Alarm bei VW: Kaum jemand kauft E-Autos

Alarm bei VW. Kunden kaufen kaum noch Elektroautos, geht aus der Brandrede hervor, die VW-Markenchef Thomas Schäfer am Montag vor rund 2.000 weltweit zugeschalteten Managern hielt. Seine Brandrede habe der Markenchef als den „letzten Weckruf“ bezeichnet. Schäfer habe einen sofortigen Ausgabenstopp verordnet.

IMAGO / regios24

Das größte kurz- und mittelfristige Risiko für das Wolfsburger Fabrikat wird im Wegbrechen der Elektro-Nachfrage gesehen. VW hat allerdings gerade erst in Emden, Brüssel und Wolfsburg zusätzliche Fertigungslinien für das VW-ID Elektromodell geschaffen. Das Volkswagenwerk in Zwickau wurde bereits 2020 vollständig auf die Produktion von Elektrofahrzeugen umgebaut. Dies ist auch das erste deutsche Werk von Volkswagen, das vollständig auf Elektroautos umgestellt wurde.

Weniger Förderung
Schwere Zeiten für Elektroautos
An wohlklingenden Namen für die neue Zeit hat es nicht gefehlt. Es sollte Teil des »Transform 2025+«-Programms des Unternehmens sein. Dieser Plan sieht eine umfassende Umstellung auf Elektromobilität vor. In Zwickau werden Elektrofahrzeuge auf der sogenannten MEB-Plattform (Modularer Elektrobaukasten) produziert, die speziell für Elektrofahrzeuge entwickelt wurde.

Niemand hat gefragt, was ist, wenn kaum jemand die vielen schönen Elektroautos kaufen will – zumindest nicht öffentlich. In der politisch verordneten Elektroauto-Euphorie hat öffentlich kaum jemand aus dem Konzern Zweifel geäußert, ob das Elektroauto tatsächlich die Verkehrsform der Zukunft wird. Und stellt sich der ehemalige elektrobesessene VW-Chef Herbert Diess als Totengräber von VW heraus?

Der hatte noch kräftig Beifall geklatscht, als Merkel angeordnet hatte, dass im Jahr 2020 eine Million Elektroautos auf den Straßen fahren sollten. Die war mal Bundeskanzlerin. Diese planwirtschaftliche »Zielvorgabe« wurde – wie in Planwirtschaften üblich – trotz gewaltiger Subventionen nicht erreicht. Am 1. Januar 2023 wurden 1,01 Millionen E-Fahrzeuge gemeldet. Insgesamt gibt es laut Kraftfahrtbundesamt 48 Millionen Pkw.

Doch bereits jetzt würden zu viele Elektroautos die Höfe von Händlern verstopfen, so die Klagen von Händlern. „Bei einigen fuhren zuletzt ungefragt ganze Lkw voll mit ID-Fahrzeugen vor«, sagte ein VW-Partner dem Manager Magazin. „Die wissen nicht, wohin damit.“ Besonders bitter: Die Nachfrage nach Verbrennerautos könne das Minus nicht kompensieren, heißt es in dem Bericht.
VW hat aus den Fabriken bereits einen Teil der Leiharbeitskräfte herausgenommen. In Zwickau beispielsweise will Thomas Schäfer von Drei- auf Zweischichtbetrieb umstellen.

Das Desinteresse an Elektro dürfte ab September noch schlimmer werden, denn dann gibt es für Flottenkunden überhaupt keine Elektro-Förderung mehr. Wenn die Förderungen wegfallen, bricht der Verkauf zusammen. Zu kurze Reichweite und zu teuer – wer kauft schon ein Auto, das bei geringerer Leistung teurer als das vorhandene ist? Geradezu lächerlich die Politpropaganda, Autos mit Strom zu betreiben – Strom, der zu teuer und kaum vorhanden ist.

Alles nicht neu, auch wir haben bei TE schon vor langem den Spielverderber Physik benannt und die physikalischen und technischen Grenzen des Batterieantriebes beschrieben. Die Elektrochemie ist weitgehend ausentwickelt, Reichweite kann im Wesentlichen nur gesteigert werden, wenn mehr Batteriemasse in das Auto gepackt wird. Das wird dadurch noch schwerer, als es bereits ist. Weiter kann es erst gehen, wenn eine grundlegend neue Idee auftaucht – die jedoch nicht einmal ansatzweise zu sehen ist.

E-Fuels sind unausweichlich
Die große Lüge – Elektroauto
Der frühere Motorenentwickler Fritz Indra wird nicht müde, immer wieder darauf hinzuweisen, dass das vorgesehene Verbrennerverbot ab 2035 kippen wird. Indra hatte bei einer Reihe von Autoherstellern in der Motorenentwicklung gearbeitet und kennt Thermodynamik und den Herrn Carnot. Er weiß auch, dass die Autohersteller weiter an neuen Verbrennermotoren arbeiten. Die werden nur nicht mehr im einstigen Motorenentwicklungsland Deutschland hergestellt.
Übrigens kein deutsches Phänomen: Aus China kommen Bilder mit gigantischen Halden unverkaufter E-Autos.

So hat die Elektroauto-Ideologie große Chancen, dermaleinst zum Symbol einer wahnwitzigen politisch bestimmten Industriepolitik zu werden – mit gigantischen Bergen an gebrauchten und ungebrauchten Elektroautos.

Ähnliches Beispiel: jene Windräder und Photovoltaikanlagen, die Abfallmengen hinterlassen, von denen kein Mensch weiß, wohin damit. Die nicht mehr benötigten Rotoren der Windräder werden vergraben. Das geht mit den Mengen an Elektroautos eher schlecht.

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Kommentare ( 204 )

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murphy
11 Monate her

Eine der größten Tragödien im Leben
ist der Mord an einer schönen Theorie
durch eine Bande von brutalen Fakten.
 
 –sagte schon Benjamin Franklin.
Nun erlebt es VW weil es sich von Politikern anlügen ließ.
Wer Politik-Geschwurbel als Konzernchef nicht richtig einordnen kann oder sich sogar noch nach deren Gerede richtet, sollte nicht ein so hohes Gehalt beziehen und auch nicht auf so einem Posten sitzen.

Cola
1 Jahr her

Wer schlau ist, gründet heute noch eine Esel- und Pferdezucht. Sorgen diese doch für fast unbegrenzte und unüberwachte Mobilität, dazu als netter Nebeneffekt, so man die Scheune ins Tinyhaus integriert, für wohlige Wärme im Winter. Tesla war gestern, morgen ist Fury, Black Beauty und Mr. Ed! Obwohl, braucht Deutschland denn noch Mobilität? Wohin will man denn fahren? Im Krankenhaus gibts keine Medikamente (selbst Papiermaske können wir bekanntermaßen nicht selbst), im Supermarkt wird es zwar Hanf geben, aber keine Feuerzeuge (Plastik, Gas!!!), im Restaurant nur kalte Würmer (Strom zu teuer, Gas gibt es nicht) und in der Kirche tanzen die Fummeltrinen.… Mehr

Grumpler
1 Jahr her
Antworten an  Cola

Wer schlau ist, gründet heute noch eine Esel- und Pferdezucht.

Das ist vielleicht weniger schlau, als man denken mag. Nutz- und Haustiere sind mittlerweile auch ein No-Go, wie man bei einer gewissen Diskussion in einer Flugzeugarage in Österreich erfahren konnte.
Hängen Sie vorsichthalber noch ein „Draht-“ vor die Tierbezeichnungen dran. 😉

murphy
11 Monate her
Antworten an  Cola

a propos Eselzucht:
Sagt die Kuh zum Esel: Weist Du, daß wir in Indien heilig sind?
Sagt der Esel zur Kuh: Weißt Du, daß wir in Deutschland regieren?

Ich denke mal: wir brauchen andere Politiker. Schritte dazu sind: die Mängel der aktuellen Regierung zu nennen (wie hier auf Tichy). Noch besser wären Sicherheitsbalken damit sich so eine Bösartigkeit wie unter der grün-diktierten Ampel nicht wiederholt. Die propagandagetränkte Hitlerzeit hätte uns eine Lehre sein können. Aber schon Adenauer/CDU regte erfolgreich an, bundesweite Volksbefragungen aus dem GG zu nehmen.

Awesome99
1 Jahr her

Solange man schmutzigen Strom „tanken“ muss, stellt das E-Auto doch keine Alternative zum Dieselauto dar!!! Diesel hat eine wesentlich größeren Energiedichte (Siehe Sinn, 2020). Im Gegenteil, für die gleiche Leistung muss mehr „schmutziger Strom“ bei E-Autos eingesetzt werden. Dass die Batterien zur „Kobold“-seltene-Erden-Gewinnung aus Afrika unter erbärmlichen Bedingungen erfolgt, nehmen die grünen Idealisten nicht zur Kenntnis. Zudem wird klar, dass immer mehr Atom-Strom aus Frankreich importiert wird. Diese Doppelmoral der Grünen ist verlogen! Armes Deutschland …

Proffi
11 Monate her
Antworten an  Awesome99

Ich kann den Ausdruck „schmutzigen Strom“ nicht mehr hoeren und lesen. Diejenigen, die diesbezueglich Kritik aeussern, haben keine Ahnung, davon, dass CO2 kein schmutziger Schadstoff ist, sondern eine notwendige Vorraussetzung, dass Pflanzen gedeihen und Sauerstoff produzieren. So wie Gendern ist „schmutziger Strom“ eine Anbiederung an den gruenen Zeitgeist.

murphy
11 Monate her
Antworten an  Awesome99

Das E-Auto hat für bestimmte Einsatzbereiche Vorteile, aber auch Nachteile. Der Strom / die Energie muß – wegen Wirkungsgraden auf dem Weg zum Rad – in doppelter oder dreifacher Menge erzeugt werden! CO2 sollte da kein Thema sein, denn es nutzt dem Pflanzenwachstum und existiert seit Beginn der Messungen vor 200 Jahren konstant mit 410 ppm. Es ist auch nur in den Behauptungen dafür bezahlter und selbsternannter Experten wetterwirksam, Wasserdampf (Wolken) nach einer (unterdrückten) Studie über 100 mal wetterwirksamer. (Alles belegt auf der Webseite https://polpro.de/lug.php#emob mit weiteren Links) Wer nur zur Arbeit fahren muß, fährt mit besserer Beschleunigung, leiser und… Mehr

DELO
1 Jahr her

Die Konzeption des heutigen Batterieautos ist doch eine reine Schnapsidee: Wer soll sich auf langen Autofahrten in Summe stundenlang an Elektrotanksäulen langweilen? An wen will man sein Auto z.B. nach 8 Jahren verkaufen, wenn die Batterie bis dahin schon halb tot ist? Was passiert bei einem möglichen Frühausfall einer Batterie? Und so gibt es noch viele weitere ungelöste Fragen, bis hin zur albernen Zufallsstromerzeugung durch Wind und Sonne und der Abschaltung der AKWs. Flüssige Elektromobilität mit beliebigen Reichweiten kann nur erreicht werden durch eine einheitliche Batterienormung mit einem halbautomatischen Batterieaustausch von vorgeladenen Batterien an den Tankstellen. Der Dreischichtbetrieb von Staplerflotten… Mehr

Nibelung
1 Jahr her

Die standen doch schon mehrmals in ihrer Firmengeschichte am Rande des Abrgunds und nun müssen sie halt sehen wie sie da wieder raus kommen, denn wer so dumm ist und sich von anderen deren krude Ideen aufschwätzen lassen um anschließend festzustellen, das wird wohl nichts, dem kann man auch nicht mehr helfen und viele Branchen sind schon den Bach runter gegangen und sie wären nicht die ersten, die sich in ihrer grenzenlosen Weisheit total vergeigt haben. Dann läßt man halt den Lieferdienst kommen oder fährt mit dem alten Moped zum Arzt, was schert es jene, die alles schon erlebt haben… Mehr

bfwied
1 Jahr her

Jede Ideologie, insb. auf Sozialismus fußende, die die Menschheit „retten“ wollte, führte in der Geschichte ins Aus, in den Totalabsturz. Aber der Sozialismus kommt immer wieder auf die Beine, er ist die Hydra, der immer und immer wieder vermehrt Köpfe nachwachsen. Diesmal ist sie grün angestrichen, um sich mit etwas Neuem zu tarnen. Das Klima interessiert die grünen Macher und ihre Geldgeber gar nicht, sie wissen genau, dass das Thema Blödsinn ist und weder von Europa noch ganz gewiss nicht von Deutschl. in ihrem Sinne zu beeinflussen ist, aber es eignet sich hervorragend dafür, Angst zu erzeugen bei Leichtgläubigen und… Mehr

Lehrer sind auch nur Menschen
1 Jahr her

Mutti’s Planwirtschaft.. der SED-Parteisekretär im VEB VW wird es schon richten

ketzerlehrling
1 Jahr her

Sich nur auf einem Bein aufzustellen ist typisch deutsch. Auch der VW-Konzern hat offenbar unfähige Manager, die allenfalls bis zur eigenen Nasenspitze denken und gehorsamst die Existenz tausender Mitabeiter aufs Spiel setzen, nur um dieser linksgrünen Mischpoke zu gefallen. Wenn man keine Steuern zahlt und sich gemeinsam in jedes Lotterbett legt, kann man diesen Kreaturen auch nicht die Daumenschrauben anlegen.

Dieter
1 Jahr her

Wieso verkauft VW den ID3 in China für 16.000€, aber in D für 39.995€? Toyota plant für 2017 die Feststoffbatterie, Catl hat eine „Condensed Batterie“ präsentiert, Li-Titanit mit deutlich mehr Zyklenfestigkeit und vor allem ohne Brandgefahr Batterien kommen langsam auf den Markt. Tesla fängt gerade an den Cybertruck ins real Life zu werfen. Es entwickelt sich. Warum soll man da ein überteuertes Fahrzeug kaufen, das im Verbrauch mittlerweile teuerer als ein Verbrenner ist (selbst nach der grünen Benzinpreissteigerung) und bei dem der Kern des ganzen Fahrzeugs, die Batterie nach 12-15 Jahren Sondermüll ist? Hätte die Ampel die Kernkraftwerke nicht abgeschaltet… Mehr

Last edited 1 Jahr her by Dieter
Proffi
11 Monate her
Antworten an  Dieter

Man braucht keine E-Autos und auch keine Waermepumpen.

El Gordo
1 Jahr her

Ein Faktor dürfte sicher der hohe Strompreis sein. Da bin ich ja mit dem Diesel nicht teurer unterwegs. Aber statt Strom billiger zu machen, wird sicher Diesel teurer gemacht.

murphy
11 Monate her
Antworten an  El Gordo

Der Strompreis wurde schon mit der CDU bwz. mit dem von ihr unterstütztem EEG automatisch weiter verteuert.