Widersprüchliche Signale im Iran-Krieg halten die Märkte nervös, doch New York feiert neue Rekorde. Vor allem Dell treibt die KI-Rally weiter an: Die Aktie springt an einem einzigen Handelstag um 33 Prozent.
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Die generell immer noch zuversichtliche Stimmung an den internationalen Aktienmärkten könnte den Dax in der neuen Woche stützen. Weiterhin sind die Anleger der Auffassung, dass im Iran-Krieg ein Friedensschluss wahrscheinlicher ist als eine Eskalation.
Allerdings ist der aktuelle Waffenstillstand brüchig, und jede Verschärfung der Lage könnte die Aussichten auf eine baldige Öffnung der Straße von Hormus eintrüben. Sollte der Iran die für den Welthandel wichtige Meerenge dauerhaft faktisch blockieren, würden die Ölpreise wieder in die Höhe schnellen. Schnell wären auch wieder Inflationssorgen da. Dies würde die Börsen entsprechend belasten.
Aktuell gebe die Aufwärtsdynamik der Pfingstwoche dem deutschen Aktienmarkt noch technischen Rückenwind, schrieb Vermögensverwalter Ortay Gelen von Axia Asset Management. Sollten sich die diplomatischen Signale aus dem Nahen Osten konkretisieren und der Ölpreis stabil bleiben, dürfte das Rekordhoch von Mitte Januar bei knapp 25.508 Punkten ernsthaft angegriffen werden – was wiederum Anschlusskäufe auslösen könnte. Allerdings bleibe die Lage fragil, fuhr Gelen fort: „Der Widerstandsbereich zwischen 25.400 Punkte und dem Rekordhoch ist historisch bedeutsam – scheitert der Dax hier erneut, sind Gewinnmitnahmen programmiert.“ Auch ein unerwarteter Rückschlag in den Nahost-Verhandlungen könnte die Stimmung rasch kippen lassen.
Aktuell jedoch könnte der Iran-Krieg am Aktienmarkt erst einmal etwas in den Hintergrund rücken, schreibt Analystin Claudia Windt von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Allmählich drängten wieder andere Themen in den Vordergrund. So stünden in den USA und im Euroraum in der neuen Woche wichtige Konjunkturindikatoren zur Veröffentlichung an. Für die USA geben Windt zufolge die Einkaufsmanager-Umfragen und der monatliche Arbeitsmarktbericht Auskunft über die konjunkturelle Lage. Im Euroraum und in Deutschland stehen der Helaba zufolge ebenfalls die Einkaufsmanager-Indizes im Fokus. Anders als in den USA dürften diese wohl weiterhin unter der Expansionsgrenze von 50 Punkten liegen.
Auch die Experten der DZ Bank sind grundsätzlich positiv gestimmt: „Der Dax beweist Stärke und nähert sich seinem Allzeithoch, angetrieben von einem kraftvollen KI-Boom und sinkenden Ölpreisen.“ Diese bemerkenswerte Entwicklung zeige, dass globale Megatrends wie die Künstliche Intelligenz die heimische Konjunkturschwäche derzeit überkompensieren könnten.
Die zusätzliche Entlastung durch die gesunkenen Ölpreise sorgt laut der DZ Bank für weitere positive Dynamik und verbessere die Gewinnaussichten. Für die nahe Zukunft werde entscheidend sein, ob die Unternehmen die ambitionierten Gewinnziele tatsächlich erreichten und die globalen Rahmenbedingungen stabil blieben.
Frische Zahlen zur Bewertung der aktuellen Geschäftslage stehen in der neuen Woche kaum auf der Agenda, da die Berichtssaison zum ersten Quartal mittlerweile so gut wie beendet ist. Nunmehr laden viele Unternehmen ihre Aktionäre zu den Hauptversammlungen ein. Für die Anleger bedeutet dies, dass die entsprechenden Papiere gegebenenfalls einen Tag nach den Aktionärstreffen mit einem Dividendenabschlag gehandelt werden.
Am Mittwoch nach Börsenschluss gibt die Deutsche-Börse-Tochter ISS Stoxx bekannt, welche Veränderungen sie in den Indizes der Dax-Familie vornimmt. Die Aktien des Baukonzerns Hochtief stehen laut dem Experten Pankaj Gupta von der US-Bank JPMorgan nach dem starken Lauf der vergangenen Monate vor dem Aufstieg in den Leitindex. Einen zweiten Kandidaten sieht der Fachmann in der Fluggesellschaft Lufthansa. Als Abstiegskandidaten nannte er neben dem Online-Händler Zalando die VW-Beteiligungsgesellschaft Porsche SE.
Der Hoffnungsschimmer im Iran-Krieg stützten am Freitag vor allem deutsche Aktien aus der zweiten und dritten Reihe. Der Dax schloss dagegen kaum verändert mit einem minimalen Plus bei 25.105 Punkten. Damit ergibt sich für den Leitindex gleichwohl ein Wochengewinn von 0,9 Prozent. Für den als Crash-Monat verrufenen Mai beträgt das Plus sogar 3,3 Prozent. Bis zum Rekordhoch bei knapp 25.508 Punkten von Mitte Januar hat es das Börsenbarometer nicht mehr weit.
„Am Ende der Handelswoche sind Investoren beinahe genauso schlau wie noch vor wenigen Tagen. Der Dax bleibt gefangen in einem fragilen Dreiklang aus Hoffnung, Skepsis und geopolitischen Rückschlägen“, kommentierte Marktanalyst Timo Emden von Emden Research. Die Anleger erlebten derzeit ein Déjà-vu nach dem anderen. „Auf Friedenshoffnungen folgen militärische Rückschläge, nur damit kurz darauf wieder neue diplomatische Signale für vorsichtigen Optimismus sorgen. Dieses ständige Wechselspiel aus Hoffnung und neuen Fragezeichen hält die Märkte in Atem. Der MDax mit den mittelgroßen Börsenunternehmen stieg am Freitag um gut 0,3 Prozent auf 33.353 Punkte. Der Nebenwerte-Index SDax setzte seinen Rekordkurs fort und legte um gut 0,5 Prozent zu.
Nach den Entspannungssignalen aus Nahost waren Aktien aus dem Reisesektor überdurchschnittlich gefragt. So verzeichneten die Papiere des Autovermieters Sixt, des Touristikkonzerns Tui und der Fluggesellschaft Lufthansa Kursgewinne von jeweils knapp drei Prozent.
Der Ticketvermarkter und Veranstalter CTS Eventim war mit Schwung ins Jahr gestartet und hatte Umsatz sowie Gewinn im ersten Quartal deutlich gesteigert. Das Geschäft mit Live-Events habe positiv überrascht, kommentierte Analyst Andreas Riemann von der Investmentbank Oddo BHF. Für die Aktien ging es an der MDax-Spitze um 10,7 Prozent aufwärts. Seit Jahresbeginn steht allerdings immer noch ein Verlust von mehr als einem Fünftel zu Buche.
Die Titel des Waferherstellers Siltronic knüpften an ihren jüngsten Höhenflug an und stiegen mit einem Plus von gut neun Prozent auf das höchste Niveau seit mehr als vier Jahren. Seit Anfang April, als noch zeitweise 50 Euro gezahlt wurden, hat sich der Kurs damit verdoppelt. Die Anteilscheine profitieren von der anhaltenden Rally der US-Technologiewerte, vor allem aus dem Halbleitersektor im Zuge der massiven Investitionen in Künstliche Intelligenz und des damit verbundenen Wafer-Bedarfs.
Dagegen setzten sich die Gewinnmitnahmen bei Siemens Energy fort. Mit einem Minus von 2,1 Prozent gehörten die Aktien des Energietechnikkonzerns zu den schwächsten Dax-Werten.
Später konnten die Anleger in New York wieder Rekorde feiern. Sämtliche wichtigen Indizes stellten früher oder später Bestmarken auf. Sie profitierten von der Hoffnung, dass eine Verhandlungslösung im Iran-Krieg kurz bevor steht – trotz widersprüchlicher Aussagen der Konfliktparteien. Zudem sorgte der anhaltende Boom bei Künstlicher Intelligenz (KI) weiter für Schwung – dieses Mal vor allem beim Computerkonzern Dell. Die Aktien von Dell beschleunigten ihre Rekordrally mit einem Kurssprung um 33 Prozent, der den Aktien ihren höchsten Tagesgewinn der Geschichte einbrachte. „So sieht ein KI-Superzyklus aus“, kommentierte der Experte Amit Daryanani von Evercore ISI diese Entwicklung. Mehrere Analysten schraubten ihre Kursziele für die Aktien massiv nach oben – bis auf 500 Euro im Falle von JPMorgan und der Bank of America.
Der Leitindex Dow Jones Industrial stieg letztlich um 0,7 Prozent auf 51.032 Punkte. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 0,2 Prozent auf 7.580 Zähler hinauf. Der technologielastige Nasdaq 100 legte um knapp 0,4 Prozent auf 30.333 Punkte zu.
Dow und Nasdaq 100 verbuchten Wochengewinne von 0,9 beziehungsweise 2,9 Prozent. An der Nasdaq wurden die jüngsten Gewinne immer wieder von der KI-Rally getrieben. Diese hat der Nasdaq auch im Mai mit 10,5 Prozent sehr viel größere Gewinne beschert. Der Dow beendete den Monat, der eigentlich nicht als guter Börsenzeitraum bekannt ist, mit einem Plus von 2,9 Prozent.
Im Kielwasser von Dell waren viele Branchenwerte aus den Kreisen IT und Chips gefragt, dieses Mal auch ergänzt um die zuletzt eher gemiedenen Titel aus dem Software-Bereich. Titel des IT-Urgesteins IBM und der Softwarekonzerne Oracle sowie Salesforce stiegen um 8,5 bis 12,7 Prozent. Mit Amazon, Alphabet und Meta schlossen einige Tech-Größen hingegen im Minus.
Unter den Technologie-Nebenwerten fielen auch die Titel des Cloud-Speicherspezialisten NetApp und des Zugriffsmanagement-Anbieters Okta mit Kurssprüngen von bis zu 30 Prozent auf. Starke Zahlen oder Ausblicke galten hier als Ursache. SentinelOne verloren dagegen acht Prozent. Eine Empfehlung der Bank of America, den Rückschlag bei dem Cybersecurity-Unternehmen zum Kauf zu nutzen, half den Titeln im Verlauf, ihr Minus zu verringern.
Im Standardwertebereich machten die Anleger einen Bogen um konsumlastige Werte. Im Dow versammelten sich auf den hintersten Rängen Aktien wie Walt Disney, Coca-Cola, Nike, Johnson & Johnson und Walmart. Besonders schlechte Nachrichten kamen in der Branche vom Modekonzern Gap, dessen Aktien nach einer gesenkten Quartalsprognose um mehr als 15 Prozent absackten.

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Ich glaube, die meisten KI-Apologeten haben überhaupt noch nicht begriffen, wie die KI ihr Leben in den kommenden 10 Jahren umkrempeln wird.
Ich zitiere hier mal Egon W. Kreutzer: