Söder träumt sich als Kanzler von Schwarz-Grün

Der Söder Markus träumt. Die Frage 2021 oder vorher ist nicht, wer bei Schwarz-Grün vorn ist, sondern ob es die Schwarzen überhaupt braucht.

Christof Stiche/AFP/Getty Images

Mit Franken hat die CSU kein Glück. Irgendwie scheint diesem Stamm die politische DNA der einstigen bayerischen Staatspartei zu fehlen.

Aus Franken kam Hans Ehard, der als Ministerpräsident die CSU mit seiner Rücktrittsdrohung davon abhielt, der Ablehnung des Grundgesetzes durch den bayerischen Landtag 1949 Taten folgen zu lassen. Hanns Seidel war aus gesundheitlichen Gründen nicht lange Ministerpräsident. Günther Beckstein scheiterte 2008 mit dem schlechtesten Wahlergebnis der CSU seit 1954 und dem erstmaligen Verlust der absoluten Mehrheit.

Nun also Markus Söder. Zuerst tat er zusammen mit Horst Seehofer noch eine zeitlang so, als wäre die CSU eine eigenständige Partei, um dann zusammen mit Seehofer, Alexander Dobrindt, Andreas Scheuer, Dorothee Bär und anderen den Beweis dafür anzutreten, dass die CSU nur noch der letzte Landesverband der Merkel-CDU ist.

Jetzt titelt DER SPIEGEL: Bundestagswahl 2021: CSU-Chef Söder erwägt schwarz-grüne Koalition und zitiert ihn so: „Am Ende wird es bei der nächsten Wahl ja nicht nur um die Frage Schwarz-Grün gehen, sondern Schwarz oder Grün. Wer ist die Nummer eins, wer stellt den Kanzler oder die Kanzlerin“.

Einer, der den Söder Markus schon lange gut kennt, sagt mir: Ja, das ist ganz einfach. Der linst durch die Föhnwolken über den Alpennordkamm nach Österreich und bildet sich ein, er kann der deutsche Sebastian Kurz werden. Nur hat er dabei ein paar Fakten nicht im Blick:

  • Die CDSU und die Neue Volkspartei von Kurz haben so gut wie gar nichts gemeinsam. Das galt weitgehend auch schon für die alte ÖVP.
  • Die deutschen Grünen würden die österreichischen nicht einmal als Realo-Realo-Flügel zulassen.
  • Söder ist nicht nur kein Kurz und kann nie einer werden. Die CDSU hat nicht nur keinen Kurz, sondern kann einen solchen nicht hervorbringen.

Der Söder Markus träumt. Die Frage ist nicht, wer bei Schwarz-Grün vorn ist, sondern ob ob es zu Grün-Schwarz überhaupt noch kommt.

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Kommentare ( 48 )

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Paul Pimmel - der Herr des Kosmos
4 Jahre her

„Unter Schröder wird’s noch blöder“, reimten Pessimisten anno 98. Weiß nicht, wieso mir das jetzt einfällt.

Oblongfitzoblong
4 Jahre her

Das Originelle ist ja, dass in der CDSU alle immer noch glauben, dass die nächste Regierung Schwarz/Grün sein wird, und dann ist ja alles wieder gut. Ich glaube, dass im besten Fall ein Grün/Schwarz herauskommen wird. Noch eher wird ein Grün/Rot/Rot kommen. Dann möchte ich das Geschrei nicht hören, wenn alle unter einer Kanzlerin Baerbock leiden!

maria000
4 Jahre her

Söder wird mir immer unsympathischer, wie er sich jetzt ranschleimt an die Grünen und jetzt plötzlich in jeder Talkshow auftaucht, wo er doch früher eher Seehofer rechts überholt hat. Gott bewahre uns davor, dass er Kanzler wird!

Heimatland
4 Jahre her

Söder war bei der letzten MP Wahl für viele CSUler nicht mehr wählbar, jetzt nachdem er sich vergrünt hat, werden es noch weniger. Söder ist noch ein größerer Wendehals als Drehhofer.

Peter Gramm
4 Jahre her

Söder könnte als Kanzlerkandidat im Norden der Bundesrepublik nicht punkten. Dazu ist er zu sehr Bayer (Franke). Wie Seehofer schon sagte, er schmutzelt gerne und er will es jedem recht machen. Genau daran wird er aber scheitern.

Oblongfitzoblong
4 Jahre her
Antworten an  Peter Gramm

Eversbodys Darling is eversbodys Depp. (F.J.Strauss)

Son of Bezzerk
4 Jahre her

Kurze und prägnante Analyse des Bayrischen Elends Die CSU ist so rund geschliffen und so windelweich das sie jeden Sch…ß mitmachen ,Hauptsache es dient ihrem Machterhalt und diese ganzen Aalglatten Karrieristen wie ich zurzeit im Kommunalwahlkampf zu begutachten hab total am Sand das Pack

Enrico
4 Jahre her

Ich kann mir nicht rational erklären warum so viele in Bayern immer und immer wieder auf diese bajuwarischen Pseudo-Heimatbewahrer und Bierzelt-Beschaller reinfallen. So wenig die heutige SPD mit der SPD zu Zeiten Brandt und Schmidt noch gemeinsam hat, so wenig hat die heutige CSU mit einer CSU zu Zeiten FJS noch irgendwas gemeinsam. CDU dito, CDU-Programm von 2002 mal checken, entlarvend!. Das sind ALLES grünlackierte Traumtänzer, hechelnd nach kurzfristiger Anerkennung aus den 200 vergrünten Redaktionsstuben in Dumbesland! Mit der Rotationsenergie von FJS im Grabe könnte das Event „München leuchtet“ problemlos das ganze Jahr über mit Strom versorgt werden. Gleiches gilt… Mehr

Medienfluechtling
4 Jahre her

Um Forderungen wie in Österreich zu stellen, hätte man vorher auch ein eigenständiges Profil und eigene Ansätze entwickeln müssen. Die Zeit ist vertan…

Marc Hofmann
4 Jahre her

Na klar wollen den Söder seine Gegner=Parteifreunde in Berlin als Kanzlerkandidat sehen…in Bayern wird die Luft für die vielen CSU Politiker langsam eng…da braucht es Mal einen richtigen Bluterlass in Richtung Berlin.
Söder hat wie Merkel die Union in den gruensozialitischen Abgrund geführt. Egal wer nach Merkel oder Söder kommt…sie kommen alle zu spät…die Links Grünen SOZIALISTEN auf der einen und die AfD auf der anderen Seite waren schon früher da!

Biskaborn
4 Jahre her

Der Söder und seine Claqueure sind einfach nur noch peinlich, da erübrigt sich weitere Erörterung. Erstaunlich nur, was aus den stolzen einstmals wertkonservativen Bayern geworden ist, die tatsächlich diesen Typen wählen.