Als hätte die Krise von Hormuz die Bürger nicht bereits hart genug getroffen, müssen Sie nun auch noch die Häme staatsaffiner Medien über sich ergehen lassen. Für das Handelsblatt ist die Energiekrise eine willkommene Form der Volkspädagogik, ein Motivationsschub mit der Peitsche der Ökosozialisten.
IMAGO, Screenprint Handelsblatt - Collage: TE
Ganz gleich, wie es im Iran-Konflikt und der Straße von Hormuz weitergehen mag: Der massive Anstieg der Spritpreise gewährte einen tiefen Einblick in die Gemütslage und die ideologische Verhärtung staatsaffiner Medien. Als eine Art pars pro toto für große Teile des Mediensektors, kommentierte das Handelsblatt am Mittwoch die sichtbaren finanziellen Probleme, die sich durch den Preissprung an den Tankstellen für zahlreiche Haushalte ergeben haben.
„Lasst die fossilen Preise hoch!“ – Im Prinzip ist mit dem Titel bereits alles gesagt. Was folgt, ist grüne Pädagogik mit der rhetorischen Peitsche – apodiktische Erziehungskultur, wie wir sie normalerweise aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk kennen. Imperativisch im Sound, diktatorisch anmaßend und bieder besserwisserisch – die Handelsblatt-Autorin präsentiert ganz unverhohlen eine Kriegserklärung an alle Pendler, Steuerzahler und Leistungsträger. Man erlebt die Autorin im Gewand einer religiösen Eiferin.
Im Prinzip folgt das Handelsblatt der Logik des Bundesumweltministers. Der empfahl den Bürgern angesichts der hohen Spritpreise den raschen Umstieg auf das E-Auto. So simpel, so eindimensional erscheint die Welt in der Wahrnehmung der Apologeten der grünen Planwirtschaft. Wie wohlig warm muss es sich in diesen Kreisen anfühlen, dass man sich seinen ökologischen Eskapismus leisten kann – während in der realen Welt Autos gebaut, Brücken errichtet und Infrastruktur instandgehalten werden muss.
Wer nimmt seinen Mut und seine Geduld zusammen, um den grün bewegten Mitstreitern in der Handelsblatt-Redaktion klarzumachen, dass die Realität jene Welt ist, in der das hochkomplexe und, wie wir heute wissen, extrem fragile Gefüge einer modernen Ökonomie von jenen am Leben gehalten wird, die sich morgens mit ihrem Auto oder der Katastrophenbahn in den Verkehr stürzen?
Der wilde Kommentar zur Energie- und Spritpreiskrise offenbart moralistische Abgründe, wie man sie selten liest. Da heißt es dann: Es gebe Forderungen nach Preisdeckeln und einen Fokus darauf, fossile Brennstoffe bezahlbar zu halten – dies sei „genau falsch herum gedacht“, so die Autorin.
Die sich schneller drehende Armutsspirale nimmt dermaßen reale Züge an, dass die Forderung des Handelsblatts nach einer gewaltsamen Umsteuerung unserer Gesellschaft in eine emissionsfreie Sonderzone auf dem Pfad der Transformation regelrecht verrecken wird.
Eine Gesellschaft muss sich grün-moralistischen Eskapismus ökonomisch leisten können. Und der Moment, in dem sie dieses krude Wagnis eingeht, ist zugleich der Beginn des Schlusskapitels ihres ökonomischen Erfolges. Die dramatische Deindustrialisierung mit steigender Arbeitslosigkeit und ebenso schnell wachsenden Staatsschulden liefern Zeugnis ab von dem Schaden, den diese Ideologie der Gesellschaft zugefügt hat.
Aus der Sicht der Weltverbesserer und Klimakämpfer handelt es sich im Falle des deutschen Kapitalexodus wohl um eine Verschwörungstheorie oder um arkanes Wissen aus einem parallelen Universum. Wie sonst ist es zu erklären, dass im grünen Furor und im Geiste der pädagogischen Emphase Sätze fallen wie dieser: Teure Energie ist schmerzhaft und doch in vielerlei Hinsicht heilsam?
Triefend vor Pathos enthüllt sich dem Leser die Wunderlehre der grünen Religion, verbreitet durch den Redaktionskatalysator des Handelsblatts. Zivilisatorische Errungenschaften wie die Preisbildung auf freien Märkten. Aus der Sicht unseres polit-medialen Zirkus dürften sich die verwegenen Thesen der Ordnungspolitik und des Minimalstaats als Hirngespinste lange versunkener Zeiten darstellen. Möglicherweise liegen sie mit dieser These nicht einmal falsch.
Hohe Preise, so die Autorin, trügen auch dazu bei, Raffinerien am Leben zu halten, die sich hierzulande immer schwerer tun. Doch die Hormus-Krise und die mit ihr akut gewordenen Versorgungsprobleme an den Tankstellen sind nicht zuletzt auch ein Raffinerie-Problem. Der Sektor büßte ganz erhebliche Kapazitäten ein, seit Brüssel und Berlin im Kampf gegen den vermeintlichen Klimakiller CO₂ ernst gemacht haben.
„Freiheit durch Verzicht“ – das ist die heimliche Rache am vermeintlichen Konsumismus unserer Zivilisation. Die Linken werden die von der Politik geschaffene multiple Energieknappheit in Europa feiern, weil sie dadurch unter Umständen zu einem ungeahnten Hebel gelangen: dem seit langem gehegten Wunsch nach staatlich geregelter Zuteilung von Energie. Es wäre der Gipfel der Macht in den Händen der Zentralplaner. Das Fatale an der ökosozialistischen Propagandawelle, die uns in diesen Tagen erreicht, ist, dass sie ein bereits gescheitertes sozialistisches Modell zu stabilisieren versucht.
Während Kräfte der Vernunft darauf hinarbeiten, unsere Energiepotenziale zu aktivieren – sei es durch Fracking oder durch Nordseegas –, führt deren Weg geradewegs zur neuen Form der Kernenergie. Darauf können Sie sich in der Handelsblatt-Redaktion schon einmal freuen.




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Das HANDELSBLATT war mal eine lesenswerte und informative Zeitschrift.
Heute ist überall Haltungs-„Journalismus“, ein anderes Wort für den ökosozialistischen Klassenkampf, geführt von verwöhnten und ahnungslosen Kindsköpfen.
die Arroganz ging bei einigen Zeit Lesern so weit, dass sie ein Fahrverbot für Verbrenner Fahrer forderten. Endlich freie Fahrt für die subventionierten e-Autos. Das Fußvolk soll schauen wo es bleibt.
Was aber wenn die Kita geschlossen wird, die Arztpraxen auch und Behandlungen in Kliniken nicht durchgeführt werden können, weil das Personal, also das Fußvolk, nicht zur Arbeit kommt?
Was, wenn die subventionierte PV Anlage nicht aufs Dach montiert werden kann, das Klo verstopft bleiben muss, weil die Handwerker, also das Fußvolk, nicht zur Arbeit kommt?
In den Redaktionsstuben kommt die Generation „Vollversager“ langsam an und kippt ihren Hirn-Müll in die Zeitungen. Gut, daß man Abo’s kündigen kann.
die Scheinheiligkeit im Lande wird immer abstoßender. Sie kassieren „Förderungen“ also Subventionen für die PV Anlage auf dem Dach, die Einspeisevergütung für den Strom aus der PV Anlage vom Dach wird subventioniert, die Wärmepumpe wird subventioniert und betrieben mit dem subventionierten Strom aus der subventionierten PV Anlage vom Dach, das subventionierte e-Auto in der Garage wird geladen mit dem subventionierten Strom aus der subventionierten PV Anlage vom Dach. All diese vielen Subventionen müssen auch die Ärmsten im Lande, die Alleinerziehenden im Mietshaus, für die diese neue Bourgeoisie doch soooooo viel Mitgefühl hat, mit erwirtschaften. Sie halten ungezügelt die Hand zum… Mehr
Es gibt ca 50 Mio. Legehennen in Deutschland, letztes Jahr wurden ca. 400.000 davon gekeult. Der Preis ging um 25% rauf, die Ersatz-Hennen legen schon lange M Eier, der Preis bleibt. Unser Kartellamt braucht dringend jemanden mit Eiern in der Hose und nicht jemanden, der seine Steuersäckel füllt.
Sicher unterstützen wir dieses linksgrüne Propagandablatt mit Steuergeldern.
Es geht nicht allein gegen die Leistungsträger, es ist ein Krieg der Klimastalinisten gegen den Rest der Bevölkerung und es ist ein Krieg der Gutverdiener gegen alle, die gerade so um die Runden kommen. Dieses erbärmliche Gesocks freut sich nicht nur über hohe Spritpreise, nein, auch Fleisch, Alkohol, Tabak, Zucker sollen möglichst unerschwinglich werden für die breite Masse. Volksfeste werden zunehmend abgesagt aus bekannten Gründen, Leistungen gekürzt, Lebensarbeitszeit heraufgesetzt. Jede Art von Vergnügen wird von diesem Abschaum vernichtet; die Bevölkerung ist nur noch dazu da, sich abzurackern, um deren ideologischen Wahnsinn zu finanzieren.
Grüner Zeitgeist: Kindisch und dämlich. Von den Youngsters wie Nietzard und Neubauer bis hinauf zu den Veteranen wie Roth und Hasselmann. Niemand, dessen charakterliche Reife und Verantwortungsbewusstsein über die eines Achtklässlers hinausgehen.
Wir schweigenden Verbraucher haben selbst mit Schuld. Wir könnten uns gegen die Politik, Medien und die Mineralölkonzerne wirksam zur Wehr setzen. Als vor ca. 35 Jahren die Exxon Valdez havarierte und der Konzern sich zunächst weigerte für den Schaden aufzukommen, habe ich beschlossen NIE wieder ESSO zu tanken. Ich habe es bis heute durchgehalten. Davon ist EXXON/ESSO nicht pleite gegangen. Aber wenn’s Tausende, Hunderttausende und noch mehr das machen würden, dann könnte ein Boykott Wirkung zeigen. Wenn die Verbrennerfahrer in Deutschland sich einig wären und einen Konzern (z. B. ARAL) konsequent über Wochen boykottieren würden, dann bin ich mir sicher,… Mehr
Und Die Grünen Wähler – lt. Statistik gut betucht – finden’s gut. Unterstützt wirde diese Sicht von einer Wirtschaftsweisen, die für freie Marktwirtschaft eintritt, wenn es denn ins Konzept passt.