Karl Lauterbach: Corona-Verstöße melden als Dienst für die Allgemeinheit

Lauterbach findet, man solle Menschen, die Corona-Verstöße melden, nicht als Denunzianten brandmarken, und verteidigt damit anonyme Meldeportale. Schaut man sich vergangene Äußerungen des Corona-Propheten an, rückt er sich damit selbst in AfD-Nähe. Skandalös!

imago images / Gerhard Leber
In Essen kann man seit Mai Mitmenschen verpfeifen, wenn diese sich nicht an die Corona-Regeln halten – anonym und online. Auf einer städtischen Website findet man ein Formular, bei der man Ort, Uhrzeit und Art des Verstoßes genau angeben kann, inklusive Beweisfotos. So will man die Bürger ermuntern, ihre Nachbarn zu denunzieren. Zyniker würden sagen: Deutschland hat den Blockwart erfolgreich digitalisiert. FDP-Mann Kubicki sprach in diesem Zusammenhang von „chinesischen Verhältnissen“.

Sein Bundestagskollege Karl Lauterbach sieht das anders: Der SPD-Gesundheitspolitiker, der seit März als Cheerleader für immer härtere, noch striktere Corona-Maßnahmen durch die Talkshows tourt, wehrt sich im „Welt“-Interview gegen den Begriff des Denunziantentums, mit dem die Essener Maßnahme von einigen betitelt wurde. Damit, so Lauterbach, habe das alles nämlich gar nichts zu tun: Wer Verstöße melde, tue das für die Allgemeinheit – „das dürfen wir nicht brandmarken“.

Überraschen dürfte das niemanden, denn der Sozialdemokrat tritt seit März immer wieder für strenge Corona-Regeln und gegen so ziemlich jede Lockerung ein. Für den Gesundheitspolitiker scheint die Uhr immer auf fünf vor zwölf zu stehen. Wie kaum ein anderer Politiker ist Lauterbach in seinem Denken einer Art Seuchenregiment verfallen, einem politischen Tunnelblick, der im Fokus auf das Virus alles andere ausblendet – und in dem der Zweck auch hoch fragwürdige Mittel heiligt. Mittel wie staatlich gefördertes Denunzieren eben.

Früher dachte Karl Lauterbach übrigens ganz anders. 2018, lange vor der Pandemie, betitelte er ja das Hamburger AfD-Portal zur Meldung von politisch nicht-neutralen Lehrern, schon als „Nazi- und Stasi“-Methodik. Wie 2018-Lauterbach dann wohl die Äußerungen von 2020-Lauterbach bewerten würde? Wahrscheinlich noch viel schlimmer: Als AfD-Methodik.


Max Roland (19) ist Stv. Chefredakteur des Jugendmagazins Apollo News

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Kommentare ( 108 )

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moorwald
1 Monat her

Wenn man mal schmunzeln will, dann Stupidedia über „Lauterbach Karl“ anklicken…
(„Abitur mit 0,6…)

Deutscher
1 Monat her

Jeder Kommunist outet sich irgendwann.

EDELSACHSE 57
1 Monat her

Man kann sagen.Von der DDR lernen heißt siegen lernen.Auf der ganzen Linie.

Klaus Kabel
1 Monat her

Panik-Karl prophezeit 50 000 Tote bis Weihnachten, aber nur, so relativiert er, wenn wir Bürger nicht brav sind und an die Worte Merkels glauben.
Zitat: Merkur, Coronakampfblatt Söders

Klaus Kabel
1 Monat her

Im frühen Mittelalter zogen Bußprediger über das Land, verkündeten einem unaufgeklärten, durch die Kirche manipulierten Volk, Höllenqualen und versetzten es in Angst und Schrecken.
Heute heißen die Bußprediger Lauterbach und Söder, verkünden einem unaufgeklärten, durch Politiker und Medien manipulierten Volk, Coronaqualen und versetzen es in Angst und Schrecken.

Dorothe
1 Monat her

Ach ja, der Herr Lauterbach, sein zweiter Name schein Panik zu sein.Von diesem Herrn kann sich jeder, der Lust hat, gut ein eigenes Bild machen. Neben den unsäglichen Auftritten und Aussagen dieses Jakobiners findet seine Ex-Ehefrau Angela Spelsberg ( Ärztin und Epidemiologin ) im „Talk im Hangar 7“ deutliche Worte seine Expertise betreffend. In der Mediathek von servus.tv sicherlich noch abrufbar.
Wie soll unser schönes Land funktionieren, wenn wir solche Experten haben?
Gar nicht. Eben!
Destabilisierung und Deindustrialisierung ist das Motto.

Hoffnungslos
1 Monat her

„Corona-Verstöße melden als Dienst für die Allgemeinheit“. Weiß Herr Lauterbach eigentlich noch, was er sagt? Die SED hielt die Stasi auch für Dienst an der Allgemeinheit. Herr Lauterbach sollte sich in eine freiwillige Quarantäne begeben und in sich gehen, sofern ihm das überhaupt möglich ist.

Anti-Merkel
1 Monat her

Die Idee, im Dienste der Allgemeinheit andere zu denunzieren hat es doch glaube ich in Deutschland schonmal gegeben… Könnte ca. 85 Jahre her sein. Wer war da nochmal gerade an der Regierung? Kann mich gerade nicht erinnern, war das auch schon Merkel?

Peter Mueller
1 Monat her

Der Spruch „Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant.“ stimmt nicht so ganz. Er wird charakterlich noch von denjenigen übertroffen, die dieses widerliche Denunziantentum verteidigen.
Sämtliche Prophezeihungen dieses ehrenwerten Herrn haben sich bislang als mentale ** herausgestellt. Keine einzige hält einer qualifizierten Prüfung stand. Diese unsachliche Panikmache ist so auffällig, daß ich mich irritiert frage, woher er so alles seine Einkünfte bezieht.

Funke
1 Monat her

Denunzieren als Dienst für die Allgemeinheit!!?? Das haben schon die Nazis vom deutschen Volksgenossen gefordert. Diese Kerle (Lauterbach & Konsorten) haben nicht die Spur Moral oder ein Gefühl für Anstand. Unglaublich!