Die Politik zwischen „Oben ohne für alle“ und Multikulti-Realität

Mit dem Sommer sind auch die altbekannten Schlagzeilen zurück: Massenschlägerei in einem Berliner Freibad. Aber warum wirken so viele noch überrascht? Dass junge, migrantische Männergruppen Räume aggressiv für sich erobern, ist nichts Neues.

IMAGO / Emmanuele Contini
Symbolbild, Freibad in Kreuzberg

Sommer, Sonne, Sonnenschein. Die ewige Frage des Rudi Carrell, wann es denn endlich mal wieder richtig Sommer werde, ist dieser Tage mehr als beantwortet. Die Menschen zieht es raus – aus den Wohnungen, aus den Häusern, aus den Städten. Wer aus der Stadt nicht heraus kann, fährt zum See oder ins Freibad. Meine Freunde und ich entschieden uns vergangenes Wochenende für den Badesee. Handtücher, Badehosen, ein paar Bier – alles, was man für einen guten Tag am See braucht, ist eingepackt.

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Als wir am See ankommen, freut sich eine syrische Kommilitonin plötzlich über einen vertraut-bekannten Duft. Wir sind bei Weitem nicht die einzigen – die halbe Stadt scheint sich hier versammelt haben. Und überall wird gegrillt – syrisch gegrillt, schwärmt meine Kommilitonin.

Als Kind einer westdeutschen Großstadt bin ich „Multikulti“ eigentlich gewohnt. „Ausländisch gelesene Menschen“, wie es neuerdings auf woke-deutsch heißt, waren seit meiner Jugend Teil meines Umgangs, meiner Schulklasse und meines Freundeskreises. Auch mit der „Party- und Eventszene“ habe ich auf den bescheidenen Feiermeilen meiner Stadt Bekanntschaft gemacht. Und doch: Mir fällt schon auf, dass ich der einzige bin, den die kommende Antidiskriminierungsbeauftragte Ferda Ataman einen „teutonischen Kartoffel-Alman“ oder ähnlich nennen würde. Die einzigen „deutsch gelesenen“ Menschen, denen ich an diesem Tag noch begegne, haben sich zu einem Wohnmobil auf dem Parkplatz zurückgezogen. Naja. Ich verbringe jedenfalls einen schönen Nachmittag am See und fahre Abends nach Hause.

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Andere Bade-Events, so erfahre ich aus den sozialen Medien, waren da „erlebnisorientierter“. Die Bilder aus einem Berliner Freibad müssen eigentlich gar nicht mehr kommentiert werden – sie sprechen für sich. Man sieht sie jeden Sommer – im eigenen Erleben oder in den Medien. Und jeden Sommer schwappt die gleiche, kleine Empörungs- und Berichtwelle durch die kurz vor dem Sommerloch stehende Medienöffentlichkeit. Als wäre es irgendeine Neuigkeit, dass es solche Krawalle und Übergriffe durch aggressive, migrantische Männergruppen gibt. Das Problem ist offensichtlich – und die immer wieder gleiche Herumrederei umso grotesker.

Schon im Sommer vor vier Jahren war das Problem in Stuttgart wohl so schlimm, dass die Stuttgarter Zeitung bei einem einzigen Fall triumphierend herausstellte, dass der Täter „kein Flüchtling“ sei. Die ARD bezeichnete solche Randale in der Vergangenheit derweil als „Jugendstreiche“. Dazu kommen die üblichen linken Journo-Aktivisten, die das Ganze zu einem generellen „Männlichkeitsproblem“ erklären – als würden auch Moritz, Johannes und Torben stets ein Messer mit ins Freibad bringen. Wie gesagt: Die Bilder sprechen für sich.

Da lesen sich die Meldungen, die man ungefähr zeitgleich in der Presse findet, ganz anders: Immer mehr deutsche Freibäder wollen „oben ohne für alle“ erlauben. Einige halten das vielleicht für unsittlich, mir ist es gleichgültig. Dennoch komme ich nicht umher, mich etwas zu amüsieren. In Hamburg, Essen und anderen westdeutschen Großstädten erachten es progressive SPD-Ortsvereine oder feministische Bezirksbürgermeister*innen offenbar für ein wichtiges Projekt, dass Frau auch Brust zeigen darf. In deutschen Freibädern sind Frauen aber mittlerweile froh, wenn sie ihr Bikini-Top anbehalten können – ohne dass „ein Mann“ daran grabbelt, zieht und zerrt. Wenig könnte die Distanz zwischen woker Polit-Blase und der Realität in Deutschland so gut illustrieren.

Viele Frauen gehen nicht mal mehr ins Freibad – und das nicht, weil das Patriarchat sie zum Oberteiltragen zwingt. „Ich bin, seit ich ungefähr 11 war, nicht mehr im Freibad gewesen, weil ich schon damals mehrmals begrapscht wurde“, erzählt mir eine Kollegin aus Berlin beispielsweise.

„Frauen werden von Migranten massiv belästigt. Schwimmmeisterinnen werden beschimpft. Dazu kommen eine hohe Gewaltbereitschaft und der Mangel jeglichen Respekts“, beklagt Peter Harzheim, der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Schwimmmeister. In Nordrhein-Westfalen, wo es statistisch die meisten solcher Vorkommnisse gibt, identifiziert die Polizei die Täter als „junge Männer nordafrikanischer, arabischer und türkischer Herkunft“.

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Heiko Müller, Vize-Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei NRW, warnte schon 2019: „In Freibädern entsteht gerade eine Parallelgesellschaft!“ Jetzt, 2022, im ersten richtig „coronafreien“ Sommer, meldet sich diese Parallelgesellschaft lautstark zurück: party- und erlebnisorientiert wie eh und je. Erst vor wenigen Tagen belästigte eine Gruppe 12- bis 17-jähriger Jungs mehrere Mädchen in einem Freibad im bayerischen Kaufbeuren, umringte und begrabschte sie. Täterbeschreibung: dunkler Teint, schwarze Haare, gebrochenes Deutsch.

Kommen die heißen Tage, kommen auch solche Nachrichten – leider mit der Verlässlichkeit eines Schweizer Uhrwerks. Die Politik scheue nach wie vor „die Debatte um die Täter-Klientel, die wir hier auch ganz offensichtlich sehen“, meint Polizeigewerkschafter Rainer Wendt. Es seien „junge Männer, nicht alle, aber die meisten mit einem Migrationshintergrund, die ganz offensichtlich diesen öffentlichen Raum für sich beanspruchen“.

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Die Eroberung öffentlichen Raumes: So etwas sehen wir medial wieder häufiger. Anfang des Monats erst führte dieses Randale-Klientel das eindrucksvoll am italienischen Gardasee vor (TE berichtete), wo man „weißen Mädchen“ erklärte, wo sie nicht zu sein hätten, und sie massiv sexuell belästigte. Die Botschaft ist klar: Das ist unser Land.

Zuletzt erfuhr auch Stuttgart diese Botschaft. In der Innenstadt fand eine kleine, islamkritische Demo statt: Daraufhin besetzten große Gruppen muslimischer Jugendlicher Teile der Innenstadt. Polizisten werden umringt, „Allahu Akbar“-Rufe werden laut.

Den Platz erobert – Deutschland ist hier nicht. „Ihre Mentalität ist zu erobern“, sagte ein Kommilitone von mir neulich über diese Gruppen, die er auch kennenlernen durfte. Er selbst ist Marokkaner und fragt mich mittlerweile immer mal wieder, was mit den Deutschen nicht stimme – und warum Staat und Gesellschaft sich so etwas gefallen lassen würden. „Ich mag Deutschland. Aber ich schwöre, mit euch Deutschen stimmt was nicht.“ Wahrscheinlich hat er Recht.

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Kommentare ( 55 )

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Cethegus
7 Tage her

Erst kommen bestimmte Stadtteile, nun die Freibäder und so geht es immer weiter mit der muselmanischen Landnahme!
Sekundiert durch eine willfährige Politik, die nirgends anecken will und dadurch unser ehemals schönes Land an den Abschaum der Welt verschleudert…
Das Endergebnis wird eine segregierte Gesellschaft sein, wie in Südamerika.
Aber was will man schon machen, wenn der Großteil der Gesellschaft dies alles unwidersprochen hinnimmt und die Verursachen immer wieder wählt?

H. Priess
8 Tage her

Nunja, ich glaube nicht, daß sich viele Frauen sich als Gafferobjekt der Begierde zur Schau stellen. Die Zeit der Freizügigkeit, die es mal gab, ist lange vorbei.

Thorsten Maverick
8 Tage her

Das Problem läßt sich einfach lösen. FKK sprich Nacktbaden für alle einführen, und man hat Ruhe. Das ist außerdem hygienischer und praktischer. Vor allem ist es die Verwirklichung eines linken Uranliegens. Ende der 60er und in den 70ern haben Frauen ihre BHs verbrannt, es gab freie Liebe, Kommunen und jeder sollte mit jedem Sex haben. In der DDR war FKK ganz normal und ein Akt der Befreiung von spießigen, bürgerlichen Moralzwängen. Wenn ich auf Sylt bin, bade ich auch immer nackt, und ich finde es schade, daß das dort leider abnimmt. Natürliche Naktheit ist außerdem ein Protest gegen die künstliche… Mehr

Ema
8 Tage her

Eine kleine Anekdote hierzu: Gestern war ich hier am Abend im örtlichen Supermarkt meiner Kleinstadt. In der Gemüseabteilung schob eine „südländisch“ aussehende Frau einen Buggy mit einem etwa dreijährigen kleinen Mädchen darin. Ein etwa fünfjähriger kleiner Junge lief nebenher. Während die Mutter der beiden etwas im Obstregal anschaute, ging der Fünfjährige auf die Kleine zu und verpasste ihr – ohne jeden Anlass – gezielt eine kräftige Ohrfeige und zwar mit recht selbstgefälliger Miene. Von der Mutter kam keinerlei Reaktion. Keine Ermahnung, kein Tadel, gar nichts. Sie beschränkte sich darauf, das kleine Mädchen zu trösten, das laut weinend im Wagen saß.… Mehr

Innere Unruhe
8 Tage her
Antworten an  Ema

Jeder südländischer Mann hat eine südländische Mutter. Der einzige Integrationsweg ist, diese Frauen der Arbeit zuzuführen oder zumindest sie aus den Familien für acht Stunden täglich herauszuholen, wie es bei den deutschen Frauen der Fall ist. Damit werden sie eine andere Welt erleben und ihre Kinder auch.

Richy
8 Tage her
Antworten an  Ema

Leider kein Einzelfall. Offensichtlich ausländische Familie (Türken, Syrer o. ä.) mit ca. 5jährigem Sohn bei Penny. Der Rotzlümmel läuft herum, reißt Waren wahllos aus den Regalen oder schmeißt sie in den Einkaufswagen der Familie oder aber auch andere. Keiner der Elternteile sagt was, stehen daneben und reagieren nicht. Nachdem er auch bei mir etwas rein geschmissen hat und dann auch noch in meinem Wagen klettern wollte, habe ich ihn zusammengestaucht. Hat ihn nicht groß interessiert oder er hat nicht verstanden. Die Mutter hat ihn dann am Arm von meinem Wagen weggezogen und mir bitterböse Blicke zugeworfen. Tadel an den Rotzlümmel… Mehr

Poirot
7 Tage her
Antworten an  Ema

Männer aus dem Nahen- und Mittleren Osten werden von Grund auf zu kleinen Paschas und Machos erzogen. Von Frauen, die auch tief geprägt sind von diesem Macho-Regime, in das sie hineinwachsen. Und ebendiese Machos sind „Herrenmenschen.“ Daher rührt ihr respektloses Verhalten gerade den deutschen „Weicheiern“ gegenüber. Es kümmert sie nicht im Geringsten, wenn wir hier mit dem Zeigerfinger wackeln und die Dinge „ausdiskutieren“ wollen. So ist hier, in Berlin, einer befreundeten Lehrerin bereits vor 20 Jahren in einer Neuköllner Grundschuld folgendes von so einem kleinen Pascha gesagt worden, der mal wieder seine Hausaufgaben nicht gemacht hatte: „Isch fick disch in… Mehr

Hesta
8 Tage her

Wenn männliche Migranten im Schwimmbad auf barbusige Damen stossen kann ich mir lebhaft vorstellen, wie diese Herren reagieren. Ohne anwesendes Sicherheitspersonal dürften die Träume von gesellschaftlicher Freiheit ganz schnell ausgetraeumt sein.

fatherted
8 Tage her

in den 80ern….war oben ohne in fast allen Freibädern weit verbreitet….jedenfalls auf den Liegewiesen….im Wasser zog sich Frau noch was „über“. In den Parks waren fast alle jungen Mädels oben ohne….schon wegen der Bräune. Das änderte sich rapide mit dem Anstieg der Neubürger (schon in den 80ern) die sich zunehmend auf ihre Religion berufend, gegen eine allgemeine Nacktheit „aussprachen“. Spätestens seit 2015 weiß Frau, wie sie sich in D zu verhalten hat….Armlänge, keine aufreizende Kleidung (oder eben Nicht-Kleidung), immer schön demütig den Blick nach unten gesenkt und nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr das Haus verlassen. Insofern….ist doch eher der… Mehr

Ordoliberal
8 Tage her

In meiner Jugend in einer schwäbischen Großstadt in den Siebziger Jahren waren die schlimmen Jungs deutsche Teenager aus der Unterstadt, die sich in der Schlange vor dem Ein-Meter-Brett vordrängelten. Die Bademeister kannten ihre Pappenheimer und wenn sie trillerten, wurde auch der gröbste Bully fromm. Sie wussten: Wenn sie es übertreiben, gibt es eine Freibadsperre für den ganzen Sommer. Das waren nicht mehr als eine Handvoll Lümmel, Ausländer spielten noch gar keine Rolle. Mit denen konnte man auch reden, die waren nicht aggressiv, alles nur typisches Teenager-Protzgehabe. Schöne Zeiten! Wenn ich heute dasselbe Freibad besuche, könnte ich k…! Beziehungsweise heulen, je… Mehr

Poirot
8 Tage her
Antworten an  Ordoliberal

Oh, das kenne ich! Mein geliebtes Olympia-Bad in Charlottenburg
ist zur NO-GO-Area verkommen. Man ist gut beraten, wenn man es als Bio-Deutsche(r) nur in den frühen Morgenstunden aufsucht. Da schläft der Migrant noch!

Thomas
9 Tage her

Wenn man sich die mal wegdenkt, wie schön und entspannt könnte Deutschland sein. Man sehe sich Freibad- oder Innenstadt Fotos aus den 50ern und 60ern an. Nur helle Menschen. Putin ist nicht unser grösster Feind. Wenn er überhaupt unser (der Deutschen) Feind ist. Unser grösster Feind entstammt von uns. Aus unserer Mitte. Sie haben viele Namen und Masken, zB Sozialisten, Kommunisten, usw. Es gab sie immer. Nur wenn die Konstellation günstig ist, erschleichen sie sich den Weg an die Macht. Und jetzt haben sie das ganze Land im Würgegriff. Doch ihr Ziel ist unsere Zerstörung. Sie sehen uns, das Deutsche… Mehr

H. Hoffmeister
9 Tage her

Herr Roland,
der Drops ist leider gelutscht. Die nicht-biodeutsche Bevölkerung ist längst Beherrscher des urbanen öffentlichen Raumes geworden. Wir haben uns gegenüber den neuen Herren wohlzuverhalten, sonst gibts was mit dem Messer oder anderen Argumentationshilfen. Aber ganz offensichtlich meinte Göring-Eckert das mit täglich neu aushandeln.

Peter Silie
9 Tage her

In jeder Katastrophe liegt auch eine Chance. Hier nämlich die Chance, daß nach einer disruptiven Lösung der Migrationsfrage, dieses Land wieder so aussehen könnte, wie vor 60 oder 70 Jahren. Qualität statt Quantität, Klasse statt Masse. 1. Welt statt 3. Welt, Nobelpreisträger statt Gemüsehändler, Sicherheit statt Gefahr, Leistungbereitschaft statt Verweigerung, Zuverlässigkeit statt Beliebigkeit.
Wer ist dafür verantwortlich, daß all das einfach so aufgegeben wurde?