Die US-Wirtschaft wächst stetig. Auch die Produktivität macht Fortschritte. Mit massiven Investitionen in künstliche Intelligenz und die Energieinfrastruktur bereiten die Amerikaner den Boden für die nächste Prosperitätswelle.
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Es fällt uns schwer, neue Technologien, ihre Effekte, Folgen und Probleme korrekt einzuordnen oder sinnvoll einzuschätzen. Das war mit dem Beginn der Industrialisierung oder der Einführung der Fließbandfertigung so. Auch Computer und Internet galten vielen zunächst als unsinnige technologische Spielereien, wenn nicht gar als gefährliche Vernichter von Arbeitsplätzen. Der amerikanische Ökonomie-Nobelpreisträger Paul Krugman beispielsweise sagte vor über zwei Jahrzehnten dem Internet eine ähnliche Zukunft voraus wie dem Faxgerät – wie man sich doch täuschen kann.
Droht der künstlichen Intelligenz ein ähnliches Schicksal? Wird sie falsch gedeutet, an falscher Stelle bekämpft, um dann später zum festen Bestandteil des Alltags zu werden – wenn dies nicht längst der Fall ist?
Fakt ist, dass die Bedenkenträger natürlich gehört werden müssen. Wie geht es weiter mit dem persönlichen Datenschutz? Fällt die KI in die Hände einer rücksichtslosen Machtclique, ist es vorbei mit dem schönen freiheitlichen Digitalzeitalter.
Nichtsdestoweniger wird massiv investiert, vor allem in China und in den USA. In Rechenzentren und in eine korrespondierende neue Energieinfrastruktur, von der die Netze insgesamt profitieren, nicht zuletzt durch den Ausbau modernster Nukleartechnologie.
Das, was in der europäischen Debatte häufig unterschätzt wird: Der eigentliche Produktivitätsschub durch künstliche Intelligenz entsteht nicht in der isolierten Anwendung von Software, sondern in ihrer Verschmelzung mit Robotik, automatisierter Industriefertigung und hochspezialisierter Elektrotechnik. Erst dort, wo KI physische Produktionsprozesse steuert, optimiert und in Echtzeit anpasst, entsteht ein qualitativ neuer Effizienzsprung.
In dieser Integration liegt das Potenzial für einen strukturellen Produktivitätsschub: kürzere Durchlaufzeiten, geringere Fehlerquoten und eine bislang nicht erreichbare Flexibilität industrieller Wertschöpfung.
Es ist mitnichten der Fall, dass sich künstliche Intelligenz nur auf Chatbots und optimierte Suchmaschinen im Internet beschränkt.
Gerade Deutschland, mit seiner nach wie vor starken Position in der Industrierobotik, könnte sich seinen Teil dieser globalen Wertschöpfung sichern – würde die politische Handbremse gelöst, dereguliert und die Energiepolitik wieder vom Kopf auf die Füße gestellt. Dann fänden auch KI-Investoren zu diesem Standort zurück.
Die kleinteilige Fördermittelpolitik kann hier keinen Beitrag zum Wachstum leisten. Sie ist eher hinderlich, weil sie Kapital in politisch präferierte Kanäle lenkt – stets am Markt vorbei, stets in die Taschen der eigenen Günstlinge.
Amerika zeigt, wohin die Reise geht. Die großen sogenannten Hyperscaler, die Betreiber von Rechenzentren, werden 2026 voraussichtlich rund 785 Milliarden Dollar in ihre Infrastruktur investieren. Auch der Anleihenmarkt wird von diesen Unternehmen regelrecht leergefegt. Kapital strömt in ungeheurem Maße in die neue Technologie.
Generell erleben die Vereinigten Staaten derzeit einen Boom bei den privaten Investitionen. Das ist entscheidend, denn Investitionen sind die Stellgröße für den künftigen Wohlstand. Genau an diesem ökonomischen Grundaxiom irren die Europäer. Sie setzen auf kreditfinanzierte Staatsnachfrage als Ausgleich für die scheiternde private Industrie und schaufeln sich damit ihr wirtschaftliches Grab. Prosperität kann nur dort entstehen, wo sich die tatsächliche Nachfrage der Wirtschaftssubjekte, ganzer Sektoren, an einem freien Markt über relative Preise artikulieren kann.
Und es hat den Anschein, als lechzte die amerikanische Ökonomie geradezu nach Produktivitätsgewinnen. Die US-Wirtschaft wächst jährlich derzeit mit einer Geschwindigkeit von zwei bis 2,5 Prozent real. Gleichzeitig zieht die Arbeitsproduktivität an. Konsequenz der hohen Investitionsleistung der Privatwirtschaft. Im zweiten Quartal legte sie gegenüber dem Vorjahresquartal erneut um 2,2 Prozent zu.
In Deutschland beispielsweise erodiert diese so wichtige ökonomische Größe aufgrund der hohen Energiekosten und des Abzugs privatwirtschaftlicher Investitionen. Sehr langsam, aber doch merklich. Seit 2018 fällt zudem die Industrieproduktion. Die Nettoinvestitionsquote ist negativ. Deutschland ist der Gegenentwurf zur US-Ökonomie.
Der Kapitalstrom weist in Richtung USA. Dort tragen private Investoren die technologische Transformation, hin zur KI, hin zur Robotik und den Ausbau der Energienetze. Vor allem die Ausrüstungsinvestitionen zeigen eine enorme Wachstumsdynamik. Im ersten Halbjahr wuchsen die entsprechenden Unternehmensinvestitionen bereits das zweite Quartal in Folge zweistellig. Hinter der Entwicklung stehen unter anderem die massiven Investitionen in Rechenzentren, Computertechnik und die übrige Infrastruktur, die die künstliche Intelligenz für sich beansprucht.
Das geschieht bei einer Arbeitslosenquote von zuletzt etwa 4,1 Prozent. Sie verbirgt selbstverständlich strukturelle Probleme des amerikanischen Arbeitsmarktes, unter anderem die hohe Teilzeitquote und die Notwendigkeit, mehr als einen Job auszuüben. Einen Hinweis darauf, dass es der US-Wirtschaft insgesamt so schlecht ginge wie der europäischen Wirtschaft, liefert sie allerdings keineswegs. Im Gegenteil: Die Kombination aus weiterhin solidem Wachstum, steigender Produktivität und einer gewaltigen privaten Investitionsoffensive deutet auf etwas wesentlich Interessanteres hin: Die Amerikaner investieren heute in die Produktivität von morgen.
Ökonomen von Goldman Sachs beziffern das Potenzial der derzeitigen Investitionswelle auf eine zusätzliche Produktivitätswachstumsrate von bis zu drei Prozentpunkten pro Jahr über das kommende Jahrzehnt. Der Medianwert liegt bei 1,5 Prozentpunkten – vorausgesetzt, die Technologie wird breitflächig übernommen. Gemessen an den mageren Produktivitätsraten der vergangenen zwei Dekaden wäre das eine kleine ökonomische Revolution.
Was macht derweil Deutschland, was die EU? Man verheddert sich im Klein-Klein zwischen Fördermittelpolitik, hoher fiskalischer Belastung und moralisierender Energie- und Klimapolitik. Die sichtbare Verzwergung der EU geschieht geradezu im Zeitraffer, während die großen Wirtschaftszentren dieser Welt die Produktionsstandards von morgen definieren.


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Die Summen, die da drüben gerade bewegt werden, sind absolut irre. Aber man muss bei dem ganzen KI-Hype mal genauer hinschauen. Es fließt nämlich längst nicht mehr nur Kohle in die Software oder in neue Stromnetze. Wir sehen jetzt im Sommer 2026 eine ganz neue Stufe: Die Chip-Riesen wie „Nvidia“ müssen mittlerweile selbst dafür sorgen, dass ihre Kunden überhaupt flüssig sind. Weil die Hardware und die Rechenzentren so unnormal teuer geworden sind, haben viele Tech-Buden und kleinere Cloud-Anbieter schlicht kein Geld mehr. Was passiert also? Die Ausrüster trommeln selbst die dicken Wall-Street-Banken zusammen und fädeln Kredite von über 500 Milliarden… Mehr
Moin Herr Kolbe, Deutschland können wir unter dem aktuellen Sozialisten-Regime eh aus der Debatte ausklammern. Was die KI angeht, so weiß da keiner, was passiert. Die riesigen Investitionen bringen nur Zinslasten & bisher keinen Return on Investment. Und mit Verlaub die Google-Billig-KI ist in 70% der Anfragen dumm, wie Bohnenstroh. Wir wissen auch nicht, ob, bis auf reine Rechenaufgaben, KI billiger sein wird, als die menschliche Arbeitskraft. Das steht alles in den Sternen. Und bis Elon Musk es schafft, normale Chiptechnik mit Licht als Hybrid zu implementieren, um die Energie- & Kühlbelastung signifikant zu reduzieren, werden noch einige Jahre ins… Mehr
Abwarten,wenn es der US-Industrie nicht einmal gelingt,die billigen mexikanischen Landarbeiter durch Roboter zu ersetzen,sehe ich den grossen KI/Robothype noch nicht….
und wenn doch,gibts als Stillhaltebestechung Bürgergeld für alle aus Musks Tasche
Fällt die KI in die Hände einer rücksichtslosen Machtclique, ist es vorbei mit dem schönen freiheitlichen Digitalzeitalter.
Deswegen sind Multipolarität, Dezentralisierung und Subsidiarität so wichtig.
Bevor man sich ein Urteil über KI erlaubt, wäre es vielleicht eine gute Idee, sich zumindest ansatzweise darüber zu informieren, wie sie funktioniert und was sie leisten bzw. nicht leisten kann. Tipp: dafür braucht man gar nicht irgendwelche obskuren Bücher oder Blogs zu lesen, sondern man frage einfach die KI seines Vertrauens. Die kann das nämlich sehr gut erklären. KI ist ein sehr mächtiges Werkzeug, wenn man sie richtig zu nutzen weiß. Ich lese hier Kommentare von „KI ist saudumm“ bis hin zu „KI entkommt ihren Machern“. Begründet sind solche Äußerungen durch ein nicht ausreichendes Verständnis der Funktion einer KI… Mehr
Um dieses Land vom Kopf auf die Füße stellen zu können müssen erst die Köpfe der Altparteien-Funktionäre rollen und selbst das würde allein nicht helfen. Bestenfalls 15 Millionen Netto-Steuerzahlern stehen 70 Millionen Transferleistungsempfänger gegenüber, dazu ein Heer von Millionen versorgungsfordernder Untermenschen mit Mittelalterkultur. Schlechte Zeiten für eine Wende hin zum Besseren.
In der Retrospektive wird sich KI als die größte Blase, als die vermutlich größte Kapitalfehlallokation der Geschichte erweisen. Wer sich mehr als 20 Jahre in der IT aufhält, weiß, dass sie unentrinnbar von der Sehnsucht nach dem „next big thing“ getrieben ist. Und es gab sie ja – die Erfindung der Großrechner, den Apple Mac, Windows 3.11, den Nokia „Knochen“ samt Mobilfunk und dann, besonders ikonisch, Steve Jobs magisches „one more thing“ als er das erste iPhone aus der Hosentasche zog. All diese Dinge haben die Branche stets neu definiert, alte Platzhirsche, wie IBM, Netware oder Sun oder Commodore aus… Mehr
Danke für den hervorragenden und zutreffenden Kommentar!
Stellt sich die Frage: Was werden die bisher benötigten Arbeitskräfte in Zukunft tun? Die langfristigen Folgen dieser neuen Automatisierungswelle sind noch kaum absehbar – es sei denn, man blickt aufmerksam nach China und Indien, wo die rasant steigende Jugendarbeitslosigkeit bereits ein Warnsignal ist. Elon Musk prognostizierte jüngst, dass Geld bis zum Jahr 2036 bedeutungslos sein wird. Zudem geht er davon aus, dass in zehn Jahren nicht mehr der Mensch, sondern die KI die Kontrolle übernimmt. Auf die Frage, woher das Einkommen der Menschen dann stammen soll, antwortete er pragmatisch: „I think the Treasury should just simply issue checks“ („Ich denke,… Mehr
Die Grünen bremsen seit den 1970ern die deutsche Wirtschaft so erfolgreich aus, dass man schon fragen muss, wer hinter diesem Angriff auf unser Land steckt.
Iwo, die sogenannte KI ist doof wie Brot. Die gesamte „Intelligenz“ ist max. vergleichbar mit dem einer Krähe.
Füttert man die Algorithmen fortwährend mit ihren eigenen Ausgaben, verflachen die Ergebnisse bis nahe Null.
Ford hat vor kurzem 350 Ingenieure wieder zurück geholt, die wegen KI in den Vorruhestand geschickt wurden, weil das Konstrukt nur Bullshit produziert hat.
Einfach mal nach Jobst Landgrebe suchen und nach „Why Machines will never rule the World“.
Siehe da, ich muss nur nach negativen Bewertungen suchen, und schon finde ich Posts, in denen kritisch und unter Bezug auf qualifizierte Experten kommentiert wird. KI ist eben eine Glaubenssache, und wer vom Dogma abweicht ist ein Ketzer. Es wäre lustig wenns nicht so traurig wäre.
da ich täglich in der IT mit der „Krähe“ arbeite kann ich ihnen sagen. Nein, es ist nicht so wie sie sagen.