SPD: Walter-Borjans und Esken wollen 30 Prozent plus – aber wie?

Mit ihrem künftigen Führungsduo hat die SPD weder inhaltlich noch persönlich etwas zu bieten, das sie für Wähler wieder attraktiver machen könnte. Sie läuft längst in die falsche Richtung - und will das jetzt noch schneller tun.

Odd Andersen/AFP/Getty Images

Die designierten SPD-Vorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans wollen die Partei binnen eines Jahres aus dem Umfragetief holen. Esken erklärte in einem am Donnerstag veröffentlichten Gespräch mit der Parteizeitung „Vorwärts“, bis Ende 2020 wieder „Zustimmungswerte von 30 Prozent und vielleicht mehr“ anzustreben. Derzeit kommen die Sozialdemokraten im Bund Umfragen zufolge auf um die 15 Prozent. Wie sie das erreichen wollen, ist völlig unklar.

Zwei Faktoren bestimmen die Ergebnisse einer Partei:

1. Die inhaltliche Positionierung
2. Das Personal / die Führung.

Was die inhaltliche Positionierung der SPD anlangt, so hört man, dass sie verstärkt auf das Thema „soziale Gerechtigkeit“ setzen wolle: Höhere Steuern für Reiche, mehr Umverteilung, höherer Mindestlohn usw. Nur: Das sagt die SPD seit Jahren, und dennoch sinkt sie seit Jahren in den Umfragen und erleidet eine Wahlschlappe nach der nächsten. Offenbar handelt die SPD so wie ein Läufer, der in die falsche Richtung läuft und meint, wenn er schneller laufe, werde er das Ziel doch noch erreichen.

Sympathieträger treten anders auf
SPD mit Saskia Esken im freien Fall
Das neue Rezept von Kühnert, Esken und Walter-Borjans scheint es zu sein, aus der SPD eine zweite Linkspartei zu machen. Die Linke liegt bei Umfragen derzeit zwischen 8 und 9 Prozent. Warum glaubt die SPD, sie könne mit den gleichen Positionen mehr als 30 Prozent erzielen? Das hört sich eher an wie das Pfeifen im Walde und zeugt von komplettem Realitätsverlust.

Zudem setzt die neue Parteiführung auf „mehr Klimaschutz“. Glauben die Genossen im Ernst, wenn jemand mehr Klimaschutz wolle, würde er deshalb die SPD wählen? Diese Wähler gehen lieber direkt zu den Grünen – sie wählen das Original und nicht die Kopie, den „first mover“ und nicht ein „me-too“-Produkt.

Die zweite Möglichkeit, mehr Zustimmung von den Wählern zu bekommen, besteht darin, charismatische Führungspersönlichkeiten an die Spitze zu stellen. Vergleichen Sie mal bitte Kurt Schumacher, Helmut Schmidt oder Willy Brandt mit Saskia Esken und Walter-Borjans. Beide sind weder Sympathie- noch Hoffnungsträger, rhetorisch sind sie beide extrem schwach. Glaubt wirklich jemand in der SPD, mit solchen Persönlichkeiten könne man die Wähler so sehr begeistern, dass sie wieder in Scharen zur SPD laufen? Ihre Wahl verdanken sie nur der massiven Unterstützung von Kevin Kühnert, der die beiden sicherlich auch als Übergangs-Vorsitzende sieht, die so schwach sind, dass er selbst den Kurs bestimmen und irgendwann die Führung übernehmen kann.

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Kommentare ( 36 )

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36 Kommentare auf "SPD: Walter-Borjans und Esken wollen 30 Prozent plus – aber wie?"

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Meine 1te Konsequenz in 1975: das SPD- Ruhrgebiet/ NRW habe ich nach 1974/75 verlassen! Ich bin aufgewachsen im westl. R uhrgebiet, in der gleichen Stadt, aus der auch Hannelore Kraft/ SPD (ehemalioge Ministerpräsidentin von nRW herstammt) aufgewachsen, und dort Abi 1974 gemacht. „Unser“ Revier, „unseren“ Pott erkennt man als Baby Boomer (geb. 1950 – 1960) nicht mehr wieder! NRW, insbesonders „unser“ Ruhrgebiet ist voll mit über 100 polizei- bekannten Gr0ßfamilien (aus der Region „Mhallami“ (türkisch/ Kurdisch/ libanesisch/ staatenlose ohne Pass) mit über 200.000 Familien- Mitgliedern; die Männer über 14 J. sind zum großen Teil polizei- bekannte Wiederhol-ungs-/ und sogar Intensivtäter… Mehr

Die beiden wurde doch nur „gewählt“ weil niemand den Scholz wollte.
Extrem schwache Wahlbeteiligung (=> wir wollen keinen der Kandidaten), extrem schwaches Wahlergebnis, hat die beiden Systemlinge nach oben gespült, aber sie glauben jetzt, jeder hat sie lieb.

Herr Zitelmann, es sind Leute wie sie, die die SPD schlecht schreiben. Ich halte dies für extrem unfair. Haben wir nicht gerade einen wirklich erfolgreichen Parteitag erlebt, bei dem unfallfrei eine neue Parteispitze aus zwei beeindruckenden Universalcharismatikern installiert werden konnte. Das Profil der SPD konnte geschärft werden, so dass ein Zusammenschluss mit der Linkspartei in greifbare Nähe rückt. Un mit Kevin Kühner sehen wir den neuen, visionären Kanzlerkandidaten, der bewiesen hat, dass er standfest, ohne jeden Opportunismus eine neue Vision für die SPD und seinen politischen Werdegang entwickeln kann. Dieser Mann, wenn auch etwas kleinwüchsig hat einen breiten Erfahrungshintergrund im… Mehr

Wußte garnicht das Sie ein Satiriker sind Herr Muttersohn. Gratuliere. Jetzt Nuhr noch ins Fernsehen.

Ja, das ist es…….die zweite Möglichkeit wäre es vielleicht.

Aber einen Charismatiker kann man nicht aus den Ärmeln schütteln, nicht „machen“. Charisma, entweder man hat es oder nicht.
Ein Kurt Schumacher, Helmut Schmidt oder Willy Brandt ist weit und breit nirgendwo zu sehen.

Wenn wir uns umschauen, haben wir keine Generationen der Charismatiker zur Zeit, in Deutschland jedenfalls nicht.

Die etablierten Parteien haben allenfalls „Astigmatiker“ (anstatt Charismatiker).

Die sind alle ziemlich kurzatmig. Asthmatiker halt. 😂

Vielleicht wollen die einen 30% igen Schnapps auf den Markt bringen. Eine Schnappsidee kann man den beiden ja nicht absprechen.

Der war wirklich gut, 30% (!), ein richtiger Schenkelklopfer. In wievielen Wahlen wollen die beiden SPD-Supermodels die erreichen? MMn brauchen die dazu mindestens zehn (10 x 3%).
Vor kurzem habe ich gelesen, Saskia Sowieso sei ein Pseudonym Jogi Löws, wenn ich sie mir so ansehe, Stimmt!

SPD; ab Januar 2020 die neue „Moderne“ 6 Prozent Partei und ich freu mich riesig darauf!!

Ganz einfach, die SPD braucht nur mit der Partei der ewigen Kanzlerin fusionieren, dann haben sie ihre 30+ Prozent. Politisch sind diese Volksparteien mittlerweile beliebig.

Vielleicht ist das der Plan?

SPD:“Höhere Steuern für Reiche, mehr Umverteilung, höherer Mindestlohn usw“
Nur das “Reiche“ jetzt schon der Mittelstand ist. Das “Umverteilen“ vom Steuerzahler zum ideologischen Parteifreund ( MSM, Staatlicher Rundfunk, NetzDG NGOS, sowie Vereine zur Diffamierung politischer Gegner). Mindestlöhne nur da wo von der SPD gewollt.

12 Euro Mindestlohn reicht nicht mal für eine Rente nach 45 Jahren. Das ist ein Witz. Was soll das bezwecken ?

„Offenbar handelt die SPD so wie ein Läufer, der in die falsche Richtung läuft und meint, wenn er schneller laufe, werde er das Ziel doch noch erreichen.“ Natürlich erreicht er das Ziel, wenn er die Welt dann umrundet und einige Ozeane überquert hat……. Nun, wenn sie das Ziel nicht erreichen, treten dann beide zurück? Gerüchte sagen schon, daß man sich mit der Wahl der neuen PV nur so lange Zeit gelassen hat, damit überhaupt noch jemand über die SPD spricht. Realistisch betrachtet könnten innerhalb 1 Jahres die 30% in der Tat erreich werden, wenn man mit den Grünen und Linken… Mehr