„Nichts ist mächtiger als die Sprache, und die politisch-mediale Sprache in Deutschland ist links“ – so leitet der Mitherausgeber Julian Reichelt das „Links - Deutsch Deutsch - Links“ betitelte Lexikon ein. Es soll ein „Weckruf“ sein, um „aus dem kulturell-medialen Gefängnis, das linke Sprache geschaffen hat“, auszubrechen.
Insgesamt umfasst das Lexikon 139 Artikel (Stichwörter im Folgenden kursiv): Von A (abholen und mitnehmen, Aktivist, Antifa, Aufmarsch, Autokrat) über N (Nazi, neu denken, Neunzehnhundertdreiunddreißig, Nichtregierungsorganisation, non-binär) bis Z (Zeichen setzen, zugewiesenes Geschlecht). Die Buchstaben C, X und Y haben keine Einträge (bei C würde passen Cis-Mann „jemand, der biologisch als Mann geboren wurde und sich als solcher fühlt“). Verfasst wurden die Artikel von 25 Autoren (Verzeichnis S. 177-183), von denen zwölf der Redaktion des 2022 gegründeten Nachrichtenportals NIUS angehören, und die übrigen – darunter medienbekannte Namen wie Norbert Bolz (heteronormativ, Trigger-warnung, die Wissenschaft), Henryk Broder (Zeichen setzen), Birgit Kelle (gebärende Person, non-binär, zugewiesenes Geschlecht), Joachim Steinhöfel (Hass und Hetze), Gloria von Thurn und Taxis (Haltung zeigen) – aus den Bereichen Wissenschaft, Politik, Kultur und Society kommen.
Artikelstruktur
Den einzelnen Artikeln vorangestellt ist das Stichwort, seine phonetische Transkription (Druckfehler bei Neuauflage korrigieren!) und die Angabe von Wortart und Genus, z. B. „Nazi, der [’na:tsi] Substantiv, maskulin“. Darauf folgt eine kurze Worterklärung ˗ für Nazi „Das ultimative Schimpfwort …, um jeden zu diskreditieren, der es wagt, nationale Identität zu erwähnen“ (Jan Karon) ˗ und ggf. weitere Erläuterungen; entsprechend variiert der Umfang: Der umfangreichste Artikel (Marc Friedrich: Verschwörungstheorie) ist fünfeinhalb Seiten lang, der kürzeste (Pauline Voss: Transfrau) besteht nur aus einem einzigen Wort: „Mann“. Am häufigsten sind Artikel mit etwa 1 Seite Umfang. Die Quellen der Zitate werden im Anmerkungsteil (S. 184-190) nachgewiesen.
Macht der Sprache oder Sprache der Macht?
Die linken Politwörter – zu den 139 genannten ließen sich zahlreiche hinzufügen (ein Mann [in Kriminalitätsmeldungen], ethnisch-abstammungsmäßiges Volksverständnis, verfassungsschutzrelevante Informationen usw.) – beherrschen den öffentlichen Diskurs. Liegt das an der Macht ihrer Sprache? Nein, es ist die Sprache der Macht, eines politischen Sprachregime, das die öffentliche Rede unter Kontrolle hat: Zustimmung wird durch → Demokratieförderung belohnt, Widerspruch als → Delegitimierung des Staates oder → Hass und Hetze durch → Meldestellen erfasst und angezeigt.
Pauline Voss / Julian Reichelt (Hrsg.), Links – Deutsch Deutsch – Links. Westend Verlag. 192 Seiten. Kartoniert. 20,00 €




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Deutschland – unheilbar krank. Ob da ein Dr.Eisenbart hilfreich wäre? Nachdem Politiker mit dem Eisenbesen als nicht hilfreich betrachtet weden…
Schön, dass auch ein Beitrag von Norbert Bolz in dieses Wörterbuch aufgenommen wurde.
Er hat die Fähigkeit, kulturelle Entwicklungen prägnant zu analysieren und angemessene Lösungen vorzuschlagen.
Verrat am Kreuz – Der Untergang des Abendlandes – YouTube
Für X und Y schlage ich vor:
„X- bzw. Y-Chromosom: schon bei Lyssenko überholter Biologismus, den Rechtsextreme zum Leugnen der existierenden 75 Geschlechter benutzen“
🙂
Vielen Dank für die Erwähnung von Lyssenko. Für alle, die mit seinem Namen nichts verbinden oder sich nicht mehr so genau an ihn erinnern:
Lyssenko lebt. Über die Erben eines Scharlatans – #Achgut zum Hören – YouTube
Die Wirklichkeit hält sich nicht an diese Manipulationen:
Gregor Mendel, die Entstehung der Arten und Schöpfung (News auf Genesisnet.Info)
Manchmal kosteten Scharlatanerien Millionen von Menschenleben:
Mao Zedong: Chinas „Großer Sprung“ – mit Kanonen auf Spatzen – DER SPIEGEL
Ich hätte noch:
Vielfalt (neudeusch für Gleichschaltung)
Weltoffenheit (neudeutsch für Masseneinwanderung)
Australischer Austauschstudent (neudeutsch für Afghane)
Transparenz (aus dem Sowjetischen für Glasnost)
Transformation (aus dem Sowjetischen für Perestroika)
Gutes Kita-Gesetz (neudeutsch für Böses Kita-Gesetz).
„Vielfalt“ ist im Lexikon aufgeführt: „kann nicht Beliebigkeit bedeuten … Rechte …können sich selbstverständlich nicht auf Vielfalt berufen“ (S. 155). H. B.
Zeigen wir den Systemlingen mit diesem Buch nicht, dass wir sie durchschaut haben, ihnen die Maske von ihren bösartigen Visagen heruntergerissen haben?
Ist es für die Matrix nicht ein Ansporn dafür neue, noch schwerer zu durchschauende Begriffe zu erfinden?
WIE ABSURD der Mythos ist, „links“ habe irgend etwas mit Intellekt oder gar Intelligenz zu tun, das sieht man schon daran, dass der Sozialismus immer im Elend – auch im materiellen – endet. Lateinisch: „links“ = sinistra, und das hat auch die Nebenbedeutungen „dunkel, ungeschickt, unheilvoll“. „Rechts“ heißt „dexter“, und das hat auch die Nebenbedeutungen „hell, geschickt, segensbringend.“ „Zwei linke Hände haben“, „mit dem linken Fuß zuerst aufstehen“, das sind nur 2 von vielen sprachlichen Fügungen, die belegen, dass „links“ traditionell sprachlich nicht gut wegkommt. Und wenn man sich anschaut, wie rückständig sozialistische Gesellschaften vor allem auch technologisch i.d.R. sind,… Mehr
Ein tolles Buch von tollen Autoren. Es ist oft etwas völlig anderes gemeint, als man beim normalen Überfliegen meinen würde. Der Experte muss nicht Experte sein und die Wissenschaft muss nicht wissenschaftlich tätig sein. Über allen diesen gesammelten Lexikoneinträgen schwebt als Wunderwaffe „unsereDemokratie“, die durchgesetzt werden muss, sonst ist der Faschismus da. Ein Buch sehr zu empfehlen, denn es gibt auch viel zu schmunzeln.
Es ist lobenswert, die Produkte der politischen Verbündeten zu bewerben.