Kirchen und Krippen als Kampfzone: Traditionsgut unter Beschuss

Es fühlt sich ein wenig apokalyptisch an. Weihnachten und die Adventszeit sind zur Kampfzone geworden. Zahlreiche Angriffe auf Kirchen, Symbole, Menschen scheinen zu belegen, dass auch für Christen in Deutschland unruhige Zeiten anbrechen könnten. Das Fanal war die Terrordrohung gegen den Kölner Dom, aber es gab mehr.

IMAGO/Panama Pictures

Das einschneidendste Geschehnis der letzten Tage in Deutschland war – neben der Bescherung selbst – sicher der Terroralarm rund um den Kölner Dom. Das bedeutete Weihnachten unter Polizeischutz und mit Polizeikontrollen am Eingang zu einem Gotteshaus, das wie viele andere in Deutschland traditionell ein offenes Haus ist und sein soll. Auch ein Raum für Kirchenasyl, wie man weiß. Und wen das nicht zu sehr gegen die Kirchen aufbringt, der will wohl auch weiterhin an den hohen und weniger hohen Feiertagen seine Kirche aufsuchen. Nur wird das immer weniger möglich sein. Denn der Kölner Dom bleibt nun außer für Gottesdienste vorerst, bis auf weiteres geschlossen. Das ist allerdings nur die Spitze einer Entwicklung, die im Monat vor Weihnachten besonders deutlich geworden ist.

Es war Mitte Dezember, als der ehemalige Hildesheimer Weihbischof Nikolaus Schwerdtfeger zum Opfer eines tätlichen Angriffs wurde, direkt an seiner Haustür im Hannoveraner Vorort Laatzen. Ein Mann hätte als Bittsteller an seiner Tür geklingelt. Als Schwerdtfeger kein Bargeld da hatte, begann der Mann, ihn zu beschimpfen und schlug den Kirchenmann mit der Faust ins Gesicht. Der stürzte, brach sich zwei Rippen und erlitt eine Platzwunde im Gesicht, die genäht werden musste. Schwerdtfeger ließ sich mit den Worten hören: „Ich habe noch Glück im Unglück gehabt.“ Das ist wirkliche christliche Demut. Laut Polizei waren die Verletzungen potentiell lebensgefährlich. Der Täter ist flüchtig, aber eine Personenbeschreibung gibt es nicht. Das lässt schon beinahe tief blicken. Sollten Bischof und Polizei hier zusammenhalten, nur um kein „schiefes Licht“ auf einen bestimmten Personenkreis fallen zu lassen?

Schon zuvor, am 6. Dezember oder auch Nikolaustag, geschah ein Gewaltverbrechen, dem man eine ähnliche Brisanz zuweisen könnte. Der 54-jährige Rainer B. war in Kassel engagiert worden, um den Nikolaus zu spielen. Er fuhr mit der Straßenbahn zu seinem Einsatzort am Königsplatz. Sein Kostüm trug er da schon. Als er die Untere Königsstraße langlief, überquerten fünf bis sechs Jugendliche die Straße und näherten sich ihm. Es waren Jugendliche um die 15 Jahre mit Migrationshintergrund, die ihn als „Hurensohn“ und „Fettsack“ beschimpften und von ihm verlangten, das Nikolauskostüm auszuziehen. Ihre Begründung war besonders gut: Sie seien Muslime, und dieses Land sei ihres. Sie zogen ihn am Kostüm und zerrissen es so.

Gewerbeverein spricht von Scherz und „unglücklicher Wendung“

Erst als sich Rainer B., der von Beruf Baggerfahrer ist, mit seiner Rute aus Haselnusszweigen wehrte, ließen die Jungspunde von ihm ab und suchten das Weite. Warum ist diese wahre Anekdote ähnlich ernst wie der Angriff auf einen Weihbischof? Nun, auch der heilige Nikolaus war Bischof. Sein Kostüm gehört zu den populärsten äußeren Formen des christlichen Glaubens. Wo ein Nikolaus sich in einer deutschen Stadt nicht mehr im Kostüm auf die Straße trauen kann, läuft etwas gewaltig schief im Land, ist das Land eigentlich schon verkauft und verraten. Leider griffen aber auch andere Passanten nicht ein. Stattdessen lachten einige, andere applaudierten. Laut HNA gab es keine Hilfe für den Nikolaus-Darsteller.

Doch die symbolischen Angriffe auf Weihnachten gingen noch weiter. Mitte Dezember fehlten über Nacht die Köpfe und einige Hände von sechs lebensgroßen Krippenfiguren im hessischen Rüsselsheim. Es handelte sich um Köpfe und Hände von Maria und Josef und der drei heiligen Könige, sogar der Esel musste seinen Kopf drangeben. Das Jesuskind wurde erst vermisst und dann in den Trümmern gefunden. Originell war die Reaktion des Rüsselsheimer Gewerbevereins, der die Figuren gestiftet hatte, auf die offenbar antichristliche Tat: „Unbekannte Täter haben sich offenbar einen makabren Scherz erlaubt und die Köpfe der Figuren abgeschlagen.“ Ja, es handle eine „unglückliche Wendung“ (der abendländischen Geschichte), durch die „die festliche Atmosphäre“ rund um die Krippe „gestört wurde“. Das ist ein Ultra-Sensibel-Vorsichts-Vokabular, wie es sich ein Vicco von Bülow hätte ausdenken können. Doch es kommt noch besser: Der Gewerbeverein wollte dem „Scherz“ mit „Humor“ begegnen. Man sehe diese „kopflose Nacht“ als Gelegenheit für „Solidarität und Zusammenhalt“ – mit den Tätern? Es klingt beinahe so, als wäre dem Gewerbeverein die Freveltat recht gewesen.

Ebenfalls Ende November riss ein 29-jähriger Syrer in der Wiener Keplerkirche erst eine Madonnenstatue, dann ein Kreuz aus ihren Verankerungen. Das Kreuz nahm er mit, wie Bilder einer Überwachungskamera zeigten. Er konnte gefasst werden, wurde angezeigt, aber nicht festgenommen. Bei OE24 heißt es dann für Nicht-Wiener etwas kryptisch, er gehöre der „Szene am Keplerplatz“ an. Man weiß nicht, ob das bedeutet, dass keine Fluchtgefahr besteht.

Aufgetürmte Drohungen wirken abschreckend

In jene Tagen war ähnliches auch in der Saarbrücker Basilika St. Johann passiert. „Unbekannte“ hackten einer Marienfigur eine Hand ab und „köpften“ das Jesuskind in ihrem Arm. Daneben wurden zwei große Kerzen zerstört, am Altar wurde eine Zigarette ausgedrückt. Der Kantor Bernhard Leonardy zeigte sich gerechtfertigterweise „schockiert, wie man auf solche Gedanken“ komme: „Das ist ja kein normaler Vandalismus, sondern hat auch eine ganz besondere symbolische Bedeutung.“ Doch auch die Reaktionen entsetzter Zeitgenossen haben etwas seltsam Blasses. „Das kann ich nicht verstehen“ ist da schon der Apex des Entsetzens.

Einige Meldungen zu dem Vorfall (etwa die im Münchner Merkur) sind inzwischen aus dem Netz verschwunden. Nun wird eine 44-jährige Frau aus Saarbrücken verdächtigt. Über ihre weitere Identität ist der Schleier des Unwissens gelegt. Auch kein Vorname wird genannt. Die Figur ist inzwischen repariert worden und stand zu Weihnachten wieder in der Basilika. Die Hand der Muttergottes war allerdings in 60 Einzelteile zerbrochen, die nun auch in der reparierten Fassung verbaut sind. Immerhin ist die Kirchengemeinde sich sicher, dass es kein Attentat mit politischem oder religiösem Hintergrund gewesen sei. Die Leser solcher Mitteilungen können sich leider nicht sicher sein.

So türmen sich die Drohungen gegen christlich-abendländische Traditionen langsam gleich einer Welle auf. Wenn man auf der Straße nicht mehr das stilisierte Kostüm eines kleinasiatischen Bischofs (St. Nikolaus von Myra) tragen könnte, dann wäre das schon eine einschneidende Änderung der Sitten. Auch das Abhacken von Köpfen und Händen hat eine aus der Scharia wohlbekannte Bedeutung im Kampf gegen „Ungläubige“, als die auch Christen den frömmsten Muslimen gelten. Die Tatbestände reichen dabei von Erziehungsversagen bis zu weitaus Schlimmerem – mit fließendem Übergang zum islamischen Terrorismus.

Anzeige

Unterstützung
oder

Kommentare ( 80 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

80 Comments
neuste
älteste beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare ansehen
fatherted
1 Monat her

Die Ur-Christen trafen sich versteckt in kleinen Gruppen…..ging auch….und der Glauben war um ein vielfaches stärker. Kirchen braucht keiner….weder die Gebäude noch die Organisation dahinter….christlicher Glauben lebt in jedem Gläubigen und findet dort zusammen, wo er auch gewürdigt wird. Würde Jesu lieber in den Kölner Dom gehen und einer von der Kirche ausgedachten Lithurgie eines „geestlichen hochbezahlten Würdenträgers“ beiwohnen oder einen Gebetskreis von überzeugten Christen besuchen? Ich glaube die Antwort erübrigt sich….

Regina Lange
1 Monat her

Die Amtskirchen kriegen jetzt das, was ihnen gebührt! Mich als Christin ficht das nicht an, ich brauche für meinen Glauben keine Kirche. Ich distanziere mich seit geraumer Zeit von der Amtskirche, sonst wäre ich schon lange vom Glauben abgefallen. Die Kirchen suhlen sich in ihrer vermeintlichen Toleranz und Menschenliebe und das eigene christliche Klientel bleibt dabei auf der Strecke und zwar weltweit! Ich weigere mich ständig die andere Wange hinzuhalten! Wenn jetzt christliche Symbole ständig angegriffen und zerstört werden, sind das die Früchte, die gesät wurden! Gesät von der Politik, von Medien, von Kirchen und vom Steuergeld fett gefütterte NGO.s.… Mehr

Fieselschweif
1 Monat her

Frau Faeser kapituliert?

Nein, es ist ihr schlicht egal, was in diesem Land passiert. Schon weil die ganzen Vorfälle vermutlich nichts mit ihrem Job zu tun haben. Ihrer Meinung nach ist sie doch „nur“ für die innere Sicherheit zuständig.

Da hatte Olaf doch glatt vergessen, ihr zu erklären, dass in der Stellenausschreibung auch steht, man müsse die innere Sicherheit gewährleisten, nicht nur betröppelt Beileidbekundungen aussprechen oder Worthülsen a la „darf nie wieder passieren“, „mit aller Härte verfolgen“ oder „diese abscheulichen/entsetzlichen Taten müssen Konsequenzen haben“ in die Welt hinaus zu trompeten…

Ja wenn man gewusst hätte, dass man was gewährleisten muss…

Last edited 1 Monat her by Fieselschweif
Giovanni
1 Monat her

Der Nahe-Osten findet nun auch bei uns statt!! Wir müssen uns darauf einstellen, daß Radikale mit muslimischem Hintergrund, die Regie in unserem Land übernehmen. Sie haben eine Schutzpatronien. Sie heißt Faeser.

Robert Tiel
1 Monat her

Die Zerstörung der Kirche von innen fing mit dem – meiner Meinung nach erzwungenen – Rücktritt des streitbaren, konservativen, deutschen Papstes an.
Danach kam Franziskus auf der woken Welle. Sein Antrittsbesuch in den USA wurde mit einem hohen dreistelligen Millionenbetrag an Dollar unterstützt.

LF
1 Monat her

Bei einer wehrhaften Bevölkerung wäre das alles, so nicht möglich! Doch der Deutsche, erfolgreich umerzogen zu einem moralisch wertvollen Gutmenschen, macht alles mit, ohne sich zu beklagen.
Dann ist da eben so, verbeugt euch vor euren Eroberer! Und bedankt euch, bei den eigenen Feinden im inneren.

Peisistratos
1 Monat her
Antworten an  LF

Zur Wehrhaftigkeit würde auch gehören, das Christentum zu verteidigen.

Vladimir
1 Monat her

Was haben Deutsche und Juden in Deutschland gemeinsam?

Beide sind nicht mehr sicher in Deutschland.

alter weisser Mann
1 Monat her

„Unbekannte Täter haben sich offenbar einen makabren Scherz erlaubt und die Köpfe der Figuren abgeschlagen.“ Ja, es handle eine „unglückliche Wendung“ (der abendländischen Geschichte), durch die „die festliche Atmosphäre“ rund um die Krippe „gestört wurde“.
Die Leute, die sowas texten, sind geistig unrettbar verloren. Und es ist nicht schade drum.

WGreuer
1 Monat her

Es war abzusehen und logisch, dass das früher oder später passieren würde. Es wird nur das gliefert, was die linksgrünen Befürworter der islamischen Massenmigration bestellt haben. Wenn man nach Frankreich schaut, passiert dort Angriffe auf Jirchen, Friedhöfe, Christen etc. beinahe täglich. Auch der Brand der Pariser Notre Dame … mal ehrlich: wer glaubt den Quatsch, dass dort Schweißarbeiten im Turm die Ursache waren?? Zu schnell wurde ein „Schuldiger“ damals gefunden. Es sollte wohl nicht an die Öffentlichkeit dringen, dass das ein Anschlag auf as Christentum war – die Konsequenzen wären dramatisch gewesen. Ich selber war im Frühsommer 2020 direkt nach… Mehr

Chris Groll
1 Monat her

Die schlimmsten sind die deutschen Bürger selbst, die alles herunterspielen und schönreden. Sie wollen es immer noch nicht sehen oder sie sind zu feige ihre Meinung zu sagen. Wie sind die Nachrichten verändert worden über den Andreasmarkt: „Augsburger Nachrichten: Andreasmarkt in Karlstadt ist kein Weihnachtsmarkt: Welche Falschinformationen über einen Muezzin-Ruf kursieren und was richtig ist.“ Andreas war nach dem Neuen Testament ebenso wie sein Bruder Simon Petrus ein Apostel des Jesus von Nazareth. Also ist ein Andreas Markt ein „christlicher Markt“. Aber die Leute in Karlstadt hat das wohl auch nicht weiter interessiert. Wer waren die Bürger, die lt. HNA… Mehr

Kassandra
1 Monat her
Antworten an  Chris Groll

Da man bei den „jungen Herren“ Messer vermuten muss ist ein hilfreiches Eingreifen durch des Kampfes unkundige Menschen inzwischen so gut wie als Suizid zu werten. Bei dem streitbaren Baggerführer ist es durch das Mitführen der Rute, die die von Reker nach den gewalttätigen Übergriffen in Köln 2015 ins Leben gerufene Armlänge Abstand erweiterte, ja noch einmal gut gegangen – was bei vielen im Jahr 2023, in Weihnachts- wir Silvesteransprachen weder von denen in Talaren noch von solchen wie Steinmeier oder Scholz erwähnten zu beklagenden Toten bzw. auf ewig Verstümmelten, eben nicht der Fall war. . Illegale, gar Verbrecher, über… Mehr