Hamburg: Was wäre, wenn es „Rechte“ wären?

Die Grünen geben der Polizei eine Mitschuld an den Krawallen in Hamburg. Ein Gedankenexperiment: Was wäre, wenn die Ausschreitungen nicht von Linksextremisten, sondern von Rechtsextremisten begangen würden?

© Leon Neal/Getty Images
Burnt out cars in the street during the 'Welcome to Hell' anti-G20 protest march on July 7, 2017 in Hamburg

Man stelle sich vor: „Nazis“ aus ganz Deutschland und Europa mobilisieren über mehrere Wochen öffentlich für „Aktionen“ anlässlich des G20-Gipfels und melden eine „Demonstration“ mit dem Motto: „Welcome to Hell“ an. Der Focus zeigt Verständnis und druckt die Aufkleber und Plakate inklusive Angaben für Treffpunkt und Uhrzeit ab und titelt auf Seite 1: „Traut euch! Radikal denken, entschlossen handeln – nur so ist die Welt noch zu retten.“ Als sich dann am Tag X über 1.000 rechtsextreme Globalisierungsgegner vermummen, greift die Polizei ein. Später zerstören sie Autos von Hamburger Bürgern – viele Autobesitzer waren Türken.

Die Reaktion: In ARD und ZDF vermuten Reporter, die Polizei habe „provoziert“ und „unverhältnismäßig“ reagiert. Vertreter von CDU, FDP und AfD geben der Polizei die Schuld für die Eskalation der Lage. Sie distanzieren sich zwar von der Gewalt der „Nazis“, aber beklagen vor allem das Verhalten der Polizei. Ist das alles denkbar in Deutschland? Zum Glück nicht. Zumindest nicht, wenn Extremisten von rechts kommen.

Polizei ist immer schuld

Bei Linksextremisten spielt sich jedoch genau das ab: Verständnis wird geäußert, wenn eine „Demo“ mit der Parole „Welcome to hell“ angekündigt wird. Der Spiegel druckt die Plakate und Aufkleber ab und trägt zur Mobilisierung mit einem Brandartikel bei. Dann setzen die Linksextremisten genau das in die Tat um, was sie vorher angekündigt haben: 111 Polizisten werden verletzt. Autos von Bürgern werden „abgefackelt“. Die Grünen und die Linken geben – wie immer – der Polizei die Schuld. „Leider hat das Vorgehen der Einsatzleitung der Hamburger Polizei zur Eskalation der ohnehin angespannten Lage erheblich beigetragen“, so die innenpolitische Sprecherin der GRÜNEN im Deutschen Bundestag, die der Polizei vorwirft, „einfach ungezielt ein Gemisch von Wasser und Reizgasen“ einzusetzen. Das entspreche nicht dem „Weg einer modernen, deeskalierenden Einsatzstrategie der Polizei“, so Irene Mihalic von den GRÜNEN.

Bekanntes Muster bei Grünen und Linken

Die Argumentation der Grünen ist nicht neu. Geben Sie mal bei Google folgendes Stichwort ein: „Grüne: Polizei reagiert unverhältnismäßig“. Sie werden Hunderte Treffer bekommen, eigentlich bei allen linken Demonstrationen, bei denen es zu Gewalt kommt. Bei Demonstrationen am Vorabend des 1. Mai in Berlin kam es über Jahrzehnte immer wieder zu Gewaltausbrüchen von linken Gruppen. Vertreter der Grünen (und der Linken) waren stets in vorderster Front, die Polizei zu beschuldigen, sie habe überzogen oder unverhältnismäßig reagiert. Kommt es bei einer Demonstration oder bei einer Hausbesetzung zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, dann steht sofort die Polizei in der Kritik, weil sie nicht genügend „deeskaliert“, sondern durch ihre „zu massive“ Präsenz provoziert und damit die Gewalt heraufbeschworen habe.

Gestörtes Verhältnis zur Polizei

Ohnehin haben die Grünen ein gestörtes Verhältnis zur Polizei. Als im Juli 2015 in Würzburg ein Polizist Schlimmeres verhütete, als er einen 17jährigen Afghanen erschoss, der brutal mit einer Axt auf eine chinesische Touristenfamilie einschlug und diese teils lebensgefährlich verletzte, fiel Renate Künast von den Grünen als erstes die Frage ein, ob es nicht möglich gewesen wäre, den Angreifer auch andere Weise außer Gefecht zu setzen. Bevor sie irgendeine Information über den Vorfall hatte, twitterte sie: „Wieso konnte der Angreifer nicht angriffsunfähig geschossen werden???? Fragen!“ Auch nach den Übergriffen von Ausländern gegen Frauen in der Silvesternacht 2016 erregten sich die Grünen über den Einsatz der Polizei. Die Grünen-Chefin Peter warf der Kölner Polizei Rassismus vor, weil sie Nordafrikaner stärker kontrolliert habe als andere Menschen. Erst unter dem Druck der öffentlichen Kritik mussten Künast und Peter ein wenig Selbstkritik üben. Aber der grüne Reflex bleibt, wie man jetzt nach Hamburg sieht.

DIE WELT kommentiert richtig

Ulf Poschardt, der Chefredakteur der Welt, kommentiert heute: „Die so schlecht bezahlten Polizisten, deren Job so wichtig ist für unsere Freiheit, müssen ausbaden, was an Laschheit über Jahre und Jahrzehnte im Umgang mit linker Gewalt aufgebaut worden ist: Hausbesetzer mit Hausbesitzern zu verwechseln, Parks zu rechtsfreien Räumen verlottern zu lassen, im Zweifel sogar den selbst ernannten Antifaschisten mit ihrer faschistischen Gewaltliebe sogar Förderung zukommen zu lassen. All das rächt sich jetzt.“

09:30 Uhr – Meidet die Betroffenen Gegenden – Und kommt sicher an euer Ziel

Posted by Polizeikontrollen Hamburg on Freitag, 7. Juli 2017

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Kommentare

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  • Schwallinsall

    Je früher,je besser!!
    Diese Repuplik stirbt zu langsam!!

  • Klaus Eckhard

    und in diesem Zusammenhang Frau M. die Gastgeberin und große Vorsitzende mit ihrer minimalistischen Aussage, dass Gewalt in keiner Form zu akzeptieren sei. Nachdem sie ein bisschen aufgezählt hat, was jeder im Radio hören und im Fernsehen sehen kann. Das ist nicht, was ich von meiner Regierung angesichts der verletzten Polizisten und der brennenden Autos und der zerstörten Geschäfte erwarte. Ich erwarte die Aussage, dass in späterer Analyse alles dazu auf den Tisch kommt. Dass Personen, Gruppen, Ursachen benannt werden und dass, besonders gegen die Ursachen vorgegangen wird. Wer bezahlt eigentlich den schwarzen Block? Wer liefert die Logistik, Zusammenbringen, Versorgung, Unterkunft für diese Leute? In diesem Zusammenhang möchte ich auf die Ereignisse in Hamburg in den 80ern verweisen, wo der Senat der linksautonomen Hausbesetzerszene 8 besetzte Häuser in bester Lage, in der Hafenstrasse zu einem Symbolpreis überlassen hat. Und das für Leute, wie Jan Fleischauer sinngemäß sagt, die einem Gedanken der üblichen Form des Eigentum- und Besitzerwerbs noch nie nahegetreten sind.
    Und: Merke, linke Gewalt ist nie so schlimm wie rechte oder irgendwie anders geartete.
    In unserer, im Lauf der M.- Regierung immer weiter nach links gerückten Republik wird die linke Szene gefördert oder wenigstens geduldet und hat vom Rechtsstaat, wie er sich nach 68 etabliert hat, wenig zu befürchten. Deshalb ist auch nicht zu erwarten, dass die oben geforderte Aufarbeitung der Ereignisse einschließlich Ursachenforschung mit umsteuernden Konsequenzen stattfinden wird. Wait and see…

  • Katarina Freitag

    Rechte sind Harmlos! die Gefahr , kommt von den Linken Faschisten

  • Kurt Nagel

    1.Wahrscheinlich hat man das extra in der nähe der Roten gemacht um danach die Gesetze zu verschärfen.
    2.Plünderungen gab es auch schon bei den Chaostagen-wobei die Punks eher Spassorientiert sind/waren.

    In dieser Parodie machte sich ein Altpunk über die Ängste der Bürger lustig:
    https://www.youtube.com/watch?v=aoxAp29bk-k

  • Knurrhahn

    Was wäre, wenn es Rechte wären? – Die Ereignisse von vor zwei Jahren sollten die Frage bantworten. Damals brannten mehrmals pro Woche Flüchtlingsunterkünfte, und während die einen die Taten verdammten, wurden sie von anderen schöngeredet (von wegen „besorgte Bürger“). Also genau wie nach den Krawallen in Hamburg, nur mit vertauschten Rollen.

  • albertas klimawisch

    Simone Peter (Chefin der Grünen) bei Maischberger, über die Silvesternacht 2015/2016 „HATTEN DIE KRIMINÄLLEN ZUGANG ZU INTERGRATIONSMÖGLICHKEITEN“ 7:25 und ab 12:30 https://www.youtube.com/watch?v=NZwDCob9CKs Diese Frau gehört doch nicht in den Bundestag. Die gehört ganz woanders hin.

  • Heinrich Ernst

    Die Antifaschisten des Dritten Reichs würden sich im Grabe umdrehen, wenn sie wüssten, was unter dieser Titulierung passiert.
    Ignazio Silone wird zugeschrieben:
    „Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin der Antifaschismus.”