Mindestbodenbedeckung – NRW passt Agrarvorschriften dem Wetter an

Bis zum 15. November hat der Landwirt für eine sogenannte Mindestbodenbedeckung zu sorgen. Er hat seine Winterkulturen so rechtzeitig auszubringen, das bis dahin mindestens 80 Prozent des Ackerlandes wieder mit grünen Pflanzen bedeckt sind.

IMAGO / Martin Wagner
Winterweizen auf einem Acker im Landkreis Goslar

Nach den „Auflagen zum guten landwirtschaftlichen und ökologischen Zustand“ – ja, so heißt dieser Irrsinn wörtlich – müssen vom 15. November bis 15. Januar mindestens 80 Prozent der Flächen bedeckt sein. Das hat die EU im Rahmen der gemeinsamen Agrarpolitik seit neuestem als neue ökologische Standards vorgeschrieben.

Irgendjemand in der EU-Agrarpolitik hat erzählt, dass es gut sei und ökologisch richtig, wenn die Böden über den Winter nicht kahl sind, sondern von irgendwelchen grünen Pflanzen wie Kleegras oder Luzern oder schon Winterkulturen wie zum Beispiel Winterweizen bedeckt sind.

Leider hat die EU-Agrarpolitik vergessen, dem Wetter Bescheid zu sagen, dass es sich nach EU-Vorgaben zu richten habe. Teilweise stehen die Felder unter Wasser, es hat viel geregnet, die Bauern können mit ihren Traktoren und Maschinen nicht auf ihre Felder. Nicht einmal mehr die Maisstoppeln können gemulcht werden. Bis jetzt konnte also noch nicht gesät werden, bis Mitte November wird das also nichts mit dem flächendeckenden Auflaufen.

Nordrhein-Westfalen hat nun eine Ausnahme erlassen: Die Vorschrift gilt als erfüllt, wenn bis zum 15. November gesät wird, es muss sich bis dahin noch kein Grün gebildet haben. Jetzt muss es nur noch bis zum 15. November trocken werden auf den Äckern Nordrhein-Westfalens. Andere Bundesländer beharren auf den EU-Vorgaben.

Erinnert sei, dass die Berichterstatterin des EU-Agrarausschusses die gescheiterte Unternehmerin und Fernsehköchin Sarah Wiener ist, die sich als Parteilose für die österreichischen Grünen ins EU-Parlament hat wählen lassen. Sie hat weder Schulabschluss noch Kochausbildung, kassiert für ihren Bio-Vorzeigebetrieb EU-Fördergelder und will, so werfen Bauernvertretungen ihr vor, als ungelernte Köchin, die sich auf ihrem Öko-Gutshof in Brandenburg von Geldgebern aus der Stadt finanzieren lässt, den erfolgreich wirtschaftenden Bauern Vorhaltungen machen, schon allein das sei eine unerhörte Anmaßung.

Da ist Hopfen und Malz verloren.


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Kommentare ( 36 )

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36 Comments
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tichoz
7 Monate her

Also hier sind die Bauern pflichtbewusst. Die Äcker glänzen in Grün. Ministerpräsident Hendrik Wüst muß ja immer wieder zeigen, daß er zurecht Ministerpräsident ist. Er will ja nicht an die A45 erinnert werden.
Oi,oi, da hat ja eine resolute Frau richtig Karriere gemacht. Da darf sie ja jetzt mal zeigen, daß sie zurecht im EU-Parlament sitzt.

Waehler 21
7 Monate her

Der böse und der gute Bauer. Das Grundübel ist aber die „Verstädterung“ unserer Landschaft. Versiegelung der Böden , Zurückdrängung der Natur. Es ist nicht umsonst bis zu 5 Grad wärmer in den Städten.
Angeblich haben aber die wachsenden Steinwüsten kein Einfluss auf das Weltklima. Nur der Sahara billigt man einen gewissen Einfluss zu.
Korreliert man das Anwachsen der Städte mit dem der Klimaerwärmung, hat man eine Übereinstimmung.
Aber es kann nicht sein, was nicht sein darf.

Texel
7 Monate her

Liebe Agrarexperten, hier kommt der Konflikt zwischen ökologischem und konventionellem Wirtschaften zum Vorschein. Den Ökolandwirt (13% der Flächen in D) muss die Politik nicht zwingen, der macht das von sich aus, weil er auf Chemie (Mineraldünger und Spritzmittel) freiwillig verzichtet und anders versuchen muß, seine Ziele zu erreichen. Der hat auch kein anderes Wetter. Ich weiß übrigens wovon ich rede. Die Bauernlobby ist die Interessenvertretung der Konventionellen. Die EU, die alle Betriebsformen fördert und nicht nur den Öko-Betrieb von Sara, will in Richtung ökologischem Wirtschaften agieren. Keiner wird gezwungen die EU-Förderung zu beantragen, dann könnte ihm auch egal sein, was… Mehr

eifelerjong
7 Monate her

Eine „Wetterkapriole“ wäre es, würde es im Spätherbst NICHT regnen.

Dieter
7 Monate her

man könnte die Pestizitflugzeuge der 70er in „Sähflugzeuge“ umbauen…
oder die Bundeswehr stellt ein paar „Sähpanzer“ zur Verfügung. Schwerter zu Pflugscharten hieß es doch bei den Grünen früher…
Und notfalls haben wir doch Millionen von nicht-Erwerbstätigen.. die können sich doch dann der klassischen Landwirtschaft mit Handaussaat widmen…
Das entspricht dann doch auch dem Idealbild der „grünen“ Landwirtschaft
(Sartire: aus..)

Last edited 7 Monate her by Dieter
Martin Beckmann
7 Monate her
Antworten an  Dieter

Satire mit ernstem Hintergrund! Man könnte auch Schüler aus den Schulen für die Einsaat auf die Äcker schicken: Die Turnhallen werden zunehmend durch Flüchtende blockiert. Pistolius will die BRD wieder kriegstüchtig machen und das fängt bei den Schülern an. Auch Grundschüler müssen als Erntehelfer eingesetzt werden, die sind noch nicht so schwer und sinken weniger im Boden ein. Außerdem härtet das ab und es ist eine Grundlage für spätere Übernahme durch die Schießenden (Bundeswehr in Wokesprache). Die Wehrpflicht wird kommen. Es ist auch eine Alternative zu den abgeschafften Bundesjugendspielen und dafür könnten nachmittags auch Waffenübungen angeboten werden. Alles in Allem… Mehr

Last edited 7 Monate her by Martin Beckmann
Ada
7 Monate her

Dieser Irrsinn erinnert an die DDR. Dort wurde per Dekret der Zeitpunkt zur EInbringung der Feldfrüchte festgesetzt, egal ob die Feldfrucht reif war oder nicht.
Unser „hochbegabter“ Regierungsverein ist offenbar dem Irrsinn verfallen.

jopa
7 Monate her
Antworten an  Ada

Ist falsch! Statt Irrsinn muß es Sozialismus heißen…
Ich hab da eine Aufgabe für Grüne: Die stellen sich an die Felder und lesen den Pflanzen die Beschlüße der verschiedenen Plankomissionen vor, wann sie erntereif zu seien haben und welche Strafen ihnen sonst drohen. DAS muß doch wirken, oder?

Cethegus
7 Monate her

Da haben wir es wieder: Haltung übertrumpft praktisches Wissen!
Ob Migration, Klima, Genderquark oder Landwirtschaft:
Der bloße Glaube soll über die Realitäten siegen.
Man kann sich denken wie das ausgeht…

horrex
7 Monate her

GEFÄHRLICH IST’S DEN LEU ZU WECKEN.
VERDERBLICH IST DES TIGERS ZAHN,
JEDOCH DER SCHRECKLICHSTE DER SCHRECKEN,
DAS IST DER MENSCH IN SEINEM WAHN.
Schiller „Glocke“

Der Ingenieur
7 Monate her

Ich hoffe auf den „Zivilen Ungehorsam„, der diesem eu-bürokratischen Irrsinn die klare Kante zeigt. Die Gründer der AfD hatten solchen Wahnsinn prophezeit. Das Wahlvolk wusste es jedoch damals (und anscheinend auch jetzt noch) besser als die Wirtschaftsprofessoren der AfD … Und jetzt haben wir das Desaster. Nun werden wir von Kinderbuchautoren (die nicht wissen, was eine Insolvenz ist und Strom-Blackouts als romantisches Abenteuer betrachten) und Leuten, die nicht mal das Bildungsniveau der 7. Klasse beherrschen (360° Wende • Länder, die 100.000 km entfernt liegen • Kobolde in Batterien • Energie, die angeblich im Stromnetz gespeichert wird) beherrscht und als Bürger… Mehr

Last edited 7 Monate her by Der Ingenieur
Georg J
7 Monate her

Wir kommen aus dem Wahnsinn erst raus wenn der Laden völlig zusammenbricht.
Die westliche Politik ist komplett beratungsresistent und wissenschaftsfeindlich bzw. unfähig simple naturwissenschaftliche Zusammenhänge zu verstehen. Irgendjemand gibt den EU-Kommissaren ein Skript – selbst erfinden könnten sie es nicht – das diese einfach umsetzen. Ich biete folgende, völlig abwegige, Verschwörungstheorie als Gedankenanstoß an:
Die Gegner des Westens führen seit drei Jahren einen hybriden Kampf gegen den Westen. Die Mittel sind: Coronawahnsinn, Klimahysterie, Massenmigration, Sanktionen, die dem Westen mehr schaden als seinen Gegnern und völlige intellektuelle Orientierungslosigkeit durch wokes Gedankengut wie dem Genderunsinn.