in Minute 53 habe Günther als Ministerpräsident gesprochen, danach als Parteipolitiker und Privatperson.“ https://www.focus.de/politik/deutschland/jan-fleischhauer-daniel-guenther-ganz-privat-jetzt-auch-noch-spesenbetrug_2e68c0d7-0765-4421-b4fd-f2995b7e6b3b.html