Microsoft-Allianz arbeitet an digitalem Impfpass

Ein Verbund von Unternehmen - einschließlich Microsoft und Oracle - schafft ein digitales System für Impfnachweise. Man sei bereits mit mehreren Regierungen im Gespräch.

imago images / Jörg Halisch
Covid-19-Teststation am Flughafen Frankfurt

Wenn es schon keine gesetzliche Impfpflicht geben wird, so entstehen doch die technischen Voraussetzungen für einen faktischen Impfzwang in Form eines elektronischen Impfpasses. An einem solchen arbeitet eine Koalition von Gesundheits- und IT-Unternehmen – in der Erwartung, dass Regierungen, Luftfahrtunternehmen und andere demnächst von Bürgern und Kunden für bestimmte Dienstleistungen den sicheren Nachweis einer Anti-Corona-Impfung verlangen werden.

An dieser „Vaccination Credential Initiative“, über die die Financial Times berichtet, sind unter anderem die Software-Konzerne Microsoft und Oracle, sowie die Non-Profit-Organisation Mayo Clinic beteiligt. Das Bündnis baut auf der Vorarbeit des „Commons Project“ auf, das ein von Luftfahrtunternehmen schon angewendetes Zertifikat für Reisende entwickelt hat, die negativ auf Covid-19 getestet wurden. Dieses Projekt wurde von der Rockefeller Foundation finanziert.

Wie Paul Meyer, der Leiter des Commons Project gegenüber der FT sagte, soll das neue System fähig sein, Informationen aus digitalen Krankenakten zu ziehen, um eine neue Speicherkarte zu erzeugen. Nach Meyers Aussage ist die „Vaccination Credential Initiative“ schon in Gesprächen mit mehreren Regierungen, die erwarten, dass ein „hybrides“ System entstehe, das entweder negative Tests oder Impfnachweise enthalte. Dabei könne, so Meyer, jeder Staat eigene Regeln festlegen, zum Beispiel, welche Impfstoffe akzeptiert werden.

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Die Menschen würden demnächst einen Impfnachweis brauchen für viele Aspekte der „Rückkehr in ein normales Leben“, sagte Meyer. Die FT zitiert auch die Chefin eines Tochterunternehmens der Versicherung Cigna, die davon ausgeht, dass Veranstalter solche Nachweise von Gästen, Universitäten von Studenten und Arbeitgeber von Arbeitnehmern verlangen werden: „Wir versichern Tausende Unternehmen auf der ganzen Welt und offensichtlich ist das für die von zentralem Interesse“.

In Großbritannien, wo ab kommendem Montag ein negativer Covid-19-Test für internationale Reisen obligatorisch sein wird, gab die Regierung an, dass man über Impfpässe erst entscheiden werde, wenn es gesicherte Erkenntnisse über die Auswirkung der Impfung auf die Übertragbarkeit gebe. Die britische Regierung hat aber bereits ein eigenes Pilotprojekt für einen digitalen Impfnachweis gestartet, an dem das Biometrie-Unternehmen iProov und der Cyber-Sicherheitsdienstleister  Mvine beteiligt sind. Die dänische und die estnische Regierung haben ebenfalls bereits die Entwicklung von Impfnachweis-Systemen angekündigt. Die Weltgesundheitsorganisation WHO arbeitet schon seit vergangenem Jahr an einem digitalen Nachfolger des seit Jahrzehnten gebräuchlichen gelben Impfpasses. Der hatte bislang allerdings keinen obligatorischen Charakter und wurde allenfalls Ärzten vorgezeigt.

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Kommentare ( 28 )

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Armin Reichert
5 Tage her

Wo ist das Problem, meine Katze hat doch auch einen Chip? Und wenn die Katzenklappe groß genug ist, passe ich auch durch.

Karl Schmidt
5 Tage her

Die Clan-Wirtschaft arbeitet weiter daran, die Grundrechte zu beseitigen. Der Schutz der nationalen Verfassungen wird von den Weltkonzernen durch Angebote beseitigt, die keiner ablehnen kann. Es wird Zeit diese Konzerne zu entmachten und den Gesetzen, die von Bürgern und ihren Vertretern – nicht von Managern und Firmeninhabern – gemacht werden, wieder uneingeschränkte Geltung zu verschaffen. Auch die Gerichte und Kartellbehörden müssen aus dem Tiefschlaf erwachen und zwar ganz schnell. Allerdings werden die Kartellbehörden nicht gegen die eigenen Regierungen arbeiten, sofern diese den neuen Weltlenkern zu Diensten sind und deren „Angebote“ zu schätzen wissen. Doch am Ende können sich die Bürger… Mehr

Gruenauerin
5 Tage her
Antworten an  Karl Schmidt

Wird schwer werden, wenn Geld noch und nöcher fließt. Die einzelnen Herren haben mehr Geld zur Verfügung als das BiP der meisten Länder der Welt. Es ist nur eine Frage des Geldes und alles hüpft und springt. Ist doch heute schon so.

Ruhrler
5 Tage her

Demnächst kriegen wir noch alle ein Implantat das die Impfung nachweist (und was weis ich sonst noch alles). Die Gates-Stiftung hat schon eine entsprechende Pilotstudie unterstützt. Nennt sicch zwar nicht „Mikrochip“ sondern „Mikronadel“ aber man ahnt die Absicht:
https://stm.sciencemag.org/content/11/523/eaay7162
https://www.snopes.com/fact-check/bill-gates-id2020/
Und na klar, alles nicht so schlimm, ist ja nur eine „Pilotstudie“. Niemand hat die Absicht Menschen zu chippen.

Mausi
6 Tage her

OK, zur Digitalisierung gehört auch, dass der Impfpass in Papierform endet. Aber wo musste ich bisher den Impfpass vorlegen? Selten. Dieses „selten“ auszuhebeln und in regelmäßige Kontrollen zu verwandeln, wäre eine Schande für jeden freiheitlichen Staat. Aber genau das wird kommen. Versteckt hinter dem Mäntelchen „wir schützen“. Und die Lemminge werden das glauben. Alles, was möglich ist, wird gemacht. Und die Hürden der Verfassung? Der Ethikrat? Ob dieses Juristennetz wohl irgendetwas bewirken wird? Wahrscheinlich genauso wenig, wie Mediziner.

Manfred_Hbg
6 Tage her

Mhh, Impfpaß ulo Impfzwang hin oder her. Was ich mich hier frage ist, was ist wenn zB ein sich im Ausland aufhaltender Deutsche keinen solchen Impfpaß hat oder sich nicht hat Impfen lassen, kann diesrm dann die Rückkehr ubd Einreise in sein Heimatland Deutschland verwehrt werden?? Was ich dann zB mit Blick auf die sich auch im Ausland aufhaltenden deutschen IS-Fanatiker, die ein Recht auf eine Rückkehr nach Deutschland haben, recht merkwürdig finden würde.

Moana
6 Tage her

Diese Unternehmen haben den Bezug zur Menschlichkeit und Natur verloren. Corona ist nur der Anfang. Die Möglichkeiten des Registrierens von „Humankapital“ sind unerschöpflich.

K.Weber
6 Tage her

Wer hätte gedacht, dass eines Tages ein paar kalifornische Flower-power Hippies in Latzhosen durch ihre IT-Fähigkeiten, die ganze Welt versklaven und zu einem einzigen großen Knast machen würden. Schöne neue Welt – nix mit Peace, Love und Freedom.

Gruenauerin
5 Tage her
Antworten an  K.Weber

Peace, Love und Freedom – das kommt ganz auf den Blickwinkel an. Von Seiten dieser IT-Hippies sieht es sich schon so an. Die UN-Agenda für Nachhaltigkeit sieht ja, wenn ich mich nicht ganz täusche, vor, dass 30% der Welt zu Naturschutzgebieten u.ä. umgewandelt werden sollen. Wem wird das wohl nützen und diejenigen, denen das zu Gute kommt, also nicht uns, können sich wirklich so fühlen wie: Peace, Love und Freedom

Rosa Kafko
6 Tage her

Warum fällt mir „Und wieder die üblichen Verdächtigen“ ein? Warum nur?

Ralf Poehling
6 Tage her

Das wird die unkontrollierte globale Migration bis auf weiteres komplett unterbinden, denn wer einen Impfpass zum Grenzübertritt benötigt, der wird auch unweigerlich bei der Ein- und Ausreise zwischen den Ländern kontrolliert. Ich gehe davon aus, dass dies deshalb auch außerhalb des Infektionsgeschehens einen positiven Effekt haben wird. Illegale Grenzübertritte dürften damit der Vergangenheit angehören. Zumindest sollte das dann so sein. Aber: Das ganze Vorhaben steht und fällt mit der Sicherheit und Verfügbarkeit der Impfstoffe. Impfschäden müssen in jedem erdenklichen Fall vermieden werden. Dies setzt voraus, dass die Impfstoffe nach den üblichen hohen Standards entwickelt werden (im Moment scheint das nicht… Mehr

Rosa Kafko
6 Tage her
Antworten an  Ralf Poehling

Welch feine ironische Klinge ..

RMPetersen
6 Tage her

Diese Teil ist besonders witzig:
„… die Non-Profit-Organisation Mayo Clinic …“
Auf https://costestimator.mayoclinic.org/carepaths/267/Arizona/cost?paymentType=self kann man die Kostenschätzungen einsehen. Wer zB mit einem EKD-Messgerät 24 H herumläuft, zahlt dafür 875 USD. Ohne grössere Auswertungen durch einen Spezialisten.
Wenn die Mayo Clinic keinen Profit macht dann ist Soros ein Heiliger.