Kein vorgezogener Aprilscherz: In Kiel betreibt der schwarze Gastronom Andrew E. Onuegbu aus Nigeria ein bodenständiges Restaurant und pfeift auf politische Korrektheit. Von Ingo Swoboda und aufgegessen.info
picture alliance/dpa | Frank Molter
Heute gehen wir mal rassistisch essen. Und zwar so richtig, dass es einem Gutmenschen das Blut in den Adern gefrieren lässt. Unser Ziel ist das Restaurant „Zum Mohrenkopf“ in Kiel, eine gute Adresse für bodenständige Küche mit norddeutschen, aber vor allem rassistischen Einschlägen. Denn neben Seemanns-Labskaus und Kutterscholle nach „Finkenwerder Art“ stehen auf der Speisenkarte auch „Mohrenkopf-Topf“ und die Dessertvariation „Mohrenkopf“. Und der superscharfe „Mohrenkopf-Pfeffer“ aus dem biafranischen Dschungel ist auch wieder erhältlich, wie man auf der Homepage erfährt.
Da soll einen doch glatt der Teufel holen, oder wenigstens der Verfassungsschutz eingreifen und den Mohrenkopf-Topf als gesichert rassistisch einstufen. Was ist denn in Kiel los? Wer kann es sich heute noch erlauben, erstens den Laden „Zum Mohrenkopf“ zu nennen, und zweitens einige Gerichte mit dem bösen Wort auf die Karte zu schreiben? Ohne dass man ihn stigmatisiert und vom öffentlichen und politischen Diskurs ausschließt, ohne dass seine Bankkonten gekündigt werden, Herr Rossmann sich empört und solche Kunden in seinen Drogerie-Läden nicht haben möchte, ohne dass Vereine ein Ausschlussverfahren einleiten und die beiden Kirchen dem Sünder keine Absolution erteilen.
Wer steckt hinter dem Mohrenkopf? Etwa ein Agent provocateur? Oder die böse Partei, die alles abschaffen möchte, was uns lieb und vor allem teuer ist? Nein, der gute Mann heißt Andrew E. Onuegbu, ist Inhaber und Chefkoch, der sein Handwerk in besten Adressen gelernt und verfeinert hat. Und Andrew ist schwarz und hat offenbar mit Mohren kein Problem. Auf seiner Homepage erklärt er dazu, dass „der Mohrenkopf im Mittelalter diejenigen Häuser auswies, die als Fürstenherber dienten. Außerdem galt er als besonderes Zeichen für eine hervorragende Küche und eine zuvorkommende Bewirtung. Wir möchten an diese alte Tradition anknüpfen.“
So geht das aber nicht, lieber Andrew E. Onuegbu. Mit solchen Aussagen, die historisch stimmen mögen, aber leider nicht in unser wokes Gesellschaftsbild passen, werden Rassismus und Kolonialismus nur relativiert, unsere lukrative NGO-Diskriminierungsindustrie und die Demonstrationskultur der Guten und Besseren in Frage gestellt. Das möchte doch kein anständiger Mensch, oder? Lieber Andrew E. Onuegbu, kommen Sie zurück auf den Pfad unserer Tugend und erkennen Sie, dass Sie sich mit ihrem „Mohrenkopf-Topf“ und dem Namen Ihres eigenen Restaurants selbst rassistisch beleidigen und diskriminieren.
Da hilft nur: Selbstanzeige bei einer staatlichen Petz-Stelle, Verfassungsschutz informieren und prophylaktisch schon mal selbst das Haus durchsuchen, vielleicht ein schmackhaftes Gericht zur Rettung der Demokratie auf die Speisenkarte („Veganer Döner à la Steinmeier“) setzen und ein Schild an die Tür hängen, dass man Rassisten und anderes Gesocks hier nicht bedienen wird. Und bitte unbedingt ihr Restaurant umbenennen! Fragen sie dazu die guten und aufgeklärten Berliner, die dafür gesorgt haben, dass die „Mohrenstraße“ in „Anton-Wilhelm-Amo-Straße“ umbenannt wurde. Der Philosoph aus Ghana gilt als der erste schwarze Professor in Deutschland, da kann man schon mal drüber hinwegsehen, dass seine Familie laut dem Historiker Michael Zeuske erfolgreich im Sklavenhandel aktiv war. Man darf einfach nicht alles so schwarzsehen. Dann wird am Ende alles gut, und der Schwarze Mann wird wieder in den Kreis der tugendhaften Moralisten aufgenommen.


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Nicht nur Kiel ist da cool: in Coburg ist überall ein Mohrenkopf drauf gepappt, übrigens seit 1350: der Heilige Mauritius. In der Konditorei gibt es seit eh und je wunderschöne Mohrenköpfe, auf dem Stadtwappen und deshalb auch auf den Grossdeckeln in der Stadt, ja auf jedem Werbebild und der wikipdia- Seite. Man muss nur selbstbewusst sein und wissen, wer man ist und was man hat! Es fehlt allerdings noch so ein schönes afrikanisches Lokal mit dem Namen über der Tür: Zum Mohrenkopf.
Uuuuuralte geschichte. Wie wär’s mit gastronomischer bewertung statt ollen kamellen?
Was gibt‘s neues?
Sorry, aber die Geschichte hat bereits einen äußerst langen Bart.
„Mohrenkopf-Topf“: drei kleine Steaks von Schweinefilet, Putenbrust und Rind gebraten, mit Champignons à la Crème, Gemüsekomposition, Sauce Hollandaise und Bratkartofeln für 22,90 €.
Und Jägerschnitzel gibts auch noch. Das ist auch rassistische und menschenverachtend. Lasst wenigsten die Jäger ganz.
Ein bemerkenswerter Mann.
Wenn ich vor Ort wäre würde ich da öfter hin gehen.
Man wirft mir auf Grund meiner Einstellungen öfter vor rassistisch zu sein.
Wie alle anderen Menschen auch bin ich ein Individium und manche Menschen kann ioch leiden,, mehr oder weniger und andere nicht
Cool! So geht Integration! Wäre es in meiner Nähe, würde ich das Restaurant besuchen.
Gibt es dort auch Zigeunerschnitzel und Negerküsse für die lieben Kleinen?
Na, fehlt hier dann nur noch, dass der werte Herr Andrew E. Onuegbu in einer geschützten „Glastruhe“ neben verschiedene Kuchen-Stücke, dann für die Kinderchen auch noch Negerküsse anbieten tut. 😉
Möge das Restaurant von Herr Andrew E. Onuegbu immer von vielen hungrigen Gästen aufgesucht werden….
Liebe Gut-und Bessermenschen, ich glaube Herr Onuegbu hat wirklich Ahnung von Marketing. Karma is a bitch.
der mohrenkopf war schon vor jahren in den medien, herr onuegbo bleibt standhaft und zeigt den wahn der woken auf.
respekt!
falls ich mal in kiel sein sollte, weiss ich, wo ich essen gehen werde!