Warum die Corona-Krise nicht vor der Bundestagswahl endet

Die Classe Politique hat keine Krise einer Lösung zugeführt: Eurokrise, Infrastrukturkrise, Industriekrise, Innovationskrise, Energiekrise, Migrationskrise, Krise der öffentlichen Sicherheit, EU-Krise, Bundeswehr- und NATO-Krise ... In der Corona-Krise erweckt sie politmedial den Eindruck, dass sie die Bevölkerung vor Schlimmerem bewahrt.

R+V Versicherung

Anders lassen sich auf den ersten Blick die Antworten in der R+V-Studie: Die Ängste der Deutschen nicht deuten. Die Hälfte der Befragten, die geantwortet haben, bekundet Angst – aber wovor mehr oder weniger bleibt diffus.

Der Ost-West Vergleich veranschaulicht bemerkenswerte Unterschiede, die nur mit parallelen Meinungswelten im Osten – quasi in DDR-Tradition – erklärbar sind. Bitte schauen Sie selbst durch die folgenden zwei Grafiken. Bei Überforderung des Staates durch „Flüchtlinge“ und Überforderung der Politiker weichen die Meinungen am stärksten von einander ab.

Die Veränderungen gegenüber dem Vorjahr insgesamt machen das Bild nicht klarer. Jedenfalls sind ausreichend viele Ängste weiterhin da, um sie politmedial zur Lenkung der Massen einsetzen zu können.

R+V selbst schreibt:

  • In der Corona-Krise befürchtet etwa jeder zweite Befragte, dass die Lebenshaltungskosten steigen und dass die Steuerzahler für die EU-Schuldenkrise zur Kasse gebeten werden. Von Platz 14 im Vorjahr auf den vierten Platz springt die Furcht vor einem Rückgang der Wirtschaft.
  • Die innenpolitischen Sorgen – in den vergangenen Jahren stets auf den Spitzenplätzen – haben durchweg an Bedeutung verloren. Am stärksten gesunken sind die Ängste rund um die Zuwanderung: Sie erreichen nach einem Rückgang von mehr als zehn Prozentpunkten den niedrigsten Stand seit fünf Jahren.
  • Drei Themen treiben 40 Prozent der Befragten um: Klimawandel, die Überforderung der Politiker und steigende Arbeitslosenzahlen in Deutschland. Unter die 40-Prozent-Marke gerutscht sind die Ängste vor politischem Extremismus und Terroranschlägen. Erstaunlich: Nur 32 Prozent der Deutschen fürchten sich vor einer schweren Erkrankung und vor einer Infektion mit dem Corona-Virus.
  • Viele Ängste nehmen in diesem Ausnahmejahr ab – insbesondere Terror und Extremismus lösen weniger Schrecken aus als in den vergangenen Jahren. Andererseits treiben Kurzarbeit und drohende Insolvenzen in stark angeschlagenen Branchen die Angst vor steigenden Arbeitslosenzahlen in Deutschland in die Höhe.
  • Der Angstindex – der Durchschnitt aller abgefragten Ängste – sinkt auf 37 Prozent und erreicht damit den niedrigsten Wert seit Beginn der Studie.

Parallele Studien über die Berichterstattung der Massenmedien zu den Themen der R+V-Studie liegen uns nicht vor. Doch ohne Zweifel würden sie zeigen, dass die erfragten Ängste der Deutschen und ihrer Veränderungen in fast 30 Jahren das Abbild der Berichterstattung in den Massenmedien sind. Trotz des Niedergangs der Leser-, Hörer- und Zuschauerzahlen bestimmt die veröffentlichte Meinung der alten Massenmedien nach wie vor die abgefragte öffentliche Meinung. Das politmediale Kartell darf sich irn Durchdringen ihres Berichtstenors durch die neueste R+V-Studie durchaus bestätigt fühlen.

Trotzdem gibt es Signale:

Die Angst vor einer schlechteren Wirtschaftslage ist von 35 Prozent im Vorjahr auf nun 48 gestiegen.

Eigene Arbeitslosigkeit befürchten mit 25 Prozent deutlich weniger als eine allgemein höhere Arbeitslosigkeit mit 40. Dieser große Unterschied ist seit langer Zeit erstmals wieder da.

Die Ängste im Sektor Klima sind trotz des Dauer-Medienbeschusses niedriger als in den meisten Jahren seit 2003.

Es sind natürlich nicht dieselben Befragten, bei denen auch die Ängste im Bereich der Migration abgenommen haben.

Die Berufspolitiker wird es in ihrem Schulterschluss mit den Massenmedien bestätigen, dass die Angst vor ihrer Überforderung den Tiefststand in diesem Jahrhundert erreicht hat. Die Classe Politique ist Corona-Gewinner.

Die Classe Politique hat in diesem Jahrhundert keine der sogenannten Krisen auch nur einen Schritt einer Lösung zugeführt: Eurokrise, Infrastrukturkrise, Industriekrise, Innovationskrise, Energiekrise, Migrationskrise, Krise der öffentlichen Sicherheit, EU-Krise, Bundeswehr- und NATO-Krise … Aber in der Corona-Krise erweckt die Classe Politique wirksam den Eindruck, dass sie die Bevölkerung vor Schlimmerem bewahrt. Mit Ängsten regiert es sich generell gut, mit der Corona-Angst offensichtlich noch viel besser.

Nichts muss die Classe Politique mehr fürchten als das Ende der Corona-Krise – ob tatsächlich oder auch nur öffentlich gefühlt. Dann brechen alle alten, verdrängten, mitgeschleppten und ungelösten Krisen, die im Hintergund von Corona nicht kleiner, sondern drängender geworden sind, wieder über sie herein. Die Classe Politique wird also alles tun, um die für sie günstige Corona-Krise nicht vor der Bundestagswahl 2021 enden zu lassen (die regulären Wahlen stehen im Herbst an). Mit vorgezogenen Wahlen ließe sich das allerdings auch vermeiden.

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Kommentare ( 74 )

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74 Kommentare auf "Warum die Corona-Krise nicht vor der Bundestagswahl endet"

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Mich ermüden diese „Studien“ nur noch.

Selbst wenn sie nicht die Erfüllung einer (teuer bezahlten!) Bestellung sein sollten – wie wurde denn gefragt? Ich selbst werde z. B. NUR telefonisch kontaktiert. Und welches Klientel gibt Unbekannten am Telefon fröhlich Auskunft zum eigenen Inneren? Somit erfahren wir hier lediglich, was der durchschnittliche Dschungelcamp-Fan so denkt.

Da lese ich doch deutlich lieber eine Studie zur Umfallneigung von chinesischen Reissäcken.

Die schlimmen Ereignisse von Stuttgart und Frankfurt, von den Regierungsschreibern als Partyszene verharmlost, haben deutlich gezeigt, daß das Migrationsproblem nach wie vor ein ganz herausragendes Thema ist, das aber vom linken Mainstream mit allen Mitteln wie z.B. zwielichtigen Umfragen kaschiert werden soll, natürlich nur mit dem vorrangigen Ziel die AfD klein zu halten. Man darf heutigen Umfragen in Zeiten der Massenmigration, Schuldenkrise und Corona nicht mehr bedingungslos vertrauen. Sie haben nicht das Ziel, die Menschen objektiv zu informieren, sondern sie zu bevormunden und zu manipulieren, ganz im Geiste der politischen Klasse, die auch diese Umfragen in Auftrag gegeben hat. Es… Mehr
Für Merkel ist diese gefälschte Coronakrise die einzige Chance ihrer Partei noch zu einem akzeptablen Wahlergebnis zu verhelfen . Nach dem Motto :“ Wir haben euch vor Schlimmerem bewahrt“ . Hein Dumm glaubt es , BILD UND SPIEGEL schreiben es ja immer wieder . Also macht Hein und Hein‘in ihr Kreuz bei der Merkelpartei u. ä Blödsinn . Und merken dank Slomla,Kleber und Will uva. noch nicht einmal wie sie vera…..t .wurden. Merkel selber wird ihren Zerstörerischen Kurs irgendwo weiter fortsetzen . Zu bezahlen und auszubaden haben es die Dummen Deutschen ,die an den Schwur glaubten:“ ich schwöre meinem Volke… Mehr

Vorgezogene Wahlen werden nötig werden – sollte meine Vermutung stimmen, dass ein zweiter Vernichtungskrieg gegen die Wirtschaft und Bevölkerung gefahren wird (in Israel bereits beschlossen, in Spanien seit August schon angedacht), dann überleben die Protagonisten die Zeit bis Herbst 21 politisch nicht. Mittlerweile durchschaut diese Fakepandemie ja schon der letzte Unterbelichtete. Und der Maskenball wird inszeniert dmit das Volk sich abarbeiten kann und nicht nach den wahren Ursachen, Beweggründen und vor allem Fakten fragt.

Hier in der Stadt ist es tatsächlich so, dass die Maskentrager im Freien!!! so zunehmen, dass ich heute schon dachte, sie hätten ein neues Verdikt dazu herausgegeben, das ich übersehen habe. Auch gestern machten sich Grundschulkinder nach dem Unterricht mit der Binde auf den Heimweg.
Ich kann nicht erkennen, dass die Mehrzahl dieses Volkes sein Hirn wieder zum Denken eingeschaltet hätte. Leider.

Sie haben mit ihrer Beobachtung zwar recht, mache ich übrigens auch gelegentlich. Dennoch keimt die Frage immer häufiger, was soll das?

Und bis zur nächsten BTW Wahl ist es wahrlich noch weit.

Die Meinungen der meisten Bürger entsprechen dem, was ihnen die Massenmedien, allen voran das Fernsehen, täglich eintrichtern. Insofern wird mit solchen Umfragen in erster Linie die Effektivität von Propaganda und Manipulation abgebildet. Die Realitätswahrnehmung unkritischer Bürger wird im Interesse der herrschenden polit-medialen Klasse gesteuert. Allerdings stößt die Manipulation an Grenzen, wenn Propaganda und lebensweltlich erfahrene Realität zu sehr voneinander abweichen. Werden Lügen erkannt bzw. die Propaganda als solche durchschaut, droht der herrschenden Klasse Ungemach (auch die DDR läßt grüßen). Vor exakt diesem Problem steht die Bundesregierung mit ihrer Corona-Politik. Die inzwischen vorliegenden Fakten und Zahlen zur angeblichen Gefährlichkeit von Civid-19… Mehr

Ich persönlich habe nur eine einzige Angst:
die Angst vor Merkel.

Merkel will doch am liebsten die ganze Welt aufnehmen und obendrein das Klima retten. Sie meint es bestimmt gut – nur halt nicht mit der deutschen Bevölkerung.

Das erinnert mich fatal an das Gestammel von Erich Mielke vor der Volkskammer: „Ich liebe – Ich liebe doch alle – alle Menschen – Na ich liebe doch – Ich setzte mich doch dafür ein!“.
So denken sie halt, die Mielkes dieser Welt!

„Die Classe Politique hat in diesem Jahrhundert keine der sogenannten Krisen auch nur einen Schritt einer Lösung zugeführt:…“

Nicht nur das, fast alle der dann oben nach dem Doppelpunkt gelisteten Krisen sind erst durch das absolute Politikversagen dieser „Classe Politique“ provoziert worden und existierten entweder gar nicht oder wären überwindbar und beizulegen mit einer pragmatischen, faktengeleiteten, besonnen und wirklich dem eigenen Volke und Staat verpflichteten Politik genau so, wie es der Wortlaut unseres Grundgesetzes sowie jeder Eidesformel für Regierungsämter in der papiergeduldigen Theorie so schön vorsieht.

Die politische Kaste, von wem auch immer manipuliert, „steuert“ die Gesellschaft über irreale Nebenkriegsschauplätze, um sie mit Ängsten zu beschäftigen und von den wirklichen Problemen abzulenken und um so die berechtigte Frage nach den Ursachen gar nicht erst aufkommen zu lassen. Das System wird sich damit selbst irgendwann vor die Wand fahren, so, wie es mit anderen Systemen auch schon passiert ist. Ach, wie hatte der alte Cicero doch bereits recht!

Die Strategie der Ablenkung durch die „Pandemie“ scheint demnach aufzugehen. Die Flutung des Landes mit Kulturfremden kann ungehindert und in noch größerem Tempo weitergehen. Der durchschnittsdeutsche Michel merkt sowieso nichts mehr. Angst frisst nicht nur Seele, sondern auch das Gehirn auf.

Diese Umfragen zeigen, dass die Deutschen selbst nach zwei Diktaturen in der Masse noch immer ein ziemlich dummes Volk sind, dem vor allem im Westen jegliches Gespür für politische Großexperimente mit ungewissem Ausgang fehlen. Adenauers „Keine Experimente“ ist heute rechtsradikal, wäre aber die einzig richtige Handlungsmaxime in Bezug auf den gesellschaftlichen Unfrieden. Die größte Gefahr ist für die Deutschen also Trump…….das ist einfach nur noch als massenpsychopathisch wahnhaft zu bezeichnen und ein komplettes Armutszeugnis für die geistige Verfassung der Mehrheit dieses Landes. Dieses Land hat kein Problem die dritte Diktatur vom Zaun zu brechen. Gespenstisch!