Willwut bei Anne Will

Wie geht das neue deutsche Mantra? Ein Häuflein flüchtlingskrisenverwirrter Politiker trägt es bei Anne Will vor: „Die Fluchtursachen müssen beseitigt werden!“ Die Flucht aus der Realität und eine Rechnung zu Lasten der Wirtschaft - selbst aufgemacht.

Aber was heißt das eigentlich? Das heißt nichts anderes als: „Frieden auf Erden!“ Und dazu passt dann auch die Anwesenheit der evangelischen Kirche in dieser Sonntagabend-Quasselrunde wie die Faust auf’s Auge. Nein, hier geht es längst nicht mehr und niemandem um die Frage, wie bis zu 5 Millionen Zuwanderer konkret untergebracht werden sollen, wie wir ausgesetztes geltendes Recht wieder durchsetzen können, sondern allein noch um gefühlig vorgetragene Meinungsäußerungen in unterschiedlicher Quantität unter Vernachlässigung jeglicher Qualität. Gefühlsfernsehen. Der Christ tönt am lautesten.

Noch eine Runde Realitätsverweigerung

Nennen wir es, wie es heißt: die Merkelsche Realitätsverweigerung pflanzt sich in der gleichen unheimlichen Geschwindigkeit fort, wie die Einwanderung Tag für Tag mehr explodiert. Und als dann Anne Will auch noch die Facebook-Zitat-Karte gegen die AfDlerin Storch zieht, so wie man es aus zu vielen Talkshows mit AfD-Beteiligung kennt: Jetzt wird über AfD-Statements gestritten und alle sind froh darüber, denn über dumme Sprüche zu reden ist leichter, als ernst über die Sache zu verhandeln. So ist die Sendung bereits in das selbe tiefe Loch der Merkelschen „Wir schaffen das“-Ideologie gefallen wie vergleichbare Sendungen zuvor.

Der verlängerte Arm der Kanzlerin, Armin Laschet, kämpft wie ein rheinischer Löwe, um zu bestreiten, was sogar Sigmar Gabriel gegen die Kanzlerin gerichtet hat: Angela Merkel hat eingeladen. Eine Millionen Menschen. Und weitere Millionen haben sich mit der Einladung in der Tasche bereits auf den Weg nach Europa gemacht. Also nach Deutschland, denn nach Rumänien wollen sie nicht, ergänzt Frau von Storch von der AfD. Ja, sie gehen dahin, wo sie willkommen sind und die Leistungen am höchsten bei unkontrollierter Einreise und unmöglicher Abschiebung.

Im Gestern einbetoniert: Die Ober-Evangelische

Heinrich Bedford-Strohm, Präses der Evangelischen Kirchen, betet sie rauf und runter, seine Glaubenssätze, das machen sie immer diese Vorhölle-Heiligen, wenn Politik es nicht mehr schafft, klar zu machen, wie man es veranstalten will, geltendes Gesetz durchzusetzen (ja, darum geht es im Kern immer noch), also wenigstens die bestehenden Asylgesetze anzuwenden: Aber natürlich dafür sind dann alte Grenzen und ihre Sicherung notwendig. Genau dazu sieht man sich aber nicht mehr in Lage. Laschet erklärt es damit, dass man dann die europäische Wirtschaft beschädigen würde: fast so, als wäre ein Supergau der sozialen Systeme die geringere Gefahr. Da wird wieder geflunkert bis an die Decke der Lächerlichkeit. Niemand will den freien Warenverkehr behindern, der Europa wirtschaftlich erst möglich gemacht hat. Aber wenn Griechenland sich weiter weigert, seine Außengrenze zu sichern, werden eben andere Länder dazu übergehen, es zu tun. Es ist gar nicht mehr die Frage, ob Deutschland seine Grenzübertritte kontrolliert (denn nur darum geht es), sondern welche Länder ihre Grenzen zu Deutschland noch offen halten werden.

Ein Schuß in´s eigene Knie: Die Wirtschaft

Und die immer wieder beschworenen 10 Milliarden an Schäden für die Wirtschaft, die ein paar Verbandsfunktionäre in die Welt gesetzt haben: Leute, die Kosten der Flüchtlinge betragen 40 Milliarden. Wenn ihr schon rechnet, dann war diese Rechnung ein Schuß in´s Knie … Aber so weit kommt man bei Will nicht. Die Debatte bleibt im Gestrigen. Die Moderatorin klebt an ihren Karteikärtchen wie ein Oberschüler beim ersten Referat. Ein paar aktuelle Einspieler; also Julia Klöckner fordert einen Plan A2, der das ist, was die SPD als „Transitzone“ bereits abgelehnt hat. Sich im Kreis drehen, das nennt man dann Große Koalition. Dazu passt, was auf Twitter ein „Erich Honecker“ formuliert: „Genossen, mittlerweile ist die SPD derart am Ende, dass es nicht mal mehr für einen Sitz in `ner Talkshow reicht!“. Die SPD findet als Einspieler in Person von Ralf Stegner statt, der natürlich die Transitzone wieder mal ablehnt und Julia Klöckner wieder auf der Stelle treten lässt, seinem Parteichef in den Hintern tritt und uns allen auch.

Nein, wir können das Elend der Welt nicht besiegen, indem wir die Elenden der Welt nach Deutschland holen: Aber die Politik, diese Friedrichs und Laschets, die an der stabilen Silberkreuzkette der selbstgefälligen Mahner der sozialistisch-befeuchteten deutschen Christenkirchen hängen, haben aufgesteckt wie artige Pudel. Sie wissen keine Lösung, aber sie tun immer noch so, als hätten sie eine. Niemand weiß, wer es und wie lösen könnte. Aber müssen wir deshalb an denen festhalten, die offensichtlich nur vorgeben eine Lösung parat zu haben? Vielleicht lockt ja die Lücke neue Problemlöser hervor. Schlimmer als Nichtstun kann es ja kaum kommen.

Ein Trauerspiel auf niedrigstem Niveau, dem neuen Niveau der Kanzlerin. Aber wenn alles vakant geworden ist, wenn sich die Hiobsbotschaften auftürmen und sich die europäische Welt gegen dieses Deutschland auflehnt, dann mag es zwar noch eine Reisefreiheit geben, aber wer traut sich als Deutscher dann überhaupt noch ins europäische Ausland?

Kanzlerin Merkel hat in Freiburg in etwa erklärt, erst die nächsten Generationen werden ihre Heldentat überblicken können. Und so langsam verstehen immer mehr Deutsche, was sie damit gemeint hat: Sie meinte die Nachkommen dieser Millionen Flüchtlinge, die sie gerufen hat. Aber wenn sie sich da mal nicht irrt. Möglicherweise wird sie von diesen entwurzelten Menschen, die dann in dritter und vierter Generation von einer immer magerer gewordenen Stütze, ohne Aussicht auf einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz leben müssen, am meisten gehasst werden. Ach so, wir wollten ja hier diese Anne Will Sendung etwas genauer besprechen. Aber wozu eigentlich? Und dazu passt es dann auch, dass wenig später bei „ttt“ an die Dadaisten erinnert wird. Wie heißt es da noch? Nach Dada war alles anders.

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