„Die Europäer“ selbst sagen, „Europa“ sei ohne America gegen Russland militärisch nicht sicher. „Die Europäer“ können Europa ohne America nicht sichern, aber „die Europäer“ wollen Grönland für America gegen China und Russland sichern?
Trump beim WEF in Davos begann mit der Umkehr von Airforce One wegen eines technischen Defekts. Umkehren und mit einem anderen Flieger pünktlich sein zur Rede in Davos, symbolisiert den heutigen Unterschied zwischen New America und Old Europe. Das woke Alteuropa investiert nichts in Logistik und Infrastruktur, weil zur Steckdose gehört, dass Strom rauskommt, zu Schienen, dass Züge darauf rollen, zu Brücken, dass sie tragen, und zu Fliegern, dass sie fliegen. In America sind Pannen und Puffer eingeplant – Plan B und C vorbereitet. In Alteuropa sind zehn Zentimeter Schnee eine Katastrophe.
Die Rede des Jahrzehnts ist die von Trump beim WEF in Davos. Erstens, weil die Zwanziger bisher keine so flächendeckende und weitgreifende Abrechnung mit dem Wokismus und zugleich richtungsweisende und zuversichtliche Perspektive der Neuorientierung national und international gehört haben. Zweitens, weil die Wahrscheinlichkeit einer Rede dieses Gewichts im Rest dieser Zwanziger Jahre höchst gering ist. Wer es nicht gehört hat: Trump hielt dem WEF, der UN und der EU in Davos die Grabrede. Sein „Board of Peace“, Friedensrat darf über die Rolle im Gaza-Friedensplan hinaus als Alternative verstanden werden. – TE wird berichten.
Ganz wie erwartet beschäftigen sich die Reaktionen des polit-medialen Komplexes vorzugsweise mit Nebensächlichkeiten wie dem Selbstlob Trumps für das im ersten Amtsjahr der zweiten Präsidentschaft seiner Darstellung nach Erreichte und dem Spott, den er über Macron und andere ausgoss. Grönland ist nicht der Kern von Trumps Rede, sondern nur eine Konsequenz der National Security Strategy 2025. Das hielt die Riesenstaatsmänner von Macron bis Merz nicht davon ab, die Davos-Rede des US-Präsidenten allein deshalb „erleichtert“ zur Kenntnis zu nehmen, weil Trump sagte, die US würden Grönland nicht mit militärischer Gewalt einnehmen.
„Die Europäer“ selbst sagen, „Europa“ sei ohne America gegen Russland militärisch nicht sicher. „Die Europäer“ können Europa ohne America nicht sichern, aber „die Europäer“ wollen Grönland für America gegen China und Russland sichern?
Auf den für sie unangenehmsten Teil der Rede des US President Trump gehen sie genau so nicht ein wie auf die Standpauke des US Vice President Vance im Februar 2025 auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Dort sah Vance die größte Bedrohung Europas nicht primär in Russland oder China, sondern Europas inneren Problemen wie Zensur, Einschränkung der Meinungsfreiheit, Unterdrückung abweichender Meinungen und der falschen Migration. Auf ihrem woken Ohr ist die Macron-Starmer-Merz-Nomenklatura taub.
Der alte Antimerikanismus ist eine unausgesprochene Gemeinsamkeit, von der Macron-Starmer-Merz und andere nichts hören wollen. Noch heftiger würden sie abstreiten, den alten Antisemitismus als ihr Pro-Palestine und den Freibrief für die Gegenkultur islamischer Zuwanderer fortzusetzen. In Deutschland sitzen AfD und SED-Die Linke in der Klemme, weil große Teile beider glauben, von Russland gehe in Europa gar keine Bedrohung aus. China wäre weit weg, noch weiter als Grönland.
Aus Nato-Kreisen melden Agenturen, Rutte schlage US-Militärbasen in Grönland nach dem Vorbild der britischen Militärbasen auf Zypern vor. Dort hat das UK die Luftwaffenstützpunkte Akrotiri und Dhekelia, die britisches Staatsgebiet blieben, auch nachdem die Kolonie Zypern 1960 unabhängig wurde. So ist es im Vertrag geregelt, mit dem die Republik Zypern errichtet wurde. Die Militärstützpunkte sind britisches Überseegebiet und werden als „Sovereign Base Areas“ vom UK-Verteidigungsministerium verwaltet. Sie dürfen nur für militärische Zwecke genutzt werden, nicht wirtschaftlich, und sind kein eigener Staat. – Papier, zumal von Juristen beschrieben, ist unglaublich duldsam.
Derzeit gibt es nur einen US-Stützpunkt in Grönland, der dem Weltraumkommando untersteht: die „Pituffik Space Base“, früher „Thule Air Base“. Im Kalten Krieg gab es 17 US-Stützpunkte auf der Insel. Die Regierungen in Kopenhagen und Nuuk seien offen für wieder mehr US-Militär. Nach einer Vereinbarung von 2004 wäre das auch problemlos möglich.
Ob Grönland nach dem Zypernschleichweg geregelt wird oder offen anders, wird sich weisen. „Die Europäer“ könnten dabei lernen, Trump besser in der Sache ernst zu nehmen, statt sich mit seinen anderen Verhaltensweisen zu beschäftigen, die teils einfach amerikanisch sind und in seinem wichtigeren Teil die des Geschäftsmannes Trump nach dem Motto: Make deal, not war. Der aber dann, wenn der Deal, den er für unbedingt notwendig hält, keinen War scheut.
Beim exklusiven Dinner von BlackRock-Chef Larry Fink hielt US-Handelsminister Howard Lutnick eine Rede, in der er Europas mangelnde Wettbewerbsfähigkeit, wirtschaftliche Stagnation, verfehlte Energiepolitik und andere Abhängigkeiten scharf kritisierte. Buhrufe und Zwischenrufe gipfelten im demonstrativen Saal-Verlassen von EZB-Christine Lagarde und anderen europäischen Gästen. Der Gastgeber brach das Dinner vor dem Dessert ab. – Das Bröckeln von EUropa geht weiter.
„Die Europäer“ könnten solches wie gesagt lernen. Von Macron-Starmer-Merz und den anderen noch im Amt befindlichen Gesternregierungen – getrieben von ihren Gesternmedien – kann das nicht angenommen werden. Nach Ungarn und Italien sind die tschechische und slowakische Republik auf Gegenkurs zur machtgierigen EU-Kommission. – Bei Philippi sehen wir uns wieder.
Nach nur drei Monaten im Amt plant Japan Neuwahlen. Überschuldung, Inflation und eine fallende Währung machen schmerzhafte Reformen erforderlich. Das kann eine Chance für Anleger in Europa sein – aber auch eine Warnung. Denn Japan gilt als geldpolitisches Labor der Welt: Innovationen werden hier zuerst ausprobiert, bevor sie einige Jahre später in Europa ankommen. Berichtet mit sechs Stunden Vorsprung Philipp Mattheis aus Bangkok.

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Beim Thema Russland scheint bei vielen Zeitgenossen der Verstand auszusetzen. Was würde Russland mit Deutschland wollen? Es kostet einen Haufen Geld, ein Land auszuplündern. Und es weckt den Widerspruchsgeist der Geplünderten. Deshalb mussten Kolonien aufgegeben werden und auch alle folgenden Kolonisierungsversuche gingen schief (Vietnam, Irak, Afghanistan), auch in Venezuela trauen sich die Amerikaner nicht mit Bodentruppen rein. Aber wenn man den Bär lange genug ärgert und belügt und betrügt (Minsk) kann der schon mal wütend werden. Man muß den Gegenüber so lange provozieren, bis man in Notwehr handelt. Also ich bin da ganz auf AfD Linie und halte Russland nicht… Mehr