Niederlande: Faszinierend falscher Fokus

Den Bewertungsmaßstab für verloren und gewonnen eben mal flott zu wechseln, um das gewünschte Medien-Bild zu erzeugen, ist Journalisten so in Fleisch und Blut übergegangen, dass sie es gar nicht mehr merken.

© imago
Mark Rutte (background) and Geert Wilders (front)

Dass die VVD mit einem klug agierenden Mark Rutte gewonnen hat, weil er nur acht Sitze verlor, ist ein akzeptabler Medien-Tenor. Dass Geert Wilders mit seiner PVV verloren hat, weil er hinter den eigenen und fremden Erwartungen zurückblieb, ist der berühmte Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen. Äpfel und Äpfel wäre: Die VVD hat 8 Sitze verloren, die PVV 8 gewonnen. Die Grünen (GL) haben sich fast vervierfacht: von 4 auf 14. D66 haben von 12 auf 19 kräftig zugelegt. Womit die Ergebnisse von GL und D66 auch schon zeigen, wo die meisten Wähler hingingen, die sich von den Sozialdemokraten (PvdA) erdrutschartig abwendeten.

Journalisten und Medien wechseln also im fliegenden Galopp von einem Maßstab in den anderen, um das gewünschte Bild herzustellen.

Dass die Sozialdemokratie der Niederlande, die PvdA, der Totalverlierer ist, rücken die Berichterstatter fast in den Hintergrund. Von 38 Sitzen auf wahrscheinlich 9 – wie würden Sie das nennen? Nun, für mich zeichnen fünf Dinge die niederländischen Wahlen aus – als Signale nach ganz Europa.

1. Die lange bestimmende politische Kraft der sozialdemokratischen Bewegung, der einstigen Arbeiterparteien, befindet sich in völliger Auflösung. Ein besseres Abschneiden der SPD als vor dem PR-Coup Schulz alle erwarteten, wird politischen Strategen keinen Sand in die Augen streuen.

2. Eine Partei wird heute „größte“ genannt, die wenig über 20 Prozent der Stimmen erhält. Mathematisch ist das ja richtig, wenn die anderen weniger haben. Aber „große“ Parteien begannen lange bei 40 Prozent. Hinter der VVD, die – übliche Kennzeichnung „rechtsliberal“ – nie eine Volkspartei wie CDU oder SPD war, folgen drei Parteien mit 13 und 12 Prozent sowie weitere zwei mit 9, bevor die PvdA mit unter 6 kommt. Das ist die Perspektive für den Deutschen Bundestag, wenn das Bundesverfassungsgericht nach der Bundestagswahl 2017 die 5-Prozent-Hürde in Deutschland für verfassungswidrig erklärt.

3. Für die FDP sind die Niederlande eine Speziallektion, wo sie gelandet ist, weil sie weder den Weg der VVD noch den von D66 wagte.

4. Weit über die Speziallektion FDP hinaus: Es ist möglich als Partei wie die VVD Regierungsführer zu werden. Verpasste Chancen der einen sind die von anderen. Es ist kein Naturgesetz, dass Regierungen schwarz oder rot geführt sein müssen.

5. Die Moslem-Partei Denk kommt auf 2,1 Prozent. Bis sie eine Parallele in Deutschland und Österreich kriegt, kann nur eine Frage kurzer Zeit sein. Dann hätten sich Sozialdemokraten und Grüne, die auf diese Wählerschicht zielen, gewaltig verrechnet. Die türkischstämmigen Gründer von Denk kommen aus der PvdA.

Da will ich mir dann mein Ceterum Censeo nicht verkneifen: Ein echtes Mehrheitswahlrecht mit direkt gewählten Abgeordneten ohne Parteien-Filter ist zukunftsweisender.

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Kommentare

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  • Ragnarök

    „Die Moslem-Partei Denk kommt auf 2,1 Prozent. Bis sie eine Parallele in Deutschland und Österreich kriegt, kann nur eine Frage kurzer Zeit sein.“

    Am 26. Juni 2016 haben „Deutschtürken“ mit ausgewiesener ‚Erdogan-Affinität‘ eine neue Partei in Deutschland gegründet: die „Allianz Deutscher Demokraten„, kurz ADD ! ‚Dank‘ der lauten Verschwiegenheit unserer kanzleramtsgesteuerter Medien wissen wohl die wenigsten von dieser Parteigründung!

    Neben der Tatsache, dass diese Namensgebung in sich bereits eine ‚Produktfälschung‘ darstellt – es handelt sich hier NICHT um „Deutsche“, sondern um Türken mit deutscher Staatsangehörigkeit und muslimischen Glaubens – will ich einmal versuchen, diese ‚politisch gewollte‘ Entwicklung anhand von tatsächlichen Zahlen zu erklären!

    Laut „Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)“ leben in Deutschland 1,53 Millionen „Ausländer mit Bezug zum Asylverfahren“ ! Hinzu kommen die so genannten „irregulär aufhältigen Ausländer“, deren Zahl zwischen 300000 und laut „Universität Bremen“ 520000 liegt und bereits HEUTE weit höher liegen kann! Zusätzlich existieren „Langzeitstatistiken“, die besagen, dass „am 31. Dezember 2015 in Deutschland 9.107.893 Ausländer“ regulär lebten! Zu dieser Zahl kommen dann nochmal etwa 9,2 Millionen Deutsche mit ausländischen Wurzeln! Gerundet halten sich in Deutschland also über alles 20,35 Millionen untergetauchte, illegale, geduldete, legale und mit deutscher Staatsbürgerschaft versehene „Menschen mit direktem oder indirektem Migrationshintergrund“ auf! Bemessen auf die Gesamtbevölkerungszahl von Deutschland mit 80,63 Millionen Einwohner (Stand 2013) macht dies einen Anteil von 25,24% aus!

    Sichtet man dieses Zahlenwerk etwas genauer, kommt in Bezug auf die „türkischen Bevölkerungsanteile“ Folgendes zusammen: Die Zahl der türkischen Staatsbürger in Deutschland 2015 betrug 1 506 113. Die Zahl der türkischstämmigen Menschen in Deutschland 2013 (mindestens eine Elternteil türkisch, aber in Deutschland als deutscher Staatsangehöriger geboren) betrug 2.793.000.
    Und die Zahl der Einbürgerungen zuvor türkischer Staatsbürger betrug 2014 22.463. Zusammen haben wir also im Deutschland der Jahre 2014-2015 einen türkisch- muslimischen Bevölkerungsanteil von 4.321576 Millionen Menschen! Dies weist alleine den türkischen Muslimen in Deutschland einen Gesamtbevölkerungsanteil von 5,36% zu und ist höher als die Einwohnerzahl des Freistaates Sachsen in 2014 mit 4.055270 Millionen Einwohnern, welches das sechst-bevölkerungsreichste Land Deutschlands ist!

    Gaeljan (Germanischer Gruß).

    • Sören Hader

      Ich würde mal sagen, eine Partei, von deren Gründung die Öffentlichkeit kaum etwas mitbekommen hat und von deren Existenz kaum etwas weiß, hat nicht wirklich gute Chancen überhaupt nur im einstelligen Prozentbereich zu landen. 😉 Ich finde es übrigens lustig, dass man Migranten in Deutschland als politisch monolithischen Block ansieht.

      Mit logischen Gruß
      Sören

  • aljoschu

    Leider ist in Deutschland nur Eines sicher gegeben: Die Journaille und die etablierten Polit-Protagonisten können die Situation im Lande solange schönreden, umetikettieren und übertünchen – aber ihre eigene opportunistische Politik wird früher oder später zu der Verschärfung der Gegensätze im Lande führen, die ihre unweigerliche eigene Abschaffung zur Folge haben wird. Die Frage ist nur, ob sich zu dem Zeitpunkt, da dies geschieht, die verkorksten Verhältnisse noch einmal werden reparieren lassen.

  • Poco100

    Leserforen machte ich auch bis letzten Sommer, dort wird aber mehr u. mehr überall zensiert….

  • HP HH

    Anders ausgedrückt, wenn Jounalisten zu Aktivisten werden dann müssen sich sich auch gefallen lassen das da kräftig draufgehauen wird. Weniger Weinerlichkeit wäre angebracht.

  • Remix

    Ein Mehrheitswahlrecht würde zu einer unglaublichen Polarisierung führen und Figuren wie Trump oder Boris Johnson hervorbringen. Ich denke, das Verhältniswahlrecht kann neue Impulse sanfter, besser, aufnehmen, ohne dass es zu spektakulären​ Umbrüchen kommen muss. Eine Ergänzung unserer Usancen durch plebiszitäre Elemente​ würde helfen, den Frust durch die systemimmanenten, kaum noch vermittelbaren, Koalitionskompromissentscheidungen in Grenzen zu halten.

  • rolf

    Herr Goergen, was mich im Nachhinein bei der Wahl in den Niederlanden stutzig macht, ist die Tatsache, dass das Endergebnis nahezu exakt mit der ersten Prognose übereinstimmt!
    Jeder der sich mit Statistik beschäftigt weiß, wie schwierig es ist, eine repräsentativen Stichprobe zu erstellen (Güllner kann ein Lied davon singen!)
    Die Situation in den Niederlanden war aber doppelt schwierig. Einerseits durch die hohe Wahlbeteiligung und andererseits durch die enormen Wählerbewegungen.
    Also, kann mir jemand hier im Forum, eine vernünftige (plausible) Erklärung für dieses „Phänomen“ liefern, bitte?
    …ansonsten könnte man zu ganz anderen Schlussfolgerungen kommen …!
    Gruß

    • Sören Hader

      Die Frage ist, was sie mit „nahezu exakt“ meinen? So wie ich mich recht erinnere, hieß es lange, dass die VVD 31 Sitze und die PVV 19 Sitze bekommt. Am Ende waren es 33 und 20. Mit einer repräsentativen Stichpunkte bei einer Wahlnachbefragung kann man das Ergebnis schon auf 1-2 % genau vorhersagen.

      • rolf

        Bleibt immer noch die Frage offen, wie man in so einer Situation (mit so einer Dynamik) von einer repräsentaive Stichprobe sprechen kann, wenn Wähler noch an der Wahlurne ihre Meinung ändern?

        ÜBRIGENS, ist mir bekannt, wie man bei statischen Berechnungen, Vertrauensintervalle berechnet!

      • Sören Hader

        Eine Wahlnachbefragung bedeutet, dass die Wähler NACH dem Urnengang befragt werden.

      • Fritz Goergen

        Weshalb es englisch exit polls heißt, weil die Leute direkt beim Verlassen der Wahllokale befragt werden.

      • rolf

        …würde ich in Deutschland wohl kaum wahrheitsgemäß beantworten…es sei denn, dass einem die wirtschaftliche Existenz egal ist!

  • Gero Hatz

    Wie lange konsumieren wir noch den Unsinn, den die „Leitmedien“ uns bieten? Für mich ist das Schicksal der niederländischen Spezialdemokraten die interessanteste Ergebnis der Wahl bei den Nachbarn. Bin gespannt, wie Chulz und Genossen dieses Desaster in einen Sieg der Spezialdemokratie umdefinieren werden. Fest steht für mich auch, dass die sehr deutliche Haltung vom PM Rutte in Sachen Erdogan einen schlimmeren Absturz der Konservativen verhindert hat.

  • Marcel Börger

    Geschätzter Pe Wi,
    Ich höre in Ihrem Kommentar etwas den enttäuschten Idealisten heraus.
    Liegt es vielleicht an den eigenen Erwartungen?

    Viele hier erwarten nicht mehr oder weniger als die Änderung der politischen Realität, am besten sofort, spätestens aber zum nächsten Wahltermin.

    Der an 1001 Stelle berechtigte Unmut über die Regierung Merkel, bzw. die Groko Mannschaft, sucht den Hoffnungsschimmer, bei vielen heißt er AfD.

    Diese liegt derzeit in allen Prognosen bei ca. 10%, mal etwas drüber, mal etwas drunter.

    Alle anderen Parteien hassen die AfD wie die Pest und einfach niemand, wird realistisch 2017 mit ihr in Koalition gehen.

    Dann bleibt in dieser Erwartungshaltung nur die Rettung durch eine absolute Mehrheit der AfD, was selbst bei den mutigsten Verschweigevermutungen zu ehrlichen Wahl-Präferenzen in Umfragen, in meinen Augen dennoch Lichtjahre von einer auch nur theoretischen Realität entfernt ist.

    Der französische FN hat eine lange, mühsame und viele Jahre absolut randständige Vorgeschichte, die vom Vater der Marine geprägt war. Vielleicht schaft sie es in die Stichwahl mit der Poolposition, aber Präsidentin ist sie damit noch lange nicht.
    Vermutlich werden sich in der Schlußrunde einfach alle anderen zusammen schließen und ein Sozialist wird französischer Präsident, gibt ja mind. 3 zur Auswahl.
    Das sie einen Trumpgleichen Überraschungserfolg hinlegt, kann sicher sein, ist aber eher die Außenseiterwette und heißt für unseren Wahl-September ggf. nur, daß noch mehr Ängste bei Wankelmütigen entstehen werden statt Dynamik pro AfD und das viele eher Schutz suche werden beim Vertrauten, also Frau Merkel, wenn Frankreich droht, die EU und den Euro zu verlassen.

    Denken Sie an die benötigte Vorarbeit in Österreich, wieviele Jahre der Haider brauchte, um mit seinen Freiheitlichen aus der Steiermark im Bund anzukommen und dort ernsthaft Gewicht zu bekommen, viele.

    Unsere AfD ist dagegen ein Küken, tritt zum zweiten Mal bei einer BTW an, hat sich einmal komplett gehäutet und von ihrem Gründer Lücke gelöst und wird jetzt sehr wahrscheinlich sicher in den BT reinkommen, vielleicht sogar 3. stärkste Fraktion.

    Aber das war es auch für die nächsten 4 Jahre.
    Regieren wird entweder Frau Merkel oder Herr Schulz oder beide zusammen, ob einem das gefällt oder nicht und egal, welche weiteren Parteien hierzu benötigt werden, um einigermaßen sicher über 50% zu kommen.

    Sicher ist nur, daß die AfD allein nicht 50% erreichen wird und sie weder bei Merkel noch bei Schulz mit an der Regierung sitzen wird.

    Aufgrund der aktuellen Entwicklungen spricht vieles dafür, daß sich manches bei uns weiter chaotisieren wird und aus jetzt 10-15% für die AfD, 2021 mehr werden.
    Wenn die Türkei völlig durchdreht, mag vieles, heute noch undenkbares passieren.

    Wir werden uns sicher schnell darauf einigen können, daß auf die kommende Regierung alles, nur kein Spaß wartet.

    Brexit, plus bröselnde EU, gärende Staatsschulden allen Ortes mit chronisch drohenden Pleiten, sei es von Banken wie Italien oder von Staaten wie Griechenland, plus Massenmigration und den vielerorts daraus entstehenden Alltagsproblemen mit rückständigen Zeitgenossen, plus die neue unbekannte Variable – Türkei.

    Diese Agenda 2017-2021 haben alle künftigen Regierungsparteien vor der Brust, die sich aktuell aus reiner Wahlkampftaktik selbst krass populistisch im Antipopulismus produzieren, anstatt irgendwas halbwegs konkretes von sich zu geben, was die o.g. Agenda der realen, künftigen nationalen und internationalen Herausforderungen betrifft.
    Nur Wortgirlanden über soziale Gerechtigkeit oder Blabla.

    Vermutlich hat man dazu auch überhaupt keinen Plan und wartet einfach ab, welches Problem zuerst am größten oder akut wird, in der Hoffnung es dann aussitzen oder per Schuldenmachen lösen oder zumindest unsichtbar machen zu können.
    Halt wie immer bei uns.

    Der Idealist will bei erkannten Problemen aber die schnelle Lösung erzwingen, am besten sofort und aus seiner Sicht auch alternativlos – alles weniger ist nichts und eine neue Enttäuschung.

    Nenn es Merkel oder Maas oder Schulz oder Gabriel oder oder oder, muß gleich weg, dann die Migranten, die bereits Ausreisepflichtigen, auch andere Sozialschmarotzer oder Kriminelle, dann alle Grünen und Genderfeaks auch, und dieses und jenes und fertig ist das idealisierte, neue Paradies aus konservativer, erzkonservativer oder „AfDler“ Ecke.

    So sehr ich selbst vieles davon begrüßen würde, ist es doch klar, daß hier ein völlig unrealistisches Szenario gemalt ist, nichts davon steht die nächsten Jahre an, wirklich durch einen großen Wurf Realität zu werden.
    Vielleicht gehen viele kleine Schritte in die richtige Richtung, vielleicht auch nicht.

    Auf Jahre wird es der Hauptverdienst der AfD sein und bleiben, den anderen Parteien Themen aufzuzwingen und deren Grundlinie mit zu bestimmen.
    Das ist doch prima und sehr erfolgreiche Oppositionspartei, die ja jetzt schon bei einigen Themen offensichtlich funktioniert.

    Die anderen Parteien haben einfach Angst, daß aus konservativem oder rechtem Populismus eine wirkliche Volksbewegung entstehen könnte, wenn die Themen nicht übernommen werden oder völlig ignoriert würden.
    Aber dann werden sie natürlich „liberal gezähmt“.

    Schon Trump wird, neben der künftigen AfD im Bundestag, dafür sorgen, daß konservative Themen nicht ignoriert werden können, deshalb hassen ihn alle Liberalen ja so innig.
    Ihn kann man nicht einfach ignorieren wie die nicht an der Regierung beteiligte AfD, er hat bereits echte Macht erreicht.

    Wer nicht die Geduld hat, in diversen Jahren zu denken und seine Erwartungen entsprechend zu justieren, wird sich selbst sichere und tragische Enttäuschungen verpassen.

    Die breite Masse ist derzeit nicht auf AfD Kurs.
    Die AfD hat keine breite Bewegung hinter sich oder eine solche verursacht, hat keine positive, charismatische Führungsfigur im Rampenlicht und externe Krisen brodeln zwar, kochen hier bei uns aber sicher zuletzt über.
    Vorher brennt ganz sicher halb Europa.

    Frau Perry ist ok, Frau Waidel auch, aber vor ihren Bundestagsmandaten kriegen sie alle keine Werbezeit im Fernsehen geschenkt, wie derzeit alle anderen Parteien in ihrem Antipopulismus reichlich.

    Und als reine Grasswurzelbewegung wird man nie auch nur in die Nähe von 50 % kommen, sonst hätten die Grünen sie schon lange, was sie bekanntlich eben nie hatten, noch haben.

    Neben der politischen Alternative heißen die persönliche Alternativen:
    Geduld oder Frust und Enttäuschung,
    Auswandern oder steter Tropfen sein,
    die eigenen Erwartungen in den Griff kriegen,
    denn 10-15% für die AfD im September und damit vermutlich 3. stärkste Kraft aus dem Stand werden, sind ein riesen Erfolg für einen politischen Newcomer auf Bundesebene und keine Niederlage.
    Aber das kommt der alleinige Übernahme der Regierung durch 51+X% nicht sehr nahe.
    Eine Regierung durch die AfD wird im Sept 2017 garantiert nicht passieren.

    Ich kenne meine Wahl-Präferenzen und möchte nicht sehenden Auges nur von Enttäuschung zu Enttäuschung eiern, obgleich echte Erfolge zu feiern wären.

    Wenn z.B. 15% Wahlerfolg für die AfD im September Frust statt Freude auslösen, weil man zwar 3. größte Partei im Bundestag wurde, es aber nicht zum Regieren reicht, liegt etwas gewaltig bei den eigenen Erwartungen und dem von von hier oft beschworenen Realismus im Argen.

    Und von blinder Hoffnung alleine, kann sich keiner was kaufen.

    • Fritz Goergen

      Haider war kein Steirer.

      • Marcel Börger

        Kärnten? Mist verwechselt, sorry, wollte niemandem aus ?? zu nahe treten.
        Wenn wieder falsch, dann bitte einfach das richtige denken?

      • Fritz Goergen

        Na, bei den Römern waren Steirer und Kärntner in derselben Provinz …

      • Marcel Börger

        ??

      • Freier Mensch

        Er war Oberösterreicher, ein Goiserner !!

    • Poco100

      Das stimmt schon so ziemlich, entscheidend wäre aber ein echter u. sichtbar gewollter Kurswechsel oder eine Änderung d. gegenwärtigen Politik. Ich sehe da gar nichts u. da wird auch nach der Wahl nichts kommen. Man wird jeder für sich, mit den kommenden Veränderungen irgendwie „fertig“ werden müssen.
      Klar, Ihre Analyse zur AFD stimmt. Wählte man die aber nicht, würde es erst Recht so weitergehen wie bisher, ich kann da nicht unbedingt nur Angst u. Unfähigkeit sehen, siehe die Aktivitäten von Maas u. Schwesig. Allein diese Sache….

    • Axel Graalfs

      Sehr gute Analyse, Herr Börger. So sehe ich es auch. Die AfD hat keine Chance, das große Rad zu drehen und ist möglicherweise dafür auch noch nicht reif genug. Allerdings wird sie respektabel im Bundestag vertreten sein – je nach den Ereignissen, die uns bis September noch bevorstehen, eher knapp über 10 oder über 15 Prozent. Trotz der Feierstimmung in Redaktionsstuben und Parteivorständen hierzulande wegen jedes kleinen Faux-Pas von Trump und anlässlich der „Wahlsiege“ in den Ländern um uns herum über die „Rechtspopulisten“ bleibt festzuhalten: Deutschland und Europa wird konservativer – muss angesichts des zu weit in die andere Richtung ausgeschlagenen Pendels m. E. auch konservativer werden. Und das ist gut so.
      Die Politik des Aussitzens/Verschleierns/Verschleppens wird in der nächsten Wahlperiode nicht mehr funktionieren. Zu groß sind die Probleme und zu groß wird der Handlungsdruck sein, der einer wie auch immer zusammengesetzten Regierung von der konservativen Opposition und von außen auferlegt werden wird.
      Die AfD muss allerdings langfristig neben der Migration noch mehr Themen bedienen. Ob Bildungs-, Energie-, Steuer- oder Infrastrukturpolitik – Angriffsfläche gibt es genug, das Versagen und Verzetteln lässt sich doch nachweisen.
      Vielen Leuten reicht eben ein Höcke, um die gesamte Partei abzuschreiben. Das weiß ich aus dem Bekanntenkreis…

      • Marcel Börger

        Seh ich genauso

    • Pe Wi

      Herr Börger, nein, Sie haben da etwas Falsches herausgehört. Ich habe den Kommentar ohne irgendwelche Hintergedanken geschrieben. Es ist letztendlich wirklich so, dass es niemanden in einem Jahr, ach was sage ich – im nächsten Monat -, interessiert, dass Herr Rutte so viele Stimmen verloren hat. Das zählt alles nicht. Er wird Regierungschef werden. Da finden sich schon genügend Hanseln, die an die Futtertröge wollen. Und für eine wirklich schlagkräftige Opposition hat eben Wilders ein bisschen wenig dazu gewonnen. Er ist sicherlich ein Wahlgewinner, aber nützen tut ihm das in der JETZIGEN Situation nicht allzuviel, mal ganz nüchtern ohne Emotionen betrachtet. Was zur nächsten Wahl sein wird, steht auf einen anderem Blatt. Übrigens, *g* ich bin eine Frau, zwar keine Elfe, wie mein Avatar zeigt, aber was soll’s, nicht jeder kann spitze Ohren haben. *g*

      • Marcel Börger

        Da haben Sie natürlich recht und die korrekte Anrede merke ich mir, Frau Pe Wi!

        Ich denke wir sind uns schnell einig, daß europaweit derzeit vieles in Bewegung geraten ist und das die Massenmigration der letzten 2 Jahre und die noch kommende, eine erhebliche Mitursache daran besitzt.

        Wirtschaftlich sitzt Deutschland noch auf dem hohen Ross, viele unserer Nachbarn, gerade die südlichen aber nicht.

        In wirtschaftlich angegriffene Staaten zusätzlich Massenmigration wenig kompatibler Menschen zu veranlassen, ist nichts anderes als Zündeln mit dem inneren Frieden, bis zum Volksaufstand oder der Revolution.
        Alte Begriffe die man bis auf die 1989er Revolutionen eigentlich nur aus der Geschichte kennt und insbesondere in Deutschland generell eher seltener vorkommen.

        Wir sind derzeit noch ziemlich privilegiert, haben relativ wenig Arbeitslosigkeit und gute Steuereinnahmen.
        Trotzdem bringen die alltäglichen Schwierigkeiten mit den meist jungen, männlichen, schlecht gebildeten Migranten viel Ärger in unser Land.

        Man braucht wenig Phantasie, wie sich die Stimmung selbst hier entwickeln würde, wenn auf breiter Front wirtschaftliche Verunsicherung, Existenzangst, echte Not oder Elend hinzukäme, wie es an vielen Orten Süd- und Südosteuropas bereits herrscht.

        20 %+X allgemeine Arbeitslosigkeit, 40-50% Jugendarbeitslosigkeit, geringes Einkommen der Arbeitenden oder Rentner, am besten noch beschränkte Abhebungen an Geldautomaten und die meisten revolutionären Zutaten sind (im Süden Europas bereits erfolgreich) angerührt.
        (Auch Italien wankt wirtschaftlich schon erheblich, Frankreich eigentlich auch)

        Mögen die bisherigen links-/liberalen Machthaber Wilders, Le Pen und bei uns die AfD abwehren, sie gewinnen damit nichts, außer die alleinige Zuständigkeit und Verantwortung im sicher bald kommenden Chaos innerhalb Europas.

        Die schuldenbedingte Querschnittslähmung vieler Staaten, plus massenhafte Zuwanderung dieser wenig hilfreichen Art, ist eine mittelfristig nicht beherrschbare Gemengelage, egal welch medialer Feenstaub auf die bereits gärenden Müllhalden politischer Fehlentscheidungen gekippt wird.

        Das die Türkei derzeit kräftig dabei ist, ihre Demokratie abzuschaffen, bietet weiteren Sprengstoff, weil überall in Europa sehr viele Türkischstämmige leben, allein bei uns einige Millionen.

        Das dieser brodelnde, politische Unrat-Cocktail noch jahrelang und ohne Explosion, weiter relativ friedlich vor sich hin stinkt, halte ich für kaum vorstellbar.

        Nur wird die Initialzündung garantiert nicht von Deutschland ausgehen, weil es uns relativ am besten geht, gesamtwirtschaftlich gesehen. Allerdings ist unsere Exportwirtschaft sehr empfindlich, wenn klassische Abnehmerländer in Chaos oder Bürgerkrieg versinken oder ihren Laden aus Angst vor Dominoeffekten dicht machen.
        England hat sich aus dieser Trauerveranstaltung bereits abgemeldet, was für dessen Weitsicht spricht, auch die USA besinnen sich auf sich selbst, was aus nachvollziehbaren Gründen unserem linksliberalen Establishment garnicht gefällt.

        Zwei der größten Melkkühe für linkes Gespinne, sei es als EU Nettozahler oder als transatlantische, militärische Schutzmacht, bei ersparten Kosten für die eigene Sicherheit quer durch das linksliberale Europa, haben die Nase voll.
        Insbesondere davon, anderen ihr Schweben im liberalen Wolkenkuckucksheim zu subventionieren und zum Dank dafür, auch noch als rückständig oder rechts verachtet zu werden.
        Ich persönlich habe allergrößtes Verständnis für GB und die USA, die dabei nicht mehr mitmachen wollen. Wer die linksliberale Agenda zum allein glückselig machenden erklärt, Genderhokuspokus und grenzenlose massenmigration für den Nabel der Welt hält, muß seinen Wählern auch erläutern können, wie dieser ganze Fasching bezahlt werden soll und wo er für alle hinführt.
        Entwickelte und wirtschaftlich erfolgreiche Industriestaaten lassen sich jedenfalls nach dieser Agenda nicht regieren, nur demontieren. Wenn man das möchte und genug Wähler dafür findet, ok.
        Es gibt kein Naturgesetz, daß erfolgreiche Staaten für immer reich und erfolgreich bleiben müssen, die Geschichte lehrt eigentlich das genaue Gegenteil. Zurück zu Ackerbau und Viehzucht und Selbstversorgung auf der Minikate sind ja sehr trendy.

        Was Morgenthau nach dem 2. Weltkrieg für Deutschland nicht durchsetzen konnte, schaffen unsere politischen und wirtschaftlichen Traumtänzer mühelos selbst.

        Das unsere aktuellen Politiker, alles Christ- oder Sozialliberale quer durch Europa incl. Deutschland, an der Macht bleiben und die Verantwortung behalten, für daß, was sie verursacht haben, hat in meinen Augen sowohl innere Ironie, als auch was gerechtes.

        Jenseits unserer Ostgrenzen hat man sich bereits klar positioniert und den Laden dichtgemacht.
        Von Polen bis Ungarn wird abgewartet, wann der zentral- und südeuropäische Vulkan hochgeht.

        Eine ähnliche Linie verläuft durch Deutschland, mehr oder weniger entlang der alten innerdeutschen Grenze, selbst durch Berlin.

        Die beiden bereits benannten Hauptzutaten heißen Schuldenberge und Multikultiunfug, meist unter ausgeprägt linken Landesregierungen, nenn sie RotGrün oder Rotrotgrün egal.

        Insofern sind Sachsen oder Bayern noch klar im Vorteil, aber zu klein und zu wenige Länder, Deutschland insgesamt mittel- und langfristig über Wasser zu halten.
        Wir werden vielleicht die letzten sein, die noch stehen werden und dann das rotliberale Licht ausmachen.

        Mittelfristig sollte sich aber jeder auf Sturm einrichten und bestmögliche Vorsorge für sich und seine Lieben treffen und die aktuell noch fetten Jahre dazu nutzen, möglichst autonom zu werden.
        Erfahrungsgemäß trifft es die Großstadtbevölkerung zuerst und am heftigsten, wenn die Infrastruktur und der tagtägliche Supermarkt/Geldautomat Nachschub harkt, sei es durch Unruhen oder Wirtschaftsdesaster.
        All das, was in Griechenland und Zypern schon passiert ist und politisch verursacht wurde, gibt viele Anregungen für Alltagsszenarien des Normalbürgers, in einer echten, ausgebrochenen Krise der europäischen Moderne.
        Vertrauen in Regierungen oder Medien halte ich mittlerweile für sehr riskante Wetten.

    • fein_geist

      Ihre durchweg realpolitische Einschätzung teile ich leider in Gänze Herr Börger.

      Lediglich einen Aspekt sehe ich nicht beleuchtet. Einen winzigen Funken chaostheoretischer Energie, der seitens Frankreich auf die EU wirken könnte wie das Referendum der Briten zum Brexit.

      Ich denke das die politisch unflexible Situation der einzelnen Nationalstaaten sehr über die EU in die Köpfe der Menschen wirkt. Wilders hatte sich zwei Feinde auf die Fahnen geschrieben, das dürfte ihn den Hals gekostet haben. Man mag den politischen Islam bekämpfen könne oder die sozialistische EU. Aber beides auf einmal, das mag ein Wunschtraum sein aber ein zu utopischer.

      Nicht das die EU in den Niederlanden noch sonderlich beliebt ist aber als kleines, abhängiges Land einen solchen Bruch wagen und die EU verlassen? Das dürfte viele Niederländer, die ansonsten Wilders Einschätzung zum Islam vollumfänglich teilen abgeschreckt haben. Zu unsicher wäre die wirtschaftliche Zukunft für die Niederlande gewesen, wäre es über Wilders zum Bruch mit der EU, in welcher Forma uch immer gekommen.Welcher normale Bürger will schon einen Krieg an zwei Fronten gleichzeitig.

      Nun sehe ich dies in Frankreich aber ganz anders. Wie in den meisten Südländern der EU, sehen viele Franzosen den Ursprung ihrer wirtschaftlichen Probleme eben nicht bei ihrer persönlichen Frühverrentung oder dem zähen Arbeitsmarkt verortet sondern im harten Euro und ausnahmslos bei der trägen Brüsseler, wirtschaftlich vollständig aus Deutschland durchregierten EU.

      Eine Einschätzung die zutiefst unvollständig, durch das Wirken des harten Euros aber keinesfalls in Gänze falsch ist. Das Credo seit der Konkursverschleppung Griechenlands war stets, Deutschland führt in den Verhandlungen, dafür zahlt es aber auch den höchsten Preis.

      Nun hat aber kein Franzose oder Italiener persönlich ertwas davon, wenn die EU zweimal im Jahr Rettungspakete in Milliardenhöhe für ein nicht zu rettendes Griechenland im Winde dubioser Finanzoligarchen verbrennt, nur um symbolisch eine Kunswährung und den eigenen Machtanspruch über EUropa zu manifestieren. Schließlich zahlt nicht nur Madame Merkel, nein auch die Franzosen. Die Schmerzgrenze sehr vieler Franzosen zum Thema EU ist längst überschritten.

      Und keine, ich wiederhole keine ernst zu nehmende Partei Frankreichs bietet den Franzosen die Option, die ihrer eigenen Regierung übergeordnete EU-Demokratur in die Wüste zu schicken.

      Viele Franzosen die ich kenne, sehen zwischenzeitlich den Weg der Briten als zukünftig (zunächst) schwierigen aber einzigen Weg zurück zu wirtschaftlichen (unabhängigen) Größe. Sehen die einzige Möglichkeit ihr unabhängige Frankreich zu erhalten in der Möglichkeit es sich zurück zu holen. Zurück von dieser zutiefst dubiosen EU-Kommission.

      Selbst der dümmste Franzose ist sich heute darüber bewußt, das er sich nicht wieder Auge in Auge mit einem Deutschen in Verdun wiedersehen würde, nur weil man die Junkers und ihre krummen Gurken zum Teufel jagt. Eine Erkenntnis, die vielen jungen Menschen in Deutschland nicht vegönnt ist. Hier wurde jegliches nationale Gen langjährig ausgemerzt. Die deutsche Jugend gibt es nicht. Das sind verträumte Teddywerfer, die nur durch die EU zum Weltenbürger reifen können. Bei vielen sonst so historisch linken Franzosen hat sich dies aber zwischenzeitlich sehr gewandelt. Auch bei den jüngeren generationen. Natürlich nicht bei allen.

      Natürlich kann Le Penn nur im ersten Wahlgang dominieren, der zweite wäre systembedingt nur durch ein Wunder möglich. Aber wie man an Trump sehen konnte, ausschließen kann man es immer erst am Tag nach der Wahl.

      Und nun stellen sie sich auch nur einen einzigen Moment vor, welche Auswirkungen, der Sieg Le Pens in Frankreich für die EU bedeuten würde. Ohne Übertreibung, wage ich zu behaupten, es gibt keine EU mehr ohne Frankreich oder Deutschland. Jedenfals keine, wie wir sie kenne.

      Der Sieg Wilders wäre für die EU lediglich ein symbolisch harter Schlag gewesen. Ein sehr harter aber extenziell keinesfalls mehr als die Amputation des rechten Daumes.

      Frankreich hingegen wäre der Dolch im Herzen Brüssels, da gäbe es keine Heilung, kein Scheck Merkels kein Gesulze eines Asselborn könnte das kitten. Die politischen Verwerfungen, der Zerschlagung dieser zentralistischen Anti-Demokratie-Institution würde bedeutend und tief in die nationalen Parlamente wirken. Vermutlich nicht einmal in feindlicher, wohl aber in sehr stark geprägt in wettbewerbschaftlicher Rhetorik der Nationalstaaten.

      Die daraus erwachsenden, innerparteilichen Verwerfungen auch in Deutschland dürften aus demokratischer Diskurssicht wie pures Doping wirken. Mit Farblosikeit, Worthülsen und beständigem aussitzen oder Umverteilung wäre da -wieder einmal- kein Staat mehr zu machen.

      Ich glaube auch nicht an einen politischen Umbruch in Frankreich, jedenfalls nicht über einen parlamentarischen. Allerdings bleibt bis zur Wahl in Frankreich zumindest ein klitzekleiner Funke der Wandlungsfähigkeit bestehen.

      • Marcel Börger

        Danke für Ihre feingeistige, umfangreiche Antwort.
        Auch Sie haben meine volle Zustimmung.

        Natürlich ist die derzeitige EU erledigt, wenn Frankreich den Frexit macht.

        In einem anderen Kommentar habe ich schon geschrieben, daß wenn unsere pseudoliberalen Globalisierungsfreunde und Internationalisten es wirklich mit der EU gut meinen würden, sie vehement das Ausscheiden Deutschlands wenigstens aus dem Euro befürworten müßten.
        Der Euro ist weit überwiegend nur für die Deutsche Exportwirtschaft von großem Vorteil.

        Mit Deutschland im Euro haben gerade die Mittelmeeranreiner keine Chance auf wirtschaftliche Gesundung, sind durch sparen müssen und Lohn/Rentendeflation zum dauerhaften Siechtum verurteilt.

        Sollte Frankreich wirklich den Euro und/oder die EU verlassen, würde unsere Regierung natürlich erstrecht versuchen den EU Traum aufrecht zu halten, um ja nie als Zerstörer der EU gelten zu müssen, was wir wirtschaftlich wohl leider sind.

        Dennoch glaube ich, daß es vergebens wäre, weil andere GBs und Frankreichs Beispiel folgen würden, am ehesten wohl Griechenland und Zypern, dann Italien, Spanien, Portugal. Ebenfalls leider muß man anerkennen, daß insbesondere Gb wesentlich weniger ideologiegeleitete und viel pragmatischere Politik machen kann als wir.

        Ich glaube auch kaum, daß Lettland bis Rumänien Interesse an Genderklos und Massenmigration aus muslimischen Ländern hat, was derzeit aber unsere politischen Markenzeichen sind.

        Deutschland, Österreich, Benelux und Skandinavien könnten im Euro zusammen bleiben und den Osten bzw. Südosten Europas von Lettland bis Rumänien als Transferunion querfinanzieren, sollte Deutschland den Ausfall aller Südkredite wirtschaftlich verkraften, was ich eher nicht glaube.

        So interessant die Niederlande waren, Frankreich ist wirklich spannend!

    • Klarer

      Und das ist der Sinn, das Prinzip der Art und Weise, wie Wahlen in der EU abgehalten werden: Daß andere herausgehalten, bzw. am Mitregieren gehindert werden! Das wird umsomehr dem Lande zum Verhängnis, je weniger sich die Parteien im Bundestag in wichtigen Fragen unterscheiden. Wir haben derzeit eine lupenreine Volkskammer, in die sich auch die FDP nahtlos einreihen würde, wie schon immer, wenn sie mitspielen durfte. Was also soll noch all das Gequatsche von Demokratie und liberaler Stimme, wenn es möglich ist und bleibt, daß 51 Prozent die Meinung von 49 Prozent unterdrücken und ignorieren, ja sie sogar terrorisieren können, indem sie entsprechende Gesetze erlassen??? Dabei sind hierzulande noch nicht einmal alle denkbaren Register gezogen worden. Was würde wohl geschehen, sollte es unter den gegebenen Bedingungen für die Blockparteien tatsächlich einmal eng werden ??? Na klar! Dann wird einfach das Ausländerwahlrecht eingeführt und fertig. Und schon ist wieder alles im Lot! Die offenen Grenzen sichern den Marxisten (im Kern sind sie es!!!) und Scheindemokraten zukünftige Merhheiten. Das Land wird dabei bewußt destabilisiert, damit man Gesetze verschärfen und sich noch mehr einbetonieren kann. Und notfalls hetzt man die unterschiedlichen Etnien auf einander und spielt den Retter. Eigentlich kann man nur noch auswandern, raus aus dieser verlogenen EU …