Integration – Für sozialen Frieden Geschenke an Hartz IV-Empfänger

Der Praktiker im Job-Center über Betrug, Verschwendung, Unvermittelbarkeit, und Bedrohungen. Warum Integration nicht funktioniert, der Islam zur letzten Zuflucht der Betroffenen wird - und Einheimische mit Geschenken ruhig gestellt werden.

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Nicht einmal jeder zehnte Asylbewerber bringe die Voraussetzungen mit, um direkt in eine Arbeit oder Ausbildung vermittelt zu werden, so Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles bereits im September letzten Jahres. Seitdem sind viele Monate vergangen. Getan hat sich wenig. Ein Konzept, wie man Hunderttausende, die zumeist nicht annähernd die Qualifikation für den deutschen Arbeitsmarkt mitbringen, in Arbeit bringen und von staatlichen Leistungen unabhängig machen will, fehlt auch nur in Ansätzen. Schaffen wir das?

Reden wir mit einem, der „Wir“ ist und die Integrations-Aufgabe an Ort und Stelle bewältigen soll. In diesem Zusammenhang habe ich jemanden ausfindig gemacht, der es wissen muss. Was ich dabei herausfand, ist ein echter Hammer. Tichys Einblick liegen hierzu exklusiv Unterlagen vor.

Die alltäglichen Probleme eines Jobcenter-Mitarbeiters

Timo Felber ist 34 Jahre alt und seit sechs Jahren Arbeitsvermittler in einem Jobcenter in einer Großstadt in Nordrhein-Westfalen. Seinen richtigen Namen nennen wir nicht, weil er um seinen Job fürchtet. Bis zu 150 Kunden betreut er dort parallel – vom Facharbeiter über die Akademikerin bis zum Langzeitarbeitslosen. Die Probleme sind die Gleichen wie in vielen Jobcentern. Durch die gute Konjunktur der letzten Jahre, aber vor allem auch durch die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes durch Zeitarbeit und Co., gäbe es derzeit nicht allzu viele Arbeitslose, erklärt Timo. Das sorge dafür, dass es sich bei denen, die da seien, größtenteils um jene handelt, die ohnehin nur schwer oder kaum zu vermitteln seien. Viele von ihnen verfügen über keine Ausbildung oder haben bereits mehrere abgebrochen, weshalb sie nur auf Hilfskraftniveau anzusiedeln seien. Gerade die Jobs gebe es kaum mehr. Kaum jemand käme über die Zeitarbeit hinaus.

„Vermittlungshemmnisse“ nennt man das in Jobcenter-Sprech, wenn Menschen keine oder nur eine unzureichende Qualifikation besitzen. Aber auch Schulden oder psychische Probleme fallen darunter. Gerade bei Hartz IV-Empfängern gebe es die oft. Vielen nimmt die Arbeitslosigkeit das Selbstwertgefühl. Die meisten von ihnen haben gleich mehrere Vermittlungshemmnisse. Die Aufgabe des Arbeitsvermittlers sei es, diese erst einmal abzubauen, bevor er die Menschen überhaupt in Arbeit bringen kann. „Da muss man dann auch manchmal wie ein Psychologe wirken.“ sagt Timo mir.

Auch Alleinerziehende  haben es schwer. Sie seien zeitlich sehr unflexibel, was es schwierig machen würde, sie in Arbeit zu bringen und wenn, dann würde Teilzeit eben auch in der Regel nicht zum Leben reichen. Dann müsse das Gehalt  aufgestockt werden. Die schwierigste Problemgruppe sei allerdings jene der Menschen mit Sprachproblemen. Bei ihnen sei es besonders schwierig, sie in gute, langfristige Arbeitsverhältnisse zu bekommen. „Das sind in der Regel die Leute, die ihr ganzes Leben auf staatliche Hilfe angewiesen sind“ räumt Timo resignierend ein und ergänzt: „Wer die Sprache in Deutschland nicht spricht, hat ein ganz großes Problem. Da sehe ich auch in Zukunft die große Herausforderung im Bereich der Arbeitsvermittlung hierzulande. Das System in Deutschland fängt die Leute materiell relativ gut auf.“

Das sei ja zunächst erst einmal gut, aber in diesen Fällen werde es zum Problem. Gerade das würde es insbesondere für junge Leute, die noch nicht wissen, wo sie im Leben hinwollen oder worauf es ankommt und vor allem für Menschen mit niedriger Qualifikation und vielen Kindern attraktiv machen, nicht arbeiten zu gehen. Der Großteil der Geringqualifizierten könne halt nie über einen Job die eigene Familie so finanzieren, so wie es das Amt dann tut. „Die haben immer einen Hartz IV-Satz, der höher ist als das Arbeitseinkommen. Dementsprechend ist es für diese Leute vollkommen unattraktiv zu arbeiten.“ Der Staat würde hier falsche Anreize setzen, gibt Timo zu bedenken.

Kaum zu überblickende Parallelstrukturen

„Du hast von Sprachbarrieren gesprochen“, setze ich an und füge hinzu, dass diese ja nun vor allem für Menschen mit Migrationshintergrund gelten würden und frage ihn nach den spezifischen Problemen mit Kunden mit Migrationshintergrund.

Die Sprachprobleme hingen natürlich vor allem mit dem niedrigen Bildungsniveau zusammen. So würden Migranten immer noch einen Großteil der bildungsfernen Schicht in Deutschland stellen. Die Großeltern, die häufig als unqualifizierte Arbeiter in den 1950er und -60er Jahren nach Deutschland kamen und die Abschottung dieser Migrantengruppe hätte es ihnen schwer gemacht, sich daraus zu lösen.

Ob es kulturell bedingte Probleme gäbe, frage ich daraufhin.

Vor allem bei religiös durch den Islam Geprägten sei zu beobachten, dass die Motivation gering sei. Das Verständnis dafür, dass der Staat nur eine Übergangslösung sein könne, eine Hilfe, eine Stütze bis zur nächsten Arbeitsaufnahme, sei bei diesen Menschen ganz oft nicht gegeben. Bei Deutschen, aber auch Spaniern und generell Europäern sei zumeist deutlich der Wille erkennbar, sich aus der Situation heraus zu kämpfen. „Wie oft habe ich schon den Satz gehört, dass man sich nichts Schöneres vorstellen könne, als nicht mehr vom Staat leben zu müssen.“ erklärt Timo. „Diesen Satz habe ich noch nie von jemandem aus islamischem Kulturkreis gehört.“ Auch bei Osteuropäern sei der Wille groß, auf eigenen Beinen zu stehen. „Die nehmen eigentlich fast jeden Job, also wirklich Knochenarbeit.“ Oft würden sie es auch ohne Qualifikation und mit Sprachbarrieren schaffen, auf ein recht gutes Niveau zu kommen. „An denen sieht man ganz gut, dass wenn der Wille da ist, es auch einen Weg gibt.“ Vor allem bei Menschen aus dem islamisch geprägten Raum hätte Timo diesen Antrieb jedoch noch nie festgestellt. Stattdessen hätte man häufig mit Parallelstrukturen zu kämpfen, die für das Jobcenter kaum zu überblicken seien.

„Da gibt es dann diese marokkanische Großfamilie, deren Mitglieder alle volles Hartz IV beziehen und zeitgleich Immobiliengeschäfte betreiben.“ Einer von ihnen, ebenfalls Hartz IV-Empfänger, wollte dies gar als Qualifikation bei Timo geltend machen. „Das sind halt ganz dubiose Strukturen.“ kommentiert er und weist darauf hin, dass dies lange kein Einzelfall sei. „Die haben in diesem Staat ihre eigenen Wirtschaftszweige gebildet. Da läuft so viel unter der Hand und das durchblickt der Staat nicht. Da besitzt eine Großfamilie Immobilien, keiner weiß, über wen die laufen und die beziehen alle Hartz IV. Normalerweise würde man das ja dann nicht mehr kriegen, aber es blickt halt keiner mehr durch.“ Schuld daran sei nicht zuletzt auch der Dschungel an internen Regeln und Weisungen. Es sei überhaupt schwer, zu wissen, wie da gerade der aktuelle Stand gesetzlich ist. „Das ändert sich laufend.“

Vielen würde man darüber hinaus ansehen, dass sie ihr Einkommen nicht nur aus Hartz IV-Leistungen beziehen. Oft würden auch kleine Nebentätigkeiten angegeben werden, wobei man den Leuten schon an der Kleidung, dem Schmuck etc. ansehen würde, dass sie deutlich mehr verdienen, als sie angeben.

„Die können einem schön was vorlügen, legen einem unglaublich viele Bewerbungen vor, aber man weiß im Prinzip, dass es da nicht zu einer Arbeitsaufnahme kommen wird, weil man merkt, dass die das gar nicht möchten und schon ihre Einkommensquellen haben. Da guckt man dann aus dem Fenster und sieht, dass die mit einem Dreier-BMW kommen, der auch nicht auf sie zugelassen ist, weil die das in der Regel ja auch nicht dürfen. Ob das jetzt über die kriminelle Schiene läuft, also Verbrechen, Gewalt etc., kann man nur mutmaßen, aber der Durchschnitts-Hartz4-Empfänger kann sich diese Sachen eben nicht leisten und da ist meiner Meinung nach auch der Staat gefragt, dass man da rigoroser vorgehen müsste, denn diese Leute sind halt wirklich meiner Meinung nach darauf aus, den Staat wie eine Kuh zu melken. Die Leistungen werden ergaunert. Anders kann man das nicht sagen.“

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Kommentare ( 93 )

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