Welche Altersgruppen wählen wen?

Union und SPD haben schwerpunktmäßig Wähler, die nicht mehr im Erwerbsleben stehen, die Linke solche, die das nicht mehr lange tun und die anderen jene, die dort noch lange sein werden.

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Der aktuelle Pegelstand der Parteien in einer Umfrage von Infratest dimap am 24. und 25. Juli mit 1.097 Befragten bestätigt den Trend der letzten Monate bei einer fiktiven Bundestagswahl. Hier verlängert Europe Elects auf die Fraktionen im EU-Parlament, was insofern richtig ist, als es sich bei den Wahlen zum EU-Parlament ja um keine Europawahlen handelt, wie der Sprachgebrauch von Politik und Medien ist, sondern um etwa gleichzeitig stattfindende nationale Wahlen:

Daten von You Gov auf Europe Elects zeigen die viel interessantere Verteilung von Altersgruppen auf Parteien, machen klar, in welchen Alterskohorten die einzelnen Parteien am besten abschneiden, oder anders ausgedrückt, wie alt oder jung die Parteien nach Wählern in ihrer größten Altersgruppe sind.

39 Prozent der Unionswähler und 24 Prozent der SPD-Wähler sind über 65 Jahre alt, 14 Prozent der Linke-Wähler 45 bis 64. Aber 23 Prozent der AfD-Wähler sind im Alter von 25 bis 44 Jahren – und 24 Prozent der Wähler der Grünen sowie 14 Prozent der FDP-Wähler 18 bis 24 Jahre jung.

Diese Altersverteilung ist nicht mit ideologischer Nähe zu erklären. Vielmehr sagt sie sehr viel darüber, in welcher Generation man welche Parteien vom Lebensgefühl her wählt oder nicht, mit welcher Wahl man sich zeigen kann oder nicht. Union und SPD leben schwerpunktmäßig von Wählern, die nicht mehr im Erwerbsleben stehen, die Linke von solchen, die das nicht mehr lange tun und die anderen von denen, die noch lange die Folgen von politischem Handeln oder Unterlassen direkt spüren werden. Eine parallele Betrachtung von Medien wäre sehr aufschlussreich.

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Kommentare ( 75 )

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Die genannten Zahlen zur Altersstruktur sind wenig aussagekräftig.
Im Umkehrschluss bedeuten sie doch nur, dass:

61 % der Unionswähler und 76 % der SPD-Wähler jünger als 65 sind,
86 % der Linke-Wählerschaft zw. 18 und 44 oder über 65 Jahren liegen,
77 % der AfD-Wähler zw. 18 u.24 oder über 45 Jahren liegen
etc. …

Wenn es Kurven über das gesamte Altersspektrum gäbe, würde der
Artikel ja noch irgendeinen Sinn ergeben aber angesichts dieser
Bruchstücke hätte man sich eine Auseinandersetzung damit sparen können.

Die Wahlordnung unterscheidet nicht zwischen Leistungsträgern und Leistungsempfängern, sondern one man one vote, sie repräsentiert einen Querschnitt durch die Bevölkerung, da dürfen auch all die mitwählen, die der Politik einmal zum Opfer gefallen sind, die sich rächen wollen, vom Kumpel aus dem Ruhrgebiet, dem Stahlkocher von der Saar oder dem Handwerksmeister aus der Innenstadt. Aber wäre es nicht phantastisch alle Parteien würden finanziell gleichgestellt, wir könnten den „TILT“Knopf drücken und noch einmal unvorbelastet von vorne beginnen, die Ergebnisse wären mit heutigen nicht vergleichbar. Politik ist eine Schlangengrube mit Nattern, Freß- und Würgeschlangen, nur das mit dem beißen, fressen oder würgen… Mehr

Ich möchte nicht darüber nachdenken, wer für wen Klientelpolitik macht, wenn aber die alten Parteien bei der neuen Generation mit ihren Programmen nicht mehr ankommen, sollte man dann nicht einmal grundsätzlich darüber nachdenken, was man tut, warum man es tut und wie man es tut. Man merkelt einfach so weiter als sei nichts passiert und man ignoriert bewußt die Mehrheit der deutschen Bevölkerung, das ist Vorsatz.

Zu den deutschen Parteien fällt mir nur noch Nietzsche ein:

„Es giebt Prediger des Todes: und die Erde ist voll von Solchen, denen Abkehr gepredigt werden muss vom Leben.

Voll ist die Erde von Überflüssigen, verdorben ist das Leben durch die Viel-zu-Vielen. Möge man sich mit dem »ewigen Leben« aus diesem Leben weglocken!

»Gelbe«: so nennt man die Prediger des Todes, oder »Schwarze«. Aber ich will sie euch noch in andern Farben zeigen.

Da sind die Fürchterlichen, welche in sich das Raubthier herumtragen und keine Wahl haben, es sei denn Lüste oder Selbstzerfleischung. Und auch ihre Lüste sind noch Selbstzerfleischung.“

Sicher hat dieses Wahlverhalten etwas mit der Lebenssituation zu tun. Solange man jung ist sind die Grünen die erste Wahl, es entspricht dem Gefühl die Welt zu retten sich von den Alten abzugrenzen und seinen Idealen nachzuhängen. Interessanterweise lässt das erheblich nach, wenn man mehr im Leben steht und für sich selbst verantwortlich ist. Gerade bei den Wählen, die man altersmäßig als Leistungsträger sehen muss, ist die AfD Spitze. Offensichtlich glaubt in diesem Alter an sich. Die nächste Altersgruppe hat mit Arbeitslosigkeit, H4 gekämpft und sieht, dass der Sozialstaat ihre einzige Chance ist. Deshalb ist hier der Zuspruch zu linken… Mehr

Die Aussagekraft wäre bestimmt interessant,wenn man unterscheiden würde,wie Steuerzahler und nicht Steuerzahler wählen würden.
Ich bin sicher ,der, welcher die Zeche zahlt,bestimmt anderst wählt als Nutznießer und verblendete Idiologen.

Man könnte auch ganz allgemein sagen: Leistungstraeger.

Und diese, fallen in der Statistik nicht gerade dadurch auf, sich besonders für die „Vergrünung“ begeistern zu können.

es fehlen da schon noch ein paar wichtige Angaben. Nach der Bundestagswahlö 2013 war noch zu lesen:“ Aber die CDU wuchs nicht nur in allen Regionen, sondern auch in allen Altersgruppen und sozialen Schichten. Am stärksten steigerte sich die Zustimmung bei den 35- bis 44-Jährigen. Den geringsten Rückhalt hat sie unter Erstwählern (31 Prozent). Allerdings ist auch das ein Zuwachs von fünf Prozentpunkten. Die Union ist damit nicht nur die Partei der Rentner, sondern auch Erstwählerpartei Nummer eins. Die SPD, lange Jahrzehnte die Jungwählerpartei schlechthin in Deutschland, kommt in dieser Altersgruppe nur auf 24 Prozent, trotz leichter Zuwächse. Ähnliches bei… Mehr
Wer wundert sich über die Grünen? Vom Kindergarten und Schule heute in Deutschland nur grün berieselt. Zumindest mit dem was sich alles für Grün hält. Widerspruch und offene Diskussion und damit logisches Denken verpönt. Vom realen Leben noch keine Ahnung. Obwohl jeden Tag technischen Fortschritt nutzen, keine Ahnung wie diese Dinger real funktionieren und keinen Bock sich darüber und Folgen der Nutzung Gedanken zu machen. Glauben statt Wissen ist ist des Fortschritts Feind. Aber mit Glauben lässt sich eine schöne grüne und friedliche Wunschwelt gestalten. Egal ob andere inzwischen auf dem Weg sind, mit ihrem errungenen und genutzten Fortschritt das… Mehr

Sowohl in Kindergärten als auch in den Schulen ist das Hereindrängen anderer Kulturen an vorderster Stelle spürbar. Sowohl für die Pädagogen als auch für die Kinder, die das mit ihren neuen Klassenkameraden ausbaden müssen, was diese Politik der „offenen Grenzen“ verursacht.
Ob der Gedankenschritt der Verknüpfung von beidem und damit die Verursachung des Dilemmas bis zur nächsten Wahl offen liegt und in der Wahlkabine verändertes Wahlverhalten begründet – wer kann das heute schon wissen?
Vielleicht gibt es ja bis dorthin auch noch zu den weiteren täglichen´“Einzelfällen“ den einen oder anderen Stromausfall.

Aufschlußreich! Vielleicht noch dies hier: Die Grünen werden gerne von Esotherikern, Bio-Läden Kunden, Geisteswissenschaftlern, Demeter-Gläubigen, Lehrern und Studienräten, gut verdienenden Windmüllern und Solar Panel Usern, irregeleiteten Jugendlichen, die unter der links-indoktrinierenden Helikopter-Erziehungsberechtigten Verbildubgssymptomen leiden…gewählt.
Nur so ist zu erklären, dass die geistigen Ausflüsse einer Roth, sowie dieser Göring-E unbeschadet die Hirnwindungen der Wähler erreichen.

Es wäre tatsächlich mal interessant zu erforschen wie hoch der Anteil an Esoterikern und generell magischem Denken bei den Grünen ist. Das dürfte jedenfalls die Angst vor jeglicher Art von Fortschritt erklären. Computer sind böse, Gentechnik ist böse usw.

Ist vielleicht so eine Mischung aus Esoterik, Pendeln, und dann aber die Solar-Panels auf dem umgebauten Bauernhof, mit Gartenteich auf dem weitläufigen Gelände. Und natürlich strenge Mülltrennung, Einkauf des Bio-Obst und Gemüse in als „Bio“ zertifizierten Hofläden, direkt beim Erzeuger. Dort bekommt man dann auch die entsprechenden Tipps zur gesunden Ernährung und den einen oder anderen Hinweis zu phänomenalen Geistheilern, die das Metier sogar per „Fernheilung“ beherrschen. Irgendwo findet sich immer einer oder eine, die oder der „spirituelle Fähigkeiten“ hat.

die engere Familie, das sind 16 Wahlberechtigte (viele Kinder und Enkel), davon 4 über 70. 2 x SPD (haben allerdings jetzt Wählverbot von den Kindern und Enkeln, alle anderen AFD. Beherrschendes Thema, die Umvolkung und die Verbrechen der Merkel Gäste. Bei uns haben die medialen Trommler verloren.