Deutschland ohne Außengrenzen bedeutet immer mehr Grenzen im Innern

Was die EU mit Chatkontrolle 1.0 und Chatkontrolle 2.0 vorhat, lässt noch viele Zäune ahnen. Bis genügend Leute sagen: Zäunt euch selber ein. Ihr kriegt weder eine Bahnsteig- noch eine Fahrkarte.

picture alliance/dpa | Marcus Brandt

Bei seiner Erwägung, die 1974 abgeschaffte Bahnsteigkarte wieder einzuführen, soll CDU-Verkehrsminister Steffen Bilger hier nicht als wahrer Grund Lenin unterstellt werden.

Die kaiserliche deutsche Reichsregierung schmuggelte Wladimir Iljitsch Uljanow – vulgo Lenin – im plombierten Eisenbahnwagen nach Russland, die Folgen nicht ahnend wie die Bundesregierungen seit Merkel bei der Energiewende und großen Transfomation von Habeck und Genossen. Lenin putschte sich mit den Bolschewiki im Oktober 1917 an die Macht. Merkel gab den Grünwoken den Bahnsteig frei und eine Dauerfahrkarte für die Deindustrialisierung Deutschlands. Lenin hatte am 22. Dezember 1920 auf dem VIII. Gesamtrussischen Sowjetkongress gesagt: „Kommunismus – das ist Sowjetmacht plus Elektrifizierung des ganzen Landes.“ Er hatte allerdings nicht an Windräder gedacht, sondern an zuverlässige Kraftwerke.

Der legendäre Ausspruch soll von ihm sein: „Revolution in Deutschland? Das wird nie etwas, wenn diese Deutschen einen Bahnhof stürmen wollen, kaufen die sich noch eine Bahnsteigkarte!“

Wie gesagt, Bilger wird nicht als Motiv unterstellt, jede Revolution in Deutschland durch die Bahnsteigkarte zu verhindern. Vielmehr löst es sicher nicht nur hier die Assoziation aus: Außen soll es seit Merkel keine Grenzen mehr geben (können), drinnen nur noch und immer mehr Grenzen. Deutschland zäunt sich ein. Die Poller begannen nach dem Terror am Weihnachtsmarkt in Berlin überall zum Zaun zu werden – bis tief in die Provinz. Traditionelle Veranstaltungen wurden eingezäunt oder abgesagt wegen viel zu hoher Zaunkosten. Unerwünschte Meinungen wurden ausgezäunt bei Strafe des Morgenbesuchs von Polizei und Staatsanwalt. Einer saß deshalb lange in Untersuchungshaft, nachträglich wurde kein Zaungrund gefunden. Das Internet wollen Brüssel und Berlin für junge Leute einzäunen, vorgeblich zu ihrem Schutz, in Wirklichkeit als Vorstufe für eingezäunte Meinungen überall und für Jedermann.

Der Verkauf von Bahnsteigkarten begann in der Frühzeit der Eisenbahn, als die Neuheit zahlreiche Zuschauer anlockte, was zu Gedränge und Unruhe auf den Bahnsteigen führte. Damals hatten viele Bahnen Abteilwagen, wo der Schaffner zur Fahrkartenkontrolle von außen über ein Trittbrett von Abteil zu Abteil von einem Wagen zum nächsten klettern musste. Also kontrollierte man Fahrkarten dann vor der Abfahrt an der Bahnsteigsperre und begrenzte die Zahl der Personen am Bahnsteig ohne Fahrtabsicht. In Deutschland kosteten Bahnsteigkarten erst 10, später 20 Pfennig. Die Deutsche Bundesbahn schaffte die Bahnsteigkarte zum 1. Mai 1974 ab – vor der Fußball-Weltmeisterschaft 1974 – die Bahnsteigsperre und den Bahnsteigschaffner auch. Nur am von der Deutschen Reichsbahn betriebenen Bahnhof Berlin-Zoologischer Garten in West-Berlin wurden bis 1987 Bahnsteigkarten für eine D-Mark verkauft.

Bilger sieht eine wachsende Bedrohung der Verkehrsinfrastruktur, die oft angegriffen werde – bei Schienenstrecken, der Energieversorgung, auf Wasserstraßen und im Flugverkehr. An Flughäfen kündigte Bilger schnellere Zäune der internationalen Flughäfen mit Drohnendetektionstechnik an. Die Deutsche Flugsicherung habe den Auftrag, entsprechende Zaun-Technik zu beschaffen.

Was die EU mit Chatkontrolle 1.0 und Chatkontrolle 2.0 vorhat, lässt noch viele Zäune ahnen. Bis genügend Leute sagen, zäunt euch selber ein. Ihr kriegt weder eine Bahnsteig- noch Fahrkarte.

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Kommentare ( 9 )

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JamesBond
20 Tage her

Wie richtig erwähnt, die Bahnsteigkarten ist der Schlüssel in Deutschland zur Revolution. Für etwas anderes taugen die verrotteten Bahnhöfe und Bahnsteige der Deutschen Bahn auch nicht mehr. Man fragt sich unwillkürlich warum es jetzt diesen Verkehrsminister gebraucht hat. Keine Idee, keine Strategie nicht mal an der Diskussion über niedrigere Steuern (CO2-Abgabe) ist er beteiligt, geschweige denn, bringt er eigene Vorschläge. Ein typisches Merz Eigentor.

Ludwig von Gerlach
20 Tage her

Je nach dem ist die Idee gar nicht so schlecht: würde man die Fahrkartenkontrolle in den Zugangsbereich der Bahnsteige vorverlagern, wäre Schwarzfahren wesentlich erschwert und es würde Menschen, die sich ohne den einzig legitimen Grund des Bahnfahrens auf den Bahnsteigen herumtreiben, fernhalten. Bei vielen Bergbahnen kann man schon heute die Berg- oder Talstation nicht betreten, ohne vorher seine papierene oder digitale Fahrkarte an der Zugangssperre zu scannen. Einer gesonderten Bahnsteigkarte bedarf es daher nicht.

humerd
20 Tage her

erinnert sich noch wer? Corona: Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein zogen Binnengrenzen hoch und kontrollierten diese hermetisch. Zweitwohnungsbesitzer, FeWo Inhaber durften nicht mehr einreisen.

Nibelung
20 Tage her

Diesen Wettlauf um die inneren Grenzen werden sie verlieren, wenn sich das Volk immer mehr abgrenzt von den Herrschenden, die jeden Respekt verloren haben und meinen sie können nach Versailler Art hinweg regieren. Sinnbildlich meinen sie doch zwischenzeitlich ebenso, wenn sie kein Geld haben für höhere Preise, dann sollen sie doch Kredite aufnehmen und was die Bourbonen mit der Kuchen-Bemerkung vergeigt haben und zum Untergang führte, könnte wieder kommen und das müßte keine reine Vermutung mehr bleiben, wenn sie dermaßen überziehen, daß eine Befreiung der letzte Ausweg wäre. Die guten Taten führen ebenso zu Hosianna-Rufen, wenn man von den schlechten… Mehr

Juergen P. Schneider
20 Tage her

Die duckmäuserische Untertanenmehrheit ist ausweislich ihres Wahlverhaltens immer noch sehr zufrieden mit den Zuständen im Land. Ich habe vor sechs oder sieben Jahren einmal auf einem Weihnachtsmarkt Bekannte gefragt, ob sie sich denn sicher fühlten. Die Antwort war, man habe schon eine Menge bewaffnete Polizeibeamte gesehen und die Poller um den Veranstaltungsplatz seien auch da, sodass man sich doch sehr sicher fühle. Bei meiner Rückfrage, wie das denn vor 20 Jahren gewesen sei, blickte ich in verblüffte Gesichter, in denen die bundesdeutsche Allgemeinverblödung nur allzu deutlich erkennbar war.

Alf
20 Tage her

Bilger sollte mal mit der DB fahren. Früher, als die Welt noch Politiker hatte, waren die Gleise unseres Bahnhofes nur mit Fahrkarte oder Bahnsteigkarte erreichbar. Die Gleise waren ein gezäunt, der Zugang wurde eigens vo Personal aufgesperrt. Heute: Kein Zaun, kein Personal, keine Aufsicht, Schnellfahrstrecke und Schilder für Kinder, die nicht lesen können. Für Erwachsene der Hinweis, daß es Fahrkarten Kilometer weiter in der Stadt gäbe, sollte der Fahrkartenautomat – wie üblich – nicht funktionieren. Daß Ältere wg der Sonneneinstrahlung den Automat ohne hin nicht bedienen können, ist geschenkt. Der Gleise werden jetzt durch eine weiße Linie vom Bahnsteig getrennt.#… Mehr

Adlershofer
20 Tage her

Wenn es Zugangskontrollen auf den Bahnsteigen geben würde, wären viele Menschen seit 2015 nicht tot, sondern noch am Leben. Und der öffentliche Nah- und Fernverkehr wäre sicherer. Vom Verhindern der permanenten Schwarzfahrerei in Großstädten wie Berlin mal ganz abgesehen. Wenn Sie mir nicht glauben, Herr Goergen, machen sie den Praxistest, z.B. in der Berliner U- und S-Bahn abends und in der Nacht (U6, U7, U8 auch ganztägig).

Peter Pascht
20 Tage her

Gemäß Grundgesetz, Recht und Gesetz
ist die vollziehende Macht verplichtet die Aussengrenzen zu schützen,
wenn es sein muss auch mit det Armee der Bundeswehr
Das ist ihr verfassungsmässiger Auftrag der Bundeswehr und Bundespolizei.
Eine vollziehende Macht welche ihre verfassungsmäßigen Pflichten nicht wahrnimmt.
Da gibt es nur den richtigen Wahlzettel dagegen – diese Verfassungsbrecher abzuwählen.

A.G.
20 Tage her

Mal in Frankreich TGV gefahren? In den „großen“ Städten wartet man in einer (beheizten/ Klimatisierten) Halle mit Sitzgelegenheiten, Toiletten und Restaurants…im Prinzip wie wenn man im Flughafen auf´s Boarding wartet. Kurz bevor der Zug einfährt kommt ein Aufruf, man nimmt seine Bordkarte, scannt diese an den Zugangspunkten zum Bahnsteig, eine Tür öffnet sich und erst dann kommt man auf den sauberen Bahnsteig. Der Unterschied zu D ist: Auf dem TGV-Bahnsteig fährt auch kein anderer Zug ab. Es ist jedoch nicht überall so…in kleineren Städten ists genau so ein „Gemischtwarenladen“ wie in D.