Straßenschlacht in Paris nach Verbot von Demonstrationen gegen Israel

Die antisemitischen Vorfälle in Deutschland haben Frankreichs Innenminister Darmanin veranlasst, pro-palästinensische Demonstrationen zu verbieten. Tausende Polizisten sind in Paris gegen gewalttätige Demonstranten im Einsatz. Auch in Berlin haben pro-palästinensiche Demonstranten Polizisten angegriffen.

IMAGO / IP3press
Straßenschlacht zwischen proi-palästinensischen Demonstranten und der Polizei in Paris.

Es ist ein Schritt, der zeigt, wie ernst man in Frankreich die antisemitischen Entgleisungen in Deutschland nahm. Der französische Innenminister Gérald Darmanin hat am Samstag alle pro-palästinensischen Demonstrationen in Frankreich verbieten lassen, weil sonst „Beeinträchtigungen der öffentlichen Ordnung“ zu befürchten seien. Pro-palästinensische Organisationen hatten zuvor in allen großen Städten des Landes Protestmärsche angemeldet.

Allein in Paris sind nach Angaben des Figaro 4200 Polizisten im Einsatz, da schon absehbar war, dass sich zahlreiche Menschen nicht an das Verbot halten. «Weil wir uns weigern, unsere Solidarität mit den Palästinensern zu verschweigen und man uns nicht daran hindern wird zu demonstrieren» werde man sich an der U-Bahnstation Barbès versammeln, verkündete eine „Vereinigung der Palästinenser in der Île-de-France“. Der Aufruf wurde auch von dreißig linksradikalen Gruppen unterstützt, darunter „Attac“, die „Action Antifasciste Paris-Banlieue“ (Antifa in Paris und Vorstädten) und die „Neue Antikapitalistische Partei“.

Am Nachmittag waren in dem Viertel Barbès, in dem viele muslimische Einwanderer leben, Straßenschlachten im Gange, als sich Hunderte Demonstranten den Anweisungen der Polizei widersetzen. Diese setzte Wasserwerfer und Tränengas ein.

Auch in Berlin verübten Teilnehmer einer – genehmigten – pro-palästinensischen Demonstration massive Gewalt. Sie warfen Steine, Flaschen und Feuerwerkskörper auf die Polizei und schlugen auf Polizisten ein. Die Polizei setzte Pfefferspray ein. Ob Demonstrationsteilnehmer festgenommen wurde, konnte ein Polizeisprecher laut FAZ nicht bestätigen.

Die Polizei hatte die Veranstaltung wegen des Verstoßes gegen die Corona-Regeln für aufgelöst erklärt. Als sich Demonstrationsteilnehmer nicht fügten, schritten die Beamten auf der Sonnenallee in Neukölln gegen sie ein. Die FAZ berichtet von Parolen wie „Kindermörder Israel“, „Frauenmörder Israel“ und „Free Palestine“. Es fanden noch mindestens zwei weitere Demonstrationen allein Berlin statt. In einem Aufruf war vom Kampf für „ein freies Palästina, vom Jordan bis zum Mittelmeer“ die Rede, das heißt also auf dem Staatsgebiet Israels.

Unter anderem in Köln, Leipzig und Frankfurt und mehreren Städten in anderen europäischen Ländern gingen Demonstranten mit Palästina-Flaggen auf die Straßen. Zu Gewalt soll es nach Pressemeldungen bei einer Demonstration in Stuttgart gekommen sein.

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Kommentare ( 149 )

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Endlich Frei
1 Monat her

In Paris liegt die Grenze zur No-Go-Area auf der Linie Gare du Nord – Avenida de Clichy. Sie wandert immer weiter südlich.

spindoctor
1 Monat her

>>“Es ist ein Schritt, der zeigt, wie ernst man in Frankreich die antisemitischen Entgleisungen in Deutschland nahm.“
>>“Die Polizei setzte Pfefferspray ein.“
Und Werner Schwier gibt das Zeichen, und vorausgesetzt der Operator sieht es …
„I don’t like it, but I guess things happen that way.“

christin
1 Monat her

Arme Polizisten, ihr müsst eure Gesundheit wegen einer verqueren Politik opfern. Richtig wäre, wenn der gesamte Bundestag für den reibungslosen Ablauf der Demonstrationen sorgen müsste. Am eigenen Leibe spüren wie die Judenhasser ihren Hass rauslassen.

Werner Martin
1 Monat her
Antworten an  christin

„Arme Polizisten“ Ich bin voll und gegen antiisraelische  Demos dieser Art.
Aber nach den Polizeimaßnahmen gegen friedliche Teilnehmer der „Querdenken-Demos“ in den letzten Monaten, gönne ich den Polizisten diese „Erfahrungen“.

imapact
1 Monat her

Die „Vorfälle“ bestätigen den Appell französischer Militärangehöriger aufs trefflichste.

GiacomoLeopardi
1 Monat her

Ne, ist natürlich auch viel wichtiger in Berlin für die Freiheit der Palästinenser zu „demonstrieren“ und dabei „massive Gewalt“ einzusetzen, als für unsere Freiheit und unsere Grundrechte auf die Straße zu gehen. Diese Hartz lV-Empfänger werden selbst dann nichts verstehen, wenn der verhasste deutsche Staat zahlungsunfähig ist und sie ihre eigenen Schuhe essen müssen.

Last edited 1 Monat her by GiacomoLeopardi
bfwied
30 Tage her
Antworten an  GiacomoLeopardi

Wieso die eigenen? Erst werden Vermögen enteignet, dann Häuser, Autofahren so verteuert, dass es sich nur noch relativ wenige leisten können. Die bekommen ihre Bedürfnisse befriedigt, auch die Underdog-Bedürfnisse nach „Dampf-ablassen“, also nach Gewalt! Was ging und geht eigentlich in den leeren Köpfen der Gutmenschen und der Linksschwarzgrünen vor, wenn sie v. a. ungebildete unerzogene junge per se gewaltbereite Männer hereinholen und pampern? Es ist doch klar, dass die ihre Wurzeln im Libanon, Gaza, Marokko, Nigeria etc. nicht abschlagen und Deutsche oder Franzosen mit europäischer Kultur werden! Die machen das, was sie immer dort machten, seit jeher, sie zeigen, wer… Mehr

Deutscher
1 Monat her

Zwei Dinge: 1) Der Islam ist das zentrale Identifikationsmerkmal dieser Menschen und das relevanteste, absolut verpflichtende Bindeglied ihrer Community. Er ist deshalb nicht reformierbar und kann nicht an europäische Werte angepasst werden. Die europäische Politik, aber auch die Gesellschaft haben deshalb begonnen, sich anzupassen. 2) Wir Europäer müssen uns von der Vorstellung verabschieden, dass Israel als eine Art modernes Byzanz uns vor dem Dominanzanspruch des Islam beschützen oder diesen für uns einhegen wird. Wenn wir das nicht selber können, kann auch Israel es nicht. Es liegt einzig und allein an uns. Vor uns liegt ein langer Weg. Jahrzehnte lang wurden… Mehr

Last edited 1 Monat her by Deutscher
Kassandra
1 Monat her
Antworten an  Deutscher

Die willkommen geheißenen jungen Herren sind zumeist gut trainiert und wehrfähig – was man von der indigenen Bevölkerung entsprechend nicht behaupten kann. Zudem werden sie durch nichts gewarnt und laufen dementsprechend vollkommen arglos ins offene Messer.

John Beaufort
1 Monat her

Paris ist für das „alte Europa“ verloren. Ich habe dort zwei Jahre gelebt. Sobald man die Innenstadt verlässt, ist man in regelrechten Slums, oft als einziger Weißer, wo afrikanische oder orientalische Kulturen gelebt werden. Wie man sich da als Europäer heimisch fühlen kann, ist mir ein Rätsel. „Replacement Migration“ nennt man das im NGO-Fachjargon. Heimatverlust nenne ich es.

bfwied
30 Tage her
Antworten an  John Beaufort

WEnn ein Land eine Fertilität von bis zu 8 aufweist, bedeutet das, dass schnell ein Bevölkerungsüberdruck aufgebaut ist, und jetzt ist der Kessel am Brodeln. Der Druck soll nach den UN-Ideen durch Besiedlung des Westens etwas abgebaut werden, was aber bei 700.000-1 Mio. Zuwachs pro Woche in Afrika nichts nützen kann. Wie man im Westen so blöd sein kann, das nicht zu begreifen und zulassen kann, dass die uns natürlich überwuchern – Nigeria 175 Mio. heute, bis spätestens 2100 schon 500 Mio. trotz Abwanderung, das ist unbegreiflich. Wir müssen entweder den Heimat- und Staatsverlust hinnehmen oder wir wehren uns massiv… Mehr

Christian K.
1 Monat her

Wer Antisemiten importiert bekommt Antisemitismus.

Georg1
1 Monat her
Antworten an  Christian K.

„Wenn man Kalkutta nach Hause importiert, wird man zur Kalkutta“, ich denke das hat mal Peter Scholl Latour gesagt, und er hatte Recht. War aber deswegen von Frau Anne Will nicht sehr gemocht.

LRH
30 Tage her
Antworten an  Georg1

Frau Will war das Thema zu explosiv , die gefühlt tausentste Sendung zu Corona war wichtiger !

Chris Teuber
1 Monat her

Warum werden diese Menschen nicht wieder in ihre eigentlichen Heimatländer (zu denen sie sich ja offen bekennen) zurück geschickt? Nein, ich meine nicht Migranten, die friedlich demonstrieren oder sich schlimmestensfalls zu einer einmaligen Dummheit haben hinreißen lassen. Bei ansonsten guter Integration und einem weitgehend nichtkriminellen Lebenslauf sollte man keine allzu strengen Maßstäbe einsetzen – und man tut es ja auch offenbar nicht. Nur Serienkriminelle oder notorische Gewalttäter, die das ansonsten weitgehend friedliche Zusammenleben der Menschen, Konfessionen und Einwanderer stören, gar ihr Leben und Gesundheit gefährden und so erkennen lassen, dass ihnen am friedlichen Zusammenleben ihrer Wahlheimat nichts liegt – vermutlich… Mehr

Last edited 1 Monat her by Chris Teuber
Georg1
1 Monat her
Antworten an  Chris Teuber

Der Herr Schröder sagte auch mal: „die kriminellen Ausländer müssen raus, und zwar sofort“. Danach jedoch als Kanzler:“ was geht mich mein Geschwafel von Gestern an“. Das ist die wahre und tiefe Moral dieser, jetzigen Zeit.

Kassandra
1 Monat her
Antworten an  Georg1

Die man hierlässt, üben den Hass, der ihnen durch die Schriften in den Moscheen von Kind auf indoktriniert wird, dann halt ein, zwei Generationen später aus. Das hört nie auf. Niemals.

GWR
1 Monat her
Antworten an  Chris Teuber

Frankreich hat das Problem, dass viele dieser Kriminellen einen französischen Pass haben. Nachdem Algerien und Marokko ehemalige Kolonien waren, sind die meisten der Unintegrierten und auch der Unintegrierbaren französische Staatsbürger und die werden sie nie mehr los. Und wegen der höheren Fertilität wird das Problem immer schlimmer.

Tizian
1 Monat her

Man vergleiche das Vorgehen der Polizei mit den Coronademos. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Der Zweiklassenstaat wird nicht nur dort überdeutlich.