Rätselraten um die Zahl der Covid-19-Tests

Wie viele Personen werden in Deutschland auf das Corona-Virus untersucht? Es kursieren sehr unterschiedliche Angaben. Einige können nicht stimmen.

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Wie viele Personen wurden seit Ausbruch der Covid-19-Epidemie auf das Virus getestet? Von dieser Zahl hängt zwangsläufig die Zahl der gemeldeten Fälle ab. In Deutschland, so hieß es bislang vom Robert-Koch-Institut und dem Bundesgesundheitsministerium, werde im Vergleich zu anderen betroffenen Ländern sehr viel getestet. Allerdings unterscheiden sich die Zahlen der Tests so stark voneinander, dass mindestens eine drastisch daneben liegen muss.

Auf der Bundespressekonferenz am 8. April nannte der Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums Hanno Kautz auf Nachfrage die Zahl der bisher insgesamt seit Ausbruch der Pandemie in Deutschland durchgeführten Tests: „Die liegt etwa bei einer Million.“ Wie viele Personen insgesamt getestet wurden, konnte er nicht sagen. Ihre Zahl liegt jedenfalls darunter, denn vor allem Mitarbeiter des Gesundheitswesens und von Altenpflegeeinrichtungen werden mehrfach in kurzen Abständen untersucht. Über 90 Prozent der Tests, so Kautz, seien negativ ausgefallen.

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Die Zahl der Gesamttests, die Kautz nannte, passt allerdings überhaupt nicht zur Schätzzahl, die der Virologe Christian Drosten schon am 26. März nannte: Er sagte, in Deutschland würden etwa 500.000 Tests pro Woche durchgeführt. Angesichts eine Pandemie, die Deutschland schon seit Ende Februar trifft, ist entweder Drostens Zahl pro Woche viel zu hoch gegriffen, oder die Gesamtzahl des Gesundheitsministeriums liegt deutlich zu niedrig.

Ein Strategiepapier des Bundesinnenministeriums von Ende März nannte außerdem das Ziel von einer Million Tests pro Woche, die demnächst erreicht werden sollten.

TE wird durch Nachfragen versuchen, die widersprüchlichen Zahlen aufzuklären.

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Kommentare ( 23 )

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Fulbert
6 Monate her

Dann wollen wir mal nicht hoffen, dass die Schätzungen der Experten auch sonst so zutreffen wie die Aussagen des Herrn Drosten zu den Tests.
Nur seltsam, dass die Realität bislang so sehr von den Prognosen unseren Virulogen-Elite abweicht. Aber vielleicht fehlt mir einfach nur der fachliche Fokus, um so hinderliche Dinge wie die tatsächlichen Gegebenheiten auszublenden.

fatherted
6 Monate her

Wenn man so googelt….dann erfährt man das so ca. 1,1 Mio Menschen in Krankenhäusern arbeiten und ebenfalls über 1 Mio im Pflegebereich (ambulant). Also sagen wir mal mit Hausärzten/Mitarbeitern und Rettungssanitätern….3 Mio….jeder von denen müsste alle paar Tage getestet werden….bei 500.000 Tests in der Woche…hmm….ich würde sagen die reichen nicht mal für das medizinische Personal.

Prometheus
6 Monate her

Das Selbe habe ich mich schon vor 2 Wochen gefragt. Entweder stimmt eine Zahl davon, oder es stimmt gar keine. Worüber man auch nicht mehr schreibt ist, dass viele Labore an ihre Belastungsgrenze gekommen sind. Selbst wenn also die Fälle immer noch exponentiell steigen sollten, würden die offiziellen Zahlen nur linear steigen. Da man die Wirtschaft wieder anfahren will, erzählen die einem eh grad alles mögliche. Von wegen Abflachung und R0-Wert unter 1, und von einer Verdopplungszeit von über 10 Tagen usw. Ich glaub da aktuell gar nichts mehr. Die sind grad so verzweifelt, dass sie uns absolut alles erzählen… Mehr

Norbert Gerth
6 Monate her

Nach meinen Wahrnehmungen der letzten 30 Jahre gibt es keine staatliche Statistik die sich später nicht als massiv gefälscht und manipuliert herausgestellt hätte. Angefangen bei den Arbeitslosenstatistiken bis hin zu den manipulierten Zahlen in Hinblick auf die illegalen Masseneinwanderung im Land, oder den Kriminalstatistiken der letzten Jahre. Warum sollte das jetzt hier bei Corona nicht so sein. Übrigens habe ich gerade gelesen die Mehrzahl der Deutschen hält Merkel für Alternativlos. ALSO WEITER SO DEUTSCHLAND.

Boudicca
6 Monate her

500.000 durchgeführte Tests pro Woche halte ich nicht für glaubwürdig. Woher sollen den das Material zur Herstellung, die Verteilung und die Kapazitäten der Labore her kommen?
Getestet wird nur bei Verdacht. Nicht alle Toten werden untersucht.
Und mal ganz ehrlich, verlässliche Zahlen über die Infizierten bei den unterschiedlichen Krankheitsverläufen wird man erst haben, wenn alle getestet sind.

Montesquieu
6 Monate her

Es weiß schlicht niemand, wieviele Tests durchgeführt werden/wurden. Es weiß auch niemand, wieviele Tests in klinischen Verdachtsfällen und wieviele Tests als Umfelddiagnostik oder gar als „Routine“ bei Krankenhausaufnahme durchgeführt werden (s.u.). Das, was in Deutschland passiert, namentlich unter der Ägide des RKI und des Bundesgesundheitsministeriums ist Desinformation. Zum Glück hat sich die COVID-Hysterie in absehbarer Zeit erledigt. Eine kleine Vignette: ein ansonsten strunzgesunder junger Mann kommt mit einem sehr schmerzhaften thrombosierten Hämorrhoidalknoten in eine Krankenhausambulanz. Kein Fieber, keine Erkältungssymptome….nada. Nur aua am Po. Dort macht man einen Rachenabstrich („machen wir jetzt immer so“): schon gibts einen neuen Coronafall. Der Mann… Mehr

der Doc
6 Monate her

… und wer an mehr INFORMATION interessiert ist, kann gerne einmal „Schwindelambulanz Sinsheim“ oder „Dr. Bodo Schiffmann“ googeln – am besten direkt bei YouTube…

der Doc
6 Monate her

Kleiner Tip meinerseits:
Drosten ist ein Schwätzer, Aufschneider und Wichtigtuer – und Geschäftemacher.
Das hat er in der Schweinegrippe“Epidemie“ als einer der Hauptakteure bereits eindrucksvoll bewiesen – ebenso wie seine „Kumpels“ aus dem RKI.

Auch in der akademischen Welt ist es … nicht alltäglich, wenn ein Nachfolger (Prof. Streeck, Virologe Bonn) seinem direkten Vorgänger (Drosten) so offen widerspricht und ihn kritisiert.

Das einzige, was bei „Corona“ epidemisch ist, ist die Panik – und die wird gezielt geschürt!

Sonny
6 Monate her

In der Rückschau wird sich herausstellen, dass nicht Corona direkt die meisten Opfer in dieser Krise gefordert hat, sondern der mehrwöchige bzw. u.U. mehrmonatige Lockdown des politischen Establishments.

Hannibal ante portas
6 Monate her
Antworten an  Sonny

Bei Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie bestimmt NICHT Ihren Gesundheitsminister oder Virologen, davon haben die keine Ahnung.

Peer Munk
6 Monate her

Übrigens steht im New England Journal of Medicine (was kein Käseblatt ist und in dem auch nicht nur Trottel zu Wort kommen) die Einschätzung, dass Covid 19 sich eher wie eine Grippe verhält nicht wie Sars oder Mers. Insofern ist die Frage vielleicht doch erlaubt, ob es geboten ist, eine weltweite schwere Wirtschaftskrise auszulösen.